PS5: Diese Monitore kitzeln 1440p aus eurer Konsole

Offiziell bietet die PlayStation 5 keine 1440p-Ausgabe. Mit einem Trick gelingt das mit bestimmten Monitoren dennoch.

von Chris Werian,
24.12.2020 11:00 Uhr

Bislang fehlt der PS5 eine Option für 1440p. 4K-Downsampling könnte jedoch eine gute Alternative für euch sein. Bislang fehlt der PS5 eine Option für 1440p. 4K-Downsampling könnte jedoch eine gute Alternative für euch sein.

"Wide Quad High Definition"-Displays erfreuen sich vor allem bei PC-Spielern großer Beliebtheit, eignen sie sich doch perfekt für kostenbewusste wie auch kompetitive Gamer. Die Auflösung von 2560x1440 bietet ein klar höheres Maß an Schärfe im Gegensatz zu Full HD, während der Anspruch an die Grafikkarte in Relation zu 4K niedrig bleibt. Daher kommt sie auch auf der Konsole in "Performance"-Modi, wie etwa dem vom Demon's-Souls-Remake, zum Einsatz.

Zu den prägnantesten Vorteilen zählen außerdem:

  • 120 Hz sind leichter zu erzielen: Eine niedrigere Render-Auflösung im Vergleich zu 4K kann eine höhere bzw. stabilere Framerate gewährleisten. In schnellen Multiplayer-Titeln bringt eine Bildwiederholrate von 120 Hz einen entscheidenden Vorteil, grafisch anspruchsvolle Titel könnten hingegen von 4K bei 30 fps auf 1440p bei 60 fps springen, ohne grafische Brillanz einzubüßen.
  • Geringer Platzbedarf und kleine Bilddiagonale: Monitore passen auf jeden Schreibtisch und überfordern eure Augen nicht. Vor allem in Shootern reagiert ihr so blitzschnell auf minimale Veränderungen in eurem Sichtfeld.
  • "2,5K" ist günstig: Für ungefähr 400€ könnt ihr bereits einen 1440p-Monitor mit 165 Hz erstehen. In dieser Preisklasse ist die Bildqualität zudem sehr hoch.

In seiner Kolumne hat sich Kollege Tobias näher mit 1440p auseinandergesetzt und findet auch Worte für die Nachteile von Monitoren mit dieser Auflösung. Darunter die häufig sehr geringe Leuchtdichte, wodurch HDR-Inhalte nicht angemessen zur Geltung kommen.

Die PS5 braucht unbedingt eine 1440p-Option, aus mehreren Gründen   66     3

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Die PS5 braucht unbedingt eine 1440p-Option, aus mehreren Gründen

Die 1440p-Durststecke der PlayStation: Sony verzichtete schon bei der PlayStation 4 Pro auf einen Support von 1440p-Monitoren und führt diesen Trend auf der PS5 leider fort. Über Umwege kommen wir dem dennoch näher, sollte das Unternehmen selbst nicht nachbessern.

4K Downsampling erzeugt ein knackscharfes Bild

Kommt für euch die Anschaffung eines 1440p-Monitors infrage, ist die Auswahl recht limitiert. Bei den meisten Modellen ist die 2160p-Option ausgegraut, nur 1080p lässt sich in den Optionen auswählen. Das gilt allerdings nicht für Monitore, mit denen sich 4K-Inhalte herunterskalieren lassen. Diese Funktion versteckt sich meist hinter einer kryptischen Bezeichnung wie "Virtual 4K" oder lässt sich gar nicht erst im Produktdatenblatt finden.

Auch wenn der Name ein wenig irreführend ist: Hinter "Samsung Magic Upscale" verbirgt sich auch gleichzeitig die Funktion zum Runterskalieren. Das bedeutet allerdings automatisch, dass sich damit auch ein 4K-Bild empfangen lässt. Auch wenn der Name ein wenig irreführend ist: Hinter "Samsung Magic Upscale" verbirgt sich auch gleichzeitig die Funktion zum Runterskalieren. Das bedeutet allerdings automatisch, dass sich damit auch ein 4K-Bild empfangen lässt.

