Die Resident Evil: Village-Demo ist gruseliger als manches Horror-Spiel

Unsere Freie Autorin Samara hat versucht, der Resident Evil: Village-Demo "Maiden" zu entkommen und teilt ihre ersten Eindrücke.

von Samara Summer,
23.01.2021 10:30 Uhr

Die Maiden-Demo gibt es mit PS Plus auf der PS5. Die Maiden-Demo gibt es mit PS Plus auf der PS5.

Die Beginning Hour-Demo zu Resident Evil 7 hat mich damals vom Hocker gehauen, weil sie die Vorfreude auf ein völlig neuartiges Resi-Erlebnis schürte - und auch für sich genommen mit mehreren Updates viel zu entdecken bot. Die Ankündigung einer spielbaren Demo zu Resident Evil: Village hat mich immerhin begeistert vom Stuhl springen lassen.

Ob der rund 20-minütige Fluchtversuch in Maiden auch mit meinen Erwartungen mithalten konnte, verrate ich hier. Um die Demo spielen zu können, braucht ihr übrigens eine PS5 und PS Plus.

Spoiler-Warnung: Der Artikel spoilert Geschichte und Ablauf der Demo.

Bekannte "Resident Evil-Demo"-Formel

Die Parallelen zwischen Beginning Hour und Maiden sind augenscheinlich: Wieder erwachen wir an einem Ort, an dem niemand freiwillig übernachten würde und sollen entkommen. Ob das - im Gegensatz zur ersten Version von Beginning Hour - gelingen kann?

Erfrischend anders gestaltet sich dieses Mal aber der Schauplatz und mit ihm auch gleich die gesamte Atmosphäre. Statt in einem - mehr oder weniger - normalen Wohnhaus erwachen wir dieses Mal in einer Zelle eines Schlosskellers. Wir spielen als junge Frau, die wohl nur indirekt mit der Hauptstory zu tun hat. Da wir aber in der Egoperspektive durch das Verlies irren und unser Charakter ohnehin nichts zu sagen hat, ist das eigentlich belanglos.

Tödlich für sie, hilfreich für uns: der gute alte Bolzenschneider. Tödlich für sie, hilfreich für uns: der gute alte Bolzenschneider.

Der fiese Folterkeller erinnert mich stark an Amnesia: The Dark Descent. Das Ganze ist meiner Meinung nach nicht so gruselig wie Amnesia damals, aber doch gut inszeniert. Ich finde eine Frauenleiche, gehe weiter, gelange in eine Sackgasse. Dann höre ich ein Rumpeln. Als ich auf der Suche nach einem Ausweg zurückkehre, ist die Leiche umgefallen und ich sehe, dass ausgerechnet ein - für mich hilfreicher - Bolzenschneider in ihrem Rücken ihr Ende besiegelt hat. Als ich mich später noch mal umdrehe, hat die Leiche noch einmal ihre Position verändert.

Samara Summer
@Auch_im_Winter
Samaras Faszination für Horror-Games keimte bereits in den 90ern auf, als Monster aus faustgroßen Pixeln noch gruslig waren. Als sie einem Kumpel bei den frühen Resi- und Silent Hill-Teilen beistehen musste, war es endgültig um sie geschehen. Seither verfolgt die Zockerin die Entwicklung des Genres und begeistert sich für Blockbuster-Titel, hat aber auch ein Herz für innovative und ungewöhnliche Indie-Spiele.

Bling-Bling für die Next-Gen

Die Maiden-Demo ist PS5-exklusiv und soll uns - ganz ohne Kämpfe - zeigen, was Village optisch kann. Das offenbart sich vor allem in den Lichteffekten, wenn wir den Keller hinter uns lassen und den opulenten Wohnbereich des Schlosses mit seinen vielen Hochglanz-Goldverzierungen erreichen. Wirklich schick, das Zuhause der Dimitrescus, aber keinesfalls ein Ort zum Ausruhen.

Als ich unvorsichtig werde und losrenne, stoße ich prompt auf der Treppe fast mit einer Gestalt zusammen. Diese begegnet mir später wieder. Es handelt sich um eine der Vampirladies aus dem Trailer, die kichernd einen Fliegenschwarm auf mich loslässt. Trotzdem entkomme ich ihr. Aber nur, um hinter der Tür zum Hof von Lady Dimitrescu aufgeschlitzt zu werden. Kein Happy End. Wer hätte es gedacht?

Vom Folterkeller in die opulenten Wohnräume... Aber doch irgendwie vom Regen in die Traufe. Vom Folterkeller in die opulenten Wohnräume... Aber doch irgendwie vom Regen in die Traufe.

Mein erstes Fazit

Resident Evil: Village könnte richtig cool werden, da sich die Demo zwar ganz nach Resi anfühlt, aber mit dem Setting ganz neue Akzente setzt. Der Horror erhält einen interessanten gotischen Touch. Der Gruselfaktor kann sich mit so manchem vollwertigen Horror-Spiel messen, auch wenn es für mich sogar tatsächlich noch ein bisschen mehr sein dürfte und P.T. in Sachen unheimlicher Demos für mich unübertroffen bleibt.

Die Frage bleibt, wie sich das Endprodukt spielt. In der Demo sind die Rätsel sehr simpel gehalten. Finde einen Ring mit einem Augenstein, nimm den Stein heraus und setze ihn in die leere Augenhöhle einer Türverzierung ein, ist das höchste der Gefühle. Es ist zu erwarten, dass das im Hauptspiel komplexer wird, auch wenn der Fokus mehr auf der Action liegen soll. Auf diese bin ich aber gespannt.

Die Rätsel sind in der Demo sehr simpel gehalten. Die Rätsel sind in der Demo sehr simpel gehalten.

Übrigens: Es gibt wieder einen Gegenstand, dessen Zweck noch unbekannt ist - eine seltsame Halskette. Da werden doch Erinnerungen an den Puppenfinger aus Beginning Hour wach.

Konntet ihr die Demo schon spielen oder habt ihr sie angeschaut? Was ist euer Eindruck? Habt ihr Lust auf Resident Evil: Village bekommen?

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