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Maneater im Test - Kleines Hailight, aber der letzte Biss fehlt

Maneater lässt euch als rachsüchtiger Hai Unmengen von Tieren und Menschen verspeisen. Und das macht im Test richtig Laune – für eine Weile.

von Tobias Veltin,
22.05.2020 12:45 Uhr

Maneater im Test für Xbox One und PS4. Maneater im Test für Xbox One und PS4.

Abwertung wegen Bugs
Während unseres Tests haben wir unterschiedliche Erfahrungen mit Maneater gemacht. Während bei Haupttester Tobi auf der Xbox One X während des gesamten Tests keine Probleme auftraten, hatte Basti auf der Standard-PS4 deutlich mehr Komplikationen. Es kam bei Kämpfen mit Booten zu massiven Rucklern und außerdem zu Speicher-Bugs, die ihm an einem Punkt das gesamte Savegame löschten.

Tripwire hat einen Day-1-Patch-veröffentlicht, der die Probleme ausmerzen soll. Bis wir die überprüft haben, werten wir Maneater aber wegen der Probleme um 5 Punkte ab.

In Maneater für die PS4 und Xbox One schlägt die Natur gnadenlos zurück. Als der berüchtigte Haijäger "Scaly Pete" unsere Mutter tötet, schwören wir als gerade aus deren Bauch geschnittenes Bullenhai-Weibchen blutige Rache und schnappen uns gleich mal den Arm des bärtigen Bösewichts. Zu mehr reicht es noch nicht, dazu sind wir als Hai-Knirps zu klein. Um unseren Plan zu Ende zu bringen, müssen wir also erst mal wachsen-und dafür eine ganze Menge futtern.

Die Geschichte von Maneater nimmt sich nicht wirklich ernst, das wird schon ab der ersten Zwischensequenz deutlich. Mehr noch, es ist über die gesamte Spielzeit augenzwinkernder Trash, wenn Entwickler Tripwire Interactive die Haijagd als Pseudo-Doku inszeniert und uns dem immer grimmiger werdenden Scaly Pete und dessen Sohn (der natürlich eigentlich ein Tierfreund ist) über die Schulter schauen lässt.

Scaly Pete schneidet den Bullenhai aus dem Bauch seiner Mutter und macht gleich Bekanntschaft mit dessen Gebiss. Scaly Pete schneidet den Bullenhai aus dem Bauch seiner Mutter und macht gleich Bekanntschaft mit dessen Gebiss.

Erwartet dementsprechend keine wendungsreich erzählte Geschichte, im ganzen Spiel gibt es vielleicht eine Handvoll Zwischensequenzen, in denen aber wirkliche Höhepunkte oder Überraschungen fehlen.

Hai-Life in acht Abschnitten

Was wir als rachsüchtiger Bullenhai veranstalten, ist ohnehin deutlich interessanter als das Bisschen (haha) Story. Nach dem gut inszenierten Tutorial, das wir noch als Hai-Mama absolvieren und in dem wir die Grundlagen der Steuerung erlernen, geht es in die gezahnte Haut des Baby-Raubfischs, der sich in den sumpfigen Flüssen von Fawtick Bayou seine ersten Mahlzeiten in Form von Schildkröten und Welsen schnappt.

Die Spielwelt von Maneater ist offen angelegt und in insgesamt acht zusammenhängende Gebiete unterteilt. Die sind ebenso sehenswert wie abwechslungsreich, im Wasser tummeln sich zudem viele unterschiedliche Fischarten und andere Lebewesen. Und auch menschliche Aktivitäten gibt es genug, Boote fahren etwa herum oder Schwimmer plantschen in den Fluten, weshalb sich die Welt angenehm lebendig anfühlt.

Durch die vielen Fischarten wimmelt es stellenweise richtig unter Wasser, was für Atmosphäre sorgt. Durch die vielen Fischarten wimmelt es stellenweise richtig unter Wasser, was für Atmosphäre sorgt.

Während wir anfangs in besagten Sümpfen etwa mit Alligatoren Bekanntschaft machen, geht es danach unter anderem in einen mit Müll versuchten See und ein schickes Villenviertel, in dem Yachten an den Ufern schaukeln. Unser Highlight sind die Bereiche auf der Karte, in denen das Wasser tiefer ist. Im Gebiet "Der Golf" etwa ziehen auch dicke Brocken wie Robben, Schwertfische und Pottwale ihre Kreise.

