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Hot Wheels Unleashed im Test: Mit Vollgas zurück in die Kindheit

Entwickler Milestone bringt nach Bleifuss Fun und MotoGP die kleinen Spielzeugautos auf PS4, Xbox One, Switch und die Next-Gen-Konsolen. Im Test machte uns das Arcade-Rennspiel richtig Laune, jedoch nicht von Beginn an.

von Dennis Michel,
30.09.2021 19:00 Uhr

Hot Wheels Unleashed im GamePro-Test. Hot Wheels Unleashed im GamePro-Test.

Mit kleinen Spielzeugautos im Kinderzimmer über bunte Plastikstrecken brettern, bei uns hat allein die Vorstellung daran wohlige Erinnerungen an die Kindheit ausgelöst. Wie cool wäre es also, wenn wir dieses Erlebnis heutzutage auf unseren Konsolen spielen könnten?

Das dachte sich wohl auch MotoGP-Entwickler Milestone und hat mit Hot Wheels Unleashed einen Arcade-Racer gebastelt, der für Fans der kleinen Modellautos ein absolutes Muss ist. Doch auch diejenigen unter euch, die mal wieder Lust und Laune auf ein leicht zugängliches, aber doch anspruchsvolles Arcade-Rennspiel haben, werden (mit Abstrichen) auf ihre Kosten kommen. 

Eine Reise in die Vergangenheit

“Wie cool schaut das denn bitte aus?”, waren unsere ersten Gedanken nach Start von Unleashed. Nicht nur wurden die insgesamt 66 Autos wirklich perfekt umgesetzt und strotzen vor kleinen, liebevollen Details. Auch der Blick auf die legendären orangefarbenen Strecken, die mal im Kinderzimmer, mal in der Garage oder weiteren riesenhaft-alltäglichen Schauplätzen aufgebaut wurden, passt perfekt. So muss ein Hot Wheels-Spiel aussehen! 

Von der ersten Runde an überkommt euch das wohlig Hot Wheel-Gefühl, das Milestone perfekt auf Konsolen bringt. Von der ersten Runde an überkommt euch das wohlig Hot Wheel-Gefühl, das Milestone perfekt auf Konsolen bringt.

Auch das arcadige Fahrgefühl macht Laune, benötigt aber eine gewisse Eingewöhnungszeit, die speziell Neulinge abschrecken könnte. Bis wir nämlich sicher um die Kurven gedriftet sind und herausgefunden haben, wann wir den Boost sinnvoll einsetzen, sind einige Rennen verstrichen. Demotivierend war das jedoch nicht, auch weil wir uns nie unter- oder überfordert gefühlt haben. Soll heißen: Selbst auf dem zweiten von insgesamt vier Schwierigkeitsgraden bekommt ihr keinen Sieg geschenkt, müsst jedoch andererseits nicht zwingend perfekte Runden drehen, um vorn zu landen. 

Bei den Strecken selbst haben wir jedoch zwei Kritikpunkte: Zum einen dauert es recht lange, bis ihr teils verdammt coole Varianten freischaltet. Zum anderen wirken die Kulissen doch recht leblos. Zwar gibt es Gefahren wie eine Netze spuckende Spinne, die euch verlangsamt. Insgesamt hätten die Strecken jedoch noch weit lebendiger sein können.

Nerviger Lootbox-Grind  

In Unleashed schalten wir die super abwechslungsreichen Hot Wheels mit Lootboxen frei. Das nötige Geld für die Boxen gibt’s im Karrieremodus. Wollt ihr alle 66 Autos wie Kit aus “Knight Rider”, den DeLorean aus “Zurück in die Zukunft”, eines von vielen abgedrehten Hot Wheels oder auch echte Straßenfahrzeuge in Spielzeugform haben, müsst ihr Rennen gewinnen – sehr, sehr viele Rennen gewinnen! 

Das große Problem: Aus Lootboxen könnt ihr auch doppelte Hot Wheels ziehen, was uns im Test vermehrt passiert ist. Zudem sind die Kisten nicht gerade günstig, wodurch nerviger Grind entsteht. Zwar gibt es in einem Shop auch wechselnde Angebote, die sind jedoch ebenfalls ordentlich teuer und um eine neue Auswahl zu erhalten, müsst ihr viele Stunden spielen. Das bremst den Sammeldrang enorm und hätte deutlich besser gelöst werden müssen. Alles riecht hier verdächtig nach einer späteren Einbindung von Echtgeld-Mikrotransaktionen. Ob diese kommen, darüber gibt es aber seitens Milestone noch keine Informationen. 

