Dorfromantik wird gerade abgefeiert: Das steckt hinter dem Strategie-Hit aus Deutschland

Dorfromantik verspricht Eskapismus aus dem grauen Alltag und ist eine der größten deutschen Spiele-Überraschungen der letzten Jahre.

von Linda Sprenger,
22.04.2021 10:00 Uhr

Dorfromantik in der Spielvorstellung. Dorfromantik in der Spielvorstellung.

Genre: Puzzle, Strategie Entwicklerteam: Toukana Interactive Plattform: PC Release: 25. März 2021 (Early Access)

(Fast) alle reden gerade über Dorfromantik, das beim DCP 2021 gleich mehrere Preise abräumen konnte. Viele PC-Fans spielen den Berliner Indie-Titel gerade rauf und runter, und auch an uns ist der Überraschungshit nicht vorbeigegangen, unter anderem deshalb, weil es laut den Entwickler:innen des Berliner Studios Toukana Interactive bald sehr wahrscheinlich auch für Mobile-Geräte und Tablets erscheinen könnte. Aber warum geht Dorfromantik gerade so durch die Decke, was steckt dahinter? GamePro stellt euch den Strategietitel genauer vor.

Was macht Dorfromantik so besonders?

Dorfromantik ist ein Aufbaustrategie-Spiel, das alle komplexen (und zuweilen stressigen) Elemente des Genres über Bord wirft. Kein Ressourcen-Management, kein Stopfen hungriger Mäuler, keine Eroberung anderer Staaten. Dorfromantik gibt sich herrlich minimalistisch und stellt dabei eine einzige Sache in den Fokus: Den Aufbau.

Das Spielprinzip ist daher denkbar einfach: Ähnlich wie beim beliebten Brettspiel Carcassonne bauen wir uns ein Dörfchen samt idyllischem Umland, indem wir Kärtchen aneinanderlegen, bei Dorfromantik sind sie sechsseitig.

Einen Einblick verschafft euch der Trailer zu Dorfromantik:

Dorfromantik - Die Strategie-Überraschung aus Deutschland im Trailer 1:13 Dorfromantik - Die Strategie-Überraschung aus Deutschland im Trailer

Kombinieren wir passende Hexagone miteinander (also zum Beispiel Waldkarte an Waldkarte), werden wir mit mehr Punkten belohnt und greifen so nach dem nächsten Highscore. Für noch mehr Punkte können wir während einer Partie außerdem mehrere Quests erfüllen, indem wir etwa ein besonders großes Dorf mit vielen Häusern aufbauen.

Karten verteilen wir dabei allerdings nicht beliebig. Pro Runde innerhalb einer Partie wird uns nach dem Zufallsprinzip nur eine einzige ausgespielt, die wir an passender Stelle legen müssen. Ein wenig Kombinationsgeschick müssen wir also an den Tag legen – das ist aber schnell erlernt, sodass uns Dorfromantik niemals wirklich überfordert.

So wächst unser Dorf Hexagon um Hexagon und schon nach kurzer Spielzeit lassen wir unseren Blick über heimelig rauchende Schornsteine schweifen, beobachten Schiffe, die den Fluss hinab schwimmen und Locks, die auf Schienen durch die Landschaft tuckern.

Die oberste Karte im Stapel rechts ist in diesem Falle ein Wasserbahnhof, der eine Schienen- und Flusskarte miteinander verknüpft. Die oberste Karte im Stapel rechts ist in diesem Falle ein Wasserbahnhof, der eine Schienen- und Flusskarte miteinander verknüpft.

Dorfromantik hat dank des einfachen Spielkonzepts eine herrlich beruhigende Wirkung und versetzt uns gleichzeitig in einen angenehmen Flow: Das Legen der Kärtchen geht schnell ins Blut über, läuft irgendwann fast automatisch ab.

In unserer zweiten, dritten und vierten Partie müssen wir nicht mehr groß darüber nachdenken, wo wir welche Karte hinlegen, es passiert einfach. Und so können wir uns genüsslich in unserem Dorf verlieren oder uns gänzlich unseren Tagträumen hingeben.

Für wen ist Dorfromantik interessant?

Damit eignet sich Dorfromantik für all diejenigen, die nach einem Entspannungsspiel nach einem stressigen Alltag suchen. Oder für all diejenigen, die eine unaufgeregte Nebenbeschäftigung brauchen, während im Hintergrund eine Serie, ein Youtube-Video oder ein Podcast läuft.

Dorfromantik braucht nicht eure volle Aufmerksamkeit, strengt euch weder an noch raubt es euch Energie. Es ist das perfekte Spiel für Zwischendurch, das perfekte Spiel zum Abschalten.

Wie Dorfromantik überhaupt entstand, erklären die Entwickler im Interview mit dem GameStar Plus-Kollegen Michael Graf.

GamePro-Einschätzung

Linda Sprenger
@lindalomaniac

Ich bin nicht der allergrößte Aufbaustrategie-Fan, da ich komplexem Ressourcen-Management in Titeln wie Civ, Anno und Co. einfach nichts abgewinnen kann. Das ewige Herumhantieren mit Holz, Gold und Co. stresst mich eher, als dass es mich entspannt.

Das herrlich unkomplexe Dorfromantik kommt da wie gerufen für mich, ist im Grunde sogar mehr Aufbau-Puzzle als Aufbau-Strategie und entfaltet deshalb eine fast schon zen-artige Wirkung. Runde für Runde setze ich Hexagone zusammen, lausche der unaufgeregt vor sich hin dudelnden Hintergrundmusik und lasse mich vom motivierenden Plopp-Sound treiben, der jedes Mal dann ertönt, wenn ich wieder eine Quest abgeschlossen habe.

"Ach, eine Runde geht noch" sage ich mir solange, bis ich das Licht ausknipse und schlafen gehe. Kurzum: Dorfromantik rockt (aber leise). Probiert's unbedingt mal aus, wenn ihr euch nach einem Spiel für Zwischendurch sehnt, in dem es mal nicht explodiert.

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