Sea of Stars lässt mich von der goldenen Chrono Trigger-Ära träumen

In Sea of Stars geben sich Klassiker wie Chrono Trigger und Illusion of Gaia die Klinke in die Hand. Die Kombination aus nostalgischem Gameplay und moderner Pixel-Optik machen Sea of Stars für Hannes zu einer dicken RPG-Hoffnung.

von Hannes Rossow,
07.04.2022 10:00 Uhr

Sea of Stars ist ein RPG-Juwel, das den Blick in die Vergangenheit richtet. Sea of Stars ist ein RPG-Juwel, das den Blick in die Vergangenheit richtet.

Studio: Sabotage Studio Release: Q4 2022 Plattformen: Nintendo Switch Genre: Rollenspiel

Mit Sea of Stars haben die Entwickler*innen von Sabotage Studio ein überraschendes Projekt in Arbeit. Nach ihrem Indie-Erfolg The Messenger (2018), das auf 8-Bit-Grafik und bockschwere, düstere Ninja-Action gesetzt hat, wartet Ende 2022 mit Sea of Stars ein farbenprächtiges, beinahe märchenhaftes (J)RPG auf uns. Direkt auf den ersten Blick wird deutlich: Hier stand das legendäre SNES-Highlight Chrono Trigger Pate für das Spielkonzept.

Ein Prequel der etwas anderen Art

Obwohl Art Design und Genre im Vergleich zu The Messenger komplett andere Wege gehen, spielt Sea of Stars aber dennoch im selben Universum. Genauer gesagt fungiert die Welt von Sea of Stars als eine Art Prequel für die düstere Zukunft, die in The Messenger aufgezeigt wird. Gemeinsam mit den beiden Protagonisten des Spiels, Valere und Zale, erkunden wir eine Inselgruppe, der die katastrophale Flut und Überschwemmung noch bevorsteht.

Wie die Beinamen der beiden Helden (Sun Boy und Moon Girl) schon andeuten, repräsentieren Valere und Zale Konzepte wie Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht sowie Sommer und Winter - entsprechend ist das ungleiche Paar auch mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, die sowohl in den rundenbasierten Kämpfen aber auch in den Rätseln der zahlreichen Dungeons zum Einsatz kommen - unter anderem lässt sich die Tageszeit im Spiel jederzeit ändern.

Sea of Stars - Im charmanten RPG erkunden wir eine Pixelwelt und bekämpfen Monster 1:35 Sea of Stars - Im charmanten RPG erkunden wir eine Pixelwelt und bekämpfen Monster

Und dieses Feature unterstreicht auch die vielleicht größte Besonderheit des Spiels: Sea of Stars ist unglaublich hübsch. Das Art Design setzt auf einen sehr detaillierten Pixel-Look mit großes Sprites und kombiniert ihn mit dynamischen Lichtstimmungen. Das heißt, dass der graduelle Wechsel der Tageszeit das Licht und die Atmosphäre der Welt in Szene setzt. Schatten werden stufenlos länger, die Farben passen sich an den Lichteinfall an und die Tag/Nacht-Wechsel verlaufen wunderbar organisch.

Eine Hommage an die goldene SNES-Ära

Was das Gameplay angeht, wirft Sea of Stars einen nostalgischen Blick in die Vergangenheit. In den Dungeons wimmelt es vor Schiebe- und Schalterrätseln, die Oberwelt erkunden wir als knuffige Mini-Version unserer Held*innen und hinter jeden zweiten Ecke versteckt sich ein kleines Geheimnis. Das Kampfsystem von Sea of Stars ist zwar rundenbasiert, allerdings sind die Gegner in der Spielwelt schon vorher zu sehen - Zufallsbegegnungen gibt es zum Glück nicht. 

Wenn ein Scharmützel startet, wird kein gesonderter Kampfbildschirm aufgerufen, sondern der Kampf findet an an Ort und Stelle statt. Dieser Ansatz stammt direkt aus Chrono Trigger und stimmt Fans des SNES-Klassikers (wie mich) sicher wohlig. Auch dass die Party-Mitglieder Fähigkeiten (aktuell sind drei Charaktere bekannt, sechs sollen es werden) für Kombo-Attacken kombinieren können, ist offensichtlich von Chrono Trigger inspiriert.

Allein schon der Look von Sea of Stars lässt SNES-RPG-Herzen dahinschmelzen. Allein schon der Look von Sea of Stars lässt SNES-RPG-Herzen dahinschmelzen.

Diese Liebeserklärung an Chrono Trigger – wobei auch Super Mario RPG und Illusion of Gaia von den Entwickler*innen als Vorbild genannt werden – gipfelt in der Beteiligung von Yasunori Mitsuda. Mitsuda war für die Kompositionen von Chrono Trigger sowie Chrono Cross verantwortlich und steuert als Gast-Composer auch Musik zum Spiel bei.

Für wen eignet sich Sea of Stars?

Sea of Stars dürfte ein Fest für alle sein, die dem Charme klassischer SNES-RPGs bis heute erlegen sind. Mit einem frischen und modernen Look verpassen die Entwickler*innen von Sabotage Studio ein bewährtes Spielprinzip in eine ansprechende Verpackung. Alles was die Klassiker von einst so besonders gemacht hat, scheint hier einen Auftritt zu feiern – inklusive dem Bereisen der Weltkarte mit einem eigenen Schiff.

Die Frage bleibt aber: Wie viele eigene Ideen bringt Sea of Stars mit? Der Einsatz der dynamischen Lichtsysteme macht Hoffnung auf kreative Puzzle-Einlagen und wer The Messenger gespielt hat, weiß auch, dass die Entwickler*innen auch vor großen Gameplay-Twists nicht zurückschrecken. Aber selbst ein verspäteter Chrono Trigger-”Klon” dürfte viele Spieler*innen glücklich machen.

GamePro-Einschätzung

Hannes Rossow
@Treibhausaffekt

Schon der allererste Trailer zu Sea of Stars hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Das Art Design und die Pixelgrafik wirken unfassbar stimmig und wecken den Drang in mir, tief in die Spielwelt abzutauchen. Es ist ein Vorteil, dass ich schon ungefähr weiß, worauf ich mich in Sachen Gameplay hier einlassen werde - Chrono Trigger ist einer meiner absoluten Lieblingstitel.

Auf manche mögen rundenbasierte Kämpfe altbacken wirken, in diesem Falle helfen sie mir aber dabei Ruhe und Entspannung in Sea of Stars zu finden. Die entschleunigte Atmosphäre lässt mich auf kuschelige Abende auf der Couch hoffen, an denen Sea of Stars auf meiner Switch läuft und ich gedankenversunken das Angel-Minispiel ausprobiere oder mit meiner Party ein Zeltlager aufschlage - es könnte eine kleine Zeitreise werden.

Kann bei euch Sea of Stars eine ähnliche Nostalgie für klassische RPGs auslösen?

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