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Elden Ring im Tech-Check für PS4 und PS5: Top-Performance gibt's nur mit einem Trick

Elden Ring ist ein erstklassiges Spiel, nur eine Sache stört Fans derzeit massiv: die inkonsistente Framerate. Das Problem betrifft alle Plattformen – mit einer Ausnahme.

von Chris Werian,
01.03.2022 18:00 Uhr

Elden Ring kommt in unserem Performance-Check gerade noch mit einem blauen Auge davon. Elden Ring kommt in unserem Performance-Check gerade noch mit einem blauen Auge davon.

Schaut man in die Community-Bewertungen zu Elden Ring, könnte man meinen, dass die Bildwiederholrate in From Softwares Meisterwerk nur knapp über den Abgrund der Unspielbarkeit balanciert. Das ist absolut übertrieben und wird dem Spiel nicht gerecht, zumindest wenn man den Leistungs-Modus der aktuellen Generation als Maßstab anlegt.

Im Qualitäts-Modus sowie auf der PS4 schaut es hingegen ganz schön düster aus. So düster, dass unter anderem Digital Foundry konstatierte, dass man doch bitte zur PS4-Pro-Version auf der PS5 greifen solle. Wir haben das Spiel nun noch einmal von der technischen Seite betrachtet und kommen (leider) ganz klar zu demselben Fazit!

Die PS4-Version: Bloodborne möchte sein schlechtes Frame-Pacing zurück!

Man könnte bei From Software wohl von Wiederholungstätern sprechen - das originale Demon’s Souls ruckelte seinerzeit häufiger, Dark-Souls-Veteranen erinnern sich nur unter Schmerzen an Blight Town und Bloodborne ist einer der von Fans am häufigsten genannten Wunschtitel für ein PS5-Remaster, da die Bildwiederholrate immer wieder ins Wanken geriet.

Dabei war es gar nicht die durchschnittliche Framerate, die dem Action-Rollenspiel zu schaffen machte, diese lag bei konstanten 30 fps, sondern das Frame-Pacing, also der Taktung der einzelnen Bilder.

Die PS4-Version von Elden Ring weist dieselben Frame-Pacing-Fehler wie Bloodborne auf, nur treten sie weitaus häufiger auf, wodurch das Spiel sehr hakelig wirkt. Dazu gesellen sich stärkere Einbrüche der Bildwiederholrate, etwa wenn wir auf Sturmwind durch die Open World reiten. Auch bildschirmfüllende Partikeleffekte können die Framerate auf bis zu 25 fps drücken.

Frame-Pacing Der Normalzustand für Elden Ring auf der PS4: 30 fps, die Bilder verweden aber sehr ungleichmäßig verteilt.

Open World Reisen wir durch das Zwischenland, wird die Framerate sehr häufig auf 25 fps gedrückt.

Schlossareal Festungen erinnern am ehesten an die klassischen Soulsborne-Vertreter. Partikeleffekte und eine hohe Weitsicht sorgen auch hier für gravierende Einbrüche der Bildwiederholrate.

Das versteht man unter Frame-Pacing:
Bei einer Framerate von 30 fps folgt auf ein vollständig gerendertes Bild im Optimalfall ein Duplikat und dann wieder ein Vollbild. Verteilen sich bei einem 60-Hz-Signal dreißig Vollbilder mit gleichen Abständen, wirkt das Bild flüssig, geringste Abweichungen nimmt das Auge jedoch sofort als ein Ruckeln war.

Auflösungen

From Software hat sich, wie eben auch schon bei Bloodborne, bei der PS4-Version für eine native Auflösung von 1080p entschieden. Eine dynamische Auflösung hätte unter Umständen für einen Performance-Schub sorgen können, auf der Last Gen verzichtet man jedoch darauf.

Bei den Bildmodi der PS5-Version sieht die Sache ähnlich aus, nur im Performance-Modus wird die Auflösung dynamisch angepasst:

  • PS4: 1080p fest, 30 fps
  • PS5 „Bildrate priorisieren“: 1656p bis 1800p mit Tendenz nach unten, bis 60 fps
  • PS5 „Auflösung priorisieren“: 2160p fest, 40 bis 45 fps im Mittel

Wackelige PS5-Version

Dass Elden Ring bei Besitzer*innen einer PS5 so schlecht abschneidet, liegt zu großen Teilen an der schwankenden Framerate im Qualitätsmodus. Bei unseren Messungen taumelte der Titel munter zwischen 35 und 45 fps je nach Szene hin und her:

Open World Das Zwischenland stellt die PS5 im Auflösungsmodus vor die größten Probleme, hier fällt die Framerate nahezu durchweg auf hohe 30er und niedrige 40er-Werte.

Festungen In Arealen, die wir nur zu Fuß erkunden können, liegt die Bildwiederholrate nur knapp darüber.

Die variable Verteilung neuer Bilder sorgt bei Elden Ring für einen sehr instabilen Eindruck, ein festes 30-fps-Ziel wäre hier angenehmer gewesen. Alternativ können wir uns aber auch einen 40-fps-Modus für 120-Hz-Fernseher vorstellen, zumal sich der Titel ohnehin häufig an der 40er-Marke entlanghangelt.

Dann wäre das Frame-Pacing auch wieder ausgeglichen, die kleineren Ausrutscher nach unten müssten jedoch eliminiert werden. Zum Beispiel, indem man die Auflösung auf einen niedrigeren Wert senkt oder mehr Zeit in Grafikoptimierungen steckt.

