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Borderlands 2 VR im Test - Kein Boah!-derlands, aber trotzdem spaßig

Virtual Reality wird nach zwei Jahren am Markt gern totgeredet. Taugt Borderlands 2 VR als Gegenbeweis? Schließlich bringt es eine sehr erfolgreiche Spielereihe aufs Headset.

von Benjamin Danneberg,
17.12.2018 16:17 Uhr

Irre Knarren, riesige Monster: Borderlands 2 erleben wir jetzt dank Virtual Reality jetzt auch mittendrin. Irre Knarren, riesige Monster: Borderlands 2 erleben wir jetzt dank Virtual Reality jetzt auch mittendrin.

Seit seiner Veröffentlichung im September 2012 erreichte Borderlands 2 mit seiner irren Endzeit-Welt und Charakteren wie dem Roboter Claptrap Kultstatus. Obendrein ist die Jagd nach immer besseren Waffen und Ausrüstung ein echter Spaßbringer, vor allem gemeinsam mit Freunden im Koop-Modus. Und genau das soll - über kurz oder lang - auch Borderlands 2 VR bieten.

Schließlich liegt es nahe, dass Entwickler Gearbox sich nach weiteren Möglichkeiten umsieht, das Spiel neu aufzulegen - immerhin macht Bethesda das mit Skyrim auch sehr erfolgreich. Und entgegen den Unkenrufen, die mit schöner Regelmäßigkeit den Tod der Virtual Reality beschwören, wandten sich die Entwickler - vielleicht wieder mit Skyrim VR als Vorbild - eben dem verbreitetsten Highend-Headset, der PlayStation VR, zu.

Ist die Portierung des Koop-Krachers gelungen? Unser Test hat die Antworten!

Der Comic-Look funktioniert auch in VR und zaubert teilweise sehr stimmungsvolle Bilder aufs Headset.Der Comic-Look funktioniert auch in VR und zaubert teilweise sehr stimmungsvolle Bilder aufs Headset.

Pandora ohne Überraschungen

Gleich vorausgeschickt: Borderlands 2 VR ist inhaltlich ein exakter Port von Borderlands 2, allerdings ohne die diversen DLC. Trotzdem werdet ihr rund 30 Stunden mit dem Spiel beschäftigt sein.

Ihr seid mit Borderlands 2 und der Welt von Pandora doch sicher schon bestens vertraut? Falls nicht, fassen wir nochmal kurz zusammen, worum es geht: Handsome Jack, Boss des Waffenherstellers Hyperion, will die ferne Kolonialwelt Pandora nach seinen Vorstellungen formen. Die sogenannten Vault Hunter wollen das verhindern und lieber auf Schatzsuche gehen.

Wir schlüpfen in die Rolle eines dieser Helden:

Axton ist ein Commando, der einen Geschützturm aufstellen kann. Die Sirene Maya darf Gegner mit einem Kraftfeld festhalten, während der Gunzerker Salvador Munition regeneriert und zeitweise zwei Waffen des gleichen Typs gleichzeitig abfeuert. Mit dem Assasinen Zer0 kommt ein Spezialist für Scharfschützengewehre und scharfe Katanas hinzu.

Mit einem dieser vier Kammerjäger ballern und prügeln wir uns durch Monsterhorden und sammeln in Diablo-Manier jede Menge zufallsgenerierte Beute. Hunderte irrer Waffen und andere verrückte Gadgets (etwa Granaten, die zielsuchende Projektile ausspucken) setzen wir dann möglichst effizient gegen mindestens ebenso verrückte Gegner ein.

Zwar ist unsere Fähigkeit, mit Waffen umzugehen und einigermaßen ordentlich zu zielen nicht ganz unwesentlich, aber die Ausrüstung sowie unsere Skillung sind der wichtigere Teil der Verbesserungsspirale. Jeder Vault Hunter hat nämlich einen dreiteiligen Fertigkeitenbaum, über den wir bei Stufenaufstiegen Zielgenauigkeit, Schaden, Fähigkeiten und so weiter verbessern. Im Original-Spiel sind die vier Helden übrigens perfekt aufeinander abgestimmt und sorgen für hervorragende gegenseitige Ergänzung im Koop-Gameplay.

