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Auf geht's

Titanfall im Test - Endlich eine neue Geschmacksrichtung!

Titanfall im Test für Xbox One und jetzt auch für Xbox 360: Respawn sorgt mit dem Multiplayer-Shooter für frischen Wind im Genre, patzt aber in Sachen Story und Umfang.

von Sebastian Stange,
19.03.2014 19:00 Uhr

Titanfall - Test-Video zur Xbox-One-Version 10:42 Titanfall - Test-Video zur Xbox-One-Version

Dieser Testartikel ging zum Release von Titanfall online. Inzwischen haben wir das Spiel nach dem achten Update im Kontrollbesuch erneut getestet und die Wertung angepasst. Die ursprüngliche Konsolen-Wertung lag bei 85 Punkten.

Test-Update zur Xbox-360-Version:
Seit dem 10. April 2014 ist Titanfall auch für die Xbox 360 verfügbar und wir sind sehr zufrieden mit der Umsetzung für Microsofts »alte« Konsole. Mehr Details zur 360-Version verraten wir auf Seite 4.

Microsofts Xbox One ist seit einigen Monaten auf dem Markt, und nach einem ordentlichen Start leidet die Plattform an der typischen Spiele-Flaute, wie sie alle neuen Konsolen durchmachen. Doch nun kommt das erste richtig große Ding seit dem Start der Xbox One. Titanfall ist ein ambitionierter Online-Shooter, der ausschließlich auf den Xbox-Konsolen und PC erscheint.

Seit Sommer 2013 läuft EAs Marketing-Maschine auf Hochtouren, und Titanfall wurde dadurch zu mehr als einfach nur einem Shooter. Es wurde zum Argument, sich eine Xbox One zu kaufen. Es wurde zur Munition im ewigen Duell »Xbox vs. PlayStation«. Nun ist der Shooter endlich erschienen, und wir stellen fest, dass er diese große Bürde nicht ganz schultern kann. Titanfall ist keine »Killer-Software«, die uns praktisch zum Kauf einer Xbox One zwingt. Doch ein unterhaltsames und forderndes Mehrspieler-Erlebnis ist Titanfall allemal!

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Call of Duty mit Robotern

Das grundlegende Konzept von Titanfall ist im Grunde schnell erklärt: Call of Duty, nur eben mit flotten Parkour-Moves und riesigen Kampfrobotern. Der Vergleich ist ein bisschen unfair, passt aber in vielen Punkten prima. Denn das Gunplay, die Spielgeschwindigkeit sowie die beständige Berieselung mit Erfolgsmeldungen erinnern stark an Activisions Shooter-Reihe. Gleichzeitig fühlt sich Titanfall aufregend neu an, eben weil es diese kolossalen Roboter-Helfer gibt, die wir zu Hilfe rufen.

Titanfall - Screenshots von der Xbox One ansehen

Dazu kommen die artistischen Fähigkeiten der Spieler, zahlreiche KI-Soldaten, die in den Online-Gefechten mitmischen, sowie ein reizvolles Science-Fiction-Szenario. Das ergibt ein Spielgefühl, das sich gleichzeitig vertraut und unverbraucht anfühlt. Und einen Mehrspieler-Titel, wie ihn die Konsolen-Welt längst gebraucht hat. Denn Titanfall bringt endlich frischen Wind ins Shooter-Genre - und zwar nicht nur eine laue Brise, sondern einen echte Sturmbö.

Xbox Live Gold ist Pflicht!
TItanfall ist ein reiner Mehrspieler-Shooter und kann ausschließlich mit anderen Online-Usern gespielt werden. Spieler benötigen also eine dauerhafte Internetverbindung sowie eine kostenpflichtige Gold-Mitgliedschaft bei Xbox Live.

Wer Vielfalt will, muss die Kampagne spielen

Titanfall ist ein Team-Spiel. In keinem der insgesamt fünf Modi kämpfen wir für uns allein, stets werden wir in zwei Fraktionen aufgeteilt - den Schwerindustrie-Konzern IMC oder die Miliz des intergalaktischen Grenzlands. Die Geschichte der beiden Parteien erfahren wir in der Kampagne des Spiels. Obwohl Titanfall ein reiner Mehrspieler-Titel ohne Solo-Modus oder Bot-Matches ist, wagen die Entwickler den Versuch, die Story vom Konflikt zwischen IMC und Miliz zu erzählen.

Nur in der Kampagne werden die Mehrspieler-Matches mit stimmigen Intros eingeleitet.Nur in der Kampagne werden die Mehrspieler-Matches mit stimmigen Intros eingeleitet.

Und sie geben uns gute Argumente, drei Stunden für die Story-Kampagne zu opfern. Nur dann nämlich werden alle Robo-Modelle zur Benutzung im Spiel freigeschaltet. Aber letztendlich ist es ohnehin nur ein kosmetischer Unterschied, ob wir die Kampagne oder den klassischen Multiplayer spielen.

Mega-Konzern gegen Bürgerwehr

Das Science-Fiction-Szenario von Titanfall ist reich an spannenden Ideen und faszinierenden Planeten, wird im Spiel selbst aber nur grob angerissen. In einigen Schlachtfeldern flattern eigentümliche Flug-Aliens durch die Luft oder wir entdecken bizarre Riesenwesen mit enorm langen Gliedmaßen im Hintergrund der Schlachtfelder. Doch erfahren tun wir nur wenig über die exotischen Schauplätze des Spiels. In der Story dreht sich nämlich alles um die Titanen, große Mehrzweck-Roboter, die für zivile und militärische Zwecke genutzt werden.

