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Curse of the Dead Gods im Test: Ein Action-Highlight für alle Hades-Fans

Mit Curse of the Dead Gods kommt ein klassisches Action-Rogue-lite auf PS4, Xbox One und Nintendo Switch, das in die großen Fußstapfen des 2020er-Überraschungshits Hades treten soll, es aber nicht ganz schafft.

von Dennis Michel,
23.02.2021 18:15 Uhr

Curse of the Dead Gods im GamePro-Test. Curse of the Dead Gods im GamePro-Test.

Hades mutierte 2020 überraschend zu einem der beliebtesten und besten Spiele des Jahres. Überraschend deswegen, da es Vertreter aus dem Rogue-lite-Genre erfahrungsgemäß nicht leicht haben. Prozedural generierte Level, Permadeath, bei diesen Begriffen wenden sich viele Spieler*innen oft desinteressiert ab. Doch mit viel Humor, einer für die Art Spiel brillanten Erzählung und einem fantastischen Kampfsystem konnte Hades auch Gamer abseits der Nische begeistern.

Curse of the Dead Gods muss sich als düsteres Action-Rogue-lite aus der Vogelperspektive im markanten Darkest Dungeon-Comiclook auf PS4, Xbox One und Switch nach einjähriger Early Access-Phase nun mit dem neuen Genrekönig unweigerlich messen. Obwohl das unter anderem aufgrund der Rahmenhandlung - die auf einem Post-it Platz hat und komplett irrelevant ist - nicht gelingt, erwartet euch durch frische Ansätze ein verdammt gutes Actionspiel, das ihr für den Preis von 20 Euro definitiv auf dem Schirm haben solltet.

Der Unbekannte und die Tempel des Todes

Ein Mann betritt mit lodernder Fackel den Eingang eines unheilvollen Tunnels. In Windeseile und ohne Vorwarnung kollabiert die Decke hinter ihm, sperrt den Pilger von der Außenwelt ab und überlässt ihn seinem Schicksal. Ein Schicksal, das ihn fortan durch drei den Göttern gewidmeten Tempelanlagen mit insgesamt zehn Arealen führt, die gefüllt mit morbiden Monstern und gespickt mit tödlichen Fallen nur eines wollen: seinen Tod.

Als Unbekannter durchwandern wir die düsteren Dungeons und bekämpfen dabei allerhand morbide Monster. Als Unbekannter durchwandern wir die düsteren Dungeons und bekämpfen dabei allerhand morbide Monster.

Und ja, wie wir das aus klassischen Rogue-lites kennen, wird unser Held diesen Tod oft, sehr oft (wenn nicht sogar noch öfter) finden. Curse of the Dead Gods ist von seinem Aufbau her ein Vertreter des Genres, wie er im Buche steht. Zu Beginn eines jeden Runs haben wir die Wahl zwischen drei Wegen: Wählen wir den linken Pfad, gelangen wir in den von Pflanzen überwucherten Jaguar-Tempel, wählen wir die Mitte, öffnet sich der mit mechanischen Vorrichtungen gezierte Tempel des Adlers, und wählen wir den rechten Pfad, lauern die giftigen Eingeweide des Schlangen-Tempels auf uns.

Technik-Check: Während unseres Tests auf der PS5 hat sich das Spiel in einem technisch einwandfreien Zustand präsentiert. Weder gab es Probleme mit der Framerate, noch störende Bugs. Auch die Umsetzung der Controller-Steuerung ist hervorragend geglückt und der Comiclook hat uns zudem richtig gut gefallen.

Die Tempel selbst sind ähnlich wie in Hades in einzelne, kleine Gebiete unterteilt. Haben wir die Areale von Gegnern gesäubert, wählen wir auf einer Übersichtskarte wie es weitergehen soll. Dabei liegt es an uns, ob wir das Gebiet mit der überlebenswichtigen Heilung aufsuchen, den Pfad mit einem Upgrade für unsere Waffen einschlagen oder den Raum betreten, der einen Schrein zur Steigerung unserer Attribute bereithält.

Durchlaufen wir die Anfangs neun, in späteren Tempelarealen 20 Etagen, wartet stets ein Boss auf uns. Ist der gelegt, macht das Spiel einen Haken hinter das Areal und öffnet uns einen neuen Pfad, den wir über ein Dimensionsportal aus dem Hub-Gebiet frisch gestärkt betreten.

Haben wir ein Areal abgeschlossen, wählen wir auf der Bereichskarte unser nächstes Ziel. Entscheiden, ob wir Heilung benötigen oder beispielsweise unsere Waffe aufwerten wollen. Haben wir ein Areal abgeschlossen, wählen wir auf der Bereichskarte unser nächstes Ziel. Entscheiden, ob wir Heilung benötigen oder beispielsweise unsere Waffe aufwerten wollen.

Damit wir uns gegen die grotesken Monster in Form von flügelschlagenden Harpyien, wulstigen Giftkäfern und unheilvollen Schamanen zu Wehr setzen können, greifen wir auf ein breites Waffenarsenal zurück. Schwerter, Schilde, Äxte, Peitschen, Pistolen, was auch immer das Heldenherz begehrt, finden wir in den atmosphärisch zwar tollen, optisch aber doch recht generischen Dungeons. Die Scharmützel gegen kleine Gegnertruppen laufen dabei flott, aber durchaus taktisch ab. Eine actiongeladene Nahkampfkombo mit der Hauptwaffe, ein gut platzierter Schuss aus der Pistole, ein mächtiger Keulenhieb mit der Nebenwaffe, Ausweichrolle links, Parade. Kurzum, die Kämpfe sehen nicht nur cool aus und kommen mit der nötigen Prise Taktik, sie machen auch verdammt viel Spaß.

