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Marvel’s Guardians of the Galaxy angespielt: Bloß nicht unterschätzen!

Kein Multiplayer, dafür voller Fokus auf die Story: Marvel’s Guardians of the Galaxy setzt den richtigen Fokus und das tut den etwas anderen Superhelden rund um Star-Lord sehr gut, findet Hannes.

von Hannes Rossow,
22.09.2021 15:00 Uhr

Marvel's Guardians of the Galaxy geht's mehr um das Miteinander als um Superkräfte. Marvel's Guardians of the Galaxy geht's mehr um das Miteinander als um Superkräfte.

Marvel's Guardians of the Galaxy hat keinen leichten Stand. Obwohl sich hier alles um Star-Lord, Gamora, Rocket und Co. dreht, steht das Action-Adventure für PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S und Nintendo Switch dennoch im Schatten der Avengers. Die Ernüchterung rund um Square Enix' ersten Marvel-Ausflug schwebt wie ein Damoklesschwert über den Guardians. Dieser Vergleich tut dem Superhelden-Spiel von Eidos Montreal aber Unrecht - denn Marvel's Guardians of the Galaxy scheint ganz genau zu wissen, was es sein möchte. Und das macht Spaß.

Zum ersten Mal Hands on mit den Guardians of the Galaxy

Im Rahmen einer Anspielmöglichkeit hatte ich die Gelegenheit, selber in die Haut von Star-Lord zu schlüpfen und ein komplettes Story-Kapitel auszuprobieren. Und dabei entpuppte sich Guardians of the Galaxy als spielbare Version der beliebten Kinofilme - unterhaltsame Geschichte, witzige Dialoge, kultiger Soundtrack. Nur das überladene Echtzeit-Kampfsystem sorgt für mehr Chaos als mir lieb ist.

Was habe ich gespielt?
- 90 Minuten der Kampagne (ca. 4 Stunden nach Spielbeginn)
- Mix aus Story-Sequenzen und Kampfsystem
- unfertiger Build (kein Raytracing, keine finale Soundabmischung)

In der Demo-Version habe ich Zeit mit den Guardians auf der Milano verbracht, dem Raumschiff der Truppe, das zugleich als Hub-Bereich zwischen den Missionen dient. Außerdem habe ich eine leergefegte, mysteriöse Raumstation erkundet, auf der mich die hektischen Kämpfe gegen gepanzerte Nova Corps-Truppen ins Schwitzen gebracht haben. Ein guter Querschnitt für das gesamte Spiel, wie mir die Entwickler*innen in einem Einführungsvideo mitteilen.

Wen ihr das Gameplay in Aktion erleben wollt, könnt ihr das hier machen:

Marvel’s Guardians of the Galaxy: 10 Minuten Gameplay zum Action-Adventure 11:06 Marvel’s Guardians of the Galaxy: 10 Minuten Gameplay zum Action-Adventure

Eine dicke Story, in der alle (sehr) gern reden

Marvel's Guardians of the Galaxy verzichtet nicht nur komplett auf eine Multiplayer-Komponente, sondern geht auch in der Erzählweise andere Wege als Marvel's Avengers. Wir spielen nämlich nicht alle Guardians, sondern nur ihren "Anführer" Star-Lord - das bedeutet aber nicht, dass das hier ein Star-Lord-Spiel wird. Trotz dieser Einschränkung soll nämlich kein Guardian zu kurz kommen. Und dieser Plan scheint aufzugehen.

Die Nova Corps-Truppen entpuppen sich als harte Gegner. Die Nova Corps-Truppen entpuppen sich als harte Gegner.

In meiner Zeit in Marvel's Guardians of the Galaxy war ich stets mit allen fünf Guardians unterwegs und es gab kaum einen Moment, wo die Truppe aufgehört hat, miteinander zu quasseln, die Umgebung zu kommentieren oder sich übereinander zu beschweren. Am stärksten wirkt das in den sogenannten "Milano Moments", das sind Ruhephasen zwischen Missionen, die wir auf dem heimischen Raumschiff verbringen. Mehr dysfunktionale WG-Atmosphäre geht kaum.

Auf der Milano können wir mit unseren Kolleg*innen ausschweifende (aber lineare) Gespräche führen, in ihren Zimmern über Collectibles plaudern oder ihnen zuhören, wie sie sich über die offene Kühlschranktür unterhalten, die Rocket schon längst hätte reparieren sollen. Ihr merkt schon, in Marvel's Guardians of the Galaxy wird SEHR viel geredet. Zum Glück sind die Dialoge aber pointiert geschrieben und charmant vorgetragen - ich weiß jetzt schon, dass mir die Bande sehr ans Herz wachsen wird. Auch wenn sie manchmal die Klappe halten könnten. Naja, Mitbewohner eben.

Kampf-Chaos mit voller Besetzung

Dieses Konzept eines ungleichen Teams, das sich durch alle Lebenslagen schlägt, überträgt sich auch auf das Kampfsystem. Zwar steuern wir nur Star-Lord, die anderen Guardians tragen aber aktiv zum Kampfgeschehen bei und sind oftmals auch viel effektiver als Peter Quill selbst. Es liegt an uns, die Geschicke des gesamten Teams in den Gefechten zu leiten. So prügeln und ballern wir uns mit Star-Lords Laserpistolen durch Gegnermengen, müssen aber auch Groot oder Drax Befehle erteilen, damit sie ihre mächtigen Spezialattacken ausführen.

