Fallout 76 Wastelanders erfüllt endlich Traum der Singleplayer-Fans

Mit dem kostenlosen Wastelanders-Update soll sich die ganze Welt von Fallout 76 verändern. Aber wird es auch wieder ein Fallout, wie es sich Singleplayer-Fans wünschen?

von Benedict Grothaus,
02.04.2020 16:00 Uhr

Wir konnten das Fallout 76-Wastelanders-Update anspielen und verraten, ob Singleplayer-Fans glücklich werden. Wir konnten das Fallout 76-Wastelanders-Update anspielen und verraten, ob Singleplayer-Fans glücklich werden.

Was ist Wastelanders? Wastelanders ist ein großes Gratis-Update, das ähnlich wie zuvor Nuclear Winter und Wild Appalachia Fallout 76 erweitert. Wastelanders wird allerdings das bisher größte Update mit den meisten Veränderungen.

Die wichtigste dieser Änderungen ist das Auftauchen von NPCs, die zurück nach Appalachia kommen, um sich dort anzusiedeln. Echte, menschliche NPCs - keine Roboter und Stimmen vom Holotape.

Zusammen mit neuen Inhalten für Story und Quests wird Fallout 76 so immer mehr zu dem Fallout-Teil, den sich Singleplayer-Fans vor Release im November 2018 gewünscht haben. Wir konnten Wastelanders bereits rund 15 Stunden lang spielen und verraten euch hier im Detail, was sich ändert - und ob es sich lohnt.

Wann und wo erscheint Wastelanders? Das Update feiert nach der Verschiebung seinen Release am 14. April 2020 auf PS4, Xbox One und PC. Es kommt als kostenloses Update für alle Systeme.

Inhaltsverzeichnis:

Änderungen und Neuerungen in Wastelanders

Mit Fallout 76 Wastlanders sehen Singleplayer-Fans Licht am Ende des Tunnels. Mit Fallout 76 Wastlanders sehen Singleplayer-Fans Licht am Ende des Tunnels.

Was ist neu? Es gibt zwei große Neuerungen, die Fallout 76 zu einem ganz neuen Spielerlebnis machen:

  • NPCs
  • und Quests mit wichtigen Entscheidungen

Beides sind Features, die vielen Spielen zum Release von Fallout 76 gefehlt haben. Wastelanders reicht sie nun nach - und das sogar ziemlich gut.

NPCs und Begleiter

Was sind das für NPCs? Appalachia ist mit Wastelanders wieder besiedelt, sicherlich nicht so dicht wie vor dem Krieg, aber allerorts finden sich NPCs, die dort wohnen oder irgendwelchen Aktivitäten nachgehen.

Die NPCs dienen zum einen als Questgeber und Händler, zum anderen aber auch als Gegner oder einfach als Detail in der Landschaft. Außerdem erzählen sie euch Geschichten, insofern sie euch mögen.

Welche NPCs gibt es? Bereits zum Beginn des Spiels, wenn ihr neu aus Vault 76 kommt, begrüßen euch direkt zwei Frauen, die euch um Hilfe bitte und die ersten neuen Quests einleiten. Der Weg führt dann schnell in den ersten Quest-Hub: Das "Waywards"-Diner, in dem ihr die Besitzerin Duchess und ihren Stammkunden Mort trefft, einen Ghul.

Im Verlauf der neuen Story und der Aufgaben, die euch Duchess und andere Charaktere geben, trefft ihr auf immer mehr NPCs. Darunter sind etwa:

  • Anführer von Banden
  • Einsiedler, die euch mit Nebenquests versorgen
  • Trunkenbolde, die euch Tipps zu Alkohol geben

Einige der NPCs sind relevant fürs Quests, andere beleben schlichtweg Appalachia, indem sie als liebevolles Detail die Welt füllen. Im späteren Verlauf des Spiels trefft ihr sogar auf zwei große Fraktionen mit eigenem Lager: Die Siedler und die Raider, denen ihr helfen könnt.

Nicht alle NPCs sind allerdings freundlich oder nur für Aufgaben da. Es kommt auch zu zufälligen Begegnungen mit Kult-Anhängern oder Raidern, die euch überfallen. Und ihr könnt Begleiter finden, die euch wie in alten Fallout-Teilen folgen.

