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Seite 2: Emotional bis zum Schluss: Die 12 besten Enden in Videospielen

Life is Strange

1:54

  • Release: 2013
  • Plattform: PS4, Xbox One, PS3, Xbox 360

Eleen: Life is Strange steht ganz im Zeichen meiner Entscheidungen und das ist auch im Finale der interaktiven Story nicht anders. Allerdings hasse ich es, schwere Entscheidungen zu treffen und das Spiel stellt mich wohl vor die schwerste von allen.

Nachdem wir das Spiel damit verbracht haben, unserer Kindheitsfreundin Chloe und den Leuten von Arcadia Bay zu helfen, stehen wir nur vor den Konsequenzen unseres Handelns. Die Fähigkeit von Max die Zeit zurückzudrehen, die uns im Spiel gute Dienste geleistet hat, sorgt nun dafür, dass ein riesiger Orkan auf Arcadia Bay zurast. Für eine Evakuierung ist es zu spät, unsere einzige Wahl ist also, es geschehen zu lassen, oder einen weiteren Zeitsprung zum Anfang des Spiels zu machen. Hier hatten wir Chloe ursprünglich gerettet und müssten sie diesmal sterben lassen, um Arcadia Bay zu retten.

Die Wahl fiel mir deshalb so schwer, weil es einfach keine "richtige" Entscheidung gibt. Das ganze Spiel habe ich damit verbracht, die Leute von Arcadia Bay kennenzulernen und ihnen zu helfen. Um manche davon würde ich vielleicht nicht allzu sehr trauern, aber andere sind mir mit der Zeit ans Herz gewachsen. Logisch gesehen wäre es also die bessere Option, so viele Menschen wie möglich zu retten. Zugleich bin ich im Spielverlauf auch mit Chloe durch dick und dünn gegangen und habe erlebt, wie Max und Chloe füreinander Gefühle entwickelt haben.

Wofür ich mich auch entscheide, ich muss in jedem Fall ein Opfer bringen, dass mir nicht leicht fällt. Während keines der beiden Enden in Life is Strange komplett düster ausfällt, schwingt bei beiden eine schwere Melancholie mit. Egal ob ich mit Chloe an meiner Seite durch das zerstörte Arcadia Bay fahre, oder tatenlos zusehen muss, wie sie erschossen wird und sich die Erinnerungsfotos von Max und Chloe in Nichts auflösen. Ich habe mich letztlich schweren Herzens für Chloe entschieden, aber die Entscheidung hat mich noch lange beschäftigt.

The Last of Us

1:22

  • Release: 2013
  • Plattform: PS3, PS4

Eleen: The Last of Us stellt mich vor die gleiche Entscheidung, wie es bereits Life is Strange getan hat: rette ich so viele Menschen wie möglich, oder die eine Person, die mir am meisten bedeutet? Der größte Unterschied ist aber, dass The Last of Us mich überhaupt nicht wählen lässt und das ist gut so.

Das ganze Spiel lang sind wir mit Joel und Ellie quer durch ein Amerika gereist, in dem Menschen von einem Cortyceps-Pilz befallen sind, der sie in zombieartige Infizierte verwandelt. Wir haben zugesehen, wie die Ereignisse des Spiels die beiden zusammengeschweißt haben: wie Joel endlich den Verlust seiner Tochter verarbeitet hat und Ellie gelernt hat, dass sie sich auf jemand anderen verlassen kann. Während all der Zeit hat uns die Hoffnung begleitet, dass es ein Happy End geben könnte, dass wir mit Hilfe von Ellies Immunität ein Heilmittel für den Cortyceps-Pilz finden werden.

Am Ende lernen wir, dass die Fireflies zwar aus Ellies Hirn ein Heilmittel gewinnen könnten, die Operation Ellie aber töten würde. Was vielleicht manche Spieler*innen vor eine schwere Entscheidung stellen würde, ist für Joel überhaupt keine Wahl. Er kämpft sich kurzerhand durch das gesamte Krankenhaus, um Ellie rauszuholen. Das ist nicht nur ein verdammt brutaler Akt, zu allem Überfluss belügt Joel Ellie im Anschluss auch noch. Er erzählt ihr, dass die Fireflies kein Heilmittel herstellen könnten und es nicht mehr versuchen. Ellie scheint ihm nicht ganz zu glauben, bittet ihn zu schwören, dass er die Wahrheit gesagt hat. Joel antwortet mit einem simplen "ich schwöre es", Ellie nickt und sagt "okay." Der Abspann läuft.

