Fazit: The Evil Within 2 im Test - Die Kunst des Schreckens

GameStar Plus Logo
Weiter mit GameStar Plus

Wenn dir gute Spiele wichtig sind.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe für Rollenspiel-Helden, Hobbygeneräle und Singleplayer-Fans – von Experten, die wissen, was gespielt wird. Deine Vorteile:

Alle Artikel, Videos & Podcasts von GameStar
Frei von Banner- und Video-Werbung
Einfach online kündbar

Fazit der Redaktion

Michael Cherdchupan
@the_whispering

The Evil Within 2 ist eine Fortsetzung, die mich überzeugt. Sehr sogar. Es ist vielleicht der erste Survival Horror, bei dem ein Open-World-Konzept eingebaut worden ist, ohne die Dramaturgie zu zerstören. Das Spiel ist flexibel, jederzeit spannend erzählt und verarbeitet trotz grausamer Horrorbilder eine gehörige Portion Menschlichkeit. Es ist eine hervorragende Mischung aus subtilem, psychologischem Horror und brachialem Splatter. Ein Horrorspiel, das für den Mainstream geeignet ist, ohne die Fans von cleverem Indie-Horror zu verschrecken. Das ist sicherlich ein gewagter Spagat, und hier und da droht sich das ambitionierte Konzept dabei die Beine zu brechen, aber es hält wacker stand. Zombies hin oder her.

Am Ende bleibt die Frage, ob The Evil Within 2 gruselig ist. Aber das kann ich leider nicht eindeutig beantworten, da Ängste individuell sind. Nicht jeder wird sich vor den gleichen Dingen fürchten, weshalb das Spiel eben auf die flächendeckende Mischung setzt. Mir persönlich haben die surrealen Albtraumsequenzen den größten Schauer über den Rücken gejagt. Sie spielen mit Wahrnehmung und Erwartungshaltung. Doch wer zum Beispiel in Spielen wie Resident Evil 7 eher panischen Ekel vor Gegnerhaufen mit aufplatzenden Eiterpusteln hatte, wird hier ebenso (un)glücklich. The Evil Within 2 ist keine schmale Indie-Produktion, die es sich erlauben kann nur eine spezielle Zielgruppe mit einer bestimmten Form von Phobie anzusprechen. Als teures Mainstream-Produkt muss es da Kompromisse eingehen. Doch das ist meiner Ansicht nach wunderbar gelungen.

Kai Schmidt
@GamePro_de

Der erste Teil hat die Gemüter gespalten - die Einen fanden das Spiel großartig, die Anderen konnten nichts damit anfangen. Ich gehöre definitiv zur ersten Gruppe und habe Shinji Mikamis bizarren Horrortrip von vorne bis hinten genossen. Beim zweiten Teil hatte ich die Befürchtung, dass man sich (auch wegen der offeneren Spielwelt) deutlich mainstreamiger gibt, doch The Evil Within 2 setzt zum Glück auf dieselben Mindfuck-Mechaniken und Survival-Horror-Spielelemente. Ich war sofort wieder drin und habe mich wohlig gegruselt.

Der Grusel und die Anspannung entstehen hier vor allem durch die Unberechenbarkeit der Spielwelt: Es braucht keine logischen Erklärungen. Der Levelaufbau kann sich unvermittelt ändern, ein Monster kann plötzlich auftauchen. Und außerdem sieht alles so herrlich abgefuckt aus. The Evil Within 2 steht meiner Meinung nach einem Resident Evil 7 in nichts nach, transportiert den Horror allerdings auf eine etwas andere Weise. Während ich in Capcoms Meisterwerk an vielen Stellen tatsächlich Angst hatte, um die nächste Ecke zu gehen, setzt Bethesdas Spiel auf surrealen Psycho-Horror im Geist eines Wahnsinnigen. Unvermittelt bricht Hektik aus, Adrenalin pumpt, und das Herz schlägt bis zum Hals. Und ständig denke ich (auf eine positive Weise): "WTF?" Ich liebe es!

4 von 5

nächste Seite


zu den Kommentaren (43)

Kommentare(57)
Kommentar-Regeln von GamePro
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.