Mehr Fantasy geht nicht: Warum ich diese deutsche Buchreihe immer wieder lesen würde!

Fantasy ist nicht gleich Fantasy und das beweisen die Bücher aus dem fantastischen Reich Zamonien seit fast 30 Jahren eindrucksvoll. Die Welt ist so bunt und vielfältig, dass man sich fragt, wie ein einziger Kopf dahinter stehen kann.

Fantasy-Romane sind so eine Sache für sich. Wenn die nicht wirklich gut sind, wirkt die Welt schnell unfertig, die Charaktere platt und die Handlung aus der Luft gegriffen. Die großen Meister ihrer Klasse, wie J. R. R. Tolkien oder George R. R. Martin, haben damit natürlich keine Probleme, aber wusstet ihr, dass auch in Deutschland ein solcher Meister sein Unwesen treibt? Walter Moers führt seit beinahe 30 Jahren durch die fantastische Welt Zamonien und fesselt einen dermaßen an seine Bücher, dass man fast von einem Stockholm-Syndrom sprechen könnte.

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Käpt'n Blaubär und Konsorten

Wer glaubt, Walter Moers sei ihm kein Begriff, der könnte sich täuschen. Er ist der Schöpfer des Käpt'n Blaubär und mit diesem beginnt auch die wunderbare Reise durch Zamonien. Aber lasst euch nicht täuschen — es handelt sich hierbei keineswegs um Kinderbücher. Vor dem Jugendalter sind die Romane wohl doch etwas zu komplex. Die Reihe umfasst mittlerweile zehn Romane, die ich euch hier einmal chronologisch aufgelistet habe.

Trotz der fortlaufenden Serie steht jedes der Bücher für sich, mit Ausnahme von "Die Stadt der Träumenden Bücher" und "Das Labyrinth der Träumenden Bücher", die direkt aneinander anschließen. Mittlerweile gibt es die Werke natürlich auch als Kindle Ausgaben, ich würde euch aber wirklich wärmstens die physische Form empfehlen, weil das so richtige Liebhaber-Bücher sind.

Details, Details, Details. In Zamonien gibt es immer noch mehr zu entdecken. Details, Details, Details. In Zamonien gibt es immer noch mehr zu entdecken.

Worldbuilding und Illustrationen

Für mich gibt es zwei riesige Faktoren, die eine Fantasy-Welt ausmachen: das World-Building und die Charaktere. In beiden Fällen ist Walter Moers ein wahrer Künstler. Er schafft es, den schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn zu wandeln wie ein Seilkünstler. Die Welt und ihre Bewohner sind ebenso schräg wie liebevoll gestaltet und muten oft fast kindlich an, bis wieder ein komplexer physikalischer, chemischer oder biologischer Umstand so ausufernd und wissenschaftlich erläutert wird, dass man vergisst, dass es sich um absolute Nonsense-Worte handelt.

Die Welt ist wirklich komplex und detailreich, wird aber durch Moers' unglaubliche Illustrationen erst so richtig lebendig. Unheimlich, anheimelnd, unangenehm und faszinierend kommen die wuseligen Zeichnungen daher und verleihen Zamonien ein Gesicht, in das man sich sofort verlieben muss. Walter Moers versteht es auf unvergleichliche Art, einen in den Bann seines, vor Fantasie übersprudelnden Hirns zu ziehen. (Was im Übrigen ein Teil des Plots von „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ ist).

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Hildegunst von Mythenmetz

Die zentralste Figur der Reihe ist der Dichter Hildegunst von Mythenmetz, ein Lindwurm, der — wie alle Lindwürmer — auf der Suche nach dem Orm ist. Dabei handelt es sich um eine Art künstlerische Eingebung, die einen schriftstellerisch auf eine völlig neue Bewusstseinsebene befördert. Die Bücher "Die Stadt der Träumenden Bücher" und "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" befassen sich speziell mit seiner Geschichte, aber auch in den anderen Werken taucht er immer wieder auf.

Besonders spannend sind auch die Werke, von denen Walter Moers behauptet, sie nicht geschrieben zu haben, sondern lediglich Mythemetzes Werke aus dem Zamonischen ins Deutsche zu übersetzten. "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr" führt beispielsweise Mythenmetz als Autor auf.

Hildegunst von Mythemetz (links unten) ist ein ebenso vollendeter Charakter, wie alle von Walter Moers Schöpfungen. Hildegunst von Mythemetz (links unten) ist ein ebenso vollendeter Charakter, wie alle von Walter Moers' Schöpfungen.

Ihr merkt schon, ich bin ein echtes Walter Moers Fangirl. Ich mag, dass die Charaktere Schwächen haben (und davon nicht zu wenige) und sich auch mit sehr alltäglichen Problemen rumschlagen. Mein absolutes Lieblingsbuch der Reihe ist "Rumo & die Wunder im Dunkeln", aber ein guter Einstieg in die Reihe ist meiner Meinung nach vor allem "Die Stadt der Träumenden Bücher". Natürlich könnt ihr auch chronologisch vorgehen und euch direkt durch die gesamte Reihe schlagen. Ich sag's euch: Es lohnt sich!

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