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Fallout 76 Wastelanders im Test: Ein viel besseres Spiel!

Wastelanders für PS4 & Xbox One entpuppt sich im Review als das Update, das sich Singleplayer-Fans für Fallout 76 gewünscht haben, kommt aber nicht ohne Probleme.

von Linda Sprenger,
20.04.2020 17:06 Uhr

Fallout 76: Wastelanders im Test für PS4 und Xbox One. Fallout 76: Wastelanders im Test für PS4 und Xbox One.

Bethesda hat nach viel Kritik endlich das (kostenlose) Update veröffentlicht, auf das Fans schon seit dem Release von Fallout 76 warten. Wastelanders bringt dank menschlichen NPCs und neuen Quests das lang ersehnte Leben ins vormals öde Ödland von Appalachia und richtet sich mit seinen Neuerungen insbesondere an die Verfechter alter Fallout-Teile. Im Test klären wir, ob der Rettungsversuch geglückt ist und ob Fallout 76 mit Wastelanders generell eine zweite Chance verdient.

Die Eckdaten zu Wastelanders:

Release: 14. April 2020 für PS4, Xbox One & PC
Preis: Kostenloses Update für alle Besitzer von Fallout 76
Regulärer Preis des Hauptspiels: 39,99 Euro (PS Store & Microsoft Store)
Muss ich das Hauptspiel beendet haben? Nein ihr könnt sofort mit Wastelanders loslegen, allerdings empfehlen wir dazu, mindestens auf Level 20 zu sein.

Inhalte des Wastelanders-Updates:

- menschliche NPCs & Dialogsystem
- neue Hauptquest-Reihe NPC-Begleiter mit eigenen Quests
- 2 Fraktionen (Siedler & Raider)
- neue Events & Daily Quests, neue Waffen, neue Gegner
- rund 15 Stunden Spielzeit für die Hauptquest

Das erwartet euch bei den NPCs und Begleitern

An allen Ecken und Enden der Spielwelt finden wir jetzt also lebende (!) Menschen. Die haben sich in ruinierten Häusern, Siedlungen und provisorischen Camps niedergelassen und versorgen uns mit Quests, verkaufen uns Waffen, Stimpacks, Hundefutter, dienen einfach nur als Landschaftsschmuck oder stellen sich uns als Feinde entgegen.

Quests sind dank menschlicher Auftraggeber wie die Aufseherin der Vault 76 plötzlich so motivierend, wenn wir wissen, für wen wir das Ganze überhaupt machen Quests sind dank menschlicher Auftraggeber wie die Aufseherin der Vault 76 plötzlich so motivierend, wenn wir wissen, für wen wir das Ganze überhaupt machen

Welche NPCs gibt es? Im Laufe unserer Reise treffen wir auf allerhand schrullige Charaktere mit typischem Fallout-Charme, die wir im Original-Fallout 76 so schmerzlich vermisst haben. Den sarkastischen Ghul Mort zum Beispiel, der als Stammgast und Dauersäufer in der Wayward-Bar herumhängt. Oder Polly, eine sprechende Laser-Pistole, die unsere weichen Hände lobt und gleichzeitig in einen Blutrausch verfällt, wenn wir mit ihrer Hilfe Verbrannte grillen.

Aber die neuen Charaktere bringen nicht nur Witz und Kreativität mit sich, sondern geben unserem Tun und Ackern endlich einen Sinn.

Wir erinnern uns: In Vor-Wastelanders-Zeiten holten wir uns unsere Quests ausschließlich über Terminals, Roboter und Holobänder längst verstorbener Ödlandbewohner. Jede Aufgabe gingen wir deshalb mit dem niederschmetternden Wissen an, dass wir sowieso keine emotionale Bindung zu den Auftraggebern aufbauen können, eben weil sie ja alle schon längst ins radioaktiv verseuchte Gras gebissen haben.

