Meine Lieblingsheldin stammt aus Hollow Knight und will mich umbringen

Hollow Knight ist eines der Lieblingsspiele unseres Autors Erik Körner. Von allen Figuren des Spiels hat es ihm Hornet am meisten angetan, obwohl sie ihn zuerst aufspießen wollte.

von Erik Körner,
31.07.2021 18:00 Uhr

Erik kann es kaum noch abwarten, bis er in Silksong eine seiner liebsten Heldinnen spielen darf. Erik kann es kaum noch abwarten, bis er in Silksong eine seiner liebsten Heldinnen spielen darf.

Mein derzeit meist erwartetes Spiel ist Hollow Knight: Silksong. Das liegt nicht nur daran, dass sein 2017 erschienener Vorgänger in Rekordzeit zu einem meiner Lieblingsspiele wurde.

Genauso wichtig ist: Dieses Mal wird Hornet die Protagonistin sein. Sie war zuvor eine Unterstützerin eines kleinen Ritters auf seiner gefährlichen Reise durch das gefallene Königreich Hallownest. Zumindest gegen Ende des Spiels. Vorher wollte sie ihn aufspießen. Doch deswegen habe ich Hornet in mein Herz geschlossen.

Das mieseste erste Date jemals

Mit unserem kleinen Ritter treffen wir auf Hornet bereits sehr früh im Spiel, im Dickicht der Waldregion Greenpath. Bevor sie ihre zur Waffe umfunktionierte Nadel gegen ihn erhebt, meint sie kryptisch: "Dieses alte Königreich… Etwas Schreckliches wartet. Ich kann es riechen."

Schon im nächsten Moment beginnt ein schwieriges Duell, denn Hornet ist so flink wie aggressiv - kein Vergleich zu den behäbigen Tutorialbossen. Ich gewinne nur knapp, mit Schweiß auf der Stirn und rasendem Herzen. Der Stress schlägt jedoch schnell in Neugier um. Was sollte der Angriff? Und was heißt "Etwas Schreckliches wartet"?

Im Kampf zeigt Hornet keine Gnade. Im Kampf zeigt Hornet keine Gnade.

Vor dem Kampf bin ich ziellos durch Hallownest gestolpert. Ich wusste nicht, weshalb das Königreich in Ruinen liegt, wie ich hergekommen bin und was überhaupt meine Aufgabe ist. Jetzt hat meine Reise zumindest ein klares Ziel. Ich möchte Hornet wiedersehen und Antworten finden.

Ich mache aus Tod eine Tugend

Ich beginne, selbst den letzten staubigen, bröckelnden Winkel Hallownests zu inspizieren, in der Hoffnung, erneut ihren Weg zu kreuzen.

Dabei lerne ich einen Haufen neuer Fähigkeiten, wie einen Doppelsprung oder einen Walljump. Sie erlauben mir, bisher unerreichbare Areale zu betreten und laden zu einem zweiten Besuch bekannter Gebiete ein. Vielleicht finde ich dort ja weitere Geheimnisse.

Obendrein prügle ich mich mit mehreren schwierigen Bossen und finde mächtige Zauber, die meine Überlebenschancen in dieser gefährlichen Welt drastisch erhöhen. Ich merke, Hollow Knight hat mich in seinen Bann gezogen. Dank einer Frau, die mich wohl umbringen will.

Hornet ist zu stolz, um nach Hilfe zu fragen

Mein Interesse an Hornet treibt mich also voran. In mein Herz schließe ich sie aber endgültig, als ich sie endlich wiedersehe. Denn mit jedem weiteren Gespräch wird deutlich: Sie braucht mich, aber weigert sich, einfach um Hilfe zu bitten.

Erik Körner

Erik Körner
@snoopykoira

Würde Breath of the Wild nicht existieren, wäre Hollow Knight definitiv mein Spiel des Jahres 2017 gewesen. Mittlerweile warte ich sehnsüchtiger auf das Veröffentlichungsdatum vom Nachfolger, Hollow Knight: Silksong, als darauf, meine Freund*innen nach der Pandemie wiederzusehen (sorry!).

So kommt's: Während Hornets Kindheit hat eine mysteriöse Infektion Hallownest befallen und droht jetzt, auch die Ruinen des Landes zu verschlingen. Hornet möchte ihre Heimat beschützen, schafft es aber nicht allein. Mit meiner Hilfe könnte es gelingen.

Das realisiert sie nach meinem Sieg in Greenpath. Mit ihrem Angriff wollte sie nämlich prüfen, ob ich die Stärke besitze, die Infektion samt ihrer Wurzel auszurotten. Später kämpfen wir erneut, im Ascheregen von Kingdom's Edge. Sicher ist sicher.

Das war's Wert

Ich weiß, im realen Leben ist es eine grauenvolle Eigenschaft, so viel sturen Stolz wie Hornet zu haben. Doch in Videospielen liebe ich es. Andere Titel hätten mich wahrscheinlich früh als starken Helden dargestellt, den die Bevölkerung der Spielwelt auf Knien anbettelt, den drohenden Weltuntergang zu stoppen.

Darauf verzichtet Hornet. Ich muss ihr in zwei harten Duellen beweisen, dass ich die Verantwortung für Hallownests Zukunft tragen kann und die Heldenrolle verdiene. Alles andere hätte ihrem Charakter widersprochen.

Ihr könnt euch nicht mein Lächeln vorstellen, als ich Hornet nach meiner 40-stündigen Reise ein letztes Mal sehe und sie sagt: "Ich bin beeindruckt, kleiner Geist. Du hast die Bürde des Schicksals dieser Welt übernommen und dennoch hast du ihr standgehalten." Noch nie war es ein Kompliment so Wert, beinahe abgestochen zu werden.

Dieser Artikel ist Teil unserer Held*innen-Themenwoche, die noch bis zum 8. August 2021 läuft und euch täglich spannende neue Artikel rund um das Thema Videospiel-Charaktere präsentiert. Alle Artikel zur Held*innen-Themenwoche auf GamePro.de findet ihr hier in der Übersicht.

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