Die Kämpfe mit Star-Lord sind unterhaltsam, allerdings wird es unübersichtlich, wenn gleich vier Mitstreiter unterwegs sind. Die Kämpfe mit Star-Lord sind unterhaltsam, allerdings wird es unübersichtlich, wenn gleich vier Mitstreiter unterwegs sind.

Jeder Guardian kann insgesamt vier einzigartige Fertigkeiten (Rocket wirft beispielsweise Bomben) erlernen und im Kampf einsetzen. Wann das passiert, entscheiden wir und da wir oft zu fünft in Schlachten geraten, erfordert das enorm viel Überblick. Leider geht eben diese Übersicht schnell flöten. Gekämpft wird nämlich in Echtzeit in der Spielumgebung und die kann verwinkelt sein oder unterschiedlich hohe Plattformen besitzen. Hinzu kommt hier noch die Grüppchenbildung aus Gegnern und Guardians.

Im ärgsten Fall wird an fünf unterschiedlichen Orten gleichzeitig gekämpft - vor uns, hinter uns oder über uns. Zwar können wir die Guardians gezielt auf bestimmte Gegner loslassen, egal wo sie sich gerade befinden, wo unsere Gegner sind und auf wen wir zuerst gehen sollten, geht jedoch schnell unter. Hier macht aber hoffentlich die Übung den Meister und es ist gut möglich, dass die Übersicht im fertigen Spiel keine Probleme mehr macht. Optimal gelöst sind die hektischen Gruppenkämpfe aber dennoch nicht.

Einer für alle, alle für einen

Ob nun in der Story oder in den Kämpfen: Das Hauptmotiv von Marvel's Guardians of the Galaxy ist der (manchmal fragile) Zusammenhalt innerhalb des Teams. Wenn ein Gegner mal zu hart ist, können wir als Star-Lord sogar mitten im Kampf ein Gruppengespräch anberaumen - in diesem "Huddle" können wir eine Motivationsrede, inklusive Dialogoption halten, um das Team anzufeuern. Wenn das klappt, bekommen alle Guardians einen Boost auf ihre Werte. Das kann aber auch ebenso fehlschlagen, was dann aber nicht zusätzlich bestraft wird.

Wir spielen zwar den Anführer, doch die restlichen Guardians lassen uns definitiv wissen, was sie von unseren Plänen halten. Wir spielen zwar den Anführer, doch die restlichen Guardians lassen uns definitiv wissen, was sie von unseren Plänen halten.

Dass wir als Mediator zwischen den Guardians auftreten oder auch selbst in Meinungsverschiedenheiten geraten können, zeigt sich in den Entscheidungen, die wir im Spielverlauf treffen müssen. In einem Beispiel finden wir in der verlassenen Nova Corps-Station einen Helm, über den Funksprüche laufen. Nun ist die Frage: Antworten wir via Funk und fragen, was los ist? Oder ignorieren wir die andere Fraktion, die wir hinsichtlich ihrer Gesinnung nicht einordnen können?

Die Guardians haben entsprechend ihre Meinungen dazu, die auch gegensätzlich sein können. Schlage ich mich also auf die Seite von Gamora? Oder halte ich mich an Rocket? So oder so können solche Gespräche für Spannung sorgen, die zeigen: Es ist nicht leicht, ein Anführer zu sein. Eine gute Idee, die aber inkonsequent wirkt und hauptsächlich für Atmosphäre sorgen soll, denn ganz egal wie wir uns entscheiden, das Ende wird für alle gleich ablaufen - wir erfahren vielleicht nur mehr über unsere Mitstreiter*innen.

Fanservice-Vollgas

Für alle Guardians lassen sich auch alternative Kostüme freischalten. Für alle Guardians lassen sich auch alternative Kostüme freischalten.

Was die Präsentation angeht, macht das neue Guardians of the Galaxy-Spiel einen guten Eindruck. Die Level und die Milano sind sehr detailliert, die Kämpfe sehen wuchtig aus und der obligatorische 80er Jahre-Soundtrack ist gespickt mit bekannten wie passenden Lizenz-Tracks wie beispielsweise Cars von Gary Numan. Auch die Sprecher machen ihren Job gut und treffen den Ton der oft sehr humorvollen Dialoge.

Dass Star-Lord und Co. nicht so aussehen wie ihre Kino-Vorlagen, könnte für manche Fans seltsam sein - das war auch bei Marvel's Avengers zu merken. Abseits von Peter Quill, der wirklich etwas langweilig aussieht, habe ich mich aber schnell an die neuen Designs der Guardians gewöhnt. Leichter wird das auch durch die freischaltbaren Skins, die teilweise tatsächlich den Look und das Outfit des ersten Kinofilms zitieren. An Fanservice wurde hier auf jeden Fall gedacht.

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