Grounded - Ein "kleines" Spiel mit großem Potenzial

Mit Grounded wagt sich Entwickler Obsidian ins Survival-Metier. Und sticht dabei mit einem ungewöhnlichen und unverbrauchten Setting hervor.

von Tobias Veltin,
12.06.2020 13:00 Uhr

Wer Spinnen hasst, sollte um Grounded einen Bogen machen. Wer Spinnen hasst, sollte um Grounded einen Bogen machen.

Genre: Action-Adventure Entwickler: Obsidian Entertainment Plattform: Xbox One, PC Release: Juli 2020 (Game Preview)

Mit Entwickler Obsidian Entertainment bringen die meisten von euch vermutlich eher dicke RPG-Brocken wie Fallout: New Vegas oder Pillars of Eternity 2 in Verbindung. Und wer vor genau diesem Hintergrund das neueste Projekt Grounded sieht, der denkt sich vermutlich: "Die hatten anscheinend mal Lust auf was GANZ anderes". Denn genau das ist Grounded.

Was macht Grounded so besonders?

Darum geht's: Als einer von vier Jugendlichen werden wir in Grounded auf Daumengröße geschrumpft - warum und weshalb wird vermutlich erst im fertigen Spiel erklärt. Wir haben ohnehin erstmal andere Probleme, denn in einem Vorgarten gilt es jetzt, ums Überleben zu kämpfen. Denn für uns Winzlinge werden normalerweise harmlose Spinnen und Käfer jetzt zu riesigen Monstern, denen wir so lange entkommen müssen, bis die sogenannte Schrumpfmaschine wieder funktioniert. Ihr merkt schon, Grounded präsentiert das alles mit einem gewaltigen Augenzwinkern.

Diesen Vorgarten werdet ihr definitiv mit anderen Augen sehen. Diesen Vorgarten werdet ihr definitiv mit anderen Augen sehen.

Das Ziel ist also klar: Überleben. Das macht Grounded logischerweise zu einem ganz klassischen Survival-Spiel, das aber durch sein unverbrauchtes Setting mit dem "Schrumpfkniff" besonders wird. Wie in anderen Titeln des Genres gilt es natürlich, bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen, also zum Beispiel Hunger und Durst zu stillen oder eine sichere Behausung für den eigenen Charakter zu basteln.

In Grounded bleibt das immer thematisch, wir holzen beispielsweise Grashalme ab, um damit ein Fort zu bauen und Wände zu verstärken, machen Jagd auf klebrige Blattläuse, um diese dann über einem offenen Feuer zu braten und dicke Brocken wie die erwähnten Spinnen bescheren uns wertvolle Ressourcen, die wir dann wiederum für andere Dinge nutzen können.

Das Crafting-System in Grounded ist dementsprechend ausgefeilt und ermöglicht uns nach und nach, immer komplexere und nützliche Dinge herzustellen, mit der Zeit bauen wir auch unsere Basis immer weiter aus.

Grounded arbeitet mit vielen (Radial)menüs, die anfangs nicht so leicht zu durchdingen sind. Aber ähnlich wie unser Charakter selbst wachsen wir mit den Aufgaben, zumal anfangs noch nicht viele Gegenstände freigeschaltet sind bzw. gebaut werden können. Neben dem klassischen Sammeln und Aufbauen erkunden wir zudem den Vorgarten nach Geheimnissen. Was hat es zum Beispiel mit den überall verteilten kleinen Gebäuden auf sich? Und was verbirgt die weggeworfene Coladose dort hinten im Gras?

Der Clou zudem: Wir können nicht nur alleine in den Überlebenskampf ziehen, sondern wahlweise auch im Koop mit bis zu drei anderen Spielern. Und gemeinsam auf Ameisenjagd zu gehen oder eine Grashalmbasis aus dem Boden zu stampfen, dürfte vermutlich deutlich mehr Spaß machen als alleine.

Auch im Koop: Bis zu vier Spieler kämpfen in Grounded ums Überleben. Auch im Koop: Bis zu vier Spieler kämpfen in Grounded ums Überleben.

Für wen ist Grounded interessant?

Generell hat Grounded viele Elemente klassischer Survival-Spiele wie etwa Ark: Survival Evolved und ist dementsprechend vor allem für Fans dieser Titel natürlich einen Blick wert. Allerdings könnte es auch für gänzlich Survival-Unbefleckte durch das ungewöhnliche Setting und den coolen Grafikstil ein idealer Einstieg ins Genre sein. Und auch der Koop-Aspekt könnte dabei ein nicht zu unterschätzendes Argument sein.

Grounded startet am 28. Juli 2020 zunächst im Xbox Game Preview-Programm, also als Early Access-Version, die im Laufe des Jahres um zusätzliche Inhalte erweitert werden soll. Der Start der Vollversion ist dann für das nächste Jahr geplant. Wer gerne bewegte Bilder zu Grounded sehen will, schaut sich am besten den Trailer zum Spiel an.

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Was gefällt uns, was nicht?

Pro

Contra

tolles, unverbrauchtes Setting

Vorgarten-Setting könnte sich nach längerer Zeit abnutzen

Koop für bis zu vier Spieler

vermutlich stark motivierender Crafting- und Loot-Loop

schicker Grafikstil

GamePro-Einschätzung


Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Ich hatte bereits auf dem X019-Event die Möglichkeit, eine Viertelstunde in Grounded reinzuspielen. Und was ich da gesehen habe, hat mir durchaus Lust auf mehr gemacht. Denn obwohl ich anfangs noch ein bisschen mit den Menüs zu kämpfen hatte, erlag ich schnell dem Charme von Grounded, der natürlich hauptsächlich von seinem Setting ausgeht. Hey, ich meine: Als Winzling in einem Vorgarten überleben zu müssen? Wie cool ist das denn?

Meinen ersten Einschätzungen nach kann das Gameplay mit dem ungewöhnlichen Prämisse mithalten, orientiert sich hier aber natürlich an anderen Spielen des Genres. Das muss aber nichts schlechtes bedeuten, im Gegenteil. Grounded hat allein durch sein Setting und seine Optik genug Eigenständigkeit und insbesondere durch den Koop-Modus auch ordentlich Potenzial. Ich bin sehr gespannt auf die Early Access-Version!

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