Teleportation und die Bewegung über PlayStation-Move-Controller sind nicht sonderlich gut umgesetzt worden, wir empfehlen die Steuerung mit dem Dualshock-Controller.Teleportation und die Bewegung über PlayStation-Move-Controller sind nicht sonderlich gut umgesetzt worden, wir empfehlen die Steuerung mit dem Dualshock-Controller.

Gewöhnungsbedürftige Move-Steuerung

Der größte Wermutstropfen der VR-Version deshalb zuerst: Borderlands 2 VR ist aktuell eine reine Einzelspielererfahrung, es gibt noch keinen Koop-Modus. Der soll laut Entwicklern erst später nachgeliefert werden, bis dahin müssen wir uns allein durch die weitläufige und abwechslungsreiche Comic-Welt ballern. Weil wir ohne Mitspieler-Unterstützung unterwegs sind, wurden die Fähigkeiten der Kammerjäger angepasst und auf höhere Haltbarkeit getrimmt. Beispielsweise kann sich Sirene Maya erheblich besser heilen und insgesamt machen unsere Helden mehr Schaden. Gleichzeitig hatten wir im Test oft das Gefühl, dass die Zielgenauigkeit der Monster etwas zurückgeschraubt wurde.

Das ist insbesondere dann auch bitter nötig, wenn man sich für die optionale Bedienung per PlayStation-Move-Controller entscheidet.

Deren Steuerungs-Schema ist nämlich stark gewöhnungsbedürftig: Mit dem linken Move-Controller zeigen wir in die Richtung, in die wir uns bewegen wollen (auch seitwärts oder rückwärts) und drücken dabei die Move-Taste, während die Tasten X und O auf dem rechten Move-Controller für die Drehung des Sichtfeldes zuständig sind. Das ist wenig intuitiv, den Move-Controllern fehlt der Analogstick, um eine saubere Steuerung zu gewährleisten. Zwar können wir uns auch teleportieren, aber das ist viel zu träge, als dass wir es regelmäßig nutzen wollen würden.

Es ist nicht einfach, den berühmten Borderlands-Movement-Flow in einem actiongeladenen Fight mit den Move-Controllern hinzubekommen. Seitwärts gehen ("strafen"), springen, sich dabei drehen und Granaten werfen bedarf enormer Koordinationsfähigkeit. Immerhin funktioniert das Tracking erstaunlich präzise. Wer sich in die wenig intuitive Move-Steuerung richtig reinarbeitet, der kommt mit genug Geduld auch damit klar. Die neue Bullet-Time-Fähigkeit hilft zusätzlich bei der Eingewöhnung und in besonders brenzligen Situationen.

Mit dem Fahrzeug durch Pandora – das macht in VR richtig Laune!Mit dem Fahrzeug durch Pandora – das macht in VR richtig Laune!

Zielen funktioniert über Kimme und Korn durchaus, allerdings ist die Steuerung (wie das Spiel an sich) gar nicht darauf ausgelegt: Aus der Hüfte zu schießen und den Trigger des linken Move-Controllers zu betätigen um automatisch zu zielen, ist erheblich effektiver. Nicht umsonst steigern wir unsere Zielgenauigkeit über unsere Fähigkeiten. Interaktionen und (die ziemlich zähe) Menü-Bedienung funktionieren über einen Laser, der erscheint, wenn wir mit dem linken Move-Controller auf ein Interaktionsobjekt zeigen.