Im Performance-Modus zeigt die dynamische Auflösung Wirkung: Die Reduktion zu rendernder Pixel lässt die Framerate zumeist auf hohe 50er-Werte schnellen. Gänzlich zufriedenstellend ist aber auch dieser Modus nicht. Besonders in der Open World beobachteten wir Einbrüche auf 50 fps oder sogar darunter. Kameradrehungen und Kämpfe hoch zu Ross wirken beispielsweise des Öfteren hakelig.

Im Kampf In linearen Abschnitten bekommen wir zumeist zwischen 57 und 60 fps zu sehen, während heftiger Kämpfe können Rauch und aufwirbelnder Schutt kurze Ruckler hervorrufen.

Open World In der Open World fällt die Bildwiederholrate gerne unter 50 fps, Kameradrehungen können daher hakelig wirken.

Zwischensequenz Partikeleffekte und schicke Animationen machen sich in den echtzeitberechneten Zwischensequenzen negativ bemerkbar, ab und an fallen sie in den niedrigen 30er-Bereich.

Von den beiden PS5-Modi präferieren wir ganz klar den Performance-Modus, da sich dieser relativ flüssig anfühlt. Spürbare Nachteile entstehen dadurch kaum, das wunderschön gestaltete Zwischenland kommt noch immer voll zur Geltung. Nur sieht die Bildausgabe aufgrund der niedrigeren Auflösung eben ein wenig weicher aus.

Wir konnten außerdem minimale Unterschiede bei den Schatten entdecken, die im Performance-Modus geringfügig ausgefranster aussehen:

PS5 - Bildrate priorisieren PS5 - Bildrate priorisieren
PS5 - Auflösung priorisieren PS5 - Auflösung priorisieren

Die Schatten sind im Performance-Modus niedriger aufgelöst und sehen in Bewegung dadurch leicht ausgefranst aus. Dass sich die Schattenwürfe im Bild nicht exakt an derselben Position befinden, liegt an dem dynamischen Beleuchtungssystem von Elden Ring.

Die PS4-Pro-Version auf der PS5 ist das Nonplusultra der Spielbarkeit

Wir haben mittlerweile gut drei Stunden mit der von Digital Foundry vorgeschlagenen Variante verbracht und sind restlos begeistert! Konstante 60 fps ohne Framedrops fühlen sich schlicht und ergreifend großartig an, die Auflösung ist mit 1800p sehr nah am Maximum.

So bezieht ihr die PS4-Pro-Version: Es handelt sich nicht um eine eigenständige Fassung des Spiels, sie basiert lediglich auf den Quelldaten der PS4-Version. Ladet ihr euch die mit dem PS4-Symbol gekennzeichnete Version des Spiels herunter, wird diese automatisch zur PS4-Pro-Fassung hochgestuft.

Anspruchsvolle Szene Besteht als einzige den Drachentest: die PS4-Pro-Fassung auf der PS5.

Open World Auch die Open World bereitet keinerlei Probleme mehr. Lediglich im dichten Nebel fiel mal ein Frame hinten über.

Zudem sind die grafischen Unterschiede zur eigentlichen PS5-Version minimal. Am auffälligsten ist die weitaus geringere Vegetations- und Grasdichte:

PS4 Pro PS4 Pro
PS5 - Auflösung priorisieren PS5 - Auflösung priorisieren

Das Zwischenland ist auf der PS4 Pro nicht mehr so stark bewachsen, Gras wird auf der PS5 außerdem auch noch in der Ferne dargestellt.

Pop-Ins
Bei Elden Ring tauchen Schatten und Grasflächen häufiger aus dem Nichts aus. Das ist auf allen Systemen der Fall und für ein Open-World-Spiel auch nichts Ungewöhnliches.

Hinzu kommen etwas niedriger aufgelöste Texturen sowie Schatten:

PS4 Pro PS4 Pro
PS5 - Auflösung priorisieren PS5 - Auflösung priorisieren

Lasst euch nicht von der Lichtstimmung täuschen, sondern achtet lediglich auf die Texturqualität. Am deutlichsten wird der Unterschied am unteren Bildausschnitt.

Außerdem fehlen Wasserreflexionen und die Spielwelt wird in geringerem Umfang indirekt beleuchtet:

PS4 Pro PS4 Pro
PS5 - Auflösung priorisieren PS5 - Auflösung priorisieren

Wasseroberflächen reflektieren auf der PS4 Pro nur vordefinierte Areale, nicht mehr den gesamten Bildinhalt. Zudem ist die indirekte Beleuchtung durch das Licht der Gnade auf der PS5 intensiver.

Das war es aber auch schon mit den visuellen Unterschieden. Klar, das Spiel sieht dadurch ein wenig altbackener und blasser aus, die schick gestalteten Effekte, die hochgradig detaillierte Architektur und der fantastische Artstyle überzeugen jedoch weiterhin auf ganzer Linie.

Keine vergleichbarer Workaround auf der Xbox:
Ausgerechnet ein so gelungenes Feature wie Smart Delivery schließt Xbox-Besitzer*innen von dieser Ausweichmethode aus. Es gibt keine Möglichkeit die Funktion zu deaktivieren, sobald ein für die aktuelle Generation optimiertes Spiel erscheint, muss es auch zwangsläufig in dieser Version heruntergeladen werden.

Für einen Ausgleich kann jedoch ein Fernseher mit VRR-Unterstützung, also einer variablen Bildwiederholrate, sorgen. Dann passt sich das Display an die ausgegebene Framerate an, wodurch das Spiel flüssiger erscheint, einige Personen werden Schwankungen aber selbst dann als störend wahrnehmen.

Dank der Abwärtskompatibilität ist die PS5 im Zusammenspiel mit der PS4-Pro-Fassung also die momentan einzige Option, um Elden Ring mit einhundertprozentig stabilen 60 fps zu spielen.

Reicht euch die Performance von Elden Ring oder wartet ihr lieber auf einen Patch?

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