Discord reagiert auf Kritik und verschiebt Pläne zur Altersverifizierung

Discord wollte eine weltweite Altersverifizierung einführen. Für viele User war das ein Grund zur Sorge und jetzt drückt die Plattform auf die Bremse.

Discord schränkt bald die Inhalte für alle ein, die ihr Alter nicht verifizieren. Discord schränkt bald die Inhalte für alle ein, die ihr Alter nicht verifizieren.

Update vom 25.02.2026: In einem Blogpost hat die Plattform bekanntgegeben, die ursprünglich für den 1. März geplanten Maßnahmen zur Altersverifizierung zu verschieben. Dabei werden auch eigene Fehler in der Kommunikation eingeräumt und grundlegende Änderungen am geplanten Rollout angekündigt.

  • Neuer Termin: Der Rollout wird auf die zweite Jahreshälfte verschoben.
  • Entwarnung für die Mehrheit der Nutzer: Im Statement stellen die Betreiber*innen klar, dass über 90 % der User*innen, niemals aufgefordert werden, zusätzliche Nachweise zu erbringen
  • Die Überprüfung soll nur stattfinden, wenn altersbeschränkte Kanäle betreten werden sollen und das System das Alter nicht automatisch bestimmen kann oder wenn bestimmte Sicherheitseinstellungen geändert werden sollen.
  • Sämtliche Daten werden direkt nach der Überprüfung wieder gelöscht und nicht gespeichert.

Viele weitere Details und Informationen findet ihr ebenfalls im Blogpost.

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Originalmeldung: Die Chat-Plattform Discord hat eine große Änderung angekündigt: Bald soll weltweit eine Altersverifizierung ausgerollt werden, die potenziell einschränkt, welche Inhalte ihr sehen und welchen Servern ihr beitreten könnt. Die Community ist wenig überraschend nicht begeistert.

Das bedeutet Discords Teen-by-Default Einstellung

Wie Discord in einer Pressemitteilung verkündet hat, werden ab März weltweit neue Jugendschutz-Einstellungen ausgerollt. Das heißt, dass sowohl neue als auch existierende User ab dann standardmäßig eine "Teenager-gerechte" Erfahrung voreingestellt haben.

Konkret bedeutet das, dass einige Kommunikations-Einstellungen beschränkt werden, altersbeschränkten Servern (dazu zählen auch alle ab 18-Server, wie beispielsweise zu Call of Duty oder Battlefield) und Kanälen nicht beigetreten werden kann und bestimmte Inhalte wie "sensible" Bilder nicht angeschaut werden können.

Um auf diese Inhalte zugreifen zu können, kann unter Umständen eine Altersverifizierung nötig sein. Dazu zählen etwa die Altersabschätzung mit Gesichtserkennung per Video oder das Übermitteln von Ausweisdaten.

Zusätzlich will Discord ein Alterseinschätzungsmodell nutzen, das Account-Daten nutzt, um abzuschätzen, ob es sich um erwachsene User handelt. Gegenüber The Verge hat Discord beteuert, dass man keine Privatnachrichten oder Inhalte von Nachrichten für diesen Prozess nutze.

"Für die meisten User wird eine Altersverifizierung nicht nötig sein, da Discords Alterseinschätzungsmodell Accountinformationen wie Geräte- und Aktivitäteninformationen, Alter des Accounts und gesammelte, komplexe Muster über mehrere Discord-Communitys nutzt."

Das klingt auf den ersten Blick vielleicht nach sinnvollen Jugendschutzmaßnahmen. Aber viele Nutzer*innen sind ziemlich sauer über diese Ankündigung – und das nicht ohne Grund.

Auch in unserem Umkreis waren User bereits von einem Testlauf der Altersverifizierung betroffen und konnten hier bisher nur das Video-Selfie oder den Ausweis zur Bestätigung nutzen.

Altersbegrenzte Kanäle Sind Kanäle als altersbegrenzt gekennzeichnet, könnt ihr ihnen womöglich demnächst nicht mehr beitreten.

Sensible Inhalte Hält Discord Medien wie Bilder für sensible Inhalte, die zum Beispiel Nacktheit darstellen (auch bei gemalten Motiven), gibt es ohne Verifikation diese Anzeige.

Altersverifikation Diese Optionen gibt es momentan zur Altersverifikation.

Das ist allein deshalb schon problematisch, da es bei Discord immer wieder Datenleaks gibt. Zuletzt wurden allein im Oktober 2025 womöglich die Ausweisbilder von über 70.000 Usern geleakt. (via BBC.com)

Unter der offiziellen Ankündigung des X-Kanals von Discord haben Leser*innen entsprechend direkt als Kontext hinzugefügt, dass das Sammeln sensibler Daten das Risiko von Datenmissbrauch erhöhen könne.

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Eine weitere Sorge vieler User ist, dass die Altersverifikation ein reiner Vorwand von Discord sein könnte und es sich dabei vielmehr um einen Weg handelt, um zusätzliche Daten von Usern zu sammeln.

Die Stimmung unter dem Post fällt entsprechend negativ aus. "Genießt eure leere Plattform", schreibt etwa ein User.

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Sogar der offizielle TeamSpeak-Kanal hat sich unter dem Post mit dem "who let bro cook"-Meme (wortwörtlich "wer hat den Bro kochen lassen", sinngemäß wird hier eine fragwürdige oder kontroverse Meinung kommentiert) und einem Bild der brennenden Krossen Krabbe aus Spongebob Schwammkopf gemeldet.

Was haltet ihr von diesen neuen Maßnahmen von Discord? Sind sie für euch ein Grund, auf eine andere Plattform zu wechseln?


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