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Marvel’s Avengers im Test - Heldenhafte Kampagne mit Multiplayer-Grind

In Marvel’s Avengers versteckt sich eine gelungene Singleplayer-Kampagne und ein fragwürdiger Multiplayer-Modus. Wir klären, ob der Mix am Ende trotzdem noch Spaß machen kann.

von Hannes Rossow,
11.09.2020 17:00 Uhr

Die Geschichte von Kamala Khan steht bei Marvel's Avengers im Mittelpunkt. Die Geschichte von Kamala Khan steht bei Marvel's Avengers im Mittelpunkt.

Um Marvel's Avengers gab es lange Zeit etwas Verwirrung: Was für eine Art Spiel soll Crystal Dynamics' Superheldenprojekt denn nun werden? Wie wird das Koop-Gameplay funktionieren? Und ergibt ein Loot-System für die Avengers überhaupt Sinn? Ein paar dieser Fragen haben die zurückliegenden Beta-Wochenenden schon beantwortet. Das ganze Bild gibt es jetzt aber mit der Vollversion, die Besitzer der Deluxe-Edition bereits seit dem 1. September spielen können.

Im Grunde besteht Marvel's Avengers aus zwei recht unterschiedlichen Bestandteilen: einer klassischen Singleplayer-Kampagne, die komplett storybasiert ist, und einem Multiplayer-Part, der an Games as a Service-Titel wie Destiny oder Anthem erinnert. In diesem Test werden wir beide Elemente gesondert besprechen - einfach, weil sie derart verschieden sind.

Was interessiert dich an Marvel's Avengers?

Alles zur Kampagne: Mehr Story als gedacht

Dass Marvel's Avengers auch über einen reinen Singleplayer-Part verfügen wird, war zwar bekannt, dennoch ist es überraschend, wie umfangreich und aufwändig die Geschichte tatsächlich inszeniert ist. Mit knapp 15 Stunden Spielzeit wird uns eine vollwertige Kampagne geboten, die ebenso auch für sich allein hätte stehen können. Sie ist sehr viel mehr als nur eine kurze Einführung in die Geschichte oder grobe Überleitung in den Online-Modus.

Am sogenannten A-Day wird Kamala eingeladen, um ihre Fan-Fiction-Story zu präsentieren. Am sogenannten A-Day wird Kamala eingeladen, um ihre Fan-Fiction-Story zu präsentieren.

In den 16 großen Story-Missionen werden uns nicht nur nach und nach die sechs spielbaren Helden vorgestellt. Wir erfahren vor allem mehr über Bösewicht M.O.D.O.K. (Abkürzung für "Mental Organism Designed Only to Kill") sowie seine technikaffinen Faschisten von A.I.M. (Advanced Idea Mechanics), aber eben auch über die vielen Konflikte, die innerhalb der Avengers-Gruppe brodeln. Mehr als um das bloße Niederringen der Superschurken geht es in Marvel's Avengers nämlich um die Wiedervereinigung von Iron Man, Hulk und Co.

Achtung: Bugs und Glitches!
Schon die Beta von Marvel’s Avengers litt unter technischen Unsauberkeiten. Leider hat sich daran in der Launch-Version nichts geändert. Sowohl das Gameplay als auch die Zwischensequenzen stecken voller Probleme wie Framerate-Einbrüchen, Clipping-Fehlern, Texturen, die nicht laden und sogar unsichtbaren Charaktermodellen. Seit Launch hat Crystal Dynamics mit kleineren Updates wichtige Verbesserungen erreicht, wirklich beseitigt ist die Bug-Plage aber noch längst nicht. Daher ziehen wir von der finalen Wertung ein paar Punkte ab.

Wiedervereinigung deshalb, weil wir am dunkelsten Punkt in der Geschichte der Avengers einsteigen. Während des A-Days, einer Art Feiertag im Sinne der Superhelden, soll der Bevölkerung von San Francisco eine neue wissenschaftliche Errungenschaft vorgestellt werden. Plötzlich wird die Stadt aber angegriffen und die Avengers schaffen es nicht, das Schlimmste zu verhindern.

