Wer dachte, dass sich die One Piece Live-Action-Serie am Anime orientiert, liegt falsch – es ist "der Manga, immer der Manga, aus mehreren Gründen"

Die One Piece-Realserie orientiert sich bei ihrer Umsetzung strikt an den ursprünglichen Manga – der Anime eigne sich für den Netflix-Live-Action nur bedingt.

Manga oder Anime? Die Netflix-Produktion von One Piece hat eine klare Vorgabe, woran man sich orientiert. (© Netflix) Manga oder Anime? Die Netflix-Produktion von One Piece hat eine klare Vorgabe, woran man sich orientiert. (© Netflix)

Die One Piece-Realserie auf Netflix hält sich mehr oder weniger genau an die Vorlage des Serienschöpfers Eiichiro Oda – aber ist der Manga oder der Anime wichtiger für die Produzent*innen?

Diese Frage beantworteten Becky Clements und Joe Tracz sowie der Drehbuchautor Ian Stokes im Interview mit IGN mit einer unmissverständlichen Aussage: "Manga, immer Manga".

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Mehrere Gründe gegen eine Orientierung am Anime

Demnach sei es laut Clements bereits schwer genug, von Manga auf Live-Action umzusteigen – und würden die Netflix-Produzent*innen auch noch den "Zwischenschritt" von Manga auf Anime einwerfen, müsse man sich um die "Schönheit und Reinheit des Mangas" Sorge machen.

  • Mit seinen eigenen Bewegtbildern hätte der One Piece-Anime zumindest potenziell einen Einfluss auf die Live-Action-Umsetzung haben können.
  • Für Drehbuchautor Stokes war das ohnehin gerade recht; schließlich gab dieser zu, den Anime nie gesehen zu haben – er ist bei One Piece ausschließlich Mangaleser.

Hinzu kommt auch eine rechtliche Frage: Laut Stokes hatten die Netflix-Showrunner überhaupt keine Lizenz für den Anime, sondern nur für den Manga.

Daraus folgt auch, dass es sich bei der Netflix-Realserie von One Piece streng genommen nicht um eine Anime-, sondern eine Manga-Umsetzung handelt:

"Wenn man sich nur die Anime-Serie anschaut, adaptiert man eine Umsetzung einer Umsetzung – während der Manga das originale Quellmaterial ist, die Bibel sozusagen.

Manchmal macht der Anime also Dinge anders. Der Anime hat natürlich Geschichten, die im Manga nicht Kanon sind, also finden wir manchmal Wege, auf diese anzuspielen – aber im Großen und Ganzen adaptieren wir den Manga. Wir behandeln es so, als würde es zum ersten Mal direkt von der Seite auf die Leinwand übertragen."

So erklärt sich laut dem IGN-Interview auch, warum Eiichiro Oda so eng mit der Netflix-Produktion zusammenarbeitet. Stokes zufolge gibt der One Piece-Schöpfer "zu allem, was wir machen, seine Zustimmung" – keine der gefilmten Szenen geschehe ohne Odas Einverständnis.

Was haltet ihr von der Entscheidung, den Anime zu ignorieren und sich ausschließlich am Manga zu orientieren?


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