Seite 2: Plants vs. Zombies: Garden Warfare im Test - Blüht in jedem Garten

Die Spielmodi

Inzwischen stehen insgesamt fünf Spielmodi stehen in Garden Warfarel. Im obligatorischen Team Deathmatch gewinnt das Team, das als erstes 50 Abschüsse auf seinem Konto verbuchen kann. Die Matches dauern meist nicht länger als zehn Minuten und sind perfekt geeignet, in die Spielmechanik von Garden Warfare hinein zu schnuppern. Deutlich taktischer geht es im Gärten-und-Friedhöfe-Modus zu. Hier muss ein Team in der Rolle der Zombies mehrere Positionen auf einer Karte erobern, während die Pflanzen dies verhindern müssen. Wird ein Gebiet eingenommen, schaltet sich automatisch das nächste frei.

PvZ: Garden Warfare - Kommentiertes Gameplay zum Suburbination-Update 3:24 PvZ: Garden Warfare - Kommentiertes Gameplay zum Suburbination-Update

Das Prinzip erinnert stark an den Rush-Modus aus den Battlefield-Spielen und macht auch ähnlich viel Spaß. Hier kommt es noch mehr als in Team Deathmatch auf eine ausgeklügelte Strategie an, um zu gewinnen. Dementsprechend dauert eine Runde auch deutlich länger, nämlich bis zu 40 Minuten. Zwar sind alle Kampfgebiete abwechslungsreich und detailliert gestaltet (unter anderem kabbeln wir uns in einem idyllischen Vorort, einer Hafenstadt samt Piratenschiff oder rund um ein Gartencenter), allerdings hat man sich nach einigen Runden bereits sattgesehen. Glücklicherweise sind mit den letzten Updates noch weitere Karten hinzu gekommen, die für deutlich mehr Vielfalt sorgen.

Ebenfalls über kostenlose Updates hinzugekommen und in den PS4- bzw. PS3-Versionen bereits enthalten sind die zwei Modi Gartenzwergbombe und Abschuss bestätigt. In ersterem ist es das Ziel, die gegnerische Basis zu zerstören, bei zweiterem (aus Call of Duty: Modern Warfare 3 bekannten) Modus zählt ein Abschuss erst, wenn wir eine leuchtende Kugel eingesammelt haben. Dadurch können wir den Gegnern sicher geglaubte Punkte noch klauen - ein chaotischer Spaß!

Der All-Star der Zombies räumt die Gegner mit seiner Footballkanone aus dem Weg. Der All-Star der Zombies räumt die Gegner mit seiner Footballkanone aus dem Weg.

Der letzte Modus im Bunde ist der Gartenkommando-Modus, in dem wir mit bis zu vier Spielern gegen immer stärker werdende CPU-Zombiewellen antreten und als Pflanzen einen Garten verteidigen müssen. Bosswellen schicken uns dabei besonders dicke Brocken entgegen, darunter viele alte Plants vs. Zombies-Bekannte wie den Disco-Zombie oder den gewaltigen Gargantua.

Hier weben die Entwickler zudem geschickt ein paar Einflüsse der Tower-Defense-Spiele ein; in herumstehenden Kübeln können wir Pflanzenkollegen wie Erbsenkanonen oder Schleimpilze pflanzen, die dann selbstständig die Gegner angreifen - sehr cool. Die Zahl der angreifenden Zombies orientiert sich an der Anzahl der Mitspieler: Je mehr Koop-Kollegen dabei sind, desto unbarmherziger rollt die Zombie-Armee an.

Sticker-Sucht

Für Abschüsse, Assists oder erledigte Ziele bekommen wir Münzen, die wir dann im spieleigenen Stickershop für neue Aufkleberpakete ausgeben können. Darin enthalten: Pflanzenkollegen für den Koop-Modus, Teile für neue Charakterskins und Modifikationen für unsere Zombie- und Pflanzensoldaten (beispielsweise können wir dem Kaktus-Sniper einen Römerhelm verpassen oder der fleischfressenden Pflanze Graffitis ins Gesicht schmieren). Besonders begehrt sind die drei Perks für jede Charakterklasse. Die sind nur in den teuersten Kartenpaketen enthalten, wobei wir allerdings keine Garantie haben, auch tatsächlich welche zu bekommen - es ist im Prinzip wie bei den beliebten Panini-Bildchen: Man weiß nie, was man bekommt.

Je teurer das Stickerpaket, desto wertvoller und seltener der Inhalt. Je teurer das Stickerpaket, desto wertvoller und seltener der Inhalt.