In Wastelanders können wir auch mit KI-Begleitern umherziehen. In Wastelanders können wir auch mit KI-Begleitern umherziehen.

Wie funktionieren Begleiter? Anders als in etwa Fallout 3 oder New Vegas, schnappt ihr Follower aber nicht einfach auf der Straße auf und sprecht mit ihnen. In Fallout 76 begegnet ihr den potentiellen Begleitern über Aufgaben, die mehr oder weniger versteckt sind.

Ein relativ leicht zu findender Begleiter setzt ein Notsignal ab, das euch direkt auf dem Pip-Boy erreicht. Erledigt ihr seine Questreihe, schließt er sich euch an. Ein anderer Begleiter erfordert entweder besondere S.P.E.C.I.A.L.-Werte oder Vorwissen, das ihr zuvor aus Gesprächen mit anderen NPCs ziehen müsst. Erst dann reagiert er auf euch und bietet an, euch zu begleiten.

Die Follower in Fallout 76 begleiten euch allerdings nicht einfach auf dem Weg, sondern warten in eurem C.A.M.P. Dort müsst ihr ihre besonderen Gegenstände bauen, damit sie überhaupt zu euch kommen.

Anschließend warten weitere Quests von ihnen, mit denen ihr die Bindung zu ihnen aufbauen und euch angeblich sogar verlieben könnt. Bis zu diesem Punkt sind wir allerdings noch nicht gekommen.

Fallout 76: NPCs, Fraktionen, neue Kreaturen & Waffen im Trailer zum Wastelanders-Update 0:57 Fallout 76: NPCs, Fraktionen, neue Kreaturen & Waffen im Trailer zum Wastelanders-Update

Quests und Entscheidungen

Wie funktionieren Quests nun? Nach Release von Fallout 76 habt ihr Quests nur über Holobänder oder Terminals, seltener auch mal von Roboter-NPCs bekommen. Sie waren jedoch recht linear: Quest starten, Aufgabe erfüllen, Folgequest annehmen.

In Wastelanders bekommt ihr die Quests nun von NPCs. Selbst die ursprüngliche Main-Quest-Reihe aus dem Hauptspiel ist zumindest zum Anfang noch mit NPCs verwoben, sodass ihr gar nicht drumherum kommt, mit ihnen zu interagieren.

Statt einfach eine Aufgabe zu erledigen, habt ihr dazu nun mehrere Lösungswege. Wollt ihr auf brutale Weise NPCs dazu zwingen, euch zu geben, was ihr wollt? Oder überzeugt ihr sie mit Intelligenz? Oder nutzt ihr euer charmante Auftreten, um sie zu betören oder zu überreden? Die Wahl liegt bei euch.

Endlich wieder richtige Dialoge - in Gesprächen lernen wir Charaktere genauer kennen. Endlich wieder richtige Dialoge - in Gesprächen lernen wir Charaktere genauer kennen.

So wichtig sind Entscheidungen: Wie ihr eine Aufgabe angeht, kann Auswirkungen auf den späteren Verlauf von Quests haben. Entscheidet ihr euch etwa für einen brutalen Ansatz und tötet Leute, versperrt euch das optionale Wege später. Zwingt ihr andere zu etwas oder belügt sie, verwehren sie euch wichtige Information. Seid ihr dagegen freundlich oder gewitzt, eröffnen sich möglicherweise alternative Wege.

Die Entscheidungen, die ihr trefft, machen den Weg mehr oder weniger leicht und geben mehr oder weniger Belohnungen. Das Ziel ist jedoch zumindest bei den ersten Quests immer zu erreichen und ändert sich auch nicht. Ob das später anders sein wird, können wir aber noch nicht sagen.

Drei Gründe, warum sich Singleplayer-Fans Wastelanders ansehen sollten

Fallout 76 stand lange Zeit in der Kritik, nicht das Fallout zu sein, das sich Fans gewünscht haben. Vielen Spielern fehlten einfach Aspekte, die die Fallout-Reihe so beliebt gemacht hat. Mit Wastelanders kommt ein großer Teil dieser Dinge zurück.

1. Mehr Spieltiefe durch die Charaktere

Fallout 76 wird durch die NPCs viel lebendiger, als es vorher war. An jeder Ecke gibt es jemanden, der gerade seinem Hobby nachgeht (oder den Mottenman anbetet) und viele ehemals verlassene Gebiete sind wieder bewohnt.