Ganz Open-World-typisch müssen wir an bestimmten Punkten auf der Karte "Missionen" erledigen, beispielsweise eine bestimmte Menge Fische verputzen oder einen besonders großen Gegner erledigen. Und das macht einige Zeit lang durchaus Laune, was vor allem an der gut funktionierenden Fressmechanik liegt.

Anfangs kann sich der kleine Hai nur mit überschaubaren Kalibern wie Welsen und Schildkröten anlegen. Anfangs kann sich der kleine Hai nur mit überschaubaren Kalibern wie Welsen und Schildkröten anlegen.

Durchs Wasser zu fetzen, Fische zu verspeisen oder Boote von unten zu rammen und sich dann die ins Wasser gefallenen Menschen zu schnappen, klappt hervorragend und fühlt sich auf seltsame Weise ungemein befriedigend an. Kurios: Wir können sogar aus dem Wasser springen und kurze Zeit an Land auf Menschenjagd gehen, die Steuerung hier ist allerdings-vermutlich beabsichtigt-etwas schwammiger gehalten.

Aus klein mach groß

Die größte Stärke des Spiels ist neben diesem generellen Flow das großartige Fortschrittsgefühl, für das die eingestreuten Rollenspiel-Elemente sorgen. Für gefressene Fische und Menschen sowie erledigte Aufgaben gibt es sowohl Nährstoffe als auch Erfahrungspunkte. Nach und nach steigen wir so immer weiter im Rang auf (Max-Level 30) und nehmen dabei auch an Masse und Länge zu.

Vom Hai-Hänfling... Die spürbare Progression gehört zu den großen Stärken von Maneater. Mit der Zeit verwandelt sich der Hai vom Jungtier...

... zum Superprädator ...zur grimmigen Killermaschine.

Je weiter diese Entwicklung vorangeht, desto mehr merken wir tatsächlich, wie der anfangs kleine Minihai zum mächtigen Superräuber wird. Wo wir anfangs etwa oft lieber noch einen Bogen um unangenehme Zeitgenossen wie Alligatoren machen, verspeisen wir sie später innerhalb von Sekundenbruchteilen oder nehmen es furchtlos sogar mit dicken Kalibern wie Walen auf-klasse!

Doch das ist noch nicht alles: Später im Spiel schalten wir Verbesserungen für ganze Körperpartien unseres Hais frei, die den Raubfisch zum Beispiel zum knöchernen Rammbock oder elektrifiziertem Monster (ja, wirklich!) machen, das auch Gebietsschaden austeilen kann.

Später lassen sich einzelne Körperpartien des Hais mit Verbesserungen ausstatten, das Tier wird dadurch deutlich mächtiger. Später lassen sich einzelne Körperpartien des Hais mit Verbesserungen ausstatten, das Tier wird dadurch deutlich mächtiger.

Und wer regelmäßig "Niedertracht" sammelt und Jägerboote bzw. deren Anführer zerstört, sammelt weitere Upgrades und Perks, die sich mit Hilfe der Nährstoffe sogar in bis zu fünf Stufen ausbauen lassen. Das können wir allerdings nur in den überall in der Spielwelt verteilten Unterwasserhöhlen erledigen, das wechseln von Upgrades (zum Beispiel von Knochen auf Elektro) ebenso. Das ist zwar etwas nervig, wenn wir für eine bestimmte Aufgabe schnell ein anderes Set auswählen wollen, allerdings sind einmal entdeckte Höhlen immerhin per Schnellreise erreichbar.

Unausgewogene Upgrades

Ganz ausgewogen erschienen uns die Upgrades beim Test allerdings nicht. Manche Verbesserungen empfanden wir beispielsweise als deutlich nützlicher, etwa das Perk, pro gefuttertem Tier mehr Ressourcen zu bekommen. Als zu mächtig wirkt zudem das Sonar, mit dem wir wichtige Gegenstände in unserer Umgebung anzeigen lassen können. Dessen Reichweite ist in Stufe 5 einfach zu hoch, Objekte für Sammelaufgaben, werden auch über große Distanzen sofort angezeigt, sodass wir beim Test im späteren Verlauf immer nur stumpf auf die Sonar-Taste gehämmert haben.

