Das Gothic Remake begeistert gerade richtig viele Rollenspiel-Fans und insbesondere alte Hasen genießen die erneute Reise durch das Minental von Khorinis sehr.
Wenn ihr gerade auch richtig Lust auf die Neuauflage habt, aktuell aber noch ein paar Patches abwarten wollt oder vielleicht auch einfach schon durch seid, habe ich gute Nachrichten für euch. 2024 erschien nämlich ein Open World-Rollenspiel, das eine gehörige Portion Gothic im Gepäck hat und damit mich und viele andere begeistert hat.
Drova lässt Gothic-Herzen höher schlagen
Als Drova: Forsaken Kin vor knapp zwei Jahren für PC, Xbox, PlayStation und Switch erschien, hatte ich das Rollenspiel nicht wirklich auf dem Schirm. Erst durch die positiven Reviews und den ständig genutzten Gothic-Vergleich wurde ich neugierig.
Als ich es mit etwas Verspätung selbst spielte, konnte ich das RPG dann gar nicht mehr aus der Hand legen. Studio Just2D hatte hier wirklich nicht nur einen Liebesbrief an Gothic verfasst, sondern es auch nahezu perfekt verstanden, das Konzept in die Moderne zu holen.
Auch Jonas war sehr angetan von Drova, was er auch im Testvideo ziemlich deutlich macht:
12:34
Testvideo - Drova: Forsaken Kin knüpft an beste Gothic-Zeiten an!
Darum ist das RPG so großartig und besonders für Gothic-Fans geeignet
Als das Piranha Bytes-Vorbild 2001 erschien, entführte es mich in eine spannende, seinerzeit auch wunderschöne und vor allem aber auch glaubhafte offene Spielwelt, die mich von Anfang an in ihren Bann zog.
Gothic weckte die Abenteuerlust in mir und begeisterte mich mit Tugenden, die in den darauffolgenden Jahren immer weiter verblassten und teilweise sogar verschwanden. Und genau die bringt Drova in vollem Umfang zurück.
Da wären etwa die fehlenden Questmarker. Bekomme ich eine Aufgabe, gibt es vielleicht eine grobe Wegbeschreibung, der Rest liegt an mir. Ein Blick auf die Karte – die ich mir ebenfalls erst im Spiel verdienen muss – reicht nicht aus, um genau zu wissen, wo ich denn hin muss und was es dort zu erledigen gibt.
Wie ich das Problem löse, bleibt mir dann häufig ebenfalls überlassen. Wenn ich zu Beginn des Spiels etwa einen Dieb des Nachts dingfest mache, kann ich danach entscheiden, ob ich ihn einfach aus dem Weg schaffe, ihn ausliefere oder zu einem neuen Job verhelfe.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die offene Spielwelt, die mich zwar zu jederzeit (fast) überallhin lässt, mir aber immer dann den Arsch aufreißt, wenn ich mal falsch abbiege. Monster haben nämlich eine feste Stärke und skalieren nicht mit meiner eigenen Kraft oder dem Gebiet, in dem sie leben.
Lande ich also zu früh in einer Meute Monster, die über meine einfachen Waffen und überschaubaren Skills vom Anfang des Spiels nur lachen, werde ich binnen Sekunden zur Mahlzeit. Kehre ich später mit guter Ausrüstung und einigen investierten Lernpunkten zurück, geht die Begegnung andersherum aus.
Besonders cool dabei ist, dass die Viecher eines Typs immer auf demselben Powerlevel sind. Ich treffe also nicht zu Beginn des Spiels einen Wolf auf Level 2 und später dann einen auf Level 10. Wölfe sind immer Wölfe und gleichbleibend gefährlich, egal, wann und wo ich auf sie treffe.
Ebenso eine wichtige Zutat für den Gothic-Abenteuer-Mix: Die NPCs. Die haben Tagesabläufe, in denen sie etwa tagsüber ihrer Arbeit nachgehen, abends in der Taverne abschalten und die Nacht in ihren Betten verbringen.
Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte sogar. Treffe ich später zum Beispiel auf einen Charakter, der bei unserer ersten Begegnung noch ein einfacher Arbeiter war, kann er später in der Hirarchie seines Lagers aufgestiegen sein.
Das alles sorgt dafür, dass sich mein Abenteuer eben genau wie ebendies anfühlt: Ein Abenteuer. In einer Welt, die nicht nur eine Kulisse ist, mir ein glaubhaftes Bild seiner selbst vermittelt und mich beim Erkunden und Erleben der Geschichte nicht an die Hand nimmt und mich machen lässt – auch wenn das manchmal weh tut.
Und das war für mich immer auch die große Stärke von Gothic.
Da das große Vorbild – aus dem die Devs von Drova übrigens auch absolut kein Geheimnis machen – mittlerweile über 25 Jahre alt ist, braucht es für das ideale Erlebnis natürlich dennoch ein paar Anpassungen, die Just2D auch umgesetzt hat.
Es gibt neben dem gut strukturieren Tagebuch etwa noch ein Kompendium über alle NPCs im Spiel. Dort werden alle wichtigen Informationen zu ihnen gesammelt. Das Feature hat es auch in das kürzlich erschienene Gothic Remake geschafft.
Außerdem bietet Drova allerhand Zugänglichkeits-Optionen, wie verschiedene Schwierigkeitsgrade und die Möglichkeit, eingehenden und ausgehenden Schaden anzupassen.
Wenn ihr mehr Details zu Drova haben wollt, empfehle ich euch das umfangreiche Testvideo von Jonas oben. Ein paar wichtige grundlegende Informationen, auf die ich im Text nicht weiter eingehe, liste ich euch hier aber dennoch kurz auf:
- Freie Charakterentwicklung mit unterschiedlichen Waffen und zahlreichen Skills
- 20-30 Stunden lange Haupthandlung in fünf Akten
- zahlreiche (richtig gute) Nebenquests
- gut funktionierende Steuerung mit dem Gamepad, aber auch mit Maus und Tastatur
- Läuft butterweich und ohne Probleme (gespielt auf PS5 und PC/Steam Deck)
- Verfügbar auf: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series, Switch, Switch 2, PC und Mobile
Mehr lest ihr zudem noch im Test von den Kollegen der GameStar:
Wenn euch mein kleiner Liebesbrief noch nicht überzeugt, lohnt sich auch ein Blick auf die Rezensionen zum Spiel. Auf Steam kommt Drova auf eine grandiose Wertung von 98% positiven Wertungen unter den deutschen Rezensionen.
Veggiebunny<3 schreibt: "Selten so viel Freude gehabt die Welt von Drova zu erkunden. In dem Spiel gibt es einige Anlehnungen an die Gothic-Spiele, was mir beim Spielen und Erkunden viel Freude gemacht hat. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hatte ich den Eindruck ich spiele Gothic in 2D."
kaoschris schreibt: "Es ist wie in den guten alten Zeiten meiner Kindheit in den 90ern, macht Spaß und gibt einen ein schönes nostalgisches Gefühl."
Havi schreibt: "Eine Liebeserklärung eines kleinen deutschen Entwicklers an die Gothic-Teile. Die Welt zieht einen in den Bann und die Charaktere sowie die Geschichten sind wirklich gut geschrieben. Der Stil ist stimmig und schön anzusehen trotz Pixelgrafik. Progression ist gut balanciert und das Kampfsystem macht nach einer kleinen Eingewöhnphase wirklich Spaß. Bugs hatte ich keine. Das Einzige, was ich schade fand, ist das Magie erst ab einem fortgeschrittenen Spielstand wichtig, bzw. richtig nutzbar wird. Ein reiner Magier-durchlauf ist leider nicht möglich, aber auch nicht weiter schlimm."
Wenn ihr also vor oder nach dem Gothic Remake – oder auch komplett unabhängig davon – Lust auf ein ausgezeichnetes Rollenspiel habt, das euch mit echter Abenteuer-Stimmung packt und auf die Reise durch eine spannende und glaubhafte Spielwelt schickt, dann solltet ihr euch Drova unbedingt einmal anschauen.
Bei der Plattform habt ihr auch eine große Auswahl. Neben den Konsolen und dem PC, gibt es seit einer Weile auch die Möglichkeit, Drova in einer Mobile-Version auf Android und iOS zu zocken. In jedem Fall ist das RPG perfekt für das Spielen im Handheld-Modus geeignet. Über Steam könnt ihr außerdem eine Demo anspielen.
Was sagt ihr? Ist Drova etwas für euch oder habt ihr es vielleicht sogar schon gespielt? Wenn ja, wie fällt euer Fazit aus? Schreibt es gerne in die Kommentare!
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