Seite 3: Diese 110€-Capture Card ist perfekt für die Switch 2 - aber auf ein Detail müsst ihr unbedingt achten

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Die Capture Card schlägt die Recording-Funktion der Switch 2 um Längen

Wie eingangs erwähnt, ist das Capture-Feature der Switch 2 über die dreißigsekündige Aufnahmedauer hinaus massiv eingeschränkt. 1080p bei 30 fps ist maximal möglich, wobei es je nach Spiel durch einen erhöhten Rechenaufwand auch zu Rucklern in der Aufnahme kommen kann. Die Bitrate liegt bei ungefähr 12 Mbit pro Sekunde, was für die anliegende Auflösung und Framerate völlig ausreichend ist, bei allem darüber würde es dann qualitativ aber verdammt knapp werden.

Mit einer dedizierten Capture Card hebt ihr diese Limits effektiv auf, ihr seid dann nur noch an die Geschwindigkeit und Kapazität eures jeweiligen Datenträgers gebunden. Wobei ich bei 4K-Aufnahmen im gängigen H.264-Codec in 60 fps zu einer Bitrate von 40 bis 50 Mbit pro Sekunde rate, da es sonst zu blockigen Bildartefakten kommt. Idealerweise nutzt ihr dafür eine SATA- oder NVMe-SSD als Datenträger, auch da sich das Material darüber leicht bearbeiten lässt.

Hier habe ich mal eine Gegenüberstellung in 4K aus dem Intro von Metroid Prime 4 erstellt, das viele Kameraschwenks und Umschnitte enthält und den Unterschied in der Framerate und Bildqualität verdeutlicht. Im Anschluss seht ihr aber auch noch einmal Cyberpunk 2077, das in der Switch 2-Aufnahme mit Framedrops zu kämpfen hat (ignoriert dabei die unterschiedlichen Farben, die entstehen durch eine Abweichung der verwendeten Farbräume bei beiden Aufnahmemethoden):

Video starten 0:56 Die Switch 2-Recording-Funktion im Vergleich zur Live Gamer Ultra S - es gibt einen klaren Gewinner!

Darüber hinaus habt ihr über die Streaming Center-Software von AVerMedia auch noch die Möglichkeit im effizienteren H.265-Codec aufzunehmen, der auch bei 4K-Blu-Rays eingesetzt wird. Allerdings fällt der im Schnitt ressourcenhungriger aus, damit in Adobe Premiere, DaVinci Resolve und Co. zu arbeiten, ist also langsamer und fehleranfälliger.

Ihr könnt die Capture Card aber logischerweise auch als Video-Quelle in OBS Studio, StreamLabs OBS, MeldStudio und im Grunde jedem anderem Aufnahmeprogramm einbauen und dabei mit jedem beliebigen Codec arbeiten.

Ich nutze das Streaming Center aber regelmäßig und finde es ganz praktisch, darüber aufzunehmen und Screenshots per Knopfdruck zu erstellen. Richtig nervig finde ich eigentlich nur, dass im Vergleich zur RECentral-Vorgänger-Software keine unterschiedlichen Capture-Profile mehr angelegt werden können.

Das war beim Wechsel von einer PS5 zur Nintendo Switch 2 beispielsweise ziemlich praktisch, um in niedrigeren Auflösungen Speicher zu sparen. Der ist heutzutage ja ohnehin ein teures Gut.

Das OBS-ähnliche Streaming Center in der Kurzübersicht: 1 - Aufnahmeeinstellungen | 2 - Videoquellen | 3 - Audioquellen (dort stellt ihr auch das Monitoring ein) | 4 - VRR-Aufnahme und Einstellungen für Bildelemente | 5 - Szenen | 6 - Screenshots, Record-Button und Streaming-Start Das OBS-ähnliche Streaming Center in der Kurzübersicht: 1 - Aufnahmeeinstellungen | 2 - Videoquellen | 3 - Audioquellen (dort stellt ihr auch das Monitoring ein) | 4 - VRR-Aufnahme und Einstellungen für Bildelemente | 5 - Szenen | 6 - Screenshots, Record-Button und Streaming-Start

In Sachen Streaming bin ich hingegen eher bei der kostenfreien OBS-Konkurrenz, da diese über die Jahre hinweg ausgereiftere Programme hervorgebracht hat und schlicht mehr Möglichkeiten bietet.

Einzig die Installation von Assist Central Pro-Software über die AVerMedia-Seite sehe ich als essenziell notwendig an, da sich darüber die HDMI-Einstellungen der Capture Card anpassen lassen und die Firmware aktualisiert werden kann. Das hat mir in der Vergangenheit schon enorm bei eventuellen Nischenproblemen aus der Patsche geholfen, die bei Capture Cards hin und wieder auftreten können.

Fazit der Redaktion

Chris Werian
FromSoftwerian@BlueSky

Zugegebenermaßen arbeite ich in den letzten Jahren vor allem mit internen PCIe-Capture Cards, da sie für mich aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, Performance und Flexibilität im Hinblick auf spezielle Anwendungen wie fps-Messungen unerlässlich geworden sind.

Mit der Live Gamer Ultra S bin ich aufgrund der anderen Anschlussweise auch zuerst ins Hadern geraten. Sie reagiert empfindlich auf Schwankungen am USB-Port, die häufig durch zu viele angeschlossene Geräte an den nebenan gelegenen Steckplätzen entstehen.

Nachdem ich das Lehrgeld dann aber gezahlt und das richtige Setup für mich gefunden hatte, gab es im Grunde keine Probleme mehr mit der externen USB-Capture Card. Sie funktionierte für mich also zuverlässig an allen modernen Konsolen und via HDMI-Adapter sogar älteren Retro-Systemen, wie eben meinem GameCube, meiner OG-Xbox und meiner PS2.

Bei der Switch 2 zeigt die Ultra S von AVerMedia für mich aber komplett ihre Stärken: Es ist so viel mehr über die Capture Card möglich und das auch noch zu einem richtig attraktiven Preispunkt von lediglich 110 Euro. Die niedrigere Qualität bei Aufnahmen in 4K bei 60 fps finde ich dahingehend komplett verschmerzbar, für mehr müsst ihr direkt 80 bis 100 Euro draufblättern.

Und das dürfte sich bei den meisten Hobby-Spieler*innen kaum lohnen. Zählt ihr euch darunter, solltet ihr mit der Live Gamer Ultra S definitiv glücklich werden!

Pro
  • hervorragende Aufnahmequalität trotz MJPEG-Fallback bei 4K und 60 fps
  • VRR-Passthrough klappt problemlos
  • latenzfreies Spielen während Aufnahmen
  • grundsätzlich simple Einrichtung
  • Streaming Center erfüllt seinen Zweck
  • kompatibel mit unzähligen Auflösungen
  • Widescreen-Support
  • automatische HDCP-Erkennung
  • günstig im Preis
Kontra
  • reagiert empfindlich auf andere USB-Geräte an nahegelegenen Ports
  • HDR nur bis 1440p bei 30 fps / 1080p bei 60 fps
  • VRR-Passthrough nur bis 4K und 60 fps
  • unterschiedliche Aufnahmeprofile fehlen

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Kommentare(1)
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