RD-02 Insgesamt 66 Autos gibt es im Spiel ...

Formel 1 ... die ihr aus Lootboxen ziehen oder im Ingame-Shop kaufen müsst.

Bone Shaker Das große Problem: Um an die Autos zu kommen, müsst ihr lange grinden.

Lootboxen Hinzu kommt, dass ihr auch Duplikate aus den Boxen zieht.

Tröge Karriere, mächtige Editoren

Kommen wir zum Umfang von Hot Wheels Unleashed beziehungsweise dem, was euch für 50 Euro erwartet.

Der Karrieremodus: Mit überaus schlichter Präsentation schaltet ihr auf einer Übersichtskarte Schritt für Schritt neue Rennen frei, fahrt Time Trials oder normale Rundkurse. Aber auch Boss-Rennen, die das absolute Highlight des Modus sind und euch auf besonders knifflige und mit Fallen gespickte Strecken schicken.

Im Modus seid ihr gut und gerne über 20 Stunden beschäftigt und tretet später in teils spektakulär inszenierten Rennen an. Die Betonung liegt hier jedoch auf “später”. Die ersten Stunden haben sich für uns sehr gleichförmig angefühlt. Hatten wir jedoch die ersten drei bis vier Stunden hinter uns, präsentierte uns das Spiel einige der besten Arcade-Strecken aller Zeiten, die problemlos mit den kreativen Kursen aus Trackmania mithalten können. Hier müsst ihr wirklich am Ball bleiben.

Mit dem Karrieremodus seid ihr gut und gerne 20 Stunden beschäftigt. Mit dem Karrieremodus seid ihr gut und gerne 20 Stunden beschäftigt.

Der Level-Editor: Wer mag, kann in einem überaus umfangreichen Editor seine eigenen Strecken basteln . Eure Meisterwerke dürft ihr dann mit der Community teilen und wer will, versenkt hier viele Stunden und reiht Looping an Looping. 

Multiplayer: Wer nicht gegen die KI fahren möchte, kann auch Online gegen bis zu 12 andere Racer antreten. Oder aber ihr spielt zu Zweit auf der Couch im Splitscreen-Modus. 

Customization-Editor: Dass Milestone wirklich sehr viel Mühe in die kleinen Modellautos gesteckt hat, erkennt man auch am umfangreichen Lackierungseditor. Hier dürft ihr die Autos farblich umgestalten, entscheiden aus welcher Materialanmutung (Plastik, Glitzer-Chrom) einzelne Komponenten bestehen und hunderte von Stickern anbringen. 

Im Editor könnt ihr eure Hot Wheels ganz nach Belieben umgestalten. Im Editor könnt ihr eure Hot Wheels ganz nach Belieben umgestalten.

Der eigene Keller: Hier könnt ihr durch freigeschaltete Customization-Items aus dem Karrieremodus euer eigenes Spielzimmer mit Bildern, Tapeten oder beispielsweise Pokalen dekorieren. Zwar wirkte das auf den ersten Blick noch recht belanglos und wie ein überflüssiges Gimmick. Jedoch könnt ihr im Streckeneditor auch euer Zimmer als Kulisse auswählen. Spielt ihr online, fahren andere durch eure Bude.  

Auch die Technik stimmt

Optisch wird uns ein perfektes Hot Wheels-Erlebnis geboten und auch was die technische Seite anbelangt, haben wir nur wenig zu meckern. Ab und an, speziell wenn wir unglücklich auf der Streckenbegrenzung landen oder durch die Luft fliegen, hatte die Kamera ihre Aussetzer. Ansonsten hatten wir auf PS5 keinerlei Probleme mit der Framerate und auch was Bugs anbelangt, wurden wir verschont. 

Wie andere Seiten Hot Wheels bewertet haben, erfahrt ihr im Video von Kollege Christian. 10:46 Wie andere Seiten Hot Wheels bewertet haben, erfahrt ihr im Video von Kollege Christian.

Habt ihr die Geduld, euch auf das leicht gewöhnungsbedürftige Fahrgefühl einzulassen, verzeiht den Lootbox-Grind und könnt darüber hinwegsehen, dass die anfänglichen Strecken wenig spektakulär daherkommen, können wir euch Hot Wheels Unleashed voll und ganz empfehlen. Für Fans der kleinen Autos, die ihre Lieblinge im Spiel wiederentdecken wollen, ist das Spiel ohnehin ein Muss. 

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