LEGO 2K Drive im Test: Das vielleicht beste Gute-Laune-Rennspiel des Jahres

Ein Mix aus quatschigem LEGO-Humor, Mario Kart und Forza Horizon, was soll da schon schiefgehen? Nicht allzu viel, wie sich im Test zu LEGO 2K Drive herausstellt.

LEGO 2K Drive im GamePro-Test. LEGO 2K Drive im GamePro-Test.

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Ein Fun-Racer von LEGO? Moment mal, da war doch was! Bekommt ihr beim Gedanken an eine Klötzchen-Alternative zu Mario Kart ein wohlig nostalgisches Gefühl, habt ihr vielleicht wie wir in jungen Jahren LEGO Racers auf PlayStation oder N64 gezockt. Über zwei Jahrzehnte später hat NBA- und WWE 2K-Entwickler Visual Concepts erneut ein spaßiges Rennspiel mit den kunterbunten Steinchen gebastelt, das ihr nur wenige Wochen nach der Ankündigung schon zocken könnt. 

Wir haben uns für euch hinters virtuelle Lenkrad geschnallt und einen richtig schicken Arcade Racer vorgefunden, der sich wie ein Mix aus Mario Kart, Forza Horizon und ein wenig Need for Speed anfühlt und LEGO-Fans aller Altersklassen gewiss ein Lächeln ins Gesicht zaubert – der sich an manch Stelle aber auch selbst Steine in den Weg legt und dadurch mitunter etwas holprig wirkt.

Auf welcher Konsole habt ihr getestet und gabs technische Probleme? Uns wurde von Publisher 2K Games die PS5-Version zur Verfügung gestellt, die im Test einen sehr guten technischen Eindruck hinterlassen hat. Samt voreingestellten und durchaus flüssigen 60 fps, gab es abseits weniger Popups zu Beginn einiger Cutscenes nichts zu kritteln. Spät ankündigen, in einem sauberen Zustand veröffentlichen, so muss das sein!

Wunderschönes, chaotisches Bricklandia  

Das Herz von LEGO 2K Drive ist ein gut zehnstündiger Story-Modus, der uns in vier frei befahrbare Spielwelten führt, in denen wir übrigens vom Gegenverkehr bis zum Baum sehr viele Objekte in ihre Einzelteile zerlegen können. Vorausgesetzt, wir brettern mit Karacho durch sie hindurch. So macht allein das rasante Fahren durch die Biome eine Menge Spaß und sorgt für ordentliches Chaos. 

Haben wir es erst aus dem Tutorial-Gebiet geschafft, flitzen wir durch eine staubige Canyon-Einöde, ein sonnendurchflutetes Goldgräber-Idyll und eine von Spinnen heimgesuchte Spuklandschaft und nehmen im Vorbeifahren allerlei Missionen an. 

Optik Das Spiel schaut fantastisch aus und das LEGO-Thema wurde sehr gut umgesetzt.

Story Der Story-Modus hat die ein oder andere schicke Zwischensequenz mit typischem LEGO-Humor.

Fahrzeuge Besiegt ihre eure Rivalen, gewinnt ihr deren Autos und habt so bald einen üppigen Fuhrpark.

Zu den Aufgaben gleich mehr, zunächst gebt uns ein paar Zeilen, um von der wunderschönen LEGO-Optik zu schwärmen. Denn meine Güte, schaut LEGO 2K Drive auf PS5 gut aus! Egal wohin das Auge wandert, auf das eigene Auto, die stimmigen Landschaften oder die von wuseligen LEGO-Männchen bewohnten Orte, optisch gibts fünf von fünf Noppen auf der Klötzchen-Skala. 

Quatschiger LEGO-Humor 

Genug Klötzchen gestaunt, zurück zum Story-Modus, der rein von der Struktur sehr simpel aufgebaut ist und mit dem gewohnt abgedrehten LEGO-Humor daherkommt. 

Darum gehts: Um Oberfiesling Shadow Z zu besiegen und den glorreichen Sky Cup zu gewinnen, müssen wir erst zig Rivalen auf den Rennstrecken der vier Biome schlagen. Tun wir das, sammeln wir neben ihren Karren – was super cool ist – Zielflaggen, die in jeder Spielwelt ein Spezialrennen gegen die Handlanger von Z freischalten. Garniert wird das Ganze mit ulkigen Zwischensequenzen, die den ein oder anderen Schmunzler bieten. Insgesamt verdient die Geschichte sicher keinen Goldpokal und ihr solltet sie mehr als nettes, auflockerndes Beiwerk sehen. Spaß macht’s aber trotzdem.

Koop-Story und Multiplayer: Richtig cool ist, dass ihr alle Modi im lokalen Splitscreen-Koop zu Zweit zocken könnt, was die Story, die (leider nur) vier Pokalserien, Einzelrennen und Minispiele einschließt. 

