70.000 Liter Farbe und kein CGI: Dieser 20 Jahre alte Sony-Werbespot ist bis heute kaum zu toppen

In einem 20 Jahre alten Werbespot steckt mehr Kreativität als heute in so manchem Fernsehformat.

Vor 20 Jahren hat man noch 70.000 Liter Farbe in die Luft gesprengt. Heute bekommen wir KI-generierte Werbung von Coca-Cola. Vor 20 Jahren hat man noch 70.000 Liter Farbe in die Luft gesprengt. Heute bekommen wir KI-generierte Werbung von Coca-Cola.

Werbung heutzutage ist irgendwie verdammt langweilig. Nur noch selten Witz, Dramatik oder eine erzählte Geschichte. Daher blicken gerade viele User auf Social Media auf eine Zeit zurück, wo sich Werbung noch etwas getraut und keinen KI-generierten Einheitsbrei produziert hat.

70.000 Liter Farbe – und kein CGI

Der Spot mit dem Titel "Paint" entstand für Sonys Bravia-Fernseher und wurde im schottischen Glasgow gedreht. Als Kulisse wurde ein leerstehendes Hochhaus genutzt, das ohnehin für den Abriss vorgesehen war. Statt digitaler Effekte setzte Sony auf echte Farbe, echte Explosionen und perfektes Timing.

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Rund 70.000 Liter umweltfreundliche Farbe wurden mit mehr als 1.700 Zündern, Mörsern und Drucksystemen gleichzeitig gezündet. Zusätzlich hingen Fässer an Kränen, die mitten in der Luft explodierten. Gefilmt wurde das Ganze aus 65 Kamerapositionen – und das in nur einem einzigen Take. Ein zweiter Versuch war logistisch schlicht nicht möglich.

Ein Werbespot als Großproduktion

Die Dreharbeiten dauerten rund zehn Tage, über 250 Menschen waren an der Produktion beteiligt. Monate zuvor wurden Tests durchgeführt, um die richtige Farbviskosität, Flugbahnen und Explosionseffekte zu berechnen. Die Synchronisation zur Musik – Rossinis "Die diebische Elster" – wurde exakt auf die Explosionen abgestimmt.

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Der Aufwand zahlte sich aus: "Paint" gewann mehrere internationale Werbepreise, wurde millionenfach online geteilt und gilt bis heute als einer der technisch aufwendigsten Werbespots seiner Zeit. Interessant dabei: Im gesamten Spot ist kein Fernseher zu sehen. Die Farbe sollte für sich sprechen.

Warum der Spot heute wieder relevant ist

Dass der Clip fast 20 Jahre später erneut viral geht, hat einen interessanten Grund: In sozialen Netzwerken wird er aktuell als eines von vielen Beispielen dafür geteilt, wie stark sich Werbung verändert hat – weg von handgemachten Großproduktionen, hin zu durchkalkulierten, möglichst risikoarmen Formaten.

"Paint" steht für viele Leute für eine Phase, in der Marken bereit waren, enorme Summen in eine einzige Idee zu stecken, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ähnlich zu vielen Spots, die Gaming-Firmen in den 1990ern und frühen 2000ern produziert haben. Genau diese Übertreibung macht den Spot bis heute sehenswert, während wir die meiste Werbung von heute fast augenblicklich wieder vergessen.

Kennt ihr den Sony-Spot oder seht ihr ihn gerade zum ersten Mal?


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