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Nintendo Switch Sports im Test: Ein würdiger Wii Sports-Nachfolger

Der Nintendo-Meilenstein Wii Sports ist zurück, nur eben auf der Switch – und das mit neuen Sportarten und frischem Look. In unserem Test haben wir fleißig gesportelt, um herauszufinden, ob das reicht.

von Annika Bavendiek,
27.04.2022 15:00 Uhr

Nintendo Switch Sports im GamePro-Test. Nintendo Switch Sports im GamePro-Test.

Als Nintendo im Jahr 2006 zusammen mit der Wii das Sportspiel Wii Sports auf den Markt brachte, rüttelte das die Videospielwelt gehörig durch. Die innovative Bewegungssteuerung, gepaart mit einer simplen Sportspielesammlung, ließ sogar Oma und Opa den Controller schwingen. 16 Jahre später ist das kalter Kaffee, aber nach wie vor eine Erfolgsgeschichte, die wenig überraschend einen Switch-Nachfolger inspirierte: Nintendo Switch Sports, das in große Fußstapfen tritt, diese aber nur teilweise ausfüllen kann.

Hinweis: Zum Zeitpunkt des Tests stand uns der Online-Multiplayer samt Pro League und freischaltbarer Belohnungen nicht zu Verfügung. Unsere Erfahrungen basieren auf dem Singleplayer und lokalen Multiplayer-Matches. Das grundlegende Spielprinzip bleibt aber online gleich.

Ein guter Mix aus Alt und Neu

Wie schon auf der Wii, treten wir in Switch Sports per Bewegungssteuerung in einfach simulierten Sportarten gegeneinander an. Im hübschen und farbenfrohen Spocco Square Sportcenter warten reale und KI-Gegner in sechs Sportarten auf uns. Während wir Tennis, Bowling und Chanbara - eine Art Schwertkampf - bereits aus Wii Sports kennen, sind Fußball, Badminton und Volleyball neu dazugekommen.

Die Sportarten schwanken in ihrer Komplexität, sind aber mit ihrem Tempo zugänglich und getreu den Vorbildern so intuitiv umgesetzt, dass auch unerfahrene Personen schnell den Dreh raushaben.

Übung Gibt es ein Tutorial, bekommen wir es beim ersten Mal auch vor die Nase gesetzt.

Erklärung Die Erklärungen sind gut verständlich.

Training Im Anschluss warten dann kleine Trainingseinheiten auf uns.

Am falschen Ende gespart: Sollten doch mal Fragen aufkommen, helfen die gut gemachten Tutorials weiter – wenn es sie denn gibt. Denn nur Volleyball, Fußball und Chanbara werden genauer erklärt. So manche nützliche Information zum Rest der Disziplinen wird uns hingegen einfach vorenthalten. Wie wir zum Beispiel der Bowlingkugel einen Drall verpassen, mussten wir selbst herausfinden.

Tennis (1-4 Spieler*innen)

Wir schwingen den Joy-Con wie einen richtigen Tennisschläger und führen auf diese Weise einfache Schläge, aber auch Topspins, Slices und Lobs aus.

Wann und wie wir den Controller schwingen, ist dabei in den Einzel- und Doppel-Matches entscheidend. Mit einer KI an unserer Seite gilt es außerdem schnell zu reagieren. Unser KI-Partner ist nämlich kein Roger Federer-Imitat, das uns aus der Klemme hilft, sondern eher eine passive zweite Spielfigur, mit der wir selbst angreifen können, wenn sie näher am Ball ist.

Spielen wir wie hier im lokalen Multiplayer zusammen, steuert jeder seine Figur selbst. Spielen wir mit einem KI-Partner, führen wir auch seine Angriffe aus. Spielen wir wie hier im lokalen Multiplayer zusammen, steuert jeder seine Figur selbst. Spielen wir mit einem KI-Partner, führen wir auch seine Angriffe aus.

Chanbara (1-2 Spieler*innen)

Chanbara ist ein Kampfsport mit Stöcken, die wir wie Schwerter einsetzen. Ziel ist es, unser Gegenüber mit Angriffen, Blocks und Kontern von der Plattform zu stoßen. Zur Auswahl stehen normale Schwerter, Energie- und Zwillingsschwerter.

Während wir für die Zwillingsschwerter zwei Joy-Cons pro Person benötigen, bringt das Energieschwert mit einem durch Blocks aufladbaren starken Angriff mehr Taktik rein. Und die ist auch nötig, wenn wir nicht in einer Angriffskette des Gegners feststecken und besiegt werden wollen.

Der Gegner kann uns zwar Blocken, schlagen wir aber im richtigen Winkel zu, hat er trotzdem keine Chance. Der Gegner kann uns zwar Blocken, schlagen wir aber im richtigen Winkel zu, hat er trotzdem keine Chance.