So sehr ich Joel auch davon abhalten will, die Fireflies abzuschlachten, das Spiel lässt mich nicht. Ich bin einfach nur ein Mitfahrer, der zufällig den Controller in der Hand hält. Vielleicht wäre es einfacher, wenn ich Joels Handeln verdammen könnte, aber so brutal es auch sein mag, ich kann es verstehen. Auch ich will Ellie retten, selbst wenn es egoistisch ist. Ich hasse und verstehe gleichzeitig, warum Joel lügt, um seine neugewonnene Familie zu schützen. Und warum Ellie Joel zwar mit einem Funken Zweifel ansieht, sich aber letztlich entscheidet, ihm zu vertrauen.

Red Dead Redemption 2

1:00

  • Release: 2018
  • Plattform: PS4, Xbox One

Linda: Red Dead Redemption 2 hat im Grunde zwei Enden: Das erste verabschiedet Arthur Morgan, das zweite bringt die Geschichte rund um Micahs Verrat im Epilog zu einem befriedigenden Abschluss. Warum RDR 2 aber Teil dieser Liste ist, liegt für mich persönlich allerdings eher am ersten Ende, dem Abschied von Arthur Morgan.

Und es tut mir wirklich Leid, dass ich an dieser Stelle die schmerzhafte Erinnerung wieder hervorrufen muss: Arthur wird in einen Zweikampf mit Micah verstrickt, zieht dabei den Kürzeren und liegt sterbend am Boden, während sich sein ewiger Rivale gemeinsam mit Dutch davon macht.

Anschließend sehen wir Arthur in seinen letzten Atemzügen. Er schaut in den Sonnenaufgang, weiß dass er gleich sterben wird. All das begleitet von emotionaler Musik. Bei diesem Moment bekam ich nicht nur Gänsehaut - ich stand kurz davor, bitterlich zu weinen.

In den 50 Spielstunden zuvor habe ich Arthur als Helden wirklich lieb gewonnen, habe seine Triumphe als Outlaw erlebt und habe seinen Zerfall durch seine Tuberkulose mit ansehen müssen. Seine letzten Momente setzte Rockstar würdig in Szene. Der Abschied war schmerzhaft, ja. Aber auch irgendwie schön.

The Last of Us: Part 2

0:50

  • Release: 2020
  • Plattform: PS4

Linda: Das Ende von The Last of Us Part 2 hat mich emotional verwirrt. Oder eher: Auf Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Zunächst einmal war ich erleichtert darüber, dass Ellie Abby am Strand nicht getötet hat und damit zurück zu ihrer Menschlichkeit fand. Hätte sie ihre Rache bekommen und Abbys Leben ein Ende gesetzt, dann wäre auch Ellie für mich gestorben. Ein Racheengel, der nur noch von seinem Blutdurst angetrieben wird, der nicht vergeben kann, der nichts mehr spüren kann. Nein, das hätte ich nicht verkraften können. Das wäre nicht die Ellie, die ich in Teil 1 kennen und schätzen gelernt habe.

Doch zum Glück kam es anders. Dass Ellie im letzten Moment noch das Ruder herumreißen konnte, hatte jedoch seinen Preis: Sie wird dennoch dafür bestraft, dass sie niemals loslassen konnte. Zum Schluss hat sie alles verloren. Dina und JJ, die Farm. Nicht einmal mehr Gitarre spielen kann sie, weil Abby ihr im Kampf zwei Finger abgebissen hat. Der Moment, als sie versucht mit ihrer verstümmelten Hand, Akkorde zu greifen und dann nur schiefe Töne herausbekommt, war für mich ein richtiger Schlag in die Magengrube. Musik, war immer das, was Ellie und Joel am meisten miteinander verbunden hat. Und diese Verbindung hat Ellie durch ihre Rachegelüste quasi selbst gekappt.

