Es gibt wahrlich keinen Mangel an abstrusen Waffen in der Geschichte von Final Fantasy. Sei es die Klasse des Piktomanten, der mit Pinsel und Malpalette in die Schlacht zieht, Lulus Plüschtiere oder Wakkas Blitzball.
Eine Waffe ist aber gleichzeitig wieder so cool, dass man sich doch fragt: Funktioniert das vielleicht wirklich? Gemeint ist das Gunblade, eine riesige Klinge kombiniert mit einem Revolvergriff. Klingt erstmal nach Anime-Unsinn, aber die Idee ist irgendwie zu faszinierend, um sie komplett albern zu finden.
Das dachten sich Waffenhersteller im 19. Jahrhundert offenbar auch.
Eine der bekanntesten Waffen der RPG-Geschichte
Bekannt wurde die Waffe vor allem durch Squall Leonhart und Seifer Almasy in Final Fantasy VIII. Später tauchten ähnliche Waffen aber auch in anderen Spielen der Reihe auf.
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In Crisis Core: Final Fantasy VII waren Varianten zu sehen, Lightning kämpfte in Final Fantasy XIII mit einer ähnlichen Kombination aus Schusswaffe und Klinge und in Final Fantasy XIV wurde das Gunblade mit dem Gunbreaker sogar zu einer eigenen MMO-Klasse.
Die Idee dahinter ist allerdings keine Fantasy-Erfindung.
Das Gunblade gab es wirklich
Im Nationalmuseum von Buenos Aires steht tatsächlich eine historische Waffe, die einem Gunblade verblüffend ähnlich sieht. Dabei handelt es sich um einen belgischen Revolver aus dem 19. Jahrhundert, an dessen Lauf direkt eine Klinge befestigt wurde.
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Dieser "Kombinationsrevolver" wurde um 1870 gefertigt und konnte sechs 9-mm-Geschosse laden. Ging ihm die Munition aus, ließ sich die Waffe immer noch als Klinge benutzen.
Und dabei war diese Konstruktion nicht einmal die erste ihrer Art.
Cool, aber unpraktisch
Tatsächlich experimentierten Menschen schon kurz nach der Erfindung von Schusswaffen mit solchen Kombinationen. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts tauchten Pistolen mit eingebauten Schwertern oder Messern auf.
Vor allem Offiziere, Jäger oder Boarding-Truppen nutzten solche Hybridwaffen immer wieder. Im 19. Jahrhundert entstanden dann mehrere Revolver-Schwert-Kombinationen in Europa – besonders in Belgien und Frankreich. In Polen gab es sogar eine Variante mit Axt, die zwei Jahrhunderte von der Kavallerie Geführt wurde.
Das Problem: Die Waffen waren meistens gleichzeitig schlechte Schwerter und schlechte Pistolen.
Sie waren schwer, unhandlich und schlecht ausbalanciert. Genau deshalb verschwanden sie relativ schnell wieder und wurden eher zu Sammlerstücken oder kuriosen Einzelanfertigungen.
Was vermutlich auch erklärt, warum sich Gunblