Zocken in 40 Hz: Das Steam Deck hat ein Feature, das die Nintendo Switch 2 unbedingt braucht

Auf dem Steam Deck könnt ihr zukünftig die Bildwiederholfrequenz des Displays selbst festlegen. Damit hat Valve der Handheld-Konkurrenz einiges voraus, findet Chris.

von Chris Werian,
17.05.2022 15:45 Uhr

Auf dem Steam Deck können wir die Frequenz des Bildschirms manuell einstellen. Das klingt erstmal nach wenig, hat in der Praxis aber große Auswirkungen. Auf dem Steam Deck können wir die Frequenz des Bildschirms manuell einstellen. Das klingt erstmal nach wenig, hat in der Praxis aber große Auswirkungen.

Valve schraubt unermüdlich am Steam Deck, bisherige Software-Anpassungen verbesserten jedoch vorrangig die Benutzeroberfläche oder merzten Bugs aus. Vor wenigen Tagen erschien nun aber ein Beta-Update, das massive Neuerungen mitbringt. Eine davon habe ich direkt ins Herz geschlossen.

Flüssige Spiele und hohe Akkulaufzeit dank benutzerdefinierter Bildschirmfrequenz

Beim Aufrufen des Schnelleinstellungsmenüs fiel mir nach der Aktualisierung auf das aktuellste Beta-Update direkt der neue Schieberegler auf, mit dem sich die Bildwiederholfrequenz des LC-Displays, das in das Steam Deck eingebettet ist, in einem Bereich von 40 bis 60 Hz justieren lässt. Sozusagen eine variable Bildschirmfrequenz (VRR), nur eben, dass wir den Wert selbst definieren müssen.

Aktivieren wir im gespielten Titel zusätzlich VSync, eine Technik, die die Anzahl der gerenderten Frames exakt anhand der Bildschirmfrequenz ausrichtet und von nahezu jedem Konsolenspiel genutzt wird, spielt es sich ungemein flüssig und Tearing wird ebenfalls eliminiert.

Die Wiederholfrequenz ist im Handumdrehen eingestellt, der Graph in der oberen linken Ecke zeigt eine perfekte Verteilung der Frames. Unter 60 fps war das Spiel längst nicht so konstant, außerdem konnte ich dank der Begrenzung fast 40 Minuten länger spielen. Die Wiederholfrequenz ist im Handumdrehen eingestellt, der Graph in der oberen linken Ecke zeigt eine perfekte Verteilung der Frames. Unter 60 fps war das Spiel längst nicht so konstant, außerdem konnte ich dank der Begrenzung fast 40 Minuten länger spielen.

Im Normalfall würden die meisten Bildschirme (auch der der Nintendo Switch) 60 Vollbilder pro Sekunde im Verbund mit VSync erzwingen, da sie ausschließlich mit 60 Hz betrieben werden – ein für ein Mobilgerät noch immer enorm rechenintensives Vorhaben. Beim Steam Deck sind wir von dieser Limitierung aber befreit, VSync richtet sich nach dem von uns festgelegten Wert.

Setzen wir die Bildschirmfrequenz nach unten und aktivieren VSync, genießen wir gravierende Vorteile:

  • Eine höhere Akkulaufzeit, da weniger Rechenlast anfällt
  • Ein konstant flüssiges Spielgefühl ohne Tearing
  • Weniger Abwärme, weshalb die Hardware langfristig geschont wird
  • Der Lüfter muss weniger aufdrehen, das Gerät bleibt also ruhiger

Für ein optimales Spielgefühl müssen somit weder Entwickler*innen noch wir dauerhaft auf den magischen fps-Wert von "60" schielen, im Handumdrehen lassen sich zum Beispiel großartig spielbare 40 Hz bzw. 40 fps auswählen.

40 Hz ist ein perfekter Zwischenschritt

30 fps hielt sich viele Jahre hartnäckig als Standard im Konsolensegment, flüssig ist ein Spiel damit aber keineswegs, auch wenn wir uns noch so sehr daran gewöhnt haben. Zehn zusätzliche Bilder pro Sekunde suggerieren zwar auf den ersten Blick nicht die größte Steigerung, betrachten wir jedoch die Frametimes, also die Zeit, die ein Frame benötigt, um gerendert zu werden, liegt eine Framerate von 40 fps genau zwischen 30 und 60 fps.

Auch wenn man es nicht vermuten mag, rein technisch betrachtet liegt ein 40-fps-Modus nicht näher an der 30er-Marke, sondern exakt mittig zwischen 30 und 60 fps. (Bildquelle: Digital Foundry Youtube) Auch wenn man es nicht vermuten mag, rein technisch betrachtet liegt ein 40-fps-Modus nicht näher an der 30er-Marke, sondern exakt mittig zwischen 30 und 60 fps. (Bildquelle: Digital Foundry / Youtube)

Der Zuwachs an Spielbarkeit ist aufgrund der geringeren Verzögerung bis zum nächsten Frame enorm, die zusätzliche Rechenlast hält sich in Relation zu 30 fps aber in Grenzen. Daher würde ich auch davon absehen, eine weitere Steigerung vorzunehmen. Bei 50 fps muss die mobile Hardware ganz schön ackern, die Frametimes sinken aber nur in geringerem Maß.

Perfekte Erweiterung des Steam Deck und Hoffnung für die Nachfolgekonsole der Switch

Chris Werian
Chris Werian

Ich habe mich direkt in den Schieberegler für die Bildschirmfrequenz verliebt, da er perfekt mit einer weiteren Neuerung harmoniert: Valve hat ein wenig an den Lüftereinstellungen gewerkelt, so dass das Steam Deck nicht mehr so laut aufdreht, sondern sich in großen Schritten der leisen Switch nähert. Bei einer Begrenzung auf 40 Hz und einer Aktivierung von VSync lässt sich der Geräuschpegel noch weiter drücken, das Spielgefühlt bleibt angenehm flüssig und Tearing bekommen wir auch nicht zu Gesicht.

Man mag kaum glauben, wie groß der Unterschied zu 30 fps ausfällt, aber nach einigen Stunden in action-reichen Spielen wie Prey und Resident Evil 2 Remake war ich wirklich begeistert.

Sogar so begeistert, dass ich mir unbedingt ein ähnliches Feature für die nächste Nintendo-Handheld-Generation wünsche – für diese wird es vermutlich etwas zu knapp. Denn auf der Switch laufen nur die wenigsten Spiele in 60 fps, etliche Titel hätten aber genug "Luft" für 40 fps. Zumindest als zusätzliche Option, denn bei älteren Spielen kann eine Abweichung der Framerate zu Problemen mit Physikberechnungen oder der Animationsdarstellung führen.

Würdet ihr euch auf der Switch ein ähnliches Feature wünschen?

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