Elden Ring zu schwer? Für wen es geeignet ist, und für wen nicht

Aktuell fragen sich aufgrund der Traumwertungen viele, ob sie Elden Ring trotz forderndem Schwierigkeitsgrad kaufen sollen. Wir klären auf, für wen das Action-RPG Pflicht ist, und für wen nicht.

von Dennis Michel,
25.02.2022 13:00 Uhr

Ihr hadert noch mit dem Kauf von Elden Ring? Wir geben euch eine Einschätzung zur Schwierigkeit und den Vergleichen zu Skyrim und Zelda: Breath of the Wild. Ihr hadert noch mit dem Kauf von Elden Ring? Wir geben euch eine Einschätzung zur Schwierigkeit und den Vergleichen zu Skyrim und Zelda: Breath of the Wild.

Elden Ring erscheint heute und ist laut GamePro-Test, aber auch nach Wertung der internationalen Presse mit einer Durchschnittswertung von aktuell 97/100 Punkten eines der bestbewerteten Spiele aller Zeiten. Immer wieder lese ich in Kommentaren unter GamePro-Artikeln Sätze wie “eigentlich hat mich die Souls-Formel immer abgeschreckt, aber jetzt werde ich doch schwach”.

Doch nicht nur diejenigen unter euch, die mit der Souls-Formel vertraut sind werden durch eine solche Wertung verständlicherweise angezogen. Auch all jene, die noch nie den Namen FromSoftware gehört haben. Hinzu kommt, dass wie im Falle des Polygon-Artikels starke Vergleiche mit Skyrim und Zelda: Breath of the Wild gezogen werden. Zitat: “Elden Ring hat die gleiche DNA”. 

Doch was bedeutet das wirklich, wie groß ist die Herausforderung Elden Ring und wem raten wir ausdrücklich von einem Kauf ab – und wer sollte unbedingt einen Blick riskieren? Die Antwort erfahrt ihr in diesem Artikel. 

In welchen Punkten ist Elden Ring eine Herausforderung?

Doch woran bemisst sich der Schwierigkeitsgrad eines Elden Ring, warum werden Spiele von Entwickler FromSoftware stets mit “knallhart” umschrieben? Das liegt auf der einen Seite am Kampfsystem und den Gegnern, aber auch an speziellen Spielmechaniken. Hier die wichtigsten Punkte, die das teils enorme Level der Herausforderung beschreiben:

  • Wenig Leben, starke Gegner: Euer Charakter hält speziell zu Spielbeginn nur wenig aus. Viele der Monster haben zudem eine große Angriffskraft, können euch im schlimmsten Fall mit einem Treffer töten
  • Verlust der Erfahrungspunkte: Sterbt ihr in einem Souls-Spiel, bleiben eure Seelen (in Elden Ring Runen genannt) bzw. eure noch nicht in Level investierten Erfahrungspunkte an Ort und Stelle eures Ablebens liegen. Gelingt es euch nicht, sie vor eurem nächsten Ableben wieder einzusammeln, gehen sie für immer verloren. 
  • Respawn der Gegner: Sterbt ihr, leben alle bereits besiegten Gegner wieder. Mit der Ausnahme von Bossen und Minibossen.
  • Keine manuelle Speicherfunktion: Euer Fortschritt wird in Elden Ring permanent in einem Speicherstand gesichert. Was gut klingt, bedeutet aber auch, dass ihr nicht zu einem früheren Spielstand zurückkehren könnt. Sind eure Erfahrungspunkte futsch, dann sind sie das für immer.
  • Reaktionsschnelligkeit: Speziell in Bosskämpfen geht es nicht selten drunter und drüber. Ihr müsst schnell auf die Angriffe der Gegner reagieren oder die Angriffsmuster der Fieslinge einstudieren. 
  • Schwierigkeitsgrade: Eine Auswahl gibt es wie in allen Souls-Spielen von FromSoftware nicht.

Hinzu kommt, dass ihr in Elden Ring von Sekunde 1 an sterben werdet, versprochen! Das liegt daran, da bereits im Startgebiet tödliche Gegner auf euch lauern, die ihr erst viel später im Spiel - es sei denn, ihr seid Götter am Pad - besiegen könnt. Ihr müsst zunächst herausfinden, welches Areal, welche Gegner eurem aktuellen Können und der Power eures Charakters entsprechen. 

Selbst ein kleines Rudel Wölfe kann euch zum Verhängnis werden, seid ihr nicht achtsam. Selbst ein kleines Rudel Wölfe kann euch zum Verhängnis werden, seid ihr nicht achtsam.

Noch ein wichtiger Punkt: Der große Reiz, aber auch eine Schwierigkeit von Elden Ring besteht darin, dass euch FromSoftware oftmals nicht an die Hand nehmen, ihr oft selbst nachdenken und Strategien entwickeln müsst.

Wo geht es lang, welche Rüstung ist für mich sinnvoll, mit welcher Waffe komme ich zurecht? Das ist prinzipiell auch im direkten Vergleich zu manch anderen Open World-Spielen eine ganz fantastische Abwechslung, kann aber im Umkehrschluss speziell in den ersten Spielstunden zu viel Frust führen.  

So schwer ist Elden Ring (im Vergleich zu Dark Souls und Co)

An dieser Stelle möchte ich meinen Test zu Elden Ring zitieren, wo ich bereits ausführlich auf den speziellen Grad der Herausforderung im Vergleich zu Dark Souls, Bloodborne und Co. eingehe:

“Elden Ring ist ebenso wie Dark Souls ein spielerisch enorm forderndes Spiel, das selbst den Genre-Veteranen unter euch alles abverlangen wird. Einen leichteren Schwierigkeitsgrad gibt es nicht, einige Rollenspielmechaniken und Spielsysteme wie der Multiplayer werden teils unzureichend erklärt. Wer mit der Erfahrung bzw. dem Grad der Herausforderung älterer Spiele von FromSoftware keinen Spaß hatte oder keine hohe Frustresistenz mitbringt, dem raten wir vom Kauf ab. 

