Deutscher Indie-Dev feiert Erfolg mit 260.000 verkauften Spielen auf Steam - bis er merkt, dass tausende Käufer ihr Geld frech rückerstatten lassen und sich noch über ihn lustig machen

Weil das Spiel in unter zwei Stunden beendet werden kann, geben es viele einfach nach dem Spielen zurück.

Mateo Covic hat mit Anfang 20 schon mehrere Videospiele veröffentlicht – darunter auch Paddle Paddle Paddle. Mateo Covic hat mit Anfang 20 schon mehrere Videospiele veröffentlicht – darunter auch Paddle Paddle Paddle.

Ende Juli 2026 hat ein deutscher Indie-Entwickler ein kleines Spiel auf Steam veröffentlicht, das sich in kurzer Zeit über 200.000 Mal verkauft und 90 Prozent positive Wertungen erreicht hat. So richtig freuen kann er sich darüber aber nicht, weil mehr als ein Fünftel der Spieler*innen den Titel nach dem Ende einfach zurückgibt.

Die Grenzen der Steam-Richtlinien

Wenn es um Rückgaben geht, ist Steam ziemlich kundenfreundlich. Wer weniger als zwei Stunden in einem Spiel verbracht hat, kann es innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf ohne Angabe von Gründen zurückgeben und bekommt das Geld zurück.

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Ein aktueller Fall zeigt, welche Schwächen dieses eigentlich sehr faire System haben kann. Der Solo-Entwickler Zoroarts hat seinen Titel Paddle Paddle Paddle am 25. Juni auf Steam veröffentlicht. Es handelt sich dabei um einen Indie-Plattformer, in dem ein oder zwei Spieler*innen durch Levels paddeln müssen.

Das Konzept ist ziemlich witzig und scheint an sich auch gut anzukommen. Das eigentlich für 4,99 Euro angebotene Spiel ist derzeit auf 2,99 Euro reduziert und kann 1.415 User-Wertungen vorweisen, die zu 88 Prozent positiv ausfallen.

Auf X schreibt der Indie-Entwickler aber, dass es dennoch Ärger gibt. So hätten über 55.000 Käufer*innen den Titel wieder zurückgegeben, nachdem sie ihn durchgespielt haben. Offenbar ist das in unter zwei Stunden möglich. Viele davon vergeben sogar eine positive Wertung, bevor sie ihr Geld zurückfordern.

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Für den Entwickler ist das natürlich ziemlich schade, weil ihm so eine Menge Geld durch die Lappen geht. Seine Beschwerde wird aber auch kontrovers diskutiert. Auf Reddit hat ein entsprechender Post in nur zwei Tagen etwa fast 5.500 Kommentare gesammelt:

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Einige User äußern dabei die Meinung, dass er eben selbst schuld ist, wenn er ein so kurzes Spiel veröffentlicht und auch noch Geld dafür verlangt. Andere entgegnen, dass man schon ziemlich armselig sein müsse, um einem Solo-Entwickler die drei Euro nicht zu gönnen, obwohl man sogar Spaß mit dem Spiel hatte.

Mittlerweile hat sich die Situation auch schon auf die Steam-Wertungen ausgewirkt. Die neuesten Rezensionen sind dabei nur noch "Ausgeglichen" und zu 57 Prozent positiv.

Eine simple Lösung für das Problem scheint es aber nicht zu geben. Die grundlegenden Steam-Richtlinien sind an sich ziemlich gut und schützen die Spieler*innen etwa vor Spielen, die technisch völlig unfertig oder einfach purer Scam sind. In diesem Fall haben sie aber einen ungewollten Nebeneffekt.

Was haltet ihr davon? Sollten die Regeln für solche kurzen Spiele angepasst werden?


Kommentare(1)
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