Durch dieses Prinzip entwickelt das Stickersammeln in Garden Warfare einen ungemeinen Suchtfaktor, zumal es auch für jede Charakterklasse Herausforderungen gibt (schieße drei Gegner aus einer erhöhten Positionen ab, setze Fähigkeit x dreimal ein). Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, Ingame-Währung über Mikrotransaktionen und entsprechenden Echtgeldeinsatz zu kaufen. 30.000 Münzen kosten beispielsweise knapp 2 Euro, 200.000 satte 10 Euro. Unbedingt notwendig ist der Kauf allerdings nicht, denn auch so erzielt man in Garden Warfare schnelle Erfolge und schaltet genügend Extras frei - mit dem Geld kaufen wir hier hauptsächlich gespielte Zeit.

Jeder Garten hat sein Unkraut

Mit der Knoblauchdrohne spähen wir Gegnerbewegungen aus und fordern Mais-Luftschläge an. Mit der Knoblauchdrohne spähen wir Gegnerbewegungen aus und fordern Mais-Luftschläge an.

So spaßig die Partien auch sind, so ärgerlich sind die Patzer, die sich Popcap beim Online-Komfort erlaubt. Im Multiplayer-Menü können wir nur nach Matches aus vorgegebenen Spiellisten (zum Beispiel Team Deathmatch) suchen und steigen dann direkt ein. Einen übersichtlichen Servermanager, in dem wir einer bestimmten Partie beitreten können, vermissen wir ebenso schmerzlich wie die Möglichkeit, zusammen mit unserer Party einem Spiel beizutreten. So müssen wir zunächst umständlich einem Match beitreten und können erst danach unsere Party einladen - und selbst dann ist nicht garantiert, dass wir mit unseren Mitstreitern im gleichen Team sind.

Ärgerlich ist außerdem, dass es keine Bestrafungen für das frühzeitige Abbrechen einer Partie gibt. So haben wir beim Test hin und wieder als drei-Mann-Team einer feindlichen Übermacht gegenüber gestanden. Netzcode und Verbindungsqualität empfanden wir bei unseren Testsessions als sehr gut, nur hin und wieder kam es zu leichten Rucklern und vereinzelten Verbindungsabbrüchen.

Ein Wort zur Technik

Technisch gibt sich Garden Wafare keine Blöße und fängt den Charme des Originals hervorragend ein. Vor allem die Charaktere wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet und glänzen besonders mit ihren witzigen Animationen. Beispiele gefällig? Der Zombie-Fußsoldat haut sich zum Nachladen die Waffe gegen den Schädel, die immer frohe Sonnenblume tänzelt vergnügt über das Schlachtfeld, und der Zombie-Ingenieur rattert auf einem Presslufthammer auf die Gegner zu, während seine schlecht sitzende Hose einen Ausblick auf den halben Untoten-Hintern erlaubt. Obwohl bei den irrwitzigen Schlachten viel auf den Karten los ist, läuft das Spiel auf beiden Systemen erfreulich flüssig über den Bildschirm.

Plants vs. Zombies: Garden Warfare - Gameplay-Trailer für PlayStation 4 und PS Vita 1:57 Plants vs. Zombies: Garden Warfare - Gameplay-Trailer für PlayStation 4 und PS Vita

Die Xbox-One und PS4-Varianten glänzen dabei mit knackscharfen Texturen, während die Xbox 360- und PS3-Gegenstücke deutlich matschiger wirken. Soundtechnisch gefallen vor allem die witzigen Effekte - unter anderem beendet die fleischfressende Pflanze einen Zombiehappen mit einem gepflegten Rülpser. Der gute Eindruck setzt sich bei der Musikuntermalung fort. Der Titelsongaus dem Hauptmenü hat absolute Ohrwurmqualität, was man von der Menümelodie nicht unbedingt behaupten kann. Die nervt nämlich spätestens nach ein paar Matches. Das stört die eigentlichen Multiplayer-Patien aber nicht im Geringsten - Garden Warfare ist eine klasse Abwechslung zum üblichen Militär-Shooter-Geballer.

Versions-Unterschiede kurz zusammengefasst
Die Xbox One- bzw. PS4-Varianten kosten 40 Euro und haben gegenüber den 10 Euro günstigeren 360 bzw. PS3-Versionen zwei exklusive Inhalte zu bieten. Im Splitscreen-Modus dürfen zwei Spieler über den geteilten Bildschirm gegen Zombiewellen antreten - online funktioniert das allerdings nicht. Der exklusive Boss-Modus dagegen erinnert an die Commander-Übersicht aus Battlefield 4. Hier können wir während eines Matches auf einer Übersichtskarte Luftangriffe anfordern oder den Gegner ausspähen. Eine coole Ergänzung. Die PlayStation-Versionen enthalten darüber hinaus alle Zusatzpacks, die auf den Xbox-Konsolen später als kostenloses Update nachgereicht wurden (Zomboss Down, Garden Variety und Tactical Taco Party mit jeweils frischen Accessoires, zusätzlichen Karten wie Schnapperstadt oder Jewel Junction sowie speziellen Charakterklassen). Die PS4-Version verfügt zudem über eine Remote-Play-Funktion auf der PlayStation Vita sowie 1080p und 60 Bilder pro Sekunde.

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