Was dem ganzen jedoch eine richtige Tiefe verleiht, sind die Details, die Bethesda in die Charaktere eingearbeitet hat. Viele von ihnen haben eine eigene Persönlichkeit - Mort etwa ist ein fideler Zeitgenosse, dem sein "Unfall" mit der Strahlung wenig ausmacht. Er ist gut drauf, pragmatisch und eine Frohnatur, fast wie Moira Brown aus Fallout 3.

Fallout 76 Wastelanders bietet dank Dialoge und Entscheidungen mehr Spieltiere als zuvor. Fallout 76 Wastelanders bietet dank Dialoge und Entscheidungen mehr Spieltiere als zuvor.

Einige andere Charaktere besitzen Dialekte (zumindest im Englischen), die sie unverkennbar einzigartig machen. Die Detail-Tiefe trifft dabei sogar auf die namenlosen NPCs zu. Sie haben echte Leben, treffen sich Abends zum Musizieren irgendwo im Lager und bewundern euch für eure Ausrüstung - oder lachen darüber, wenn sie schlecht ist.

Diese Details machen das gesamte Spiel plausibler und immersiver, alles passt einfach zusammen. Dank solcher Kleinigkeiten fühlen wir uns endlich nicht mehr wie in einer verlassenen Einöde gefangen, sondern wie die Helden in einer Nachkriegswelt, die gerade aufgebaut wird.

2. Die Entwicklung der Welt

Dank Wastelanders könnt ihr auch die Welt des Spiels bis zu einem gewissen Grade verändern. Dank Wastelanders könnt ihr auch die Welt des Spiels bis zu einem gewissen Grade verändern.

Wenn ihr mit Wastelanders in Fallout 76 startet, bleibt die Welt nicht so, wie ihr sie vorfindet. Sie verändert sich und ihr verändert sie, zum größten Teil durch Interaktionen mit anderen.

Einen Teil dieses Wachstums macht aus, dass es nun instanziierte Gebiete gibt. Diese sind nur für euch und eure Gruppe zugänglich. Das heißt, ihr trefft hier nicht auf zufällige Spieler wie in den früher eingeführten Dungeons. Meist spielt sich hier die Story ab, bei der ihr wichtige Entscheidungen trefft, die beeinflussen können, wie die Geschichte für euch verläuft.

Je nach euren Entscheidungen kommen NPCs dazu oder gehen wieder, und bieten euch verschiedene Gesprächsoptionen an. Bei ihnen könnt ihr Geschichten über sie selbst oder die Welt erfahren, wenn ihr ihnen zuhört.

Mit Wastlanders kehrt auch das Ruf-System zurück, das unsere Stellung zu Fraktionen bestimmt. Mit Wastlanders kehrt auch das Ruf-System zurück, das unsere Stellung zu Fraktionen bestimmt.

Zwei neue Features bringen euch dabei noch tiefer in die Entwicklung der Welt ein:

  • Ruf: Bei den beiden Fraktionen der Raider und Siedler könnt ihr über Quests und Aufgaben Ruf erlangen. Je nachdem, wie gut ihr mit ihnen steht,v ertrauen sie euch mehr oder weniger und gewähren euch Zugang zumehr Quests oder Belohnungen.
  • Beziehungen: Ihr könnt eure Beziehungen sowohl zu Begleitern als auch zu NPCs durch Erfüllen von Aufgaben oder Wählen bestimmter Gesprächsoptionen bestimmen. Je nachdem, wie gut ihr euch verhaltet, sind sie besser oder schlechter auf euch zu sprechen. Fast wie das Karma aus älteren Fallout-Teilen.

Wie das Rufsystem funktioniert, erklären wir euch hier genauer:

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3. Mehr und neue Story

Neben den NPCs ist die Fortsetzung der Story von Fallout 76 vermutlich der größte Punkt in Wastelanders.

Spoiler-Warnung! Wer Fallout 76 noch nicht gespielt hat und sich für die Story interessiert, findet in diesem Absatz möglicherweise Spoiler.