Online könnt ihr euch zudem mit bis zu fünf Freund*innen zusammenschließen und die vier Spielwelten erkunden und Herausforderungen annehmen, in Pokalserien gegeneinander antreten oder Einzelrennen bestreiten – was übrigens auch plattformübergreifend geht (PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S und PC). Wollt ihr gegen Fremde in Pokalserien und Online-Rennen antreten, könnt ihr euch zudem zwei Personen aus eurer Freundesliste an eure Seite holen.  

Erinnerungen an Forza Horizon

In LEGO 2K Drive flitzen wir im Story-Modus aber nicht einfach nur von Rennen zu Rennen und sammeln Zielflaggen ein. Vielmehr erinnert das Spielprinzip an Forza Horizon: Um Fortschritt in der Geschichte zu machen, müssen wir im Fahrerlevel aufsteigen und dafür in den Welten allerlei Missionen annehmen – was übrigens hinten raus in einen etwas zähen Grind ausartet. 

Ein paar Beispiele für Missionen in LEGO 2K Drive: Strecken in einer bestimmten Zeit meistern, Verfolgungsjagden, bestimmte Bewohner von Bricklandia in einem abgesteckten Areal finden oder auch eines von sechs kleinen Minispielen meistern. Hier müssen wir mal über feindliche Aliens brettern, um Reaktoren zu beschützen, oder Einwohner aus einem von Zombies überrannten Dorf in sichere Zonen chauffieren. 

Die Missionen sind meist binnen zwei bis drei Minuten gemeistert, spielerisch oft wenig anspruchsvoll und machen über weite Strecken der Kampagne auch durchaus Laune und motivieren. So ganz vom Hocker gehauen haben sie uns als erfahrene Racing-Recken aber nicht. Dafür sind sie zu seicht und auf Dauer zu repetitiv. Einige Missionen, wie das Suchen von Dorfbewohnern, stören zudem ein wenig den rasanten Flow des Spiels – aber das ist auch ein Stück weit Geschmackssache.

Wir müssen über Mikrotransaktionen reden: Aus dem Hauptmenü heraus habt ihr Zugriff auf einen Echtgeld-Shop, aus dem ihr beispielsweise diverse Fahrer*innen oder neue Autos kaufen könnt. Alle Items könnt ihr euch auch mit der Ingame-Währung verdienen, was allerdings schon einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Zudem wird 2K Drive mit vier Seasons samt einem einjährigen Drive Pass erweitert, der auch kostenpflichtige Premium-Stufen beinhaltet. (der Preis war zum Zeitpunkt des Tests noch nicht bekannt)

Dass ein Vollpreistitel, der zukünftig mit neuen Inhalten erweitert wird, eine solche Form der Monetarisierung beinhaltet, ist heutzutage wahrlich keine Seltenheit mehr. Ein kleines Geschmäckle hat das Ganze bei LEGO 2K Drive allerdings schon.

Zum einen aufgrund der mitunter sehr jungen Zielgruppe ab 6 Jahren, dann mit Blick auf eine Reihe wie NBA 2K, die seit Jahren aufgrund teils absurder Mikrotransaktionen und Glücksspiel in der Kritik steht. Und zu guter Letzt mit Blick auf die Freischaltung von Figuren und Autos durch den Story-Modus. Neue coole Flitzer gibt es zwar in durchaus  regelmäßigen Abständen, bei den Figuren sieht das jedoch schon ein wenig anders aus. Zudem sind die angebotenen Autos im Shop mitunter sehr cool und könnten schnell dazu verleiten, sich den Grind zu sparen. So viel dazu. Wie ihr das Ganze einordnet, bleibt natürlich euch überlassen. Bei uns kam zumindest ein leicht fader Beigeschmack auf.  

Die Rennen: Ein spaßig, chaotisches Gummiband

Kommen wir zum Mario Kart-Part von LEGO 2K Drive, den mitunter überaus chaotischen Rennen. Zunächst einmal sei gesagt, dass sich die Flitzer hervorragend steuern. Egal ob wir durch Kurven driften, mit der Hüpffunktion unserer Autos über Hindernisse springen oder den Boost aktivieren. Am fahrerischen Grundgerüst gibts aus unserer Sicht nichts zu meckern. 

Eine richtig, richtig coole Idee ist übrigens, dass sich unser Vehikel je nach Untergrund binnen Millisekunden automatisch umbaut – LEGO-Bausteinen sei Dank. Düsen wir über Schotter, sitzen wir beispielsweise auf einem Quad. Brettern wir in einen See, wird aus dem Quad automatisch ein Schnellboot und springen wir mit dem auf eine geteerte Landstraße, sitzt unser Männchen plötzlich wie von Zauberhand in einem Sportflitzer. 

Fahren wir aufs Wasser, verwandelt sich unser Auto binnen Millisekunden in ein Boot. Fahren wir aufs Wasser, verwandelt sich unser Auto binnen Millisekunden in ein Boot.

