Fallout 76-Debakel hält Bethesda nicht von neuen Multiplayer-Experimenten ab

Der problematische Fallout 76-Launch und die harsche Kritik am Chaos entmutigt Bethesda nicht. Es wird nicht das einzige Multiplayer-Spiel des Publishers und Entwicklers bleiben.

von David Molke,
04.11.2020 13:36 Uhr

Fallout 76 hat sich zwar gemacht, war zum Release aber eine Enttäuschung. Fallout 76 hat sich zwar gemacht, war zum Release aber eine Enttäuschung.

Fallout 76 bleibt wohl nicht Bethesdas einziger Versuch, die Welt der Online-Multiplayer-Spiele zu erobern. Ganz im Gegenteil: In einem Interview erklärt der Game Director und Executive Producer Todd Howard sinngemäß, der chaotische Launch von Fallout 76 halte Bethesda keinesfalls davon ab, es nochmal mit einem MMO zu versuchen.

Was war das Problem mit Fallout 76?

Es gab viele: Zuallererst waren die Erwartungen der Fans wohl völlig andere. Das sorgte in Kombination mit der unglücklichen Art und Weise der Enthüllung bereits im Vorfeld für Enttäuschungen. Dann war der Launch auch noch (vorsichtig formuliert) holprig und es gab sehr viele technische Schwierigkeiten.

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Das Spielerlebnis an sich fiel bei vielen Fans ebenfalls durch und mysteriöse Marketing-Entscheidungen wie der kuriose und teure Bezahlservice Fallout 1st haben das Chaos nochmal eine ganze Nummer größer gemacht. Dazu kamen Patches, die mehr Fehler als Verbesserungen einführten.

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Fallout 76 ist mit Wastelanders ein viel besseres Spiel

Aber die Kehrtwende kam: Nicht alles an Fallout 76 ist schlecht und spätestens mit dem Wastelanders-Update dürfte Bethesda das Ruder in der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung herumgerissen haben.

Die neuen Inhalte stießen auf bessere Resonanz, hier geht es zum Gamepro-Test zu F76 Wastelanders, in dem wir genauer erläutern, warum F76 dank des kostenlosen Updates ein so viel besseres Rollenspiel ist, das sich auch für Singleplayer-Fans lohnt.

Bethesda gibt nicht auf & will wohl auch in Zukunft Multiplayer-Spiele machen

Bereits vor einiger Zeit hat der Game Director zu Protokoll gegeben, Bethesda habe gewusst, dass Fallout 76 nicht gut ankommen würde. Wichtig sei nicht, wie das Spiel zum Launch war, sondern was daraus werde. In einem Gespräch mit Gamesindustry.biz erklärt Todd Howard nun noch einmal seine Sicht der Dinge.

Viele Leute hängen lassen: Todd Howard sagt, Bethesda habe viele Fans "zweifellos hängen lassen". Das, was an Tag 1 nach Launch geboten wurde, sei für viele eine Enttäuschung gewesen und nicht das, was das Publikum wollte. Das sei recht schnell klar und deutlich geworden.

"Wir wollten etwas anderes machen, aber das Publikum will nicht immer etwas anderes. Und das ist natürlich nicht deren Schuld, es ist total verständlich. Ich denke, wir haben vielleicht einen schlechten Job damit gemacht, zu sagen, wie anders es sein wird."

Trotzdem positive Erfahrung: Alles in allem sei der Release von Fallout 76 trotzdem eine positive Erfahrung für Bethesda gewesen. Es habe dafür gesorgt, dass das Studio zu besseren Entwickler*innen geworden und in engeren Kontakt mit der Community getreten sei. Daher könne er auch nicht sagen, dass das eine einmalige Sache bleiben werde.

Fallout 76 erfreut sich bei einem harten Fan-Kern seit jeher großer Beliebtheit. Fallout 76 erfreut sich bei einem harten Fan-Kern seit jeher großer Beliebtheit.

Bethesda beziehungsweise der Mutter-Konzern ZeniMax wird bald von Microsoft übernommen. Das könnte durchaus auch Auswirkungen auf etwaige Multiplayer-Absichten der einzelnen Studios haben. Aber aktuell können noch gar keine genauen Pläne geschmiedet werden, bis der Deal unter Dach und Fach ist.

Wie denkt ihr darüber? Wünscht ihr euch mehr Multiplayer-Spiele von Bethesda?

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