Elden Ring Tarnished Edition im Switch 2-Test: Das Open World-Grafikmonster ist zu viel für die Nintendo-Konsole

FromSoftwares Open World-Hit hat bisher jede Konsole ins Schwitzen gebracht – und die Switch 2 ist keine Ausnahme.

Unsere Unbefleckte zieht es ins Zwischenland. Kann die Switch 2 ihr standhalten? Unsere Unbefleckte zieht es ins Zwischenland. Kann die Switch 2 ihr standhalten?

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Für FromSoftware hätte es mit Elden Ring nicht besser laufen können: Über 30 Millionen mal verkaufte sich das gigantische Open World-Rollenspiel seit Release, es hagelte tonnenweise Game of the Year-Auszeichnungen und auch der große DLC Shadow of the Erdtree kam ausgezeichnet bei Fans und Kritiker*innen an.

Nun verschlägt es die Tarnished auf die Switch 2 – ganze 23 Jahre, nachdem das japanische Hit-Studio zum letzten Mal ein Spiel für eine Nintendo-Konsole in Form des Monster-Collectors Lost Kingdoms 2 herausbrachte. Schon allein aufgrund der schieren Größe des Spiels – und auch der technischen Probleme der bisherigen Umsetzungen – stellte sich die Frage, wie gut sich Elden Ring auf der Switch 2 schlagen wird.

Und sagen wir mal so: Wo viel Licht ist, ist auch jede Menge Schatten.

Elden Ring ist auch auf der Switch 2 ein unheimlich gutes Open World-Action-RPG

Das Positive vorweg: Elden Ring ist auf der Switch 2 inhaltlich wie spielerisch völlig deckungsgleich mit allen anderen Versionen.

Ihr bereist also die weiten Steppen, Sümpfe und Plateaus des Zwischenlands, ringt Riesen, Drachen und letztendlich auch Götter nieder, levelt euren Charakter sowie eure Waffen und Zauber hoch, und deckt auf, was es mit der royalen Familie um Königin Marika, aber auch dem gülden über alles thronenden Eldenbaum auf sich hat.

Video starten 9:41 Ganz neues Gameplay und Infos kurz vor Release - Elden Ring in 10 Minuten

In der Tarnished Edition ist natürlich das Hauptspiel enthalten, das an sich schon über 100 Stunden Spielzeit liefert, aber auch das Shadow of the Erdtree-Addon mit einem komplett neuen Spielareal und neuen Inhalten, die euch locker weitere 40 Stunden unterhalten. Obendrauf gibt es noch als kleinen Bonus das Tarnished Pack, das ein paar zusätzliche Inhalte liefert:

  • 2 neue Startklassen:
    • Schwerer Ritter (ist mit einem riesigen Großschwert und einer dicken Panzer-Rüstung ausgestattet)
    • Idus-Ritter (kommt mit guten Kampfwerten und einem schnellen Schwert)
  • 4 neue Rüstungs-Sets
  • 3 Skins für Sturmwind, unser jederzeit rufbares Spektralross

Für den GamePro-Test sind wir mit dem Idus-Ritter nach Limgrave gestürmt und haben uns auf den Weg nach Schloss Sturmschleier, einem der im Vergleich zur offenen Welt linear gestalteten "Legacy"-Dungeons, gemacht. Mit ihrem clever ineinander verschlungenen, Dark Souls-typischen Level-Design sind diese besonderen Orte das klare Herzstück des Spiels, weshalb sich dort auch die schwersten und für die Handlung relevantesten Bosse aufhalten.

Unter anderem Margit, der auch auf der Switch 2 ein ganz schön heftiger Brocken für einen ersten, richtigen Boss ist. Argh!

Margit ist ein grimmiger Sack... und gibt unfassbar auf die Kauleiste. Margit ist ein grimmiger Sack... und gibt unfassbar auf die Kauleiste.

Zudem haben wir uns die kleineren Dungeons von Limgrave angeschaut, um stärkere Waffen zu entdecken und sie aufzuwerten, Zauber und Geisterbeschwörungen zu erlernen und unseren Build nach und nach auszubauen. Die Startklassen in FromSoftware-Spielen sind dabei nur grobe Richtungsempfehlungen für die ersten paar Stunden, entscheidend ist aber, wie wir uns danach ausrüsten und unsere Werte steigern.