Die Methodik ist recht simpel: Der Konsole wird ein UHD-Gerät gemeldet, obwohl ein 1440p-Monitor angeschlossen wurde. Das erfolgt über eine Modifikation des sogenannten EDID, eine 4K-Tauglichkeit wird lediglich vorgetäuscht. Der Bildprozessor des Monitors übernimmt anschließend die Skalierung auf 1440p.

Extended Display Identification Data
Bei EDID handelt es sich um Metadaten, die beim Anschluss eines Bildschirms an eine Videoquelle übertragen werden. Darin sind unter anderem der Hersteller, die Modellnummer, aber auch die möglichen Darstellungsmodi gespeichert. Ist keine 4K-Auflösung laut EDID vorgesehen, lässt sich diese auch nicht anwählen.

Diese Monitore unterstützen 4K-Downsampling

In einem Reddit-Post hat die PS5-Community alle bisher bekannten 1440p-Monitore mit einer 4K-Downsampling-Funktion zusammengetragen. Sie unterscheiden sich zum Teil stark im Hinblick auf ihr Veröffentlichungsjahr und dem jeweiligen Preissegment, weshalb eine pauschale Einordnung unmöglich ist. Stattdessen gilt es einzelne Produktdatenblätter zu wälzen oder auf Stimmen aus der Community zu hoffen.

Bisher bestätigte Monitore mit 4K-Downsampling:

  • LG 34WL750
  • LG 32GK650F
  • LG 27GL850
  • LG 27GL83A
  • Samsung G7
  • Samsung G5
  • Samsung CHG70
  • Gigabyte AD27QD
  • Gigabyte FI27Q-P
  • Gigabyte FI27Q
  • Gigabyte CV27Q
  • Gigabyte G27QC
  • Asus VG27AQ
  • Asus VG27WQ
  • Asus VG32VQ
  • Asus XG279Q
  • MSI MAG272QR
  • MSI MPG343CQR
  • MSI PS321QR
  • MSI MPG341CQR
  • MSI MAG274QRF-QD
  • MSI MPG341CQRV
  • MSI MAG274QRF
  • MSI MAG342CQR
  • MSI AG321CQR
  • BenQ EX2780Q
  • BenQ EX3203R
  • Lenovo Y27Q
  • Acer VG271UP
  • Dell S3220DGF
  • Razer Raptor 27

Skalierung ist nicht immer mit Einbußen verbunden

Skalierungsverfahren sind heutzutage sehr ausgereift. Sony hat das hauseigene Checkerboard-Rendering immer weiter verfeinert und Deep-Learning-Algorithmen könnten bald den Weg vom PC auf die Konsole finden. Die Ergebnisse stehen nativ gerenderten Frames in kaum etwas nach oder übertreffen diese sogar in der Bildschärfe.

Spiele, die von 1440p oder einer höheren dynamischen Auflösung auf 4K hochskaliert werden, können sich also durchaus sehen lassen. Mittels vieler Parameter ist es den Entwicklern möglich, in die Render-Pipeline eingreifen und so für ein hochwertiges Endresultat sorgen. Skalierungsalgorithmen von Displays verfügen jedoch nicht über diesen Luxus und müssen universell mit den eintreffenden Frames hantieren.

Obwohl Death Stranding mit aktiviertem Deep-Learning-Supersampling in einer niedrigeren Auflösung gerendet wird, sorgen die die Algorithmen von Nividia für ein schärferes Bild im Vergleich zu einem nativen 4K-Render. Eine ähnliche Technik könnte bald den Weg auf die Konsole finden. Obwohl Death Stranding mit aktiviertem Deep-Learning-Supersampling in einer niedrigeren Auflösung gerendet wird, sorgen die die Algorithmen von Nividia für ein schärferes Bild im Vergleich zu einem nativen 4K-Render. Eine ähnliche Technik könnte bald den Weg auf die Konsole finden.