Manche Schauplätze sind wunderbar exotisch. Zu schade, dass wir kaum etwas über sie erfahren.Manche Schauplätze sind wunderbar exotisch. Zu schade, dass wir kaum etwas über sie erfahren.

Diese Technik-Wunderwerke sind Rückgrat aller menschlichen Bemühungen, sich im Universum breit zu machen. Und der IMC-Konzern, entstanden aus dem Roboter-Hersteller Hammond Industries, ist unersättlich auf der Suche mach Rohstoffen zum Robo-Bau. Das führt immer wieder zu Reibereien mit den Miliz-Truppen, bunt zusammengewürfelten Bürgerwehren entfernter Planeten. Am Ende bricht ein handfester Krieg aus.

In der Rolle eines namenlosen Soldaten erleben wir diesen Krieg mit und verfolgen dabei den Konflikt zwischen IMC-General Marcus Graves und dem Überläufer James McAllan. Der Haken: Wir spielen ganz normale Mehrspieler-Matches, während diese Story durch allerlei Funksprüche und kleine Videos im oberen Bildschirmeck erzählt wird. Abseits der stimmungsvollen Kampagnen-Intros sind wir schlichtweg zu sehr vom Spielgeschehen abgelenkt. Wer schon einmal Borderlands 2 im Koop gespielt und dabei versucht hat, der Handlung zu folgen, der kennt das Problem.

Wir ignorieren ganz automatisch, was da geplappert wird, auch wenn es für den Fortschritt der Kampagne egal ist, ob wir ein Match gewinnen oder verlieren. Es ist löblich, dass die Entwickler überhaupt versuchen, im Rahmen eines reinen Mehrspieler-Titels eine Geschichte zu erzählen. Das geht trotz des spannenden Szenarios aber leider gründlich in die Hose. Wie schön, dass Respawn Entertainment bei jenem einem Punkt ins Schwarze trifft, auf den es dann wirklich ankommt: beim Mehrspielerspaß.

Pfeilschnelle, akrobatische Infanterie-Gefechte

Wir starten zwar in der Rolle eines Roboter-Piloten in die Zwölf-Spieler-Schlachten von Titanfall, beginnen die meisten Modi jedoch zunächst zu Fuß. Erst nach einigen Spielminuten sind unsere Titanen verfügbar, sodass am Anfang jeder Runde reine Infanterie-Gefechte anstehen. Allerdings spielt sich das schon anders, als wir es von den Online-Shootern der letzten Jahre gewohnt sind. Denn als Pilot sprinten wir nicht nur flink, sondern springen mit dem Jetpack viele Meter hoch, flitzen Wände entlang oder führen Doppelsprünge aus.

Geübte Spieler hüpfen wie Flöhe über Dächer und Gassen. Alle Schlachtfelder bieten verschiedene Laufrouten, und es gibt es eine Menge Freiraum für Improvisation. Insbesondere im Modus »Capture The Flag« können findige Piloten ihre Verfolger mit cleveren Abkürzungen spielend leicht abhängen. Wenn andere Spieler vormachen, wie schnell sie von A nach B gelangen, motiviert uns das, selbst besser zu werden.

Genauso schnell wie wir durch die Levels sausen, erleben wir jedoch auch unseren Pixeltod. Denn die Waffen sind allesamt recht stark, und wir erledigen gegnerische Spieler mit wenigen Treffern. Das gutmütige Handling der Ballermänner mit wenig Rückstoß und hoher Präzision macht es leicht, Ziele auszuschalten. Genauso leicht passiert es aber, dass unsere Spielfigur plötzlich tot zu Boden fällt, ohne dass wir den gegnerischen Angriff haben kommen sehen.

Diese Szene sieht aus wie jeder andere Mehrspieler-Shooter, doch der Eindruck täuscht. Titanfall ist alles andere als gewöhnlich.Diese Szene sieht aus wie jeder andere Mehrspieler-Shooter, doch der Eindruck täuscht. Titanfall ist alles andere als gewöhnlich.

Das Gesundheitssystem ist Genre-Standard: Nach einer kurzen Zeit in Sicherheit regeneriert unsere Spielfigur automatisch die volle Lebensenergie. Dass die Spielgeschwindigkeit vom Titanfall zusammen mit dem äußerst gefälligen Waffen-Handling nicht in Frust ausartet, ist klug gewählten und gut ausbalancierten Spezialfähigkeiten zu verdanken. Wer will, kann etwa per Tastendruck für kurze Zeit durch Wände schauen, zum Supersprint ansetzen oder sich in eine Tarnkappe hüllen.

Das hilft in besonderen Situationen, stellt aber keinen zu eklatanten Vorteil dar. Obendrein ist das Angebot an passiven Charakter-Verbesserungen übersichtlich. Für jede unserer Piloten-Konfigurationen wählen wir zwei Vorteile, etwa bessere Kletter-Künste, kürzere Abklingzeiten für unser Spezialtalent oder die Anzeige von KI-Gegnern und -Kameraden auf der Minimap. Wenn keine Titan-Kampfroboter in der Schlacht mitmischen, dann wird deutlich, wie viel Call of Duty-DNS in Titanfall steckt.

Kein Wunder, schließlich wurde Respawn Enterainment von den Infinity Ward-Gründern Jason West und Vince Zampella ins Leben gerufen, die damals das legendäre Call of Duty 4: Modern Warfare erdachten. Und offensichtlich setzen sie beim Gameplay-Fundament von Titanfall auf bewährte Systeme. Dazu zählt auch ein motivierendes Level-System, das sich stark an etablierten Genre-Konventionen orientiert.

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