Die Geschichte von Wastelanders setzt bei der Rückkehr der Menschen nach Appalachia an. Das geschieht jedoch erst dann, nachdem die Bewohner von Vault 76 (ihr selbst) dafür gesorgt haben, dass die Region wieder lebenswert ist. Dazu mussten zuvor die Verbrannten gekämpft und eine Impfung gegen die Krankheit gefunden werden.

Direkt im Anschluss geht es weiter mit der Story. Zusammen mit der Aufseherin, die euch schon zuvor durch ihre Aufzeichnungen angeleitet hat, helft ihr den Menschen von Appalachia dabei, sich vor der Seuche zu schützen.

Dazu müsst ihr euch aber erst ihr Vertrauen erarbeiten, was viele Aufgaben und Nebenquests mit sich zieht, um zum einen die notwendige Stärke für die anstehenden Herausforderungen zu haben, als auch genug Vertrauen zu erlangen, als dass sich die Menschen überhaupt von euch helfen lassen wollen.

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Fazit: Fühlt sich Wastelanders wie ein "richtiges" Fallout an?

Es ist schwer, Fallout 76 selbst mit Wastelanders in ein Verhältnis zu anderen Fallout-Teilen zu setzen. Das Spielt verfolgt einen anderen Ansatz und viele für RPGs und Story-getriebene Singleplayer-Spiele wichtige Features sind schlichtweg nicht umzusetzen. Dennoch gibt es einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Dafür spricht, dass Wastelanders Features einführt, die Fallout ausmachen. Spieltiefe, Entscheidungen und Charakter-Entwicklung sind wieder vorhanden und sogar eine Art Karma-System hilft dabei, den Spieler-Charakter zu formen.

Die Entscheidungen, die ihr trefft, passen zu einer Rolle, die ihr wählt. Ähnlich lief es auch schon in den Fallout-Titeln von früher. Ihr wart "der Gute", "der Böse", "der Chaot", und genau das könnt ihr nun wieder sein.

Außerdem spielen die S.P.E.C.I.A.L.-Attribute wieder eine größere Rolle. Statt einfach nur neue Perks zu ermöglichen, gibt es jetzt wieder Skill-Checks. Für einige Gesprächs-Optionen müsst ihr einen bestimmten Attributs-Wert überschreiten oder sogar unterschreiten. So begrenzt ihr euch beim Charakter-Bau auch auf die Optionen, die ihr habt.

In Fallout 3 konnten wir Megaton komplett ausradieren, Fallout 76 erlaubt ähnliches nicht mehr. In Fallout 3 konnten wir Megaton komplett ausradieren, Fallout 76 erlaubt ähnliches nicht mehr.

Dagegen spricht, dass einige Entscheidungen keinen so großen Einfluss haben, wie sie sie in früheren Teilen haben könnte. Das beste Beispiel ist die Stadt Megaton aus Fallout 3, die ihr mithilfe einer Atombombe komplett zerstören konntet. So etwas erlaubt Fallout 76 natürlich nicht, da die Städte für alle Spieler noch betretbar sein müssen und ein einzelner Troll nicht allen das Erlebnis versauen soll.

Ihr könnt zwar Einfluss auf die Welt nehmen, aber nicht mehr so tiefgreifend wie in früheren Teilen. Ihr seid schließlich auch kein großer Held, sondern einer der vielen Bewohner von Vault 76, die gemeinsam Appalachia wieder aufbauen sollen.

Daumen hoch: Fans der alten Singleplayer-Fallouts sollten trotz kleinerer Abstriche einen Blick auf Wastelanders werfen. Daumen hoch: Fans der alten Singleplayer-Fallouts sollten trotz kleinerer Abstriche einen Blick auf Wastelanders werfen.

So oder so lohnt sich mit Wastelanders für Fans der Singleplayer-Spiele ein Blick in Fallout 76. Es liefert zwar keine vollwertige Solo-Erfahrung wie die beliebten Vorgänger, kommt denen aber sehr nahe und bringt und dennoch viel frischen Wind, um für Spielspaß zu sorgen.

Wer mit anderen Spielern überhaupt nicht klar kommt, kann sich sogar eine private Welt "mieten" über das Fallout-1st-Abo. Hier könnt ihr ganz alleine oder mit Freunden spielen - falls euch der Multiplayer überhaupt nicht zusagt.

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