Mit Elden Ring übertrifft sich From Software selbst - TestReview 18:17 Mit Elden Ring übertrifft sich From Software selbst - Test/Review

Allerdings (!), und das sei an dieser Stelle auch erwähnt, bietet Elden Ring mehr als alle Souls-Spiele zuvor spielerische Wege, um euch die Reise zu erleichtern. Ihr könnt wie gewohnt leveln, auf ein enorm diverses Kampfsystem samt vielfältiger Magie und Fernkampf zurückgreifen, die Koop-Funktion nutzen, Geister zur Hilfe und Ablenkung rufen und, und, und.

Oder aber ihr sucht euch, wenn ihr gar nicht weiterkommt, auf der riesigen Spielwiese einfach ein Fleckchen, das euch mehr taugt, wo für euch leichter zu bekämpfende Feinde lauern. Dadurch bleibt Elden Ring zwar eine enorme Herausforderung, auf Flaschenhälse gleich Sekiro, wo ihr recht früh im Spiel einen bestimmten Gegner besiegen müsst, stoßt ihr jedoch nicht."

Ist Elden Ring das neue Skyrim, das neue Zelda: BotW? Jaein!

In meiner Preview zu Elden Ring schrieb ich im November 2021 “Das Zelda: Breath of the Wild für Souls-Fans” und im Testvideozu Elden Ring, das ihr euch oben anschauen könnt, schwärmt Kollege Michi Obermeier: “seit Skyrim habe ich keine Open World mehr erlebt, in der ich mich einfach nur treiben lassen kann”. Die Vergleiche kommen nicht von ungefähr. 

Die Gemeinsamkeiten: In Elden Ring steht gleich den oben genannten Spielen die freie Erkundung der Spielwelt im Mittelpunkt. Hier werdet ihr nicht durch Questmarker gleich einem Assassin’s Creed Valhalla oder Far Cry 6 von A nach B geschickt, sondern erkundet das, was euch spannendes ins Auge fällt.

Ihr werdet in Elden Ring nicht an die Hand genommen, müsst die Karte eigenständig aufdecken und wichtige Orte auf der Map markieren. Ihr erlebt gleich Zelda: BotW und der The Elder Scrolls-Reihe ein Gefühl von Freiheit, der Entdeckerdrang wird geweckt und überall warten Geheimnisse in Form von tollem Loot oder magischen Momenten auf euch. 

Elden Ring bietet ein Gefühl von spielerischer Freiheit. Orte die ihr seht, dürft ihr auch erkunden. Elden Ring bietet ein Gefühl von spielerischer Freiheit. Orte die ihr seht, dürft ihr auch erkunden.

Der große Unterschied: Doch Elden Ring unterscheidet sich in einem ganz, ganz wichtigen Punkt von den beiden oben genannten Spielen: In jeder Himmelsrichtung trachtet fast jedes noch so kleine Monster nach eurem Leben.

“Aber das ist doch in Skyrim nicht anders!”. Richtig! In Elden Ring wird aber auch jedes noch so kleine Monster sein Ziel euch zu töten erreichen, wenn ihr speziell als Souls-Neulinge nicht voll bei der Sache seid. Zudem könnt ihr in einem Skyrim jederzeit den Schwierigkeitsgrad runterschrauben, das ist in Elden Ring nicht möglich, da es keinen zweiten Grad der Herausforderung gibt. 

Elden Ring ist kein Spiel für Videospiel-Neulinge, aber … 

Zum Ende dieses Artikels möchte ich noch einmal das Wort an all diejenigen unter euch richten, die gerade frisch Videospiele für sich entdeckt haben, noch sehr unerfahren im Umgang mit dem Pad sind. Aber auch an jene, die noch ganz stark mit einem Kauf hadern.

Neulingen in der Welt der Videospiele rate ich grundsätzlich von einem Kauf ab, es sei denn ihr besitzt die Zeit und Muße gleich die “maximale” Herausforderung zu erleben oder wollt ausschließlich die wunderschöne Spielwelt genießen und eine ordentliche Prise Dark Fantasy schnuppern. 

Steht ihr auf der Kippe, da ihr euch zwar mit Souls beschäftigt aber nie den Zugang gefunden habt, dann gebe ich euch folgenden Rat:

  1. Seid ihr vom grundsätzlichen Spielprinzip von Soulslikes in allen Punkten abgeschreckt, seid einfach zu schnell zu frustriert von all dem und habt auch nicht die Zeit euch in solch ein Spiel reinzufuchsen, dann lasst Elden Ring im Regal. 
  2. Seid ihr aber von zu langen Laufwegen wie denen aus Demon’s Souls genervt, habt es gehasst an einem Flaschenhals-Boss nicht vorbeizukommen oder war euch das Kampfsystem stets zu limitiert, der Souls-Kosmos und das Gameplay an sich fandet ihr aber immer toll, dann ist Elden Ring vielleicht eurer perfekter Einstieg ,der, bei dem es endlich Klick macht.  

Ich hoffe, der Artikel hat nochmal deutlich gemacht, wo der Grad der Herausforderung eines Elden Ring oder generell eines Souls-Spiels liegt. Auch hoffe ich, ihr könnt den Vergleich mit einem Skyrim und einem Zelda:BotW jetzt besser einordnen. 

Habt ihr noch weitere Fragen zur Schwierigkeit oder anderen Punkten, die euch vom Kauf abhalten, dann stellt sie gerne in den Kommentaren.

zu den Kommentaren (93)

Kommentare(93)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.