FIFA 18 - Belgien leitet strafrechtliche Untersuchung wegen Glücksspiel ein

Nachdem Lootboxen in Belgien als Glücksspiel deklariert wurden, müssen sich die Publisher anpassen. EA scheint das jedoch nicht vorzuhaben.

von Maximilian Franke,
11.09.2018 13:42 Uhr

Belgien meint es ernst im Kampf gegen Lootboxen. Belgien meint es ernst im Kampf gegen Lootboxen.

Die belgische Regierung hatte im April Lootboxen als Glücksspiel und damit illegal deklariert. Nun wurde eine offizielle Untersuchung gegen den Publisher-Riesen Electronic Arts eingeleitet. Konkret geht es um die Mikrotransaktionen in FIFA 18 und FIFA 19.

Trotz Verbot von EA keine Reaktion

Während andere Publisher wie 2K Games, Valve oder Blizzard den neuen Bestimmungen des Landes nachgaben und Lootboxen aus den angeklagten Spielen in Belgien entfernten, hat sich EA bisher noch nicht dazu bemüht.

Zu den Spielen, in denen entsprechende Änderungen durchgeführt wurden, zählen Overwatch, Heroes of the Storm und Counter Strike: Global Offensive. In Belgien können Spieler an dieser Stelle keine Lootboxen gegen echtes Geld mehr kaufen.

Wie das Magazin Metrotime berichtet (Übersetzung via Google Translate), hat die Staatsanwaltschaft Brüssel eine strafrechtliche Untersuchung bezüglich FIFA 18 und 19 gestartet. FIFA 19 ist zwar noch nicht erschienen, allerdings hat EA bereits klar gemacht, dass auch hier wieder Kartenpakete mit Spielern für den Ultimate Team-Modus angeboten werden sollen.

Belgische Spieler können u.a. in Overwatch keine Lootboxen für echtes Geld mehr kaufen. Belgische Spieler können u.a. in Overwatch keine Lootboxen für echtes Geld mehr kaufen.

Was denkt EA bezüglich Lootboxen?

Im Mai diesen Jahres hatte EA-Chef Andrew Wilson während einer Investoren-Konferenz deutliche Worte gefunden. Der Konzern bewege sich innerhalb der rechtlichen Grenzen. Um dies zu gewährleisten arbeite man mit verschiedenen Beratern rund um die Welt zusammen.

Da jeder Käufer einer Lootbox auch einen Mindestwert garantiert bekommt und nicht leer ausgehen könne, sehe er keinen Grund die eigenen Lootboxen als Glücksspiel zu bezeichnen. Daher würde EA auch in Zukunft mit dieser Strategie fortfahren.

Im August fand sein Kollege Matt Bilbey schon etwas schlichtendere Worte. Das Unternehmen soll sich in Zukunft an einen "moralischen Kompass" halten. Von einer Abschaffung der umstrittenen Praktik war jedoch auch hier nicht die Rede.

Auch Valve hat in Belgien und den Niederlanden nachgegeben. Auch Valve hat in Belgien und den Niederlanden nachgegeben.

Welche Strafen drohen EA?

Welche Auswirkungen die strafrechtliche Untersuchung haben wird, lässt sich nicht voraussagen. Die Regelungen, die im April verabschiedet wurden, sehen jedoch teils empfindliche Strafen vor.

Sollte es tatsächlich zum Äußersten kommen, drohen bis zu 800.000 Euro Geldstrafe oder fünf Jahre Gefängnis. Diese Werte können sich verdoppeln wenn nachgewiesen wird, dass auch Minderjährige geschädigt wurden. Ob es wirklich dazu kommt, bleibt vorerst Zukunftsmusik. Spannend ist diese Entwicklung jedoch alle mal.

Nach den ausschweifenden Protesten gegen die Monetarisierung in Star Wars: Battlefront 2 letzten Jahres reagierten mehrere Staaten und fingen zumindest an, sich auf rechtlicher Ebene mit Lootboxen auseinanderzusetzen. Auch in den Niederlanden hat Valve bereits Lootboxen aus Dota 2 und CS: GO entfernen müssen.

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