Der berühmte Helicarrier der Heldentruppe stürzt ab und reißt viele Menschen, unter anderem auch Captain America selbst, in den Tod. Dabei wird der von einem Terrigen-Kristall befeuerte Hauptreaktor des Schiffs zerstört, und Terrigen-Nebel freigesetzt - eine Substanz, die aus bestimmten Menschen "Inhumans" genannte Mutanten macht.

Die Trauer um Captain America reißt das Avengers-Team auseinander. Die Trauer um Captain America reißt das Avengers-Team auseinander.

Nach diesem Ereignis kippt die öffentliche Meinung und den Avengers wird die Schuld an den Geschehnissen gegeben. Das Team zerfällt, zerstreitet sich und taucht letztlich unter. In den fünf Jahren danach drängt sich die bereits erwähnte Organisation AIM in den Vordergrund, die den Hass auf die Avengers nur noch weiter schürt und zudem die Inhumans unterdrückt. An diesem Punkt tritt Kamala Khan auf den Plan.

Liebenswerte Heldentruppe

Auch wenn sich die Story von Marvel's Avengers tatsächlich, naja, um alle Avengers dreht, bekommen wir mit Kamala Khan dennoch eine richtige Protagonistin und Identifikationsfigur zur Seite gestellt. Die Teenagerin ist nicht nur ein gigantischer Fan von Captain America und Co., als betroffene Inhuman erlangt sie auch selbst Superheldenkräfte. Jetzt liegt es an ihr und ihren gummiartigen Extremitäten, die Mitglieder der Avengers ausfindig zu machen und davon zu überzeugen, wieder gemeinsam für die gute Sache zu kämpfen.

Kamala führt sehr gut durch die Geschichte, da sie als Außenseiterin (und Fangirl) leicht die Perspektive des Spielers bieten kann. Sie findet zu jedem Avenger ihre eigene Chemie und es fällt leicht, sie ins Herz zu schließen. Aber auch der Rest der Truppe und sogar die Antagonisten sind allesamt interessant in Szene gesetzt und ich war bis zum Schluss in die Geschichte investiert und wollte genau wissen, wie es mit den Charakteren weitergeht.

Die Gummi-Fähigkeiten von Kamala eignen sich perfekt für Kämpfe auf mittlere Distanz. Die Gummi-Fähigkeiten von Kamala eignen sich perfekt für Kämpfe auf mittlere Distanz.

Die Entwickler von Crystal Dynamics nehmen sich Zeit für die Kampagne und geben uns Gelegenheit, jeden Helden in einer Reihe eigener Missionen kennenzulernen. Der Fokus bleibt aber bis zum Schluss auf Kamala und ihrer Erkenntnis, was es bedeutet, eine Inhuman zu sein und das Gefühl zu haben, dazuzugehören. Die Kampagne von Marvel's Avengers ist überraschend menschlich und auch wenn es über die Spielzeit verteilt natürlich viele große Action-Spektakel gibt, finden sich ebenso oft ruhige und auch rührende Momente.

Gute Missionen vs. schlechte Missionen

Wenn es um das Gameplay der Kampagne geht, trifft Marvel's Avengers aber nicht immer den richtigen Ton. Die verschiedenen Story-Missionen bestehen nämlich entweder aus gesonderten Kampagnenmissionen, die es so im Multiplayer-Part gar nicht gibt, und den Warzone-Aufträgen, die wir bereits aus der Beta kennen. Der qualitative Unterschied zwischen diesen Teilen der Kampagne ist spürbar und leider gar nicht mal so klein.

Thor stößt erst recht spät zur Truppe, ist aber eine wertvolle Ergänzung. Thor stößt erst recht spät zur Truppe, ist aber eine wertvolle Ergänzung.

Die reinen Story-Missionen bieten lineare Levelabschnitte, die allein für die Kampagne und deren Dramaturgie gebaut sind. Am ehesten erinnert Marvel's Avengers hier noch an große Action-Adventures wie Uncharted 4 oder eben die jüngeren Tomb Raider-Teile. Hier ist die Handschrift von Entwickler Crystal Dynamics am deutlichsten zu erkennen. Das Gameplay wechselt von Erkundung zu Platforming, von beiläufigen Unterhaltungen zu kleineren Kämpfen und von Zwischensequenzen zu Bossbegegnungen.

Die Kampagne bietet in diesen Momenten jede Menge Abwechslung und wirkt oft wie ein eigenständiges Spiel, dass dem Rest von Marvel's Avengers beiliegt. Ist aber eine Warzone-Mission an der Reihe, ändert sich die Richtung schlagartig. Hier bekommen wir dann einen Vorgeschmack auf den Multiplayer-Part, der zu einem Großteil nur aus Kämpfen besteht. Die Geschichte wird kaum vorangebracht und es geht lediglich darum, das primäre Missionsziel abzuschließen und nebenher die relativ gleichförmige Roboter-Armee von AIM abzuwehren.

Kampfsystem mit Action-Einheitsbrei

Und leider sind es gerade die Kämpfe in Marvel's Avengers, in denen dem Spiel am schnellsten die Luft ausgeht. Der Eindruck aus der Beta bestätigt sich auch im fertigen Spiel. Obwohl jeder der sechs Helden über zehn verschiedene Talentbäume verfügt, die teilweise auch neue Attacken freischalten, ufern die allermeisten Gefechte in eintönige Nahkampfkombo-Happenings aus. Die Takedowns, die benommene Gegner eindrucksvoll ausschalten können, sind zwar hübsch anzusehen, wiederholen sich aber viel zu oft.

Die Kämpfe in Marvel's Avengers sind oft schick inszeniert, werden aber schnell repetitiv. Die Kämpfe in Marvel's Avengers sind oft schick inszeniert, werden aber schnell repetitiv.

Dass sich die Kämpfe im Spiel fast immer gleich anfühlen, wird auch durch die sechs spielbaren Helden selbst unterstrichen. Trotz ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten spielt sich Black Widow beispielsweise nicht viel anders als Hulk. Auf leichte Angriffskombos folgt hier und da eine schwere Attacke, wenn Schilde gebrochen werden müssen, und sogar beim Fernkampf ist zwischen Thors Hammerwurf oder Kamalas Gummifaust kein allzu großer Unterschied spürbar.

Ein Funken von Einzigartigkeit kommt allein durch die Fortbewegung der Helden ins Spiel. Während Iron Man und Thor durch die Lüfte fliegen, können sich Kamala und Black Widow durch die Gegend schwingen. Sobald es aber zum Kampf kommt, spielt das nur noch eine untergeordnete Rolle und im hektischen Action-Chaos wird größtenteils blind auf die Gegnermengen eingedroschen.

Spezialfähigkeiten wie der Laser-aus-der-Brust-Strahl von Iron Man sind zwar auch individuell, aber lange Cooldown-Zeiten führen dazu, dass die Standardangriffe den Unterschied machen. In den Kampagnenmissionen sind die Kämpfe aber nur ein Element von vielen, und da fällt es leichter, fehlende Abwechslung in Kauf zu nehmen. Im Rest des Spiels kommt hingegen schnell die Frage auf, wie langfristig die actionreichen, allerdings doch recht eintönigen Kämpfe vor allem im Multiplayer wirklich motivieren können.

Looten, Leveln und mehr

In Sachen Charakterfortschritt bietet die Kampagne bereits alles, was auch den Kern der Multiplayer-Missionen ausmacht. Neben den klassischen Leveln, die die Helden durch das Sammeln von Erfahrungspunkten erreichen und damit Fähigkeitspunkte für die Talentbäume freischalten, gibt es die viel wichtigere Kraftstufe. Vergleichbar mit dem Gear Score von The Division 2 steigern wir den allgemeinen Ausrüstungswert durch das Finden und Anlegen neuer Loot-Gegenstände.

Wer seine Helden optisch anpassen möchte, muss Geduld mitbringen - oder Echtgeld zahlen. Wer seine Helden optisch anpassen möchte, muss Geduld mitbringen - oder Echtgeld zahlen.

Wirklich entscheidend sind diese Mechaniken für die Kampagne aber kaum. Der Loot mit der höchsten Stufe wird angelegt, der Rest zugunsten von Ressourcen verschrottet und wenn genug davon da sind, wird die Ausrüstung eben aufgewertet. Da wir die Helden im Verlauf der Story aber ohnehin ständig wechseln und die Missionen im Schwierigkeitsgrad eher sanft ansteigen, können diese Punkte weitestgehend ignoriert werden.

Die Probleme dahinter werden im Multiplayer-Part allerdings schnell deutlich. Mehr dazu erfahrt ihr dann aber in unserer separaten Einschätzung, die mehr auf die Games as a Service-Mechaniken eingeht und Marvel's Avengers auf den langfristigen Spielspaß hin untersucht.

Vier Avengers müsst ihr sein

Der Multiplayer-Part von Marvel's Avengers funktioniert sehr viel anders als die klassische Story-Kampagne. Wer zu Beginn des Spiels direkt den Menüpunkt "Avengers-Initiative" auswählt, springt sogar an das Ende der Hauptstory und bekommt einen kurzen Abriss darüber, was in der Geschichte passiert. Aber um die Story geht es jetzt wirklich nur noch ganz am Rande.

Auf dem hauseigenen Helicarrier können wir Missionen annehmen, einkaufen und mit den Avengers-Kollegen plaudern. Auf dem hauseigenen Helicarrier können wir Missionen annehmen, einkaufen und mit den Avengers-Kollegen plaudern.

Wichtig sind hier nur noch die Koop-Einsätze, die wir mit bis zu drei anderen Spielern oder drei weiteren unserer eigenen KI-Helden absolvieren können. Der Ablauf ist immer derselbe: über den Einsatztisch (den wir auch in der Kampagne freischalten) wechseln wir zwischen fünf verschiedenen Regionen der Welt sowie unserem Avengers-Helicarrier, der auch hier als Hub-Welt dient. In jeder dieser Regionen stehen dann mehrere Missionstypen zur Auswahl.

Multiplayer-Baukasten für Einsteiger

Obwohl es aber eine Reihe verschiedener Arten von Online-Einsätzen gibt, wiederholen sich Missionsstrukturen sehr häufig. Wirkliche Unterschiede zwischen den Missionen findet man eher in Sachen Umfang und Story-Komponente. Am häufigsten werdet ihr in den sogenannten Warzones unterwegs sein, die schon in der Beta anspielbar waren. Warzones sind weitläufige Areale, die sich frei erkunden lassen und sowohl optionale als auch verpflichtende Missionsziele bieten.

Mal müssen wir Shield-Agenten beschützen, mal in eine AIM-Anlage eindringen, dabei jedoch immer gegen die nicht gerade abwechslungsreiche Roboterarmee antreten. Vor allem aber hinsichtlich der optionalen Ziele, die als Fragezeichen in der Umgebung angezeigt werden, wird schnell klar, wie viele recycelte Inhalte in Marvel's Avengers stecken. Wiederholung steht hier nämlich an der Tagesordnung.

Egal ob nun Stadt, Wüste oder Tundra - die Umgebungen bieten kaum Abwechslung. Egal ob nun Stadt, Wüste oder Tundra - die Umgebungen bieten kaum Abwechslung.

So gibt es hin und wieder verschlossene Gebäude, die sich nur über Druckplatten oder Aktivierungspunkte öffnen lassen. Diese müssen erst ausfindig gemacht werden, bevor es an die Belohnung hinter der Tür geht. Letztlich gibt es aber nur drei oder vier Varianten, auf welche Art diese Punkte in der Spielwelt versteckt sind. Wer also eine handvoll Missionen gespielt hat, die in der größten Variante etwa 25 Minuten verschlingen, dem wird alles sehr schnell bekannt vorkommen.

Moment, war ich hier nicht schon einmal?

Dass sich die Missionen austauschbar anfühlen, wird durch den Baukasten-Charakter des Leveldesigns noch verstärkt. Jede Region hat eine bestimmte Klimazone sowie eine Reihe meist AIM-typischer Gebäude. Letztere werden pro Mission ein bisschen durchgemixt und mit anderen Gegnern bestückt, fertig ist die neue Mission. Oft gab es während des Tests sogar mehrere (unterschiedliche) Missionen hintereinander, in denen ich die exakt gleichen Bereiche erkunden musste.

Für ein bisschen Abwechslung sorgen die Schurkensektoren und die Shield-Bunker, die mit einem Bosskampf beziehungsweise einer Art Horde-Modus aufwarten. Aber auch hier werden die handvoll Bosse aus der Kampagne aufgewärmt und mit Gegnerwellen kombiniert, die ebenfalls keinerlei Überraschungen bieten. In den "Ikonischen Missionsreihen", die kleine Geschichten zu einem bestimmten Helden erzählen, passiert spielerisch zwar auch nichts Neues, aber immerhin gibt es ein paar Story-Schnipsel zu ergattern.

Es gibt nur eine handvoll Bossgegner in Marvel's Avengers, die wir im Multiplayer mehrfach bekämpfen müssen. Es gibt nur eine handvoll Bossgegner in Marvel's Avengers, die wir im Multiplayer mehrfach bekämpfen müssen.

Wo in der Kampagne also noch das Pacing gestimmt hat, und sich Kämpfe mit Story und Erkundung abgewechselt haben, wird in den Multiplayer-Missionen zu 90 Prozent in nahezu identischen Umgebungen gekämpft. Wer hier dauerhaft die Motivation halten will, muss sich darauf konzentrieren, seine Helden aufzubauen und zu verbessern.

Mehr Moves, mehr Spaß

Der Charakterfortschritt in Marvel's Avengers ist nicht an einen Hauptcharakter gebunden, sondern verteilt sich auf alle (zum Launch verfügbaren) sechs Helden. Jeder Avenger hat dabei seine eigene Heldenstufe, die sich mit dem Sammeln von Erfahrungspunkten füllt. Die gibt es - ganz klassisch - für das Besiegen von Gegnern und Abschließen von Missionen. Je nachdem, wen ihr also lieber spielt, habt ihr dann einen Level 50-Thor und einen Level 6-Hulk im Team.

Wer Fähigkeitspunkte hat, hat in Marvel’s Avengers auch die Qual der Wahl. Wer Fähigkeitspunkte hat, hat in Marvel’s Avengers auch die Qual der Wahl.

Für jeden Levelaufstieg gibt es Fertigkeitspunkte, die in zwölf verschiedenen Talentbäumen investiert werden können. Hier lassen sich dann neue Nahkampf- und Fernkampfkombos freischalten oder auch bestehende Fertigkeiten verbessern, etwa über längere Wirkungsdauer von Buffs. Dadurch wächst mit der Zeit das verfügbare Move-Set der Helden, was die Kämpfe im späteren Spielverlauf tatsächlich auch interessanter macht.

Viel wichtiger als die Heldenstufe ist aber die Kraftstufe, die die Gesamtstärke der Superhelden beschreibt. Ähnlich wie das Power-Level aus Destiny 2 setzt sich die Kraftstufe aus den individuellen Kraftstufen der findbaren Lootgegenstände zusammen, die Gegner fallen lassen oder als Missionsbelohnungen in unserem Inventar landen. Leider ist das Lootsystem aber alles andere als interessant.

Loot ohne Gefühl

Schon in meinem Beta-Fazit hatte ich das Lootsystem als unbefriedigend beschrieben, auch im fertigen Spiel hat sich daran leider nichts geändert. Es bleibt dabei, dass die Ausrüstungsgegenstände abseits ihrer Kraftstufe nahezu unsichtbar bleiben. Es werden zwar auch Attribute wie Macht, Tapferkeit oder Befähigung verbessert, doch deren Bedeutung ist nur schwer nachvollziehbar und am Ende landet alles in großen Statistik-Pools wie Nahkampfwertung, Verteidigungswertung & Co.

Thor legt sich in Sachen Loot sogar Brustplatten an, einen optischen Unterschied macht das aber nicht. Dafür gibt’s mehr “Tapferkeit” und mehr “Intensität”. Thor legt sich in Sachen Loot sogar Brustplatten an, einen optischen Unterschied macht das aber nicht. Dafür gibt’s mehr “Tapferkeit” und mehr “Intensität”.

Je besser die Gegenstände, desto stärker der Held. Das war es dann aber auch schon, denn ein Unterschied ist nicht zu sehen oder zu spüren, wenn wir angelegte Gegenstände austauschen. Das liegt nicht zuletzt am teils abstrakten Charakter des Loots, bei dem oft unklar bleibt, was das alles überhaupt darstellen soll. So gibt es bei Hulk einfach nur eine "Komponente", die als Bild dessen Brustkorb zeigt. Was also soll ich von dieser Ausrüstung erwarten?

Im Spiel selbst gibt es allerdings recht viel Loot zu finden, immer in den üblichen Seltenheitsstufen. Ein bisschen Reiz hat das Sammeln und Anlegen zwar trotzdem, doch die große Befriedigung, endlich eine legendäre Waffe oder eine epische Rüstung erhalten zu haben, bleibt komplett aus. Das liegt auch daran, dass der Loot keinerlei Einfluss auf das Aussehen unserer Avenger-Superstars hat.

Superhelden-Modenschau mit Wartezeit

Wer Kamala, Iron Man und Co. individualisieren möchte, ist komplett auf fertige Skins angewiesen, die aus der Comic-Historie der Marvel-Helden zusammengesammelt sind. Die Outfits lassen sich dabei auf verschiedenste Weisen freischalten. Mal gibt es eine Skin für einen Levelaufstieg, mal können wir gefundene "Muster" im Hub-Bereich analysieren lassen und so neue, kosmetische Items verfügbar machen. Am meisten zu holen gibt es aber über die Battle Pass-artigen Herausforderungskarten. Davon hat jeder Held seine eigene und wir können je nach abgeschlossener Stufe Belohnungen einsacken.

Der Marktplatz ist für alle, die keinen Bock auf Kosmetik-Grind haben. Der Marktplatz ist für alle, die keinen Bock auf Kosmetik-Grind haben.

Der Fortschritt funktioniert allerdings nur über den Abschluss täglicher und wöchentlicher Herausforderungen, die entsprechend gezielte Aktivitäten erfordern. Insgesamt dauert es recht lang, um auf der Herausforderungskarte voranzukommen, was etwas mühsam ist. Schneller geht es über die Händler im Spiel, die ebenfalls Outfits verkaufen. Aber trotz dem Abschluss der Kampagne und intensiven Ausflügen in den Multiplayer-Part fehlt mir noch immer das Geld für eine einzige, legendäre Skin.

Es gibt außerdem Mikrotransaktionen in Marvel's Avengers. Über den Marktplatz können wir besondere Outfits, Emotes oder Namenschilder (eine Art Deko für das Heldenprofil) mit Credits kaufen. Credits sind die Premiumwährung von Marvel's Avengers, die es nur mit Echtgeld zu kaufen gibt. Es bleibt also alles kosmetischer Natur. Angesichts der langwierigen Arbeit, coole Skins auf dem normalen Weg zu bekommen, drängt sich die Monetarisierungsabsicht trotzdem sehr stark auf.

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