Wylde Flowers ist die erste Farming-Sim, die mich zu Tränen gerührt hat

Wylde Flowers legt mehr Wert auf die Story als andere Farmingsims wie Stardew Valley. Mit Erfolg: Die herzergreifende Geschichte hat David nicht kalt gelassen und zu Tränen gerührt.

Von Grandma Hazel werden wir in Wylde Flowers ins Farm- und Hexen-Handwerk eingeführt. Von Grandma Hazel werden wir in Wylde Flowers ins Farm- und Hexen-Handwerk eingeführt.

Wylde Flowers beginnt wie Stardew Valley oder ähnliche Farming- und Lebenssimulationen: Wir übernehmen den Hof unserer Großmutter. Allerdings lebt unsere Oma zu Beginn des Spiels noch, wir pflegen sie und lernen nach und nach von ihr, wie das Landleben in und um Fairhaven funktioniert. Achja, eine Hexe ist sie auch noch (und Protagonistin Tara ebenfalls). Aber leider hält die traute Zweisamkeit nicht ewig und das hat mich eiskalt erwischt…

Spoiler/Inhaltswarnung: Wer nichts über die Geschichte von Wylde Flowers (oder die Grundvoraussetzung von Stardew Valley) wissen möchte, sollte nicht weiter lesen. Außerdem dreht sich dieser Text um den Tod geliebter Menschen.

Wylde Flowers ist zwar eine Farming-Sim, aber mit Story-Fokus

Das ist anders: Wylde Flowers ist viel mehr als einfach nur Stardew Valley aus der Perspektive einer Hexe. Hier gibt es eine ausführliche, spannende Geschichte, die viel stärker im Vordergrund steht, als das bei den bekannten Genrevertretern wie Animal Crossing oder Stardew Valley der Fall ist.

Klar, wir freunden uns an, gehen vielleicht sogar eine Partnerschaft ein und bauen unseren Hof aus, aber das war eben noch nicht alles. In Wylde Flowers passiert noch so viel mehr drumherum. Zum Beispiel dreht sich die Geschichte sehr stark um die Beziehung zwischen den ‘normalen’ Bewohner*innen und den Hexen beziehungsweise darum, wie beide friedlich koexistieren können.

David Molke
@DavidMolke

David spielt seit SNES-Tagen Farming-Sims wie Harvest Moon und Stardew Valley. Wylde Flowers hat ihn dementsprechend natürlich sofort gepackt. Zum Glück bietet der Titel aber zusätzlich zum Standard noch ganz eigene Ansätze und eine für das Genre überraschend ausführliche, tiefgreifende sowie emotionale Story.

Die Geschichte von Wylde Flowers hat mich kalt erwischt, aber ein warmes Gefühl hinterlassen

Bei Stardew Valley ist unser Opa schon längst tot, wenn wir auf dem Bauernhof ankommen. Dass unsere Oma in Wylde Flowers noch lebt, macht einen gewaltigen Unterschied, den ich so nicht erwartet hätte.

Die Ausgangssituation wirkt unerwartet angenehm auf mich: Ich kann Zeit mit meiner Großmutter verbringen, das Farming- sowie Hexenhandwerk von ihr lernen und bei Alltäglichem helfen. Egal, ob es darum geht, für Oma Hazel Medikamente zu holen, Kräuter zu sammeln, Gemüse zu ernten, zu kochen oder aufzuräumen.

Aber ihr ahnt es wahrscheinlich: Leider bleibt das nicht so und dieses schöne Beisammensein nimmt irgendwann ein Ende. Dabei lässt uns Wylde Flowers aber zum Glück viel Zeit, die wir mit unserer Oma verbringen können. Wir merken dann aber, wie es mit der Großmutter bergab geht, können sie pflegen, viel mit ihr sprechen und langsam von ihr Abschied nehmen.

Wie Wylde Flowers aussieht, davon könnt ihr euch im Trailer einen Eindruck machen:

Wylde Flowers - Die magische Farm-Sim hat ein Release-Datum für Switch und Steam 0:31 Wylde Flowers - Die magische Farm-Sim hat ein Release-Datum für Switch und Steam

Dann kommt irgendwann der Tag der Beerdigung und auch hier zieht Wylde Flowers sämtliche Register. Die Zeremonie ist schlicht, aber schön und respektvoll – vor allem traurig. Danach sprechen uns alle Bewohner*innen ihr tief empfundenes Beileid aus und wir werden sogar zu einer Trauergruppe eingeladen. Immerhin war Hazel auch ein echter Pfeiler der Community.

Das alles ist so gut und herzlich geschrieben, wirkt so echt, realistisch und dabei wenig aufgesetzt, dass mir nicht einfach nur die Tränen gekommen sind. Wylde Flowers hat mir so auf eine ganz behutsame, emotional reife Art und Weise ermöglicht, mich noch einmal intensiv mit dem Tod meiner eigenen Großeltern auseinanderzusetzen. Letzten Endes wurde mir so zumindest sinnbildlich das ermöglicht, was in echt nicht (mehr) ging: Noch einige schöne, gemeinsame Augenblicke miteinander verbringen, sich gegenseitig helfen, voneinander lernen und in Ruhe Abschied nehmen.

Habt ihr Wylde Flowers schon ausprobiert? Wie habt ihr auf den Tod der Oma reagiert? Haben andere Spiele in euch etwas ähnliches ausgelöst?

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