Der Moment, der mich emotional dann so richtig gebrochen hat, war Ellies letztes Gespräch mit Joel auf der Veranda in Jackson, das am Ende in einem Rückblick gezeigt wird. Hier sagt Ellie ihrem Ziehvater, dass sie versuchen will, ihm dafür zu verzeihen, dass er sie damals aus dem Krankenhaus in Salt Lake City gerettet hat. Ellie und Joel sind also niemals im Streit auseinander gegangen. Sie waren dabei, sich wieder miteinander zu versöhnen. Einen Abend bevor Joel von Abby ermordet wurde… das machte den Abschied von Joel für mich zwar nur noch trauriger, sorgte für mich aber dennoch für einen versöhnlichen Abschluss.

Mehr dazu hier:

The Last of Us 2: Was am Ende passiert & was es bedeutet (Spoiler)   218     13

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The Walking Dead: Season One

2:32

  • Release: 2013
  • Plattform: PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One

Annika: Mit The Walking Dead Season One ließ Telltale Games uns nicht nur in die Zombie-Apokalypse der TV-Serie spielerisch einsteigen. Das Adventure wurde auch durch seine folgenschweren Entscheidungen bekannt, die uns einiges abverlangen. Wie emotional das sein kann, zeigt vor allem das Ende.

Während wir im Verlauf der Handlung neue Freunde finden, aber auch wegen unserer Entscheidungen wieder verlieren, entwickelt sich zwischen Lee und der kleinen Clementine eine innige Vater-Tochter-Beziehung. Aber selbst die hat ein Verfallsdatum, als er von einem Walker gebissen wird. Das hält ihn aber nicht davon ab, die gegen Ende entführte Clementine zu retten. Nach der glücklichen Wiedervereinigung nimmt die Tragödie aber weiter ihren Lauf. Denn wie wir es auch drehen und wenden: Wir können Lee nicht retten. Er ist schwach und verwandeln sich langsam in einen Zombie.

Das muss auch Lee sich eingestehen und erzählt Clem die Wahrheit. Er bittet sie schmerzlich, sich ohne ihn in Sicherheit zu bringen. Dabei stellt uns das Spiel vor eine Entscheidung, die nicht nur bei Clem Tränen hervorruft. Wir müssen das kleine Mädchen dazu auffordern, ihn entweder angekettet alleine seinem Schicksal zu überlassen, oder ihn zu erlösen, indem sie ihn erschießt.

Letztendlich bleibt uns keine Wahl und verschwinden nach einem herzzerreißenden Abschied. Danach irrt Clem ganz alleine durch die Gegend, in der Hoffnung, Christa und Omid zu finden. Und tatsächlich tauchen am Horizont zwei Gestalten auf, die wir aber nicht näher erkennen können. Bis dahin ist also unklar, ob sie eine Gefahr darstellen. Mit diesem Cliffhanger und gebrochenem Herzen lässt uns Season One schließlich zurück. Das ist nicht einfach, aber realistisch und fühlt sich genau deswegen auch irgendwie gelungen an.

Uncharted 4: A Thief's End

0:37

  • Release: 2016
  • Plattform: PS4

Annika: Mit dem Beinamen A Thief's End macht Entwickler Naughty Dog klar deutlich: Das ist das letzte Uncharted-Abenteuer mit Nathan Drake als Hauptcharakter. Diese Ansage stimmte wehmütig, wollte doch nicht nur ich mich nicht vom charmanten Draufgänger Nathan Drake dauerhaft verabschieden. Immerhin hatten wir ihn bereits auf drei actionreichen und gut inszenierten Abenteuern (plus einen Vita-Ableger) so gut kennengelernt, dass es sich zumindest für mich – wie der Wegzug des besten Freundes anfühlte.

Nichtsdestotrotz fieberten wir dann auf der PS4 mit Elena, Sully, Nate und seinem totgeglaubten Bruder Sam mit, die auf der Suche nach dem Schatz des englischen Piraten Henry Avery waren. Das endete wortwörtlich in einem feurigen Kampf mit Rivale Rafe, den Nathan und Sam zum Glück überlebten. Was folgte waren Zwischensequenzen, die uns zeigten, dass Sully mit Sam loszieht und Nathan und Elena wieder glücklich vereint waren. Die beiden wechselten mit dem Kauf einer Bergungsfirma in die legale Schatzsuche. Klingt nach einem Happy End und war es so gesehen auch, das eigentlich sehr befriedigende Ende kam aber erst in Kombination mit dem Epilog zustande.

