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Seite 2: Call of Duty: WW2 im Test - Geglückte Weltkriegs-Rückkehr

Regenerative Energie adé!

Spielerisch bewegt sich WW2 auf bekannten Pfaden, das Waffengefühl der zahlreichen historischen Knarren wie M1 Garand oder MP40 ist sehr gut, das halbautomatische Aufschalten mit dem linken Trigger auf nahe Gegner klappt tadellos. Die Atmosphäre ist insbesondere dank der wuchtigen Soundkulisse sehr intensiv, vor allem in den Ardennen-Levels hat man stellenweise wirklich das Gefühl, Teil einer großen Schlacht zu sein.

Zussmann ist für die Versorgung mit Medikits zuständig, die er uns auf Knopfdruck zuwirft. Voraussetzung dafür ist aber das Füllen der runden Leiste rechts unten in der Ecke. Zussmann ist für die Versorgung mit Medikits zuständig, die er uns auf Knopfdruck zuwirft. Voraussetzung dafür ist aber das Füllen der runden Leiste rechts unten in der Ecke.

Gewöhnen muss man sich anfangs hingegen erst wieder an die nicht regenerative Energie, die euch immer wieder hinter Deckungen zwingt und Run&Gun generell ziemlich erschwert und an etlichen Stellen für die nötige Spannung sorgt, beispielsweise dann, wenn ihr nur noch ein Fitzelchen Lebensbalken habt und im letzten Moment eine rettende Deckung erreicht. Ihr heilt euch jetzt wieder mit klassischen Medikits, die entweder in den Levels herumliegen oder euch auf Knopfdruck von Kamerad Zussmann zugeworfen werden. Womit wir auch direkt beim größten Kritikpunkt der Kampagne wären: Dem Teamgedanken der Story wollte Entwickler Sledgehammer anscheinend auch spielerisch Rechnung tragen, weshalb eure Teammitglieder spezielle Fähigkeiten haben. Zussman verteilt Medikits, Turner Munition, Stiles versorgt euch mit neuen Granaten und Pierson markiert Feinde in der Umgebung.

Meinung:Call of Duty: WW2 kehrt zurück zu den Wurzeln, aber ist das eine gute Idee?

Einzelkämpfer statt Teamgefühl

Kurioserweise könnt ihr die Hilfe eurer Kameraden aber nicht ständig in Anspruch nehmen, sondern müsst dazu erst entsprechende runde Leisten füllen. Und wie das funktioniert ist noch kurioser: Entweder ihr führt eine der sogenannten "heroischen Aktionen" aus, zieht also zum Beispiel an vordefinierten Punkten in den Levels verwundete Soldaten in Sicherheit oder rettet sie in letzter Sekunde vor einem Deutschen, oder ihr knallt einfach wahllos möglichst viele Feinde ab.

Das endet meist in letzter Konsequenz damit, dass ihr derjenige seid, der die Kohlen ganz alleine aus dem Feuer holt. Ein wirkliches Teamgefühl gibt es auf dem Schlachtfeld dementsprechend nicht wirklich, denn auch zieltechnisch sind die KI-Kollegen keine große Hilfe, rudimentäre Bewegungs- oder Sperrfeuerbefehle wie in den Brothers in Arms-Spielen könnt ihr ebenfalls nicht geben.

Die Aufklärungs-Fähigkeit von Tech Sergeant Pierson wirkt für ein Weltkriegs-Spiel ziemlich modern – die Umrisse der Gegner in der Nähe werden leuchtend dargestellt. Die Aufklärungs-Fähigkeit von Tech Sergeant Pierson wirkt für ein Weltkriegs-Spiel ziemlich modern – die Umrisse der Gegner in der Nähe werden leuchtend dargestellt.

Außerdem empfanden wir beim Test die Markierungs-Funktion von Pierson als Atmosphäre-Hemmer: Denn damit werden die deutschen Soldaten als leuchtende Silhouetten hervorgehoben, was uns eher an die Batman: Arkham-Spiele erinnert hat und nicht so wirklich ins Zweiter-Weltkrieg-Setting passen will. Selbst als gefühlter Einzelkämpfer und ohne regenerative Energie ist Call of Duty: WW2 zumindest auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad kein übermäßig herausforderndes Spiel, auch wegen der fair gesetzten Checkpunkte. Großen Wiederspielreiz gibt es nach der Überquerung des Rheins nach knapp sieben Stunden nicht, in den Levels sind lediglich einige Sammelitems versteckt. Für Hardcore-Spieler gibt es natürlich auch in diesem CoD den knackigen Veteran-Schwierigkeitsgrad, der dieses Mal wegen der Medikits gefühlt noch einen Ticken härter ausfällt.

