Laut Psychologie bauen Millennials, die bis heute zocken, besondere Fähigkeiten auf - und die können sich im hohen Alter auszahlen

Von wegen Videospiele sind Zeitverschwendung. Studien legen nahe, dass wir auch im Erwachsenenalter damit eine wichtige Reserve trainieren.

Videospiele trainieren durchaus wichtige Bereiche im Gehirn. Das hängt aber auch vom Genre ab. (Bild: pixabayusersjeshoots-com-264599) Videospiele trainieren durchaus wichtige Bereiche im Gehirn. Das hängt aber auch vom Genre ab. (Bild: pixabay/users/jeshoots-com-264599/)

"Bist du nicht zu alt fürs Zocken?" – diesen Satz dürften wohl viele von uns schon mal gehört und direkt mit den Augen gerollt haben. Dabei gibt es kein Höchstalter für Videospiele (außer vielleicht bei Resident Evil Requiem und Pragmata). Vielmehr noch können Spiele in jedem Alter Vorteile für das Gehirn haben und sogar den Symptomen bestimmter Krankheiten entgegenwirken.

Wie Videospiele wohl bei Alzheimer und Co. helfen können

Dass Spiele auf die Entwicklung des Gehirns im Kindesalter einen Einfluss haben, ist längst bekannt. Aber Studien deuten darauf hin, dass es auch in älteren Jahren einen merklichen Einfluss gibt.

Eine Reihe von Studien von Dr. Gregory West (Psychologie-Professor an der Universität von Montreal) fand 2018 etwa bei Teilnehmenden aller Altersgruppen einen Anstieg der grauen Substanz im Hippocampus durch das Training mit 3D-Plattformern wie Super Mario 64.

Ein niedrigeres Volumen im Hippocampus wird mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung gebracht.

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Interessanterweise reduzierte das Spielen von First-Person-Shootern wie Call of Duty dagegen den Anteil grauer Substanz – was aber bei einer der Studien auch bei einer Kontrollgruppe passierte, die gar keine Videospiele zockte.

Weitere Studien deuten außerdem darauf hin, dass Actionspiele allgemein gutes kognitives Training sind. Auch laut West heißt das keineswegs, dass besonders Multiplayer-Shooter schlecht für ältere Menschen seien (via The Guardian):

"Ältere Erwachsene erhalten durch das Zocken von Videospielen online mit anderen Leuten und die Kommunikation via Mikrofon echte soziale Stimulation und ich denke, der positive Effekt kann nicht ignoriert werden, auch mit Blick auf das Alzheimer-Risiko."

Kognitives Training wirkt sich zudem (neben Faktoren wie Bildung oder Stress) auf die sogenannte kognitive Reserve aus; also die Fähigkeit des Hirns, zu improvisieren und neue Lösungswege für Probleme zu finden. Sie wird ein Leben lang entwickelt (via Harvard Health Publishing).

Laut Forschung können Menschen mit einer größeren kognitiven Reserve generell Symptome degenerativer Hirnveränderungen wie Alzheimer/Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose oder Schlaganfälle hinauszögern oder besser kompensieren.

Schon in den 80ern beschrieben Forscher*innen Individuen ohne erkennbare Demenz-Symptome, deren Hirne nach der Autopsie trotzdem Änderungen aufwiesen, die mit fortgeschrittener Alzheimer-Erkrankung übereinstimmen.

Wer also sein Leben lang zockt, trainiert auch über viele Jahre seine kognitiven Fähigkeiten. Leider fehlen hier noch entsprechende Langzeitstudien, nicht zuletzt da die Millennials, die mit Videospielen aufgewachsen sind, noch nicht das Rentenalter erreicht haben.

Zumindest die theoretischen Anzeichen sind aber da, dass Videospiele wie auch andere kognitiv fordernde Hobbys zu einer verbesserten Gesundheit des Hirns im Alter beitragen können.


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