Borderlands-Flow mit Dualshock 4-Controller

Die Menüs sind dabei ähnlich wie in den VR-Portierungen von Fallout 4 oder Skyrim einfach schwebende 2D-Flächen, durch die wir uns klicken. Diese Menüs sind ein absoluter Minuspunkt, denn sie sind einfach statisch in das Blickfeld gekleistert und an unsere Kopfbewegung gekoppelt worden. Wir müssen etwa nach rechts oben schielen, um die Mini-Map zu sehen - und das geht dann auch nur mehr schlecht als recht, weil verschwommen. Nach unten zu schielen, um den Lebensbalken zu sehen ist auch kein gutes UI-Design, hier muss Gearbox unbedingt nochmal ran.

Überhaupt wurden keine richtigen Anpassungen an das neue Medium vorgenommen: Selbst unsere VR-Hände sind steif und starr und wirken deshalb schnell wie lästige Anhängsel und nicht wie eine virtuelle Verlängerung unserer echten Hände. Deshalb dauert es auch nicht lange, und wir wechseln zum Dualshock 4-Controller.

Als Sirene Maya halten wir Gegner in diesem Kraftfeld gefangen.Als Sirene Maya halten wir Gegner in diesem Kraftfeld gefangen.

Mit dem Wechsel zum Gamepad kommt auch der Borderlands-Flow wieder: Wir zielen ab sofort mit dem Kopf, bewegen also das Fadenkreuz mit unserer Blickrichtung und können ansonsten die freie Steuerung des Gamepads genießen. Das funktioniert erstaunlich gut und schon geht das Strafing wieder gewohnt flüssig von der Hand und wir fühlen uns erheblich mobiler.

Vorbildlich: Viele Anpassungsoptionen sorgen dafür, dass jeder Spieler sein passendes Komfortlevel finden kann, etwa durch Konfiguration stufenweiser Bilddrehung oder Tunnelblickeffekten. Und weil alles wieder intuitiv und ohne Verzögerung abläuft, können wir uns auch endlich mal auf die Welt von Pandora konzentrieren und wie es sich anfühlt, mittendrin zu sein.

Keine echte VR-Integration

Wenn wir natürliche Bewegungsmuster wie das Greifen von Gegenständen oder das Bedienen von Interaktionsobjekten aus der Virtual Reality abziehen, bleibt nur noch die Welt, um Aha-Effekte zu liefern. Damit kann Borderlands 2 VR grundsätzlich punkten: Trotz Cel Shading-Look fühlen wir uns direkt nach Pandora versetzt und die gewohnt schrägen Charaktere kommen in VR voll zur Geltung. Die Welt ist vielfältig und bietet viele spannende Momente: Allein mit Fahrzeugen über die Planetenoberflächen zu rasen ist in VR eine Wucht.

Irre Bosse verlangen uns alles ab – immerhin wurden die Skillbäume für das Einzelspielervergnügen angepasst.Irre Bosse verlangen uns alles ab – immerhin wurden die Skillbäume für das Einzelspielervergnügen angepasst.

Allerdings erschöpft sich der VR-Bonus eigentümlicherweise auch ganz schnell wieder, die "Wow"-Momente sind anders als in Skyrim oder Fallout 4 ziemlich schnell wieder vorbei. Während wir in den Portierungen der Bethesda-Hits immer wieder staunend Details oder Panoramen genießen, kann Borderlands 2 VR diese besondere Stärke von VR nicht wie gewohnt transportieren.

Vielleicht liegt das am Comic-Look, der eigentlich beeindruckende Momente eher entschärft, als verstärkt. Andererseits ist Borderlands 2 nicht in erster Linie für sein Worldbuilding berühmt, sondern für seine schnelle Action, seinen Humor, seine verrückten Waffen und den Koop-Spaß. Letzterer fehlt wie gesagt allerdings derzeit noch, der ganze Rest ist aber auch in VR absolut gelungen. Wer noch nicht hunderte Stunden am 2D-Monitor in Pandora versenkt hat, für den ist der VR-Ausflug mit Axton & Co. in die rund 30 Stunden umfassende Kampagne ganz sicher ein gelungenes Erlebnis.

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