Ausgerechnet ein importierter Titel aus Japan hat etwas geschafft, was ich seit Jahren nicht empfunden habe: Spaß an einem Rennspiel

Um ein gutes Spiel zu machen, reicht manchmal schon eine ganz simple Idee – Tokyo Xtreme Racer ist der Beweis.

Eine kleine Rennspielempfehlung zum Wochenende. Eine kleine Rennspielempfehlung zum Wochenende.

Als ich in jungen Jahren Videospiele für mich entdeckte, waren Rennspiele ein wichtiger Teil meines Lebens. Klassiker wie Driver, Midtown Madness und natürlich Need for Speed Underground haben damals eine große Faszination auf mich ausgeübt, doch die ebbte in der Teenager-Zeit ab. Jetzt hat mich völlig unerwartet Tokyo Xtreme Racer komplett in seinen Bann gezogen – und damit ein wohliges Gefühl an frühere Zeiten geweckt.

Das japanische Fast and Furious

Auf das Spiel gekommen bin ich durch den Film “Shuto kôsoku toraiaru” von 1988, der in der internationalen Fassung leider den langweiligen Titel “Freeway Speedway” erhielt und später noch fünf Nachfolger bekam. Der Film erzählt die Geschichte einiger illegaler Rennsport-Fans, die versuchen, sich mit Bestzeiten auf dem Highway-Netz in Tokyo zu überbieten – dem Shuto Expressway.

Video starten 1:20 Tokyo Xtreme Racer - Neues Gameplay zur PS5-Version

Der Film war unterhaltsam, hatte allerdings auch seine Schwächen – aber darum soll es gar nicht gehen. Wichtig ist nur, dass ich das Setting sympathisch fand und ein wenig Heimweh nach Need for Speed Underground und Co. bekam.

Eine kurze Google-Suche später bin ich auf Tokyo Xtreme Racer gestoßen, das sich die (reale) japanische Tuning-Subkultur um illegale Rennen auf den Schnellstraßen der Insel-Metropole zum Vorbild nimmt, genau wie die Filmreihe.

Die physische Edition von TXR gibt es nur in Japan, das Spiel lässt sich allerdings auf Englisch spielen. Alternativ findet ihr es ganz normal im PS Store als digitalen Download. Ich habe mich für den Import der Box entschieden, das Cover ist nämlich echt schick!

Maximilian Franke
Maximilian Franke

Max hat früher viele Rennspiele gespielt. Neben den obligatorischen 2000er-Highlights wie Need for Speed Underground 2, Most Wanted oder Midnight Club fanden auch kleinere Titel wie Autobahnraser oder Moorhuhn Kart ihren Weg ins Kinderzimmer. Ja, Moorhuhn Kart – guckt nicht so! Nicht jeder hatte eine Nintendo-Konsole. Pff! Seitdem ist viel Zeit vergangen und mittlerweile spielen Racing Games nur noch selten eine Rolle für ihn, mit Ausnahme von Dauerbrenner Wipeout – und neuerdings auch Tokyo Xtreme Racer.

Worum geht’s hier überhaupt?

Tokyo Xtreme Racer ist eine Reihe, die seit 1994 etliche Teile hervorgebracht hat. Der neueste Hauptableger erschien 2025 für PS5 und PC, nachdem zuvor über viele Jahre Funkstille herrschte.

Das Prinzip ist immer ähnlich: Alle Rennen finden ausschließlich nachts auf den Highway-Schnellstraßen in Tokyo statt. Es gibt also keine dicht befahrenen Kreuzungen, Innenstädte oder Dörfer – nur Autobahn.

Klassische Rundkurse oder Sprints von A nach B gibt es ebenfalls nicht. Stattdessen kommt das “SP Battle System” zum Einsatz: Beim Herumcruisen fahre ich an anderen Streetracern vorbei, die ich jederzeit mit einer Lichthupe zu einem Rennen herausfordern kann.

Mit verschiedenen Skills könnt ihr u.a. auch Bonusschaden durch riskante Fahrmanöver lernen, damit die HP-Leiste (oben rechts) des Gegners noch schneller nach unten rast. Mit verschiedenen Skills könnt ihr u.a. auch Bonusschaden durch riskante Fahrmanöver lernen, damit die HP-Leiste (oben rechts) des Gegners noch schneller nach unten rast.

Nun gilt es, möglichst viel Abstand zum Kontrahenten zu gewinnen. Liegt ein Auto ausreichend viele Meter in Führung, tickt die Lebensleiste des zurückliegenden Fahrzeugs nach unten.

