Turtle Beach Recon Controller im Test: Solide Alternative zum Xbox-Gamepad mit Kabelzwang

Mit dem Recon wagt sich Turtle Beach erstmals in Controller-Territorium. Und legt dabei ein ordentliches Debüt hin.

von Tobias Veltin,
03.08.2021 15:00 Uhr

Der Recon ist der erste Controller von Turtle Beach. Der Recon ist der erste Controller von Turtle Beach.

Systeme: Xbox Series X/S, Xbox One
Hersteller: Turtle Beach
Preis: ca. 60 Euro
Veröffentlichung: 02.08.2021

Hardware-Hersteller Turtle Beach war bislang hauptsächlich für seine Headsets bekannt. Mit dem Recon für die Xbox Series X/S und die Xbox One begibt sich das Unternehmen jetzt in Controller-Gefilde und lässt dabei direkt Know-How und Technologie aus den Headsets mit einfließen. Wir haben ein Testmuster des Gamepads erhalten und ausführlich getestet.

Der Lieferumfang, den wir aus der schmalen Verpackung befreien, ist Controller-typisch überschaubar. Neben dem Gamepad selbst liegen noch eine Anleitung für die wichtigsten Funktionen, sowie ein robustes und drei Meter langes USB-A auf USB-C-Kabel bei. Letzteres ist zwar großzügig bemessen, bietet aber leider keinen Stolperschutz. Schade, denn das Kabel ist beim Recon tatsächlich Pflicht. Eine Wireless-Option gibt es nicht, weswegen ihr beim Spielen das Kabel dauerhaft mit der Konsole verbinden müsst, was in Hauptsächlich-Kabellos-Zeiten etwas irritierend sein kann, dafür aber immerhin die bestmögliche Übertragung verspricht.

Verpackung In diesem schmalen Karton...

Lieferumfang ...steckt dieser Inhalt.

Beim ersten Anfassen fühlt sich der Recon direkt sehr angenehm, für unseren Geschmack aber auch einen Ticken zu leicht an, das Gewicht könnte insgesamt etwas höher sein. Die Griffhörner schmiegen sich ähnlich gut in die Handflächen wie die des Original-Controllers von Microsoft und die Trigger und Bumper haben eine leichte Noppung auf der Oberfläche, was den Fingern etwas mehr Halt gibt und sich ebenfalls angenehm anfühlt. Auch an den Triggern und deren Widerständen gibt es nichts zu meckern, das harte Druckgefühl der Knöpfe bleibt allerdings ein wenig hinter dem weicheren des Originals zurück. Auf der Rückseite gibt es zwei beliebig belegbare Zusatztasten, die ebenfalls über eine Noppung verfügen und sich bequem erreichen lassen.

Gute Audiokontrolle

Der obere Teil des Gamepads sticht natürlich sofort ins Auge, denn hier hat Turtle Beach gleich eine ganze Reihe von Knöpfen verbaut, die fast allesamt für die Steuerung von Headset-Funktionen zuständig sind. Neben der Regulierung der Lautstärke gibt es eine beleuchtete Wippe zur Einstellung des Spielsound-Chat-Mixes, einen Knopf für die sofortige Stummschaltung des Mikrofons, sowie die Aktivierung der sogenannten Human Hearing-Funktion.

Damit werden laut Turtle Beach bestimmte Geräusche wie Schritte oder Nachladesounds verstärkt, was euch einen Vorteil beim Spielen verschaffen soll. Beim Ausprobieren der Funktion nahmen wir bei Shootern (Doom Eternal, Halo Infinite Tech-Preview) aber wenn überhaupt nur einen leichten Unterschied wahr.

Das Alleinstellungsmerkmal des Recon: Die kleinen, aber gut bedienbaren Audiotasten im oberen Teil des Controllers. Das Alleinstellungsmerkmal des Recon: Die kleinen, aber gut bedienbaren Audiotasten im oberen Teil des Controllers.

Die unterschiedlichen Audioprofile waren dagegen deutlich besser erkennbar, es gibt vier voreingestellte Presets, etwa eine basslastige oder stimmverstärkende Option. Außerdem könnt ihr hier die Belegung der rückseitigen Tasten ändern. Die Tasten im oberen Bereich sind zwar recht klein und eng beisammen, lassen sich aber gut bedienen, beleuchtete Symbole zeigen zudem die aktivierten Funktionen an - sehr praktisch.

Jetzt kommt das große und wichtige "Aber": Diese Kontrolloptionen stehen euch bis auf die Rückseitentasten ausschließlich für kabelgebundene Headsets zur Verfügung, die ihr über den 3,5mm-Klinkenanschluss mit dem Controller verbindet. Verwendet ihr ein kabelloses Headset, bleiben die verbauten Audiofunktionen wirkungslos und die Besonderheit des Recon-Controllers verpufft.

Handling hui, Kühlung pfui

Im Spielbetrieb machte der Recon eine sehr solide Figur. Auch nach mehreren Stunden mit einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Spielen, darunter Forza Horizon 4, Yooka-Laylee und Halo Infinite, zeigten unsere Hände keinerlei Krämpfe oder Ermüdungserscheinungen, die rückseitigen Tasten erwiesen sich als sehr nützlich und auch die schnelle Erreichbarkeit der Audioelemente für Kabel-Headsets empfanden wir als eindeutiges Plus.

Die genoppten Tasten auf der Rückseite lassen sich beliebig belegen. Die genoppten Tasten auf der Rückseite lassen sich beliebig belegen.

Eine weitere angebliche Funktion entpuppte sich beim Test allerdings als ziemlich leeres Marketingversprechen. Denn laut Verpackung und Webseite sollen die Griffe des Controllers die Hände kühl halten, die Rede ist von "Cooling Grips". Einen wirklichen Effekt konnten wir beim Test allerdings nicht feststellen, zumindest blieben unsere Hände auch nicht kühler als bei Konkurrenzmodellen.

Apropos Konkurrenz: Hier findet ihr weitere empfehlenswerte Controller für die Xbox Series X/S und Xbox One:

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Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Mit dem Recon liefert Turtle Beach ein solides Controller-Debüt ab, das in den wichtigsten Bereichen wie Bedienung und Haptik kaum Schwächen zeigt. Das geringe Gewicht schreit zwar sofort "Plastikbomber", billig tritt der Recon bei seinen Einsätzen dann aber ganz und gar nicht auf, sondern gefällt mit seinen praktischen Audiokontrollen direkt am Controller und vor allem den rückseitig verbauten Tasten, was den Recon in meinen Augen zu einer guten Alternative zum Original-Controller macht.

Ein nicht zu unterschätzender Makel dürfte für viele aber der "Kabelzwang" sein, der sich für heutige Verhältnisse einfach veraltet anfühlt. Wer damit kein Problem hat und hauptsächlich mit Kabel-Headsets spielt, darf sich den Recon-Controller in jedem Fall genauer anschauen.

Pro und Contra

+ praktische Audiotasten im oberen Bereich
+ ordentliche Verarbeitung
+ frei belegbare Tasten auf der Rückseite
- Gewicht etwas zu gering
- Kabelzwang, Verbindung zudem ohne Stolperschutz

Fazit: Dank praktischer Zusatzfunktionen ist der Recon eine gute Kabel-Alternative zum Original-Xbox-Controller.

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