Bowling (1-16 Spieler*innen)

Anders als bei Wii Sports, können wir nicht nur beim herkömmlichen Bowling auf Strikes hoffen, sondern uns auch im Spezial-Bowling versuchen, das wie bei einem Minigolfkurs bewegliche Hindernisse, Steigungen und Brücken in die Bahn einbaut.

Die speziellen Bowlingbahnen sind eine willkommene Abwechslung zum sonst recht "einfachen" Bowling. Spares sind dank einstellbarer Ziellinien aber trotzdem keine Seltenheit. Wir können der Kugel durch Controller-Neigung zwar auch einen Drall verpassen, durch die niedrige Schwierigkeit, die sich entgegen der anderen Disziplinen beim Bowling nicht anpassen lässt, ist das aber sowieso nicht nötig.

Hindernisse wie diese kleinen Pfeiler bringen etwas mehr Herausforderung ins Bowling, sofern wir es denn möchten. Die blaue Ziellinie macht es uns dennoch recht leicht. Hindernisse wie diese kleinen Pfeiler bringen etwas mehr Herausforderung ins Bowling, sofern wir es denn möchten. Die blaue Ziellinie macht es uns dennoch recht leicht.

Volleyball (1-4 Spieler*innen)

Volleyball scheint da schon komplexer. Aufschläge, Baggern, Pritschen und andere Manöver müssen richtig getimt werden, um Punkte zu landen.

Dennoch spielt sich Volleyball sehr zugänglich, da sich die Bewegungen auch hier an der originalen Sportart orientieren und sich so intuitiv ausführen lassen. Außerdem müssen wir uns nicht darauf konzentrieren, wo wir hinlaufen, da sich unsere Figur automatisch über das Feld bewegt – kleine Zeitfenster zur manuellen Bewegung gibt es aber dennoch. Hinweise auf die nächste Aktion wie Blocken machen uns das Leben ebenfalls leichter.

Mit dem richtigen Timing schmettern wir den Ball gekonnt ins gegnerische Feld. Mit dem richtigen Timing schmettern wir den Ball gekonnt ins gegnerische Feld.

Demgegenüber steht aber die nicht immer nachvollziehbare Flugbahn des Balls. Die Perspektive lässt einen immer mal wieder eine falsche Position annehmen, was Punkte kostet. Im lokalen Mehrspieler-Modus mit Splitscreen verstärkt sich dieses Problem.

Badminton (1-2 Spieler*innen)

Auch beim Badminton imitiert der Controller den Schläger, mit dem wir einfache Schläge, Stoppbälle und kräftige Smashes gezielt ausführen

Spielerisch fühlt sich das dennoch recht simpel an, als würden wir den Arm nur rauf und runter bewegen, da beispielsweise der Stoppball nicht durch unsere Bewegung, sondern durch einen Tastendruck ausgelöst wird.

Während dieser starke Schlag durch unsere gezielte Controllerbewegung hervorgerufen wird, müssen wir für Stoppbälle allerdings eine Taste drücken. Während dieser starke Schlag durch unsere gezielte Controllerbewegung hervorgerufen wird, müssen wir für Stoppbälle allerdings eine Taste drücken.

Fußball (1-8 Spieler*innen)

Beim Fußball sind zwei Joy-Con-Controller pro Person Pflicht. Denn hier bewegen wir, anders als beim Volleyball, die Figur und Kamera selbst. Neben Schüssen und Flugkopfbällen können wir auch sprinten (was Ausdauer verbraucht) und springen, während wir versuchen einen riesigen Ball ins Tor zu schießen.

Bei normalen Matches stehen 1vs1 und 4vs4 zur Auswahl, im Shootout-Modus können wir unser Können auch alleine, durch immer schwerer werdende Herausforderungen testen. Anders als bei den Matches können wir im Shootout-Modus den Ball nicht einfach durch Controller-Bewegungen mit den Händen steuern, sondern dank eines separat erhältlichen Beingurts sogar mit dem eigenen Fuß schießen, was als Bewegung übertragen wird.

Spiel Bis ein Update erscheint, steuern wir unsere Schüsse in den Fußballspielen mit den Händen.

Shootout Im Shootout-Modus können wir dagegen jetzt schon mit einem Joy-Con im Beingurt "richtig" mit dem Fuß schießen.

Beingurt Der Beingurt ist ein Zubehör, das extra gekauft werden muss oder in der physischen Version von Switch Sports dabei ist.

Updates sind auf dem Weg: Wer sich jetzt fragt, warum wir die Beingurt-Schüsse nicht in den normalen Matches nutzen können: Ein kostenloses Update im Sommer soll die Funktion nachliefern. Zusätzlich ist mit Golf bereits eine neue Sportart als Gratis-Update für Herbst 2022 angekündigt.

Neuer Anstrich, der gut tut

Nintendo Switch Sports ist keine Grafikbombe, aber trotzdem ein hübsches Spiel mit einer klaren Benutzeroberfläche. Es geizt nicht mit kräftigen Farben, überfordert einen aber trotzdem nicht. Der neue Look fühlt sich rund an, was auch durch die Musik und Sounds mit Wii Sports-Vibes hervorgerufen wird.

