Das Mikrofon ist im Headset-Bereich absolute Spitze – sofern ihr eine Einstellung vermeidet
Zum Lieferumfang des Maxwell 2 gehört ein biegbares Mikrofon, das optional an der linken Ohrmuschel angesteckt werden kann. Qualitativ ist es für ein Headset-Mikrofon richtig gut gelungen – meine Stimme wird klar und natürlich aufgenommen. Da die Richtcharakteristik einer sogenannten Hyperniere entspricht, werden Geräusche im Hintergrund zwar erfasst, aber immer noch relativ leise.
Nebengeräusche wie Geraschel und Stick-Geklacker könnt ihr optional über einen KI-Algorithmus herausfiltern, meiner Erfahrung nach wird dabei aber auch ein wenig die Stimme verzerrt sowie übersteuert.
Hier habe ich eine Aufnahme dazu:
Wie wichtig der KI-Filter für eure Kaufentscheidung ist, hängt jedoch davon ab, auf welcher Plattform ihr zockt, und welche Software ihr nutzt. Am PC ist es zum Beispiel sinnvoller, das ungefilterte Mikrofonsignal zu nehmen und dann einem qualitativ hochwertigeren Software-Filter wie RTX Voice die Nachbearbeitung zu überlassen.
An der Konsole ergibt es hingegen Sinn, auf die KI-Filterung von Audeze zurückzugreifen, da die Aufnahmequalität in den meisten Voice-Chats oder per Nachricht ohnehin stark reduziert wird. Da macht es dann den Braten auch nicht mehr fett, wenn der KI-Algorithmus ein wenig die Stimme verfälscht, solange das Rascheln der Chips-Tüte nicht mehr eure Teammates nervt.
Achtet auf die richtige Version des Maxwell 2!
Das Audeze Maxwell 2 kommt jeweils in einer Variante für die PlayStation und einer für die Xbox. Dabei gibt es wichtige Unterschiede:
- Die mitgelieferten 2,4-GHz-Sender funktionieren jeweils nur an der jeweiligen Konsole.
- Beim Xbox-Headset liegt eine an das Maxwell 2 gebundene Dolby Atmos for Headphone-Lizenz bei.
Zockt ihr ausschließlich am PC und nicht an einer Konsole, ist die PS5-Version in preislicher Hinsicht dennoch attraktiver, da ihr die Dolby-Lizenz unabhängig vom Headset für circa 20 Euro kaufen könnt oder das meiner Ansicht nach noch räumlicher abgemischte DTS Headphone:X für denselben Preis erhaltet.
Auf der PlayStation fehlt die Dolby-Lizenz völlig, da die PS5 ausschließlich das Sony-eigene Tempest 3D-Audio unterstützt. Dafür ist dann im Umkehrschluss das Headset günstiger.
Bei der ANC-Version schließt das PS5-Maxwell 2 hingegen fast zu seinem Xbox-Pendant auf, dort wird es dann mit einer selbstgekauften 3D-Sound-Lizenz genauso teuer wie beim Kauf der Xbox-Variante. Dafür könnt ihr die separat vom Headset erworbene Lizenz dann aber auch künftig bei anderen Hörern verwenden.
Den jeweils beiliegenden Sender könnt ihr zudem an einer Nintendo Switch 2 via USB-C anschließen sowie an Smartphones und auch Handhelds wie dem Steam Deck oder ROG Ally. Außerdem ist Bluetooth mit an Bord, auch darüber könnt ihr das Maxwell mit unzähligen Geräten verbinden.
Aber nicht simultan zur 2,4-GHz-Verbindung! Ihr könnt also nicht beispielsweise an der PS5 zocken und gleichzeitig Musik über euer Handy einspielen.
Mein Fazit: Das Maxwell 2 macht in den entscheidenden Punkten fast alles richtig
Chris Werian
@FromSoftwerian
Als ich zum ersten Mal den fast 600 Gramm schweren Headset-Koloss in die Hände genommen habe, habe ich schon das Schlimmste für meinen Kopf befürchtet. Ganz so dramatisch wurde es dann nicht, denn das Maxwell 2 sitzt sehr komfortabel, auch wenn man bei Kopfneigungen merkt, dass da ein ordentliches Gewicht auf dem Kopf balanciert wird.
Für mich war das soweit aber okay, solange ich das Headset nicht fast den ganzen Tag auf dem Kopf hatte. Stattdessen habe ich es selektiver verwendet und für Filme dann beispielsweise zu anderen Kopfhörern gegriffen, die weitaus leichter sind.
Nur klangen die dann eben auch nicht mehr so gut, denn ganz ehrlich: In Sachen Sound macht dem Maxwell 2 kein anderes Headset etwas vor. Zwar ginge bei der Abschirmung noch ein bisschen mehr und auch ein dynamischerer Mix wäre als Standardeinstellung meiner Ansicht nach wünschenswert, aber mit dem richtigen Preset klingt der Hörer unheimlich wuchtig und detailverliebt. Daran konnte ich mich kaum satt hören!
Allerdings sollte Audeze bei einer eventuellen dritten Version dann auch endlich bei den Features nachlegen. Eine simultane Nutzung des 2,4 GHz-Dongles und einer Bluetooth-Verbindung ist heutzutage selbst in niedrigeren Preisgefilden immer verbreiteter, genau wie Active Noise Canceling. Letzteres ist zwar im Maxwell 2 ANC enthalten, das Upgrade treibt den Preis dann aber auch sehr nah an die 500 Euro-Grenze.
Das ist dann doch ganz schön heftig, weshalb ich das Maxwell 2 vor allem für all diejenigen unter euch empfehle, die viel Wert auf den bestmöglichen Klang legen und dafür auch tiefer in die Geldbörse greifen.
- herausragender Klang in jedem Bereich
- mit dem richtigen Preset dann auch tiefe Bässe
- latenzfreier Wireless-Betrieb
- perfekte Ortung in Online-Shootern
- hoher Tragekomfort, auch mit Brille
- hochwertige und robuste Verarbeitung
- extrem lange Akkulaufzeit
- sehr gute Mikrofonqualität
- gut austarierte Sound-Presets
- viele Anschlussmöglichkeiten
- hochwertige Bluetooth-Standards
- Ohrpolster können einfach getauscht werden
- Sprach-Feedback bei Einstellungen
- KI-Algorithmus filtert Umgebungsgeräusche
- Dolby Atmos liegt bei Xbox-Version bei
- Design der Ohrmuscheln lässt sich anpassen
- mit Switch 2 kompatibel
- teuer
- auf Dauer schwer
- Stimmen in Spielen und Filmen gelegentlich leise
- KI-Filterung beim Mikrofon verfälscht Stimme
- Noise Cancelling nur gegen Aufpreis
- Länge des Kopfbandes nur grob justierbar
- schwache Abschirmung (ohne ANC)
- Sound-Kulisse könnte weiter wirken (ohne ANC)
- keine simultane Nutzung von Bluetooth und 2,4 Ghz
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