Etwas unerwartet finden wir uns im Anschluss nämlich bei einer Runde Crash Bandicoot wieder (also ein Spiel im Spiel). Danach wird schnell klar, dass hier etwas nicht stimmt. Statt Nathan spielen wir plötzlich die junge Cassie, die sich Tochter der beiden herausstellt. Während sie auf ihre Eltern wartet, erkunden wir mit ihr das Strandhaus und schnüffeln ein wenig herum, bis wir einen Schrank entdecken, der voller Schätze und Erinnerungen an die illegalen Abenteuer früherer Tage ist. Als sie dann auch noch ein Foto findet, auf dem Nathan, Elena und Sully mit einem Schatz und einer Waffe zu sehen sind, fordert sie Antworten.

So beginnt Elena schließlich von ihrem ersten Treffen aus Uncharted 1 zu erzählen, was in Kombination mit dem Soundtrack und dem Foto auch in uns nostalgische Gefühle hervorruft. Das stößt im Kopf eine kleine Zeitreise an und lässt uns nochmals bewusst werden, dass die Zeit von Nathan nun vorbei ist und was wir alles zusammen durchlebt haben. Ein würdiger Abschluss, mit einem lachenden und einem weinenden Auge, der mit Cassie sogar Platz für eine Nachfolgerin lässt.

Journey

2:06

  • Release: 2012
  • Plattform: PS3, PS4, PC

Dennis: Journey ist im Alleingang bereits eine fantastische Erfahrung, für mich zum Meisterwerk wird das Spiel jedoch erst, wenn man sich mit einer wildfremden Person zusammenschließt, um die beschwerliche Reise auf den Berggipfel gemeinsam zu erleben.

Bis heute gehört die Erinnerung an die Koop-Erfahrung aus dem kurzweiligen Adventure von Entwickler ThatGameCompany zu einer meiner liebsten. Journey zeigt nicht nur, dass Kommunikation auch ganz ohne Text und verständliche Worte funktioniert, das Spiel zeigt auch, wie sich zwei Unbekannte binnen weniger Minuten zu einer Einheit zusammenraufen können.

Den Höhepunkt dieser Einheit sind die letzten Schritte den eisigen, schneeverwehten Berg hinauf, der je nach Interpretation vermeintliche Tod beider Figuren und die anschließende Wiedergeburt durch die "Götter". Dieser Stimmungswechsel von tieftraurig hin zur puren Erleichterung (Flug rauf auf den Gipfel), begleitet vom fantastischen orchestralen Soundtrack, hat mich damals noch Minuten nach dem Ende sprachlos zurückgelassen. Dass sich mein Koop-Partner kurz darauf via PSN-Nachricht mit "Danke für die einzigartige Reise" bedankte, setzte dem Ganzen noch die Krone auf.

What Remains of Edith Finch

1:00

  • Release: 2017
  • Plattform: PS4, Xbox One, Switch, PC

Dennis: What Remains of Edith Finch ist eines der besten, zugleich aber auch traurigsten narrativen Adventures, die wir je beendet haben. Speziell der finale Twist rund um Edith und ihren Sohn hat uns noch Minuten nach dem Abspann mit einem mulmigen Gefühl in der Magengrube und starrem, fassungslosen Blick zurückgelassen. Am Ende erfahren wir nämlich, dass auch Edith bei der Geburt ihres Kindes im Alter von 17 Jahren ums Leben kam. Dass es so kommt, schreibt Edith in ihrem Tagebuch, mit dem ihr Kind in der letzten Szene des Spiels ihr Grab besucht.

Zwar kam der Ausgang mit Blick auf die tragische Geschichte rund um den Familienfluch nicht komplett aus dem Nichts, schließlich haben wir zuvor viele Finch-Tode erlebt, doch Edith haben wir während der Reise so ins Herz geschlossen, dass wir doch völlig überrumpelt wurden. Zumal konnten wir es uns schlicht nicht ausmalen, dass Entwickler Giant Sparrow selbst bei der jungen Schwangeren den grausamen Fluch aufrecht erhält.

Noch mehr zum Thema: In ihrer Kolumne erklärt GamePro-Kollegin Samara Summer, warum es reizvoll ist, wenn Held*innen in Spielen sterben.

Jetzt seid ihr an der Reihe: Welches Ende aus Videospielen ist euch im Gedächtnis geblieben?

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