1080p Upscaling durch den Monitor sollte deshalb vermieden werden: WQHD bietet jeweils ein Drittel mehr Pixel in der Breite und in der Höhe im Vergleich zu Full HD, wodurch eine lineare Hochskalierung nicht möglich ist und alle derzeitigen Verfahren zu unschönen Ergebnissen führen. Beim Runterskalieren fällt diese Differenz jedoch nahezu nicht auf, da der Verlust von Bildinformationen längst nicht so schwer wiegt wie das Generieren neuer Daten.

4K-Downscaling kann die Bildqualität sogar steigern: Da ein 4K-Render über eine unglaubliche Menge an Bildinformationen verfügt, kann im Vergleich zu einem nativen 1440p-Frame der optische Gesamteindruck positiver ausfallen. Man könnte dies gut mit sogenanntem "Supersampling" gleichsetzen. Darunter versteht man die Erstellung eines höher aufgelösten Frames, um Daten zu gewinnen, mit denen sich Schwächen von niedrigen Auflösungen ausgleichen lassen. Etwa Treppchenbildung an steilen Polygon-Kanten oder eine geringe Bildschärfe.

Viele Vorteile von 1440p bleiben beim Downscaling jedoch auf der Strecke

Da die Ausgabe der PS5 als 4K festgelegt wird, fällt eine hohe Rechenlast an. Somit ist die Framerate auf einem recht niedrigen Niveau - genau das wollen Besitzer von 1440p-Monitoren eigentlich vermeiden.

"Geistererscheinungen" sind nicht auszuschließen: Liegt die interne Render-Auflösung eines Spiels weit unter 4K, kann es zudem zu einem Ghosting-Effekt kommen, da subtile Artefakte des Skalierungsprozesses auf einmal deutlicher zu erkennen sind. Auffällig wird dies vor allem bei dunklen Silhouetten auf hellem Hintergrund. In 4K wären sie wahrscheinlich untergegangen, in 1440p sind sie hingegen deutlicher erkennbar. Viele Faktoren, wie etwa die technische Umsetzung des Spiels oder das vom Display eingesetzte Skalierungsverfahren, können den Effekt jedoch eliminieren oder überhaupt erst hervorbringen. Eine allgemeingültige Aussage lässt sich also nicht treffen.

Gut zur Überbrückung, aber Sony sollte dennoch reagieren

Die Zielgruppe von 1440p ist klar definiert, sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Vor allem kompetitive Spieler greifen lieber zum Monitor, da die visuelle Präsentation weiterhin ansprechend bleibt, aber potenziell mehr Leistung gegenüber einem TV-Setup abgerufen werden kann. Abstriche in Sachen HDR und dem Audio-Erlebnis werden somit auch vernachlässigbar. Vor allem Letzteres kann gut über Kopfhörer kompensiert werden.

Spiele wie Demon's Souls, die in 1440p gerendert werden, sehen auf einem WQHD-Monitor ohne 4K Downsampling sehr verwaschen aus. Spiele wie Demon's Souls, die in 1440p gerendert werden, sehen auf einem WQHD-Monitor ohne 4K Downsampling sehr verwaschen aus.

4K-Downsampling ist eine akzeptable Übergangslösung: Beim Runterskalieren entsteht kaum ein Qualitätsverlust, weshalb sich der Griff zu einem der aufgezählten Monitore lohnt. Dieser ist dann zudem zukunftssicher, sollte sich Sony zu einer offiziellen Unterstützung von 1440p hinreißen lassen. Da es momentan ohnehin danach aussieht, dass kaum Spiele 60 fps in nativen 4K auf der PS5 halten können, wäre dies umso wünschenswerter. Dann entfällt auch der Zwischenschritt der Skalierung und ältere 1440p-Modelle könnten endlich ihre Stärken ausspielen. Stattdessen müssen sich Besitzer solcher Modelle mit einem verwaschenen 1080p begnügen.

Besitzt ihr einen 1440p-Monitor und eine PS5? Sollte das der Fall sein, würden wir uns freuen, wenn ihr uns in den Kommentaren mitteilen könntet, ob ihr 2160p an dem Display nutzen könnt. Unsere Liste ließe sich so weiter auffüllen.

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