Sportmates sind die neuen Miis

Mit dem frischen Look hat Nintendo auch neue Avatare eingeführt, die wir statt der Miis verwenden. Unseren Sportsmate können wir frei gestalten und nicht nur sportlich einkleiden, sofern wir denn mit den bei Online-Matches gesammelten Punkten neue Klamotten freischalten. Aber keine Sorge: Die Miis wurden nicht komplett in Rente geschickt. Optional können wir unseren Sportsmate mit dem Gesicht unseres Miis versehen - toller Fan-Service.

Sportsmate Die Sportsmates sind unsere Avatare, die wir frei gestalten können.

Mii-Variante Die alten Miis, wie wir sie aus Wii Sports kennen, gibt es so zwar nicht, aber wir können die Gesichter unserer Miis für die Sportsmates verwenden.

Intuitive Bewegungssteuerung, die gern verzeiht

Switch Sports will keine detailverliebte Sportsimulation, sondern ein Spiel für alle sein. Das bedeutet zum einen, dass die Bewegungen denen aus den echten Sportarten gleichen und daher intuitiv von der Hand gehen. Zum anderen bedeutet das aber auch, dass nicht jede Bewegung hundertprozentig sitzen muss. Dass dem so ist, haben wir immer wieder bemerkt.

Timing und die richtige Position des Controllers spielen eine wichtige Rolle, aber die Bewegungssteuerung verzeiht auch gerne Ungenauigkeiten. Während wir zum Beispiel beim Badminton auch ohne eine perfekte Rückhand den Ball noch irgendwie über das Netz hieven, landet der Volleyball auch bei schlechtem Timing irgendwie auf der gegnerischen Seite. Ein Pluspunkt für die Zugänglichkeit, ein Minuspunkt für alle, die sich durch eine präzise Steuerung beweisen wollen.

Während wir diesen Ball theoretisch schon längst nicht mehr erwischen können, klappt das in Switch Sports trotzdem. Irgendwie schafft es unser Sportsmate doch noch, den Ball über das Netz zu schlagen. Während wir diesen Ball theoretisch schon längst nicht mehr erwischen können, klappt das in Switch Sports trotzdem. Irgendwie schafft es unser Sportsmate doch noch, den Ball über das Netz zu schlagen.

Familienspaß mit Tennisarm-Risiko

Wer mit Wii Sports seinen Spaß hatte, wird auch Switch Sports für das lieben, was es ist: Eine kleine Sportspielesammlung, die ohne große Einarbeitung intuitiv zu spielen ist, sodass sogar Oma und Opa Spaß haben. Dass Baseball und Boxen nicht wieder mit dabei sind, ist schade, aber Golf schafft es ja auch nachträglich ins Spiel – vielleicht denkt Nintendo auch an diese beiden Disziplinen. Viel wichtiger sind da die Akzente, die Nintendo mit neuen Sportarten und Varianten wie Spezial-Bowling setzt. So fühlt sich Switch Sports vertraut, aber nicht eingestaubt an.

Schade ist jedoch, dass die Pro League im Online-Multiplayer ein kostenpflichtiges Nintendo Switch Online-Abo voraussetzt. Hier bekommen nur die, die dafür zahlen, die freischaltbaren Items und Ränge, die mehr Anreiz für Langzeitmotivation geben.

Switch Sports-Multiplayer-Modi:

  • Lokaler Multiplayer: 1 bis 4 Personen (teils mit Splitscreen)
  • Online-Multiplayer: 1 bis 16 Personen (Matchmaking ordnet euch ebenbürtigen Personen aus der ganzen Welt zu)
  • Online-Multiplayer mit Freunden

Die Anzahl der Switch-Konsolen und Joy-Con-Controller hängt von der Sportart sowie dem ausgewählten Modus ab. Für Online-Funktionen wird das Bezahl-Abo Nintendo Switch Online benötigt. Außerdem ist grundsätzlich eine Internetverbindung beim Spielen erforderlich. 

Wer es darauf anlegt, kommt ins Schwitzen

Erfahrene Spieler*innen, die viel mit der KI spielen, werden sich auf dem normalen Schwierigkeitsgrad zwar schnell unterfordert fühlen, aber man kann ja ganz einfach – mit Ausnahme von Bowling – den Schwierigkeitsgrad anheben. Zudem warten im Online-Modus ebenbürtige Gegner auf uns. Wer sich also wirklich messen will, kann das tun.

Ansonsten bietet Switch Sports mit seiner Einfachheit und dem lokalen Multiplayer wieder viel Potenzial für Gruppenspaß, ohne dass man gleich in Sportklamotten steigen muss. Ins Schwitzen kommt hier nur, wer es darauf anlegt. Aber Achtung: Muskelkater oder ein Tennisarm sind trotzdem möglich – wir sprechen da aus Erfahrung.

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