Ein weitere tolle Idee ist, dass Fahrzeuge zerbröseln können und wir irgendwann nur noch auf dem Unterboden über die Piste brettern, ehe das ganze Vehikel explodiert und wir Zeit verlieren. Das passiert, wenn wir in Hindernisse krachen, beispielsweise durch Feuerfontänen oder explosive Kugeln donnern, oder von gegnerischen Raketen getroffen werden – zu denen gleich mehr. Das Zerbröseln passt dabei hervorragend zu LEGO und keine Sorge, fahren wir durch zerstörbare Objekte, wird unser Wagen wieder repariert. Lediglich eine separate Schadensanzeige hätten wir uns gewünscht, damit wir genauer im Blick haben, wie viel Schaden wir bereits eingesteckt haben. 

Kommen wir nochmal auf die Raketen zurück. Wie in Mario Kart sammelt ihr während der Rennen Items und beharkt mit ihnen die Konkurrenz. Zwei Klötzchen-Kanonen feuern auf die Fahrer vor euch, ein Geist macht euch unverwundbar und ein Teleport beispielsweise … na ja, der macht eben das, was ein Teleporter nunmal so tut. Er warpt euch von einer hinteren Platzierung nach vorn. Eine Art blauen Panzer gibt’s übrigens nicht – zum Glück. Generell funktioniert das Fun-Racer-Prinzip super. Ihr müsst euch nur im Vergleich zu Mario Kart auf weit mehr Chaos einstellen. 

Wie LEGO 2K Drive in Bewegung aussieht:

Der erste Trailer zu LEGO 2K Drive erschien im März 2023. Video starten 2:14 Der erste Trailer zu LEGO 2K Drive erschien im März 2023.

Um zwei größere und nicht unwichtige Kritikpunkte kommen wir allerdings nicht herum. 

Selten haben wir speziell auf leichten Kursen – es gibt A/B/C-Lizenzen – einen so monotonen Rennverlauf erlebt. Zu Beginn fährt euch die KI stets um die Ohren, ehe ihr 500 Meter vor dem Ziel scheinbar der Treibstoff ausgeht und wir spielend leicht an ihr vorbeifahren. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden bzw. Lizenzen fällt das zwar nicht mehr ganz so drastisch auf, die Kritik bleibt jedoch bestehen. Und das ist sehr schade, da so viel Spaß auf der Strecke bleibt. 

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Strecken selbst, die zwar im späteren Verlauf des Story-Modus vom Streckenlayout her etwas interessanter werden, aber insgesamt zu wenig Abwechslung bieten. Optisch und was die Hindernisse anbelangt, geht das voll in Ordnung, am Ende könnten wir euch aber aus dem Stegreif keine drei Pisten nennen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Hier fährt Mario Kart in einer anderen Liga. 

Der Baumodus: Ein Traum für LEGO-Fans

Wo hingegen der Klötzchen-Racer dem italienischen Klempner mehr als nur eine Noppenlänge voraus ist, das ist der fantastische Baumodus. Nicht nur können wir alle gewonnenen Fahrzeuge vom Ufo-Mobil über einen Polizeiwagen bis hin zum Donut-Dragster nach Lust und Laune in der Werkstatt modifizieren. Wir können die gewonnenen Fahrzeuge auch Klötzchen für Klötzchen und nach Anleitung nachbauen – und jetzt kommt’s: Alternativ dürfen wir auch unserer Kreativität freien Lauf lassen und unsere eigenen Flitzer von Grund auf gestalten. Was wirklich sehr, sehr cool ist und wir in dieser Form auch noch nicht erlebt haben.  

Neue LEGO-Bauteile erspielen wir dabei im Story-Modus, generell ist unser Baukasten mit unterschiedlichen Klötzchen aber schon von Beginn an reichlich gefüllt. Seid ihr Bastler, werdet ihr mit dem Baumodus eure helle Freude haben – versprochen!

Anleitung Freigespielte Fahrzeuge könnt ihr von Grund auf nachbauen.

Freies Bauen In der Werkstatt könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen und bauen, wonach euch ist.

Wie ihr spielt, ist entscheidend

LEGO 2K Drive sieht super schick aus, die Autos fahren sich hervorragend und der Baumodus ist schlicht ein Traum für die Helden der Steine unter euch. Beim Missionsdesign und auch den Rennen gibt es klare Abstriche, die allerdings weit weniger ins Gewicht fallen, je nachdem wie dosiert ihr 2K Drive zockt und auch, ob ihr mit Freund*innen durch die Story brettert oder generell mehr im Mehrspieler-Modus zockt. Letzteres ersetzt die teils schlimme Gummiband-KI. 

Sucht ihr für Zwischendurch eine überaus spaßige Mario Kart-Alternative, die ihr auch mit den Kumpels oder Kumpelinen zocken wollt, bekommt ihr von uns eine klare Empfehlung – ob zum Vollpreis oder im ersten Sale, das sei eurem Geldbeutel überlassen. 

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