Xbox Series X/S: GameStop verdient an allen verkauften Konsolen doppelt

Der Microsoft-Deal von GameStop wirkt sich offenbar stärker aus als zunächst kommuniziert. An allen verkauften Xbox Series S & X-Konsolen kann durch Spiele, Abos & Co mehrfach verdient werden.

von David Molke,
15.10.2020 12:12 Uhr

Wenn jemand eine Xbox Series X oder Xbox Series S bei GameStop kauft, verdient der Laden auch an Game Pass-Abos oder gekauften Spielen mit. Wenn jemand eine Xbox Series X oder Xbox Series S bei GameStop kauft, verdient der Laden auch an Game Pass-Abos oder gekauften Spielen mit.

GameStop und Microsoft haben erst kürzlich eine große neue Partnerschaft bekannt gegeben. Dabei ging es in erster Linie nur um neue Geräte und Software, die in den Filialen zum Einsatz kommen sollten. Nun sieht die Sache aber doch ein bisschen anders aus: Wie mehrere Berichte nahelegen, kann GameStop wohl auch an jeder verkauften Xbox Series S oder X ordentlich mitverdienen. Das soll zum Beispiel Anteile an abgeschlossenen Game Pass-Abos oder gekauften Spielen umfassen.

Microsoft teil offenbar Umsätze mit GameStop, wenn dort jemand eine neue Xbox kauft

Umfassendere Partnerschaft? Bisher hieß es von offizieller Seite lediglich, dass GameStop jetzt Microsoft Teams nutzt und unter anderem zum Beispiel Surface-Tablets in seinen Filialen einsetzen werde. Auch das Xbox All Access-Angebot sollte ins Programm aufgenommen werden. Jetzt sieht es aber ganz danach aus, als umfasse die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen noch sehr viel mehr.

Umsatzbeteiligung: Wie Analyst Michael Pachter (via StreetInsider) und DOMO Capital Management berichten, soll GameStop an sämtlichen Umsätzen beteiligt werden, die mit einer bei ihnen gekauften Xbox erzielt werden. Wenn zum Beispiel jemand eine Xbox Series X bei GameStop kauft und anschließend einen digitalen Download bezahlt oder ein Game Pass-Abo abschließt, erhält GameStop jetzt wohl jedes Mal eine Beteiligung.

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Das könnte heißen, dass GameStop Xbox Series X-Konsolen bevorzugt behandelt

Dementsprechend groß dürfte GameStops Interesse daran sein, Menschen in das Xbox-Ökosystem zu integrieren. Größer als bei der Konkurrenz, weil an einer PS5 im weiteren Verlauf von deren Lebensspanne wohl sehr viel weniger Geld verdient werden kann. Es sei denn natürlich, die betreffende Person würde ausschließlich Disk-Versionen aller Spiele und die nur bei GameStop kaufen.

Diese Details zum Microsoft-Deal betreffen die US-Märkte von GameStop. Ob auch deutsche Filialen davon betroffen sind, versuchen wir gerade in Erfahrung zu bekommen. Wir haben uns an die entsprechende PR gewandt und updaten euch, sobald wir mehr wissen.

Genau darum dürfte es gehen: GameStop hat durch diesen Deal offenbar endlich eine gute Möglichkeit gefunden, auch an digitalen Verkäufen und ebensolchen Abos mitzuverdienen. Durch den Umschwung hin zu Spiele-Downloads, Abos und Online-Sales ist dem Unternehmen in den letzten Jahren sehr viel Umsatz flöten gegangen. Der rückt jetzt wieder in greifbare Nähe.

Was heißt das für den Rest? Sonys PS5 und die Nintendo Switch könnten in den GameStop-Läden der Zukunft eher ein Schattendasein fristen. Zumindest drängt sich jetzt natürlich die Vermutung auf, dass wir in GameStop-Filialen tendenziell eher eine Xbox Series X als eine PS5 oder Switch angepriesen bekommen.

Ähnliche Deals? Möglicherweise gehen Sony und Nintendo aber auch einfach zum Gegenangriff über und schließen ähnliche Vereinbarungen mit GameStop oder anderen Retail-Händlern. Was natürlich nur funktionieren würde, wenn die Kooperation mit Microsoft nicht exklusiv ist und ähnliche Dinge mit anderen Unternehmen nicht unterbindet.

Hättet ihr sowas erwartet? Wie findet ihr derartige Beteiligungen?

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