Das Open World Koop-RPG Wyldheart hat eins der größten Probleme beim Zocken mit Freunden erkannt - und eine clevere Lösung dafür

Das kommende Koop Action-RPG Wyldheart wurde heute bei der Pax East enthüllt. Wir durften es uns schon vorher anschauen und Waypoint-Studio Co-Founder Dennis Brännvall unsere Fragen stellen.

Wyldheart fokussiert sich aufs Erkunden mit Freundinnen und Freunden, kann aber auch alleine gezockt werden. Wyldheart fokussiert sich aufs Erkunden mit Freundinnen und Freunden, kann aber auch alleine gezockt werden.

Das Koop-RPG Wyldheart (nicht zu verwechseln mit der Monster Hunter-Alternative Wild Hearts) will uns im Freundeskreis auf Abenteuer in einer gemütlichen Fantasywelt schicken. Dabei ist sich das neu gegründete Entwicklerstudio Wayfinder einer ganz wichtigen Sache bewusst: 

In unserem durchgetakteten Alltag ist es gar nicht so leicht, regelmäßig Leute für gemeinsame Zockabende zusammen zu trommeln. Darum wird Wyldheart es uns so leicht wie möglich machen, spontan in eine Kampagne reinzuhüpfen oder auch mal zwischendurch zu pausieren. 

Ich durfte mir bereits vor der Enthüllung eine Entwickler-Zock-Session anschauen und Studio-Co-Founder und Creative Director Dennis Brännvall sowie Marketing Director Erin Bower mit meinen Fragen löchern.

Video starten 1:20 Neues Koop-RPG Wyldheart enthült - Es lässt euch via Drop In/Drop Out-System mit Freunden zocken und ohen Minimap erkunden

Wyldheart ist ein Koop-RPG für Freund*innen, mit Drop In/Drop Out-System - lässt sich aber auch solo zocken

In aller Kürze zusammengefasst: Bei Wyldheart erwartet uns ein klassisches Fantasy-RPG mit Dungeons, tiefen Wäldern, gemütlichen Dörfern, Rätseln und Echtzeitkämpfen aus der Third Person. Bei Letzteren schwingen wir Schwerter, Keulen, Fackeln, nutzen Magie, blocken oder parieren, und so weiter.

Aber keine Sorge, eine knackige Herausforderung à la Dark Souls ist das nicht. Ganz im Gegenteil: Wer schon mal Klassiker wie Skyrim und Co. gezockt hat, soll sich sofort zu Hause fühlen und mit den Kämpfen gut klarkommen. 

Wyldheart lässt sich zwar auch solo spielen, ist aber hauptsächlich als Koop-RPG für Freundesgruppen gedacht, und wirklich nur Freundesgruppen. Online-Matchmaking mit zufälligen Spieler*innen gibt es nicht. Stattdessen tun wir uns privat zu zweit, zu dritt oder zu viert zusammen und wählen eine von mehreren enthaltenen Story-Kampagnen.

Diese kleinen Geschichten werden alle zusammen als Komplettpaket angeboten, Wyldheart setzt nicht auf einen F2P-Ansatz, der uns für jeden Zusatzinhalt zur Kasse bittet. Die einzelnen Story-Kampagnen haben dann jeweils eine überschaubare Länge von rund 10 bis 11 Stunden. 

Und selbst falls es dabei nicht immer gelingt, mit ein- und demselben Team anzutreten, soll das kein Problem sein. Fällt mal jemand aus, kann einfach mit den Verbleibenden weitergezockt werden – oder auch jemand anderes einspringen. 

Dabei wird es Mechaniken geben, um XP-Unterschiede schnell auszugleichen und Wyldheart passt die Schwierigkeit der Spieler*innenzahl an. Sind wir zu viert, werden wir zum Beispiel von deutlich mehr Sklelettkriegern umzingelt als im Duo. Wer will, kann auch solo losziehen.

Dungeons, Bosse, Entscheidungen, aber keine Minimap - die Oldschool-RPG-Erfahrung

“In Wyldheart gibt es keine Helden”, erklärt Brännvall mir, während er in meiner Gegenwart eine Spielsession startet. Stattdessen schlüpfen wir in die Rollen ganz normaler Menschen – oder eben auch Mitglieder diverser Fantasyvölker. Wir passen diese im Charakter Editor optisch an und wählen einen Hintergrund, der beispielsweise die Startwaffe bestimmt, uns aber nicht wie eine Klasse auf eine bestimmte Spielweise festlegt.

Ziehen wir dann los, gilt: Augen auf! Wyldheart verzichtet nämlich bewusst auf eine Minimap und eine Vielzahl von Markern, damit wir uns aktiv mit der Spielwelt beschäftigen. 

Im Untergrundverlies, in dem Bränvall und Bower ihre Spielsession starten, kämpfen sie gegen Schleime, Skelettkrieger und nehmen es schließlich mit einer Art riesigem Schleimhirsch auf. 

Genau wie die kleineren Blobs reagiert der sehr empfindlich auf Feuer, und genau solche Schwachpunkte zu finden, ist enorm wichtig. Dennis Brännvall genießt besonders das Chaos, das ausbrechen kann, wenn alle gleichzeitig nach derlei gewinnbringenden Strategien suchen – Friendly Fire inklusive. 

Sind Entscheidungen gefragt, geht es dagegen ganz gesittet zu, denn die werden via Abstimmung getroffen. Hat ein NPC ein Anliegen, wählen alle ihre Antwort und es gewinnt automatisch die Option mit den meisten Stimmen – bei Gleichstand geht es nach dem Host.

Dann geht es raus in die offene Welt. Die ist größtenteils komplett frei erkundbar, auch wenn es manche Einschränkungen gibt. Wir können beispielsweise mal auf eine Zollstelle treffen, an der wir erst mal blechen müssen. Oder schlicht an unsere Grenzen stoßen, weil die Monster in einem Gebiet einfach an dem Punkt noch zu zäh sind. 

Der Tod ist  nicht das Ende

In dem Zuge wollten wir auch wissen, was passiert, wenn unsere Charaktere das Zeitliche segnen. Bränvall verrät: Sie verlieren “Hoffnung”. Wie viel ihnen davon noch bleibt, sehen wir an der Anzahl kleiner Herzen über ihren Lebensbalken. 

Sind die komplett aufgebraucht, heißt es erst mal Goodbye für die Figur. Allerdings soll es auch Möglichkeiten geben, unsere Charaktere wieder aus dem Jenseits zurückzuholen. Zudem können wir 20 Spielfiguren gleichzeitig speichern und auch erst mal eine andere von der Reservebank holen.

Wyldheart hat noch keinen festen Release-Termin und wird zunächst im Early Access, wahrscheinlich nur auf PC, launchen. Konsolen-Umsetzungen sollen jedoch folgen.

Fazit der Redaktion

Samara Summer

Seit Elden Ring: Nightreign 2025 meine Begeisterung für Koop geweckt hat, kenne ich den Planungsstress nur zu gut: Eine Freundin ist nächste Woche im Urlaub, morgen muss der andere Freund auf einen Geburtstag, aber heute passt es mir eigentlich nicht so richtig. 

Weil wir dieses Problem bei langen Koop-Kampagnen noch stärker kommen sehen, schieben wir einen gemeinsamen Baldur’s Gate 3-Durchlauf seit Monaten vor uns her. Ich finde es prima, dass Wayfinder diese Alltags-Herausforderungen im Blick hat. Auch, dass das kleine Studio es nicht allen recht machen will, sondern sich auf das “Für Freund*innen”-Konzept fokussiert, finde ich erfrischend.

Ob das gemeinsame Spielerlebnis so spaßig und motivierend wird, dass ich regelmäßig mit einer kleinen Truppe darin versinken will, muss sich natürlich noch zeigen. Die Fantasywelt wirkt zwar erst mal nicht bahnbrechend neu, aber ich habe trotzdem direkt vor Augen, wie ich sie gemeinsam mit den üblichen Verdächtigen aus dem GamePro-Team fleißig erkunde.

Ich sehe schon, wie wir uns um Loot prügeln und lautstark über den besten Weg streiten, gerade ohne Minimap. Und genau darauf habe ich ziemlich Bock!


Kommentare(1)
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