Die Sonarfunktion zeigt alle Geheimnisse in der Umgebung an, was die Entdeckung etwas zu einfach macht. Die Sonarfunktion zeigt alle Geheimnisse in der Umgebung an, was die Entdeckung etwas zu einfach macht.

Da wir so schnell genügend mehr als Nährstoffe finden und die Ränge nach oben schießen, fehlt generell ein wenig die Herausforderung. Maneater ist aber auch wegen der hübsch inszenierten, aber am Ende doch laschen Bosskämpfe für unseren Geschmack etwas zu leicht geraten.

Dazu kommt, dass das anfangs sehr spaßige Spielprinzip nach ein paar Stunden deutliche Abnutzungserscheinungen zeigt. Das liegt insbesondere an den repetitiven Aufgaben. In jedem Gebiet gilt es etwa, die Population von bestimmten Fischen einzudämmen und eine gewisse Anzahl davon zu verputzen, Menschen müssen ebenfalls reihenweise weggesnackt werden.

Und die Kämpfe gegen die Superprädatoren der jeweiligen Gebiete wie einen besonders starken Alligator, Mako-Hai oder Orca, verkommen zum hektischen Ausweichen und zubeißen. Das gilt auch für die Kämpfe gegen die Jägerboote der Menschen. So haben wir trotz der wechselnden Gebiete schnell das Gefühl, immer dasselbe zu machen, es fehlt an Varianz und Abwechslung.

Wer genügend Jägerboote zerstört, lockt einen der menschlichen Anführer heraus, den man für Boni erledigen sollte. Wer genügend Jägerboote zerstört, lockt einen der menschlichen Anführer heraus, den man für Boni erledigen sollte.

Aber just in dem Moment, an dem die repetitiven Aufgaben wirklich anfangen zu nerven, ist der Großteil von Maneater vorbei, nach etwa acht Stunden ist die Story um die Rache an Scaly Pete abgefrühstückt. Danach können wir noch die fehlenden (Sammel-)Aufgaben erledigen und Evolutionen freischalten, der ursprüngliche Spielreiz ist dann allerdings schon verflogen. Einen Mehrspieler-Modus gibt es nicht. Schade, denn insbesondere ein Wettfress-Duell oder gar einen Koop-Modus hätten wir uns bei Maneater sehr gut vorstellen können.

Highlight: Dokumentarkommentar

Technisch schlägt sich Maneater wacker. Die Atmosphäre unter Wasser ist toll, insbesondere dann, wenn die tiefstehende Sonne Lichtstrahlen ins Wasser wirft, und am Design sowie den Animationen unseres Raubfisch-Protagonisten und seiner Opfer haben wir ebenfalls wenig zu meckern.

Jedes Gebiet hat einen Superprädator, hier ein Orca. Die Kämpfe gegen diese sind allerdings nicht sonderlich anspruchsvoll. Jedes Gebiet hat einen Superprädator, hier ein Orca. Die Kämpfe gegen diese sind allerdings nicht sonderlich anspruchsvoll.

Allerdings hätte die Wasseroberfläche noch etwas ansprechender animiert werden können, bei Sprüngen aus dem kühlen Nass fehlen uns beispielsweise Gischteffekte, generell wirkt die Wasseroberfläche zu glattgezogen. Und insbesondere dann, wenn viele Boote Jagd auf uns machen und viel auf dem Bildschirm los ist, geht die Framerate merklich in die Knie, das Spielgeschehen ist dann stellenweise etwas unübersichtlich.

Der Sound lässt sich dagegen nichts zuschulden kommen. Satte Effekte wie das Knacken von Schildkrötenpanzern können sich ebenso hören lassen wie die deutsche Sprachausgabe der Zwischensequenzen, bei den Sprüchen und Sprachsamples der Menschen im Spiel müssen wir allerdings mit englischer Synchronisation Vorlieb nehmen. Ein echtes Highlight ist der sich immer mal wieder meldende Kommentator, der an Tierdokumentationen erinnert und den ein oder anderen netten Spruch auf Lager hat ("der Bullenhai besteht zu 90 Prozent aus Appetit").

Kommt Maneater ungeschnitten in Deutschland?
Maneater erscheint hierzulande in einer komplett ungekürzten Fassung ab 16 Jahren, enthält also Blut und "Zerstörungseffekte"-größere Gegner werden beim Kampf in Mitleidenschaft gezogen, bekommen sichtbare Bissspuren und Flossen abgerissen etc.

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