Die spielerischen Unterschiede durch das Tarnished Pack sind also vernachlässigbar, da sie schon nach kurzer Zeit keine wirklich Rolle mehr spielen.

Es gelten daher auch weiterhin die umfangreichen Einschätzungen, die wir euch damals zu Elden Ring und Shadow of the Erdtree gegeben haben:

Und die waren ziemlich eindeutig: Elden Ring sowie sein Addon sind spielerisch brillante Rollenspielmeisterwerke mit einer bis ins letzte Detail durchdachten Spielwelt und einer dichten Atmosphäre. Die Tarnished Edition übernimmt diese Stärken, genau wie die gelungene Optik der bisherigen Fassungen.

Wobei es auf der Switch 2 aber noch ein paar Einschnitte in technischer Hinsicht gibt, die wir jetzt der Reihe nach durchgehen.

Die Tarnished Edition für die Switch 2 kommt nah an die PS4 Pro-Version heran

In Sachen Performance liegt die Switch 2 im TV-Modus in etwa zwischen einer PS4 Slim und einer PS4 Pro. Und das spiegelt sich auch in der Portierung von Elden Ring wider.

Im Vergleich zur PS4 Pro fallen beispielsweise ein paar Unterschiede auf, weshalb sich die Switch 2-Fassung hinter ihr platziert:

  • die Umgebungsschatten sind auf der PS4 Pro deutlicher ausgeprägt, auf der Switch 2 wirken sie zum Teil ziemlich blass und flimmern auch mal grobschlächtig
  • die Vegetation ist weniger dicht
  • der Detailgrad von Felsen, Ruinen und Co. wurde reduziert
  • die Beleuchtung ist etwas flacher
  • ferne Objekte wie Bäume und Gebäude werfen keine oder nur sehr unpräzise Schatten
  • Texturen wirken gröber und unschärfer
Switch 2 PS4 Pro Switch 2 PS4 Pro

Links unten im Bild fallen beispielsweise die zusätzlichen Gräsern und Farnen in der Nähe auf, genau wie rechts unten im Bild. Rechts am Wald ist außerdem zu erkennen, dass Schatten an Büschen auf Distanz nicht mehr dargestellt werden.

Der Switch 2 ist das leichte Defizit bei der Grafikleistung rein optisch definitiv anzusehen und es zeigt sich auch bei der Auflösung: Auf der PS4 Pro läuft Elden Ring bei 1600 x 1800 Pixeln via Checkerboard Rendering während es auf der Switch 2 (genau wie bei der PS4 Slim) "nur" noch für 1920 x 1080 Pixel reicht.

Das Resultat davon ist, dass Kanten auf der Switch 2 eher zu Treppchenbildung und damit einem Flimmern neigen und der verwendete Skalierungsalgorithmus ein paar Artefakte zeigt, beispielsweise flackernde Schatten im blauen Nebel des Seenlandes von Liurnia.

Auf der PS4 Pro wirkt die Bildausgabe hingegen deutlich sauberer, trotz der höheren Pixelzahlen aber nicht wirklich schärfer, da die Kantenglättung auf der PlayStation ein ganzes Stück aggressiver agiert. Unter anderem wohl auch, um pixelige Farbsäume zu kaschieren, die bei einigen Objektkanten entstehen, um Rechenleistung zu sparen.

Auf der PS4 Pro gab es einige unschön aufgelöste Bildelemente, die sind auf der Switch 2 zum Glück nicht sichtbar. Auf der PS4 Pro gab es einige unschön aufgelöste Bildelemente, die sind auf der Switch 2 zum Glück nicht sichtbar.

Die Switch 2-Version zieht also in etlichen Punkten den Kürzeren, bringt aber auf dem Papier eine höhere Bildschärfe.

Und sie liefert trotz der visuellen Einbußen auf einem sehr ansprechenden Level ab: Dank der enormen Weitsicht bleibt man beispielsweise ständig an den gewaltigen Landschaftspanoramen kleben, und auch die Effekte, unter anderem bei feuerspeienden Drachen, funkensprühenden Schimmersteinzaubern und den goldenen Hammerattacken von Margit, wirken sehr hochwertig.

Im Kern hat uns die Grafikqualität von Elden Ring auch auf der Switch 2 überzeugt, allerdings hat sie einen hohen Preis.

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