Während diese Duelle anfangs noch recht einfach sind, entstehen später wirklich spannende Kopf-an-Kopf-Rennen, in denen die Führung mehrfach wechselt und so beide Lebensleisten “Schaden” bekommen – nervenaufreibend!

Ein ähnliches Konzept gab es 2004 in Need for Speed Underground 2. Auch hier konnten wir andere Streetracer in der Open World zu kleinen Wettfahrten herausfordern. Gut möglich, dass Tokyo Xtreme Racer die Vorlage war.

Außerhalb von Rennen fahre ich einfach nur über den Highway und suche Kontrahenten – oder cruise entspannt vor mich hin. Außerhalb von Rennen fahre ich einfach nur über den Highway und suche Kontrahenten – oder cruise entspannt vor mich hin.

Apropos Need for Speed: Tuning gibt’s auch! Sowohl die Leistung, als auch die Optik der Autos lassen sich anpassen. 

Bei der Karosserie solltet ihr zwar nicht so viele Teile erwarten wie in Need for Speed, aber es gibt trotzdem angenehm viel Auswahl, um etwa aus einem Honda Civic einen Boliden mit (auf Wunsch blinkender) Neon-Unterbodenbeleuchtung zu zaubern.

Und wisst ihr, was noch schön ist? Tokyo Xtreme Racer ist ein altmodisches Singleplayer-Komplettpaket. Keine DLCs, keine Mikrotransaktionen, kein aufgesetzter Multiplayer-Modus – auch das erinnert mich ganz wohlig an meine Kindheit.

Das spielt die GamePro-Redaktion:

  • Tobi war zwar in seinem Test zu Halo Campaign Evolved nicht komplett zufrieden, aber ein weiterer Durchgang auf dem Legendary-Schwierigkeitsgrad muss natürlich trotzdem sein.
  • Mary ist immer noch tief in Coral Island versumpft und schraubt an ihrer perfekten Inselwelt.
  • Dennis und Annika schippern ebenfalls an Traumstränden vorbei, lockern die Idylle aber mit ein paar Seeschlachten in Assassins Creed: Black Flag Resynced auf.
  • Rae ist dagegen analog unterwegs und probiert einige Brettspiele aus, darunter Witchcraft und Die letzten Droiden.
  • Linda streift durch die echte Welt und stürzt sich auf dem CSD in Berlin ins Getümmel – mit Gaming wird's daher eng am Wochenende.
  • Auch Eleen schließt sich der Offline-Crew an und tüftelt fleißig an einem neuen Charakter für kommende D&D-Abenteuer.
  • Hannes löst in The Mermaid Mask einen kniffligen Mordfall. Vor allem das Writing gefällt ihm im Point-and-Click-Adventure bisher ziemlich gut.
  • Bei Basti wird gekleckert, nicht geklotzt – und zwar in Splatoon Raiders, nachdem die Singleplayer-Modi von Splatoon 1 und 2 schon gut bei ihm ankamen.
  • Chris versucht sich weiter an Saros auf der PS5, das ihn zwar bisher nicht durchgehend an den Bildschirm fesseln konnte, aber doch immer wieder zurück lockt.
  • Kevin ist gerade dabei, alle Spider-Man-Spiele von Insomniac nachzuholen und ist mitterweile bei Miles Morales angekommen.

Kleiner Bonus: Unser Kollege Jonas ist vor kurzem ebenfalls auf den Geschmack von TXR gekommen. Seine Eindrücke zum Rennspiel findet ihr hier:

Was mir an TXR aber letztlich am besten gefällt, ist der Vibe. Es macht mir auch nach über 15 Stunden noch Spaß, über die japanischen Highways zu brettern und einen Kontrahenten nach dem anderen zum Duell herauszufordern.

Egal ob Sieg oder Niederlage: Die Fahrt geht nach einem Duell nahtlos weiter und ich hänge erfreulich wenig in Menüs rum. Wenn dazu noch der passende, selbstgewählte Soundtrack im Hintergrund läuft (der OST ist leider gar nicht mein Geschmack), wird Xtreme Racer zu meinem absoluten Wohlfühl-Rennspiel.

Falls ihr auf der Suche nach einem Rennspiel in nächtlicher Kulisse seid und gerne mal wieder in aufgemotzten Autos im NFSU2-Stil über den Asphalt brettern wollt, ist Tokyo Xtreme Racer vielleicht auch für euch einen Blick wert! Meine Empfehlung hat es jedenfalls.

Und jetzt seid ihr gefragt: Was zockt ihr am Wochenende?


Kommentare(4)
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