Soweit so Rogue-lite-typisch. Doch Curse of the Dead Gods bringt einige coole Gameplay-Twists mit sich, die wir euch hier kurz vorstellen möchten.

  • Aktionspunkte: Damit wir nicht permanent Attacken spammen können, kosten alle Aktionen eine bestimmte Anzahl an Punkten, die unterhalb des Helden angezeigt werden. Rolle links: ein Punkt. Ein Peitschenknaller: zwei Punkte. Sind die Punkte aufgebraucht, sind wir wehrlos.
  • Flüche: Sie sind die wohl fieseste Mechanik. Betreten wir einen neuen Raum, trinken Blut zur Heilung oder opfern selbiges um eine Waffe am entsprechenden Altar aufzuheben, füllt sich eine Leiste. Ist diese voll, wird unser Held verflucht, wodurch sich Goldtruhen beispielsweise nur durch das Parieren einer Falle öffnen lassen oder Gegner nach dem Ableben eklige Giftmaden spawnen. So können wir auf dem Weg durch die Dungeons bis zu vier Mal verflucht werden. Folgt ein weiterer Fluch, verlieren wir ab sofort permanent Gesundheit.
  • Licht und Schatten: Neben bis zu drei Waffen führt unser namenloser Held auch eine Fackel mit sich, mit der er kleine Feuer in den Arealen entzünden kann. Die Krux an der Sache: Kämpfen wir im Dunkeln, erleiden wir mehr Schaden. Auf der anderen Seite erhalten wir aber auch Upgrades, mit denen wir in der Dunkelheit stärker gegen die Monster austeilen. Das führt zu einer weiteren taktischen Komponente, die dem Spiel mehr Tiefe verleiht.
  • Fallen: Wer Tempel sagt, muss auch Fallen sagen, denn natürlich sind die Götterschreine gespickt mit allerlei tödlichen Mechanismen. Bodenplatten, aus denen beim Betreten Dornen schießen. Statuen, die urplötzlich zum Leben erwachen und uns attackieren, oder giftsprühende Schlangenmäuler. Wer unbedacht durch die Areale läuft, hat keine gute Zeit. Zum Glück können wir die Fallen auch gegen unsere Feinde einsetzen, indem wir sie beispielsweise in eine Feuervorrichtung locken.

Ihr seht, neben dem überaus spaßigen Rogue-lite-Grundgerüst haben die Entwickler eine taktische Ebene gemeißelt, die Curse of the Dead Gods allerhand spielerischen Tiefgang verleiht. Zwar sind die Elemente einzeln betrachtet nichts aus der Kategorie "Hab ich ja noch nie gesehen!", im Paket wirkt das Ganze jedoch frisch und überaus gut durchdacht.

Motivierender Fortschritt, auch für Nicht-Profis

Doch was bringt einem Rogue-lite ein tolles Kampfsystem, was bringt die spaßige Erkundung, wenn nach dem Ableben die Motivationsspirale ausbleibt? Die wurde zum Glück nicht vergessen. Mit von Gegnern fallengelassenen Totenschädeln und Armreifen von besiegten Bossen schalten wir im Hub-Areal, der Haupthalle, stetig neue Items frei.

Wir erhöhen so unser Arsenal an Waffen mitsamt immer mächtigeren Attributen oder schalten sogenannte "Segen der Götter" frei, die uns zum Start eines jeden Runs bis zu drei passive Fähigkeiten verleihen. Auch stehen vor dem Dimensionsportal der Haupthalle mehrere Waffenaltäre, die bestimmen, mit welcher Startausrüstung wir die Tempel betreten. Werten wir diese auf, befindet sich dort mit jedem Stufen-Upgrade immer mächtigere Ausrüstung.

Am Dimensionsportal haben wir die Qual der Wahl, für welchen der drei Tempel wir uns entscheiden. Am Dimensionsportal haben wir die Qual der Wahl, für welchen der drei Tempel wir uns entscheiden.

So werden wir Run für Run nicht nur selbst immer geübter mit dem eingängigen Kampfsystem, sondern können unseren Helden Schritt für Schritt aufwerten, was uns durchweg motiviert hat. Speziell in Rogue-lites braucht man dieses Leckerlie nach dem Ableben und Curse of the Dead Gods wirft uns stets einen neuen, schmackhaften Happen beziehungsweise eine wuchtige Elektro-Dornenaxt mit +10 Leben vor die Nase. So muss das sein!

Eben dieses motivierende System, in dem wir immer tiefer in stufenweise anspruchsvollere Tempelebenen vordringen, macht Curse of the Dead Gods auch zu einer Empfehlung für all jene unter euch, die beispielsweise bei einem erbarmungslosen Rogue-like wie Spelunky 2 genervt die Peitsche in die Höhle schmeißen. Nein, Entwickler Passtech Games erfindet hier das Genre-Rad nicht neu und nein, Curse of the Dead Godes ist nicht das 2021er Hades. Dafür ist es aber ein sehr gut durchdachtes, mit seinem Darkest Dungeon-Comiclook echt schickes, technisch einwandfreies Rogue-lite, das sich speziell Fans des Genres nicht entgehen lassen sollten, und das auch durch Hades angefixten Spieler*innen eine Menge Spaß bereiten kann.

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