Ab ins Hauptquartier!

Nach der Kampagne zieht es viele CoD-Spieler in den Multiplayer-Modus und eine der größten Neuerungen fällt direkt nach dem Start desselben auf. Statt euch nur durch langweilige Menüs zu klicken, bewegt ihr euch in CoD: WW2 durch das "Headquarters", ein komplett ausmodellierter Social-Hub am Strand der Normandie, in dem ihr euch mit eurem Charakter umherbewegt, mit anderen Spielern interagiert und mit bestimmten NPCs sprechen könnt.

Im Headquarters-Bereich können wir uns unter anderem neue Aufträge abholen, mit anderen Spielern interagieren oder neue Leute für ein Multiplayer-Match zusammentrommeln. Im Headquarters-Bereich können wir uns unter anderem neue Aufträge abholen, mit anderen Spielern interagieren oder neue Leute für ein Multiplayer-Match zusammentrommeln.

Bei der Kommandatur holt ihr euch beispielsweise Tages-Aufträge hab (z.B. "Lande heute 130 Abschüsse"), außerdem könnt ihr am Strand eure Kill Streaks ausprobieren, kleine Automatenspiele zocken (ist natürlich historisch gesehen völliger Quatsch, macht aber trotzdem Laune) oder andere Spieler zu einem 1-gegen-1 am Schießstand herausfordern. Die Headquarters-Umgebung ist eine nette Ergänzung, zumal man auch während Lobby-Wartezeiten für Multiplayer-Matches jederzeit in diesen Bereich gelangt, um sich dort die Zeit zu vertreiben.

Supply Drops
Auch in CoD: WW2 gibt es wieder sogenannte Supply Drops, also Kisten, die Items wie Spielerembleme, Uniformen oder Waffenvarianten enthalten und die ihr zum Beispiel durch absolvierte Multiplayer-Matches sammeln könnt. Diese gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen (höhere beispielsweise enthalten seltenere Items) und können im Headquarters-Bereich "live" geöffnet werden. Anders als in vergangenen CoDs sind die Werte der Waffenvarianten aber nicht zufällig festgelegt, stattdessen sind die Unterschiede rein kosmetisch. Die Supply Drops lassen sich optional auch für Call of Duty-Point erstehen, die ihr wiederum für Echtgeld kaufen könnt.

Divisionen statt Klassen

Was im letzten Jahr die Rigs waren und in den Jahren davor zumeist die Klassen, sind in Call of Duty: WW2 jetzt Divisionen. Fünf davon gibt es insgesamt, einer davon schließt ihr euch zu Beginn an - später könnt ihr noch Kämpfer für andere Divisionen anlegen. Die Infantrie-Division ist beispielsweise als Allrounder angelegt und deswegen besonders für Anfänger geeignet, es gibt Sprengstoff- und Nahkampfexperten oder auch den obligatorischen Fernkämpfer.

Freischalt-Mania: Wie gehabt könnt ihr verschiedene Slots für eigens erstellte Kämpfer anlegen. Die gewählte Division legt dabei die Sonderfähigkeiten fest. Freischalt-Mania: Wie gehabt könnt ihr verschiedene Slots für eigens erstellte Kämpfer anlegen. Die gewählte Division legt dabei die Sonderfähigkeiten fest.

Allerdings seid ihr bei den Divisionen nicht auf bestimmte Waffen festgelegt, lediglich bestimmte Skills und freischaltbare Fähigkeiten unterscheiden sich. Die Infantrie kann etwa einen zusätzlichen Slot für Waffenaufsätze freischalten und ein Bajonett einsetzen, die Mountain Division bleibt für Luftaufklärung unsichtbar und bekommt einen Aim Assist, wenn er die Luft anhält. Wir haben während unseres Tests alle der Divisionen probegespielt und finden die Balance recht ausgewogen. Es macht nach wie vor Spaß, herum zu experimentieren und sich das beste Setup zusammenzustellen. Freispiel-Motivation gibt es in CoD: WW2 wieder zur Genüge, jede einzelne Waffe lässt sich beispielsweise im Rang steigern, was dann wiederum Aufsätze und andere Boni wie verringerten Rückstoß freischaltet, es gibt hunderte Abzeichen und andere Goodies. Wer also für diese Belohnungsmechanismen empfänglich ist, der wird auch hier seine helle Freude haben.

Call of Duty: WW2 - Preview-Video: So gut wird der Multiplayer 28:12 Call of Duty: WW2 - Preview-Video: So gut wird der Multiplayer

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