Microsoft und die Halo Studios bringen in ein paar Wochen einen der größten Shooter-Klassiker überhaupt in aufgebrezelter Form zurück. Halo: Campaign Evolved ist ein komplettes Remake der Story-Kampagne und erscheint Ende Juli nicht nur für die Xbox Series X/S und den PC, sondern auch für die PlayStation 5.
Ich habe zwei Missionen aus der fast fertigen Xbox-Version gespielt, nämlich der Schweigende Kartograph und Angriff auf den Kontrollraum, die beide zu meinen absoluten Lieblingsmissionen des Originals gehören.
Letztes Jahr konnte ich bereits den Anfang der vierten Mission von Halo 1 spielen, also von der Schweigende Kartograph. Diesmal war aber die ganze Mission dabei.
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Halo: Campaign Evolved zeigt uns, wie es im Remake zur Sache geht
Zeitlos gutes Gameplay ...
Grundsätzlich decken sich meine Eindrücke größtenteils mit denen vom Oktober 2025 – zumindest was das Gameplay angeht. Campaign Evolved könnte ein ziemlich cooler Einstieg für alle werden, die Halo bislang links liegen gelassen haben.
Die hübschere Optik und einige neue Inhalte machen die Neuauflage aber auch für Halo-Kenner*innen nochmal spannend – selbst, wenn sie das Original schon in und auswendig kennen.
Das liegt natürlich vor allem daran, dass sich Halo immer noch absolut hervorragend spielt, nur hier und da merkt man, dass das Spiel mittlerweile schon 25 Jahre auf dem Buckel hat.
Als Veteran komme ich ohnehin sofort rein, aber auch Neulinge dürften dank der griffigen Steuerung und dem zeitlosen und sehr guten Waffen-, Nahkampf-und Granaten-Dreiklang keine Probleme haben, den Allianz-Aliens einzuheizen.
... in schickem Gewand
Technisch machte die aktuelle Preview-Version auf mich zum Glück einen wesentlich runderen Eindruck als die Version vom letzten Jahr. Damals lief das Spiel nämlich an vielen Stellen noch ziemlich holprig. In der aktuellen Version waren die gröbsten Stotterer beseitigt, alles lief merkbar flüssiger, auch die Beleuchtung war besser.
Technisch makellos ist das Ganze allerdings immer noch nicht, es gibt auch hier noch Aufpixeln von Objekten in der Distanz, hereinploppende Texturen und den ein oder anderen Soundbug.
Grundsätzlich ist das Spiel in der Unreal Engine 5 an vielen Punkten aber ein echter Augenschmaus und definitiv die bislang schönste Version des ersten Halos bzw. der Halo-Reihe überhaupt – auch wenn wahrscheinlich in einigen Kreisen wieder viel über den Stil gestritten wird.
Nicht überall gut gealtert
In den zwei Missionen ist mir aber auch wieder aufgefallen, wie stark die Innenräume im Vergleich zu den teils wirklich opulenten Außenarealen abfallen. Ja, die Metallgänge und Räume der Blutsväter- Konstruktionen sehen im Remake dank der Unreal Engine 5 so gut aus wie noch nie.
Aber sie sehen sich eben alle auch ziemlich ähnlich, weswegen ich in der Demo-Version trotz Wegmarker und Kenntnis des Originals das ein oder andere Mal in die falsche Richtung gelaufen bin.
Grundsätzlich haben die Halo Studios angekündigt, die Level hier und da etwas anpassen zu wollen, in den von mir gespielten Missionen ist mir da aber abseits von ein paar Details noch nichts wirklich Gravierendes aufgefallen.
An einer Engstelle in der Schweigende Kartograph-Mission konnte man im Original beispielsweise nicht mit dem Warthog-Jeep reinfahren, was jetzt geht und den Kampf gegen die Hunter etwas einfacher macht. Es wird sicher noch mehr dieser Details geben, für eine komplette Analyse fehlte mir aber leider die Zeit.
Besonders gespannt bin ich natürlich auf die Bibliothek. Der Level gilt als der schwächste im Original-Halo, weil es einfach zu lange durch die immer gleich aussehenden Gänge geht. Für die Neuauflage wollen die Entwickler den ganzen Bereich spürbar umbauen.
Das wäre eigentlich der perfekte Abschnitt für die Vorschau-Version gewesen. Immerhin hätten wir dann mal gesehen, wie weit die vermeintlichen Levelverbesserungen tatsächlich gehen und ob sie was taugen.
Was beim Gameplay angepasst wurde – und was ich mir noch gewünscht hätte
Spielerisch haben die Halo Studios den Titel nur vorsichtig angepasst und das vor allem mit Elementen, die heute in Shootern üblich sind. Die Sprint-Funktion habe ich beispielsweise als sehr angenehm empfunden, weil sich manche Passagen zumindest zu Fuß doch etwas ziehen können.
Der neue Zoom bei bestimmten Waffen über den linken Trigger fügt sich ebenfalls ganz gut ein. Wer den ganzen neumodischen Schnickschnack nicht braucht, kann ihn übrigens über die Optionen bzw. die Skulls deaktivieren.
Ich hätte mir allerdings noch eine Clamber-Bewegung gewünscht, also die Möglichkeit, sich an Kanten hochziehen zu können. Wenn mein Supersoldat nach einem Sprung wegen ein paar Zentimetern nicht auf einer höheren Plattform oder einem Felsen landet, wirkt das zumindest für mich mittlerweile etwas unbeholfen.
Ansonsten habe ich hier und da ein paar weitere Anpassungen bemerkt.
Beispielsweise wurde die Schussfrequenz des mächtigen Scorpion-Panzers im Vergleich zum Original etwas erhöht, gegnerische Fahrer können von Ghost-Gleitern gekickt werden – das war ja eigentlich erst ab Halo 2 möglich – und es gibt jetzt Markierungen für fallengelassene Waffen und Granaten in den Levels. Die fand ich allerdings etwas nervig und habe sie recht schnell abgeschaltet.
Einstellungswust und Skull-Vielfalt
Einstellungsmöglichkeiten bietet das Remake eine ganze Menge. Die Steuerung ist beispielsweise frei konfigurierbar, ihr könnt das Sichtfeld anpassen, die Größe und Sichtbarkeit des Fadenkreuzes verändern, Treffermarkierungen abschalten und und und.
Wer zudem etwas Gameplay-Würze braucht, kann wie bei Halo üblich diverse Skulls zuschalten. Diese Gameplay-Modifikatoren verändern bestimmte Parameter im Spiel, manche davon eher quatschig wie Feuerwerk bei Alien-Kopftreffern, andere dagegen sehr herausfordernd wie größerer Explosionsradius von Granaten oder erhöhte Gegnergesundheit.
Oder wie wäre es mit einem Durchgang in der Schulterperspektive? Ich hab mit den Skulls ein bisschen rumgespielt und fand wieder interessant, wie anders sich ein Level mit einigen zugeschalteten Skulls anfühlen kann und wie sehr die Modifikatoren den Wiederspielreiz erhöhen können.
Was schon über die neuen Missionen bekannt ist
Die zwei Missionen der Preview-Version samt der Skulls waren dann leider auch das einzige, was ich vom Remake spielen konnte. Sprich: Von den drei komplett neuen Missionen hab ich noch nichts gesehen, kann also dementsprechend auch noch nichts über deren Qualität sagen. Im Trailer vom Xbox Games Showcase gabs aber immerhin schon ein paar Szenen aus diesen neuen Einsätzen zu sehen.
Die drei Prolog-Missionen spielen ein Jahr vor den Ereignissen des Hauptspiels und lassen uns Operation Meteorite miterleben, in der der Master Chief und Sergeant Johnson ein Allianz-Raumschiff infiltrieren sollen und sich dafür unter anderem durch ein neues felsiges Terrain ballern.
Außerdem kämpft man hier gegen Brutes, also gegen einen Gegnertypen, der damals erst im zweiten Halo-Spiel auftauchte. Und auch mindestens einer der Allianz-Anführer – ein Prophet – wird in den Prolog-Missionen auftreten.
Die größte Überraschung für mich ist aber, dass es offenbar in einer der neuen Missionen eine Weltraumschlacht geben wird. Sowas hatten bislang ja nur Halo: Reach und mit ziemlichen Abstrichen Halo 4 zu bieten. Da bin ich also sehr gespannt drauf!
Mindestens ebenso gespannt bin ich auch, wie sich die neun neuen Waffen aus späteren Halo-Teilen einfügen, die der Master Chief nun auch im Remake nutzen kann. Im Trailer sind davon schon einige zu sehen, etwa die Battle Rifle, die Needle Rifle oder das SMG. In den von mir gespielten Missionen konnte ich davon leider noch keine in die Griffel bekommen.
Trotz Koop: Dieses Remake fühlt sich für mich nicht komplett an
Auch den Koop-Modus konnte ich noch nicht ausprobieren. Der funktioniert im Remake ja online mit bis zu vier Personen samt Crossplay zwischen allen Plattformen, im Splitscreen dürfen immerhin zwei Leute ran.
Speziell auf die Vierer-Version bin ich nach wie vor sehr gespannt, weil das Original nur auf zwei Personen ausgelegt war. In den engen Blutsväter-Gängen vom schweigenden Kartographen könnte das ganze zu viert in ziemliches Chaos ausarten, aber das hat möglicherweise auch seinen Reiz.
Einen Versus-Multiplayer gibt es hingegen nicht und das finde ich immer noch ziemlich schade. Schließlich ist der seinerzeit ein ganz essenzieller Grund dafür gewesen, dass ich mich in Halo verliebt habe. Ohne den Multiplayer fühlt sich das Remake für mich deshalb auch nicht wirklich komplett an.
Halo ist als Shooter immer noch klasse – und könnte auch auf der PS5 begeistern
Der reguläre Release von Campaign Evolved ist am 28. Juli und dann wird sich zeigen, inwiefern die neuen Missionen dem Remake tatsächlich nochmal eine neue Note geben können. Lust darauf habe ich auf jeden Fall, denn die überschaubare Preview-Version hat mir einmal mehr gezeigt, wie toll Halo als Shooter immer noch funktioniert.
Das werden dann bald auch alle mit einer PS5 herausfinden können und es wird interessant, ob Halo in diesem Lager auch Erfolg hat. Und viel spannender finde ich zudem, wie es mit der Halo-Reihe auf der PlayStation möglicherweise weitergehen könnte.
Schließlich hat Microsoft jetzt ja wieder Konsolen-Exclusives am Start und das stellt ja durchaus in Frage, ob komplett neue Halo-Spiele oder auch mögliche Remakes von Teil 2 und 3 überhaupt auf der PlayStation erscheinen.
Das ist allerdings noch Zukunftsmusik, im hier und jetzt soll Campaign Evolved erst mal den Serien-Urvater in die Neuzeit bringen. Und bis auf ein paar Kritikpunkte und Unsicherheiten, die ich noch habe, könnte das durchaus gelingen.
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