Dank Wastelanders ändert sich unsere Motivation schlagartig: Natürlich vertreiben wir liebend gerne eine Gruppe Halunken, die die Wayward-Bar terrorisieren, weil uns das Wohl der Barkeeperin Duchess und ihrem sympathischen Ghul-Gast Mort am Herzen liegt!

Die Astronautin Sofia gehört noch zu den spannenderen Verbündeten. Um sie in unser Camp aufzunehmen, müssen wir einen Roboter töten, der wichtige Daten birgt. Die Astronautin Sofia gehört noch zu den spannenderen Verbündeten. Um sie in unser Camp aufzunehmen, müssen wir einen Roboter töten, der wichtige Daten birgt.

Und Apropos am Herzen liegen: KI-Verbündete gabeln wir in Wastelanders ebenfalls auf. Insgesamt vier Charaktere können wir rekrutieren, allerdings nehmen wir sie nicht mit auf unseren Streifzügen, sondern setzen sie als Wachen für unser Camps ein. Dort haben sie kleinere, eigene Quests für uns parat und wir können sogar mit zwei von ihnen flirten (bei Erfolg werden wir mit speziellen Items belohnt).

An die großartigen Begleiter von Fallout 4 kommen unsere Wastelanders-Gefährten aber nicht heran: Ein alter Siedler mit Sonnenbrille und Schaukelstuhl, der von allen nur "Opa" genannt wird, ist längst nicht so cool wie der synthetische Privatdetektiv Nick Valentine.

Wie sieht's aus mit der Technik?

Schon in unserem Test zum Hauptspiel kritisierten wir den technischen Zustand von Fallout 76, und - heiliger Mottenmann - mit Wastelanders hat sich der nicht gebessert. Insbesondere häufige Framedrops zerren an den Nerven: Gerade in Orten mit vielen Gebäuden bricht die Bildrate unverhältnismäßig stark ein. An einigen Stellen sogar so heftig, dass wir zuerst dachten, das Spiel hätte sich aufgehängt.

Abstürze erlebten wir beim Spielen allerdings trotzdem. Bei uns hängte sich F76 binnen zwei Stunden dreimal auf. Immerhin speichert das Spiel regelmäßig unseren Fortschritt, und wir müssen uns nicht doppelt ärgern. Garniert wird das Ganze mit langen Ladezeiten, die insbesondere bei der Schnellreise und beim Respawn am Geduldsfaden zerren.

Hinzu kommen typische Bethesda-Bugs wie schwebende NPCs oder Gesprächspartner, die mitten im Dialog in unsere Heldin hinein clippen, sodass wir nur noch ihre Zähne sehen (gruselig) und nachladende Texturen in Massen (nervig). Unspielbar ist Fallout 76: Wastelanders dadurch zwar nicht, zerschlägt aber eben regelmäßig den Spielfluss, weshalb wir uns für eine Abwertung von 5 Punkten entschieden haben.

Das erwartet euch bei den Quests & Entscheidungen

Wastelanders setzt nach dem Ende der Story des Ursprungs-Spiels an, in der wir Appalachia mit einer Impfung gegen die Verbrannten-Seuche wieder lebenswert gemacht haben. In der rund 15 Stunden langen Kampagne helfen wir den Neu-Appalachianern schließlich dabei, in der rauen Gegend Fuß zu fassen und sie ebenfalls vor der Krankheit zu schützen.

In Sachen Quest-Design setzt Wastelanders wie das Ursprungs-Fallout 76 größtenteils auf einfache Laufboten-Aufgaben, die uns von A nach B nach C und wieder zurück schicken. Und die spielen sich immer noch dröge, die meisten sind dank menschlicher Auftraggeber jetzt aber immerhin in einen nachvollziehbaren geschichtlichen Kontext eingebettet. Für eine verletzte Astronautin töten wir schließlich lieber einen Killerroboter als für ein dummes Holoband.

 Wastelanders spart nicht an mächtigen Gegnern wie die Todeskralle, für die wir unsere besten Waffen polieren sollten. Wer alleine nicht weiterkommt, kann sich natürlich Mitspieler zur Hilfe holen. Wastelanders spart nicht an mächtigen Gegnern wie die Todeskralle, für die wir unsere besten Waffen polieren sollten. Wer alleine nicht weiterkommt, kann sich natürlich Mitspieler zur Hilfe holen.

Dazwischen mischen sich aber einige abwechslungsreiche, kreative Quests, die uns mit genau den skurrilen Momenten überraschen, die die Fallout-Spiele so besonders machen. Von der charmanten wie bestialischen Laser-Pistole Polly haben wir ja schon geschwärmt.

Wie funktionieren Fraktionen & Rufsystem? Im späteren Spielverlauf treffen wir auf zwei Fraktionen mit ihren ganz eigenen Moralvorstellungen: die friedlichen Siedler und die fiesen Raider. Dabei können wir selbst entscheiden, mit welcher Seite wir sympathisieren. Indem wir Aufgaben, für die Raider oder Siedler erledigen, gewinnen wir ähnlich wie in New Vegas an Ruf. Und haben wir uns erst einmal einen guten Stand für eine Fraktion erarbeitet, erhalten wir Zugang zu weiteren Quests und noch mehr Belohnungen.

Auf ein ausgefeiltes Karma-System wie in Fallout 3 verzichtet Wastelanders zwar, dennoch geben uns Fraktionen und Rufsystem etwas mehr Entscheidungsfreiheit als zuvor und erlauben uns, unseren Helden nach unseren eigenen Vorstellungen zu formen. Wir spielen natürlich den selbstlosen Ödland-Messias, der für die Siedler kämpft und die Raider verteufelt, dafür legen wir unsere Hand in atomaren Abfall.

Die Siedler haben eine schicke Siedlung namens Foundation hochgezogen, die etwas an Diamond City aus Fallout 4 erinnert. Die Siedler haben eine schicke Siedlung namens Foundation hochgezogen, die etwas an Diamond City aus Fallout 4 erinnert.

Wie funktionieren die Dialoge? Bei den größtenteils wirklich fantastisch geschriebenen Gesprächen setzt Wastelanders nicht etwa auf ein ungenaues Dialograd wie Fallout 4, sondern auf ausgeschriebene Antwortmöglichkeiten wie beispielsweise in Fallout 3. Damit sehen wir immer sofort, was wir von uns geben wollen und reiten uns damit nicht unwissentlich in irgendeinen Mist rein.

In den Dialogen selbst wählen wir meistens zwischen "guten" und "bösen" Optionen, können also beispielsweise hilfsbereit, hasserfüllt oder habgierig sein (bisschen mehr Kronkorken wären nicht schlecht, oder?).

Was ebenfalls super ist: Dank S.P.E.C.I.A.L-Attribute stehen uns spezielle Antwortmöglichkeiten offen, die uns je nach Werteverteilung neue Wege und Entscheidungsmöglichkeiten in Quests offenbaren: Eine charmante Heldin kann sich in eine abgeriegelte Raider-Festung hineinlabern, ein geschmackloser Kotzbrocken mit hoher Stärke kloppt sich eben einfach durch.

Wer bestimmte Wert hat, erhält besondere Optionen in Dialogen - Diesen Übeltäter können wir dank Charisma ganz einfach dazu überreden, uns nicht über den Haufen zu schießen. Wer bestimmte Wert hat, erhält besondere Optionen in Dialogen - Diesen Übeltäter können wir dank Charisma ganz einfach dazu überreden, uns nicht über den Haufen zu schießen.

Wie tiefgreifend sind Entscheidungen? Die meisten unserer Entscheidungen wirken sich allerdings lediglich auf eine Quest selbst aus (den bösen Bandenführer abmurksen oder am Leben lassen), nicht aber auf den späteren Storyverlauf.

Anders als in Fallout 3 können wir in Wastelanders mal nicht eben eine ganze Stadt mit einer Atombombe hochjagen und uns so komplett neue Questlinien eröffnen. Aber logisch: Fallout 76 ist noch immer ein Online-RPG, in dem wir unsere Welt mit anderen Spielern teilen, und die können wir dann eben nicht in Schutt und Asche legen (nicht dass wir das wollen würden, wir sind ja lieb, essen brav unsere Schlammbohnen und regen uns nicht auf).

Wie spielt's sich im Koop?

Wir können Fallout 76 entweder komplett alleine, aber natürlich auch mit Freunden bestreiten:

- wir können die Story parallel spielen, indem jeder seine eigenen Quests annimmt
- es gibt instanziierte Gebiete (Story-Hubs wie Fort Tarsis in Anthem), in denen jeder Spieler eigene Entscheidungen trifft
- oder wir joinen unserem Teamleiter und erleben die Story aus dessen Sicht: An Gesprächen nimmt dann aber nur der Host teil, wir hören nur zu; zudem kann nur der Teamleiter Entscheidungen in Quests treffen
- Haben wir eine Quest schon erledigt und spielen sie mit einem Freund nochmal, erhalten wir dafür keine Erfahrungspunkte mehr

Tatsächlich spielt sich Wastelanders alleine sogar am besten, der Grund ist simpel: Ohne Mitspieler konzentrieren wir uns besser auf die Gespräche und die Story, im Voice-Chat-Gewitter gehen eben schnell Dinge unter. Natürlich können wir unseren Freunden auch einfach sagen, dass sie die Schnauze halten sollen (ganz lieb natürlich).

Lohnt sich Wastelanders für Neu- und Wiedereinsteiger?

Generell können wir für Wastelanders eine Empfehlung mit einem Aber aussprechen.

Menschliche Gesprächspartner und ihre Quests bringen mehr Leben ins Ödland und machen Fallout 76 damit deutlich spaßiger und abwechslungsreicher als zuvor.

Damit ist das Online-RPG sowohl für Wiedereinsteiger, als auch für Neueinsteiger geeignet, insbesondere für all diejenigen, die nun nach einer Solo-Erfahrung suchen. Dank NPCs lässt sich Wastelanders nämlich wunderbar alleine spielen und fühlt sich (fast) wie ein "richtiges" Fallout an.

Wie sich Wastelanders für Singleplayer spielt, erfahrt ihr in unserem separaten Special:

Fallout 76 Wastelanders erfüllt endlich Traum der Singleplayer-Fans   20     0

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Fallout 76 Wastelanders erfüllt endlich Traum der Singleplayer-Fans

Das Große Aber nämlich: An die fantastischen Singleplayer-Ableger kommt Wastelanders nicht heran. Dafür haben unsere Entscheidungen zu wenig Einfluss auf die Story und die meisten Begleiter sind schlicht uninteressant, ebenso ihre Nebenquests.

Fallout 76 ist eben immer noch als Online-RPG konzipiert, das dürfen wir nicht vergessen. Und dazu gehört, dass wir auf unseren Streifzügen eben auch auf (meistens friedliche) Mitspieler stoßen, unser Spiel-Flow zuweilen von Event-Quests durchbrochen wird und dass manchmal jemand auf dem Server eine Atombombe zündet.

Komplette Neueinsteiger, die zuvor noch nie ein Fallout gespielt haben und vor allem nach einer Singleplayer-Erfahrung suchen, sollten daher lieber mit Fallout 4, New Vegas oder Teil 3 starten. Für alle anderen entpuppt sich Wastelanders als RPG-Snack für Zwischendurch, den wir beim Warten auf Fallout 5 so schlucken können wie eine Nuka-Cola. Geht gut runter, aber ein bisschen Schaden bleibt.

Fallout 76 - Endlich NPCs! Trailer stellt die Änderungen des Wastelanders-Updates vor 1:51 Fallout 76 - Endlich NPCs! Trailer stellt die Änderungen des Wastelanders-Updates vor

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