Nintendo hat der Switch 2 ein geniales TV-Feature verpasst - und es direkt besser gemacht als Sony bei der PS5

Mit Firmware 23.0.0 hat Nintendo der Docking Station nach über einem Jahr VRR-Support spendiert. So gut ist die neue Funktion.

Eigentlich ein ziemlich unfairer Kampf, aber in einem Punkt ist die Switch 2 jetzt technisch der PS5 Pro überlegen. Eigentlich ein ziemlich unfairer Kampf, aber in einem Punkt ist die Switch 2 jetzt technisch der PS5 Pro überlegen.

Im Hinblick auf die TV-Features ist die Switch 2 der PS5 gar nicht so unähnlich: Auch bei Sony gab es damals zum Launch keine VRR-Funktion, obwohl die Technik für flüssigere Spieledarstellungen bereits bei vielen Fernsehern zu finden war. Bei der Sony-Konsole dauerte es 21 Monate, bis das Feature letztendlich nachgereicht wurde, bei der Switch 2 jetzt immerhin nur 15 Monate.

Ein kleiner Zeitvorteil also für Nintendo, aber auch bei der Art und Weise, wie die Funktion verbaut wurde, gibt es einige größere Unterschiede, die ihr wissen solltet.

Besserer Support für 60 Hertz-Fernseher

Mit dem Update auf Firmware 23.0.0 wurde gleichzeitig eine Aktualisierung der Switch 2-Docking Station veröffentlicht, die den TV-Modus um Variable Bildfrequenzen (Variable Refresh Rates; kurz VRR) erweitert:

Was bringt die Funktion? VRR synchronisiert die Bildfrequenz eures TVs mit der Bildausgabe der Konsole. Soll heißen: Jeder Frame, der vom Switch 2-Chip gerendert wird, wird auch sofort zum Fernseher geschickt. Das Display schaltet dann umgehend auf das neue Bild um, muss es also nicht in einem festen 60 beziehungsweise 120 Hertz-Rhythmus verteilen.

Bei einer festen Bildrate müssen diese 60 oder 120 Bilder pro Sekunde ohne VRR nämlich irgendwie aufgefüllt werden und das wird über Duplikate gemacht. Durch die ungleichen Abstände entstehen dann wahrnehmbare Ruckler, so wie wir sie seit Jahrzehnten kennen.

Video starten 45:49 Ist die Switch 2 endlich ihr Geld wert?

Wird bei dem Auffüllvorgang nicht darauf geachtet, dass stets ein voll gerenderter Frame zur Verfügung steht, schieben sich zudem halb gerenderte Bilder ineinander, ein Effekt, den wir als Tearing kennen.

VRR verhindert Tearing vollständig, da immer der volle Frame zum TV geschickt wird. Zusätzlich wirkt die Bilddarstellung ein gutes Stück flüssiger, da die Abstände zwischen einzelnen Frames nicht so groß ausfallen wie bei statischen Bildfrequenzen.

Ein Beispiel von Tearing in Crimson Desert. Den Kumpanen da vorn hat es direkt mal in zwei Teile zerlegt. Ein Beispiel von Tearing in Crimson Desert. Den Kumpanen da vorn hat es direkt mal in zwei Teile zerlegt.

Das macht die Switch 2 besser als die PS5

VRR kann nicht in jeder beliebigen Bildfrequenz laufen, sondern benötigt einen bestimmten Rahmen, den euer TV vorgibt – also 60 oder 120 Hertz im Verbund mit Konsolen. Bei einem 60 Hertz-Display gibt es eine untere Grenze für VRR, um störendes Bildflackern in ganz niedrigen fps-Regionen zu vermeiden.

Während die PS5 bei 48 fps abriegelt, geht die Switch 2 – genau wie die Xbox-Konsolen seit der One S/One X – auf bis zu 40 fps runter. VRR kann seine Vorteile also auch auf älteren Fernsehern mit 60 Hertz-Displays ausspielen.

Beziehungsweise spielt dieser Bereich auch bei 4K-Bildschirmen eine wichtige Rolle, da die Switch 2 kein 4K bei 120 Hertz ausgeben kann, sondern maximal 1440p bei 120 Hertz. Auch wenn ihr in 4K dann auf 60 Hertz eingeschränkt seid, erscheinen die Spiele bis 40 fps runter flüssiger.

Mit 120 Hertz gibt es diese fps-Untergrenze indirekt nicht

Bei 120 Hertz-Displays sorgt die sogenannte Low Framerate Compensation dafür, dass dem Display eine höhere Framerate vorgetäuscht wird, als tatsächlich anliegt. Beherrscht ein Bildschirm VRR von 48 bis 120 Hertz und die Bildwiederholrate des Spiels fällt zum Beispiel auf 37 fps, dann werden die Frame doppelt ausgespielt, was vom TV als 74 fps wahrgenommen wird. Und damit liegt das Spiel dann wieder im VRR-Bereich von 48 bis 120 Hertz.

Das sind die technischen Limitierungen von Nintendos VRR-Funktion

Wir haben die VRR-Funktion auf zwei Bildschirmen getestet: Einem Samsung S90C-QD-OLED von 2023 und einem LG G850A-IPS-Monitor von 2025. Beide Displays verfügen über HDMI 2.1-Anschlüsse, aber dennoch war baubedingt bei 48 fps Schluss mit der VRR-Darstellung in 4K bei 60 Hertz.

Laut John Linneman von Digital Foundry sind aber wie bereits erwähnt bis zu 40 fps auf Fernsehern möglich, die das auch unterstützen. Wir haben auch noch ein paar Videos von Nutzer*innen entdeckt, die das untermauern.

Es hängt also maßgeblich von eurem Bildschirm ab, wie tief ihr beim 60 Hertz-VRR gehen könnt.

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Besitzer*innen von HDMI 2.0-Geräten schauen in Sachen VRR zudem komplett in die Röhre: Das Switch 2-Dock nutzt über seinen HDMI 2.1-Port, genau wie die PS5, den VRR-Standard des HDMI-Forums. Und der setzt HDMI 2.1 zwangsläufig voraus.

Zudem gibt es wohl noch Probleme mit Fernsehern und AVR-Receivern, die eine 1440p-Auflösung im Zusammenspiel mit 120 Hertz, VRR und HDR nicht verarbeiten können. Entsprechende HDMI-Daten (Extended Display Identification Data; kurz EDID) müssen im jeweiligen Gerät hinterlegt sein, das kann zum Glück aber auch per Firmware-Update nachgepatcht werden.

Nur ein Spiel kann bisher mit VRR genossen werden

Schaltet ihr VRR auf der Switch 2 ein, wird das ausgehende TV-Signal systemweit darauf umgestellt. Falls ihr Backlight Strobing/Black Frame Insertion nutzt, um eine bessere Bewegungsklarheit bei LCD-Bildschirmen zu erreichen, wird das also zu Gunsten von VRR abgeschaltet.

Beides zusammen funktioniert bisher lediglich am PC mit Nvidia Pulsar-Technologie.

Außerhalb der Nutzer*innenoberfläche hat VRR auf der Switch 2 aber bisher keinen Effekt. Alle Spiele, die wir probiert haben, liefen weiterhin in ihren statischen 60 beziehungsweise 120 Hertz-Signalen. Sie müssen also erst für VRR gepatcht werden.

Resident Evil: Requiem ist eines der von uns getesteten Spiele, ohne Patch verharrt das Spiel aber bei einer festen Bildfrequenz von 60 Hertz. Die Anzeige sollte sich aber ändern, da es in der Szene sichtbar ruckelt. Resident Evil: Requiem ist eines der von uns getesteten Spiele, ohne Patch verharrt das Spiel aber bei einer festen Bildfrequenz von 60 Hertz. Die Anzeige sollte sich aber ändern, da es in der Szene sichtbar ruckelt.

Und das hat Nintendo bislang lediglich bei einem Spiel gemacht, nämlich der Welcome Tour. Dort ist die VRR-Tech-Demo im Bereich H aktualisiert worden, damit sie auch im TV-Modus funktioniert. In der Demo lässt sich händisch die fps-Zahl und somit die Bildfrequenz des TV verschieben. Bisher war das lediglich im Handheld möglich, das Display unterstützt dort nämlich schon immer VRR.

Die sich drehende Switch 2 erscheint bei ungewöhnlichen Werten wie 78 fps mit VRR flüssiger als bei schwankenden Framerates in einem festen 120 Hertz-Signal. Links oben bestätigt die fps-Anzeige des Monitors die Framerate. Die sich drehende Switch 2 erscheint bei ungewöhnlichen Werten wie 78 fps mit VRR flüssiger als bei schwankenden Framerates in einem festen 120 Hertz-Signal. Links oben bestätigt die fps-Anzeige des Monitors die Framerate.

Spiele mit wackeligen Framerates, etwa Cyberpunk 2077 im 40 fps-Performance Modus, Resident Evil Requiem und The Duskbloods, könnten künftig aber mit der Funktion kompatibel sein und somit ihre Framerate-Schwankungen im TV-Modus ausgleichen. VRR ist zwar kein Allheilmittel bei fps-Drops, sie bleiben für viele Spieler*innen also immer noch wahrnehmber, werden aber deutlich abgeschwächt.

Zudem gibt es einen Hinweis darauf, darauf dass noch weitere Schalter hinzugefügt werden könnten. Der neue Menüeintrag führt nämlich in ein komplettes Untermenü, in dem aber bisher lediglich eine Option erreichbar ist.

Es könnte also durch aus sein, dass irgendwann alle Spiele mit VRR gezockt werden können, genau wie auf der PS5 und den Xbox-Konsolen. Und das wäre mal wirklich ein gewaltiger Bonus!

Welches Spiel braucht eurer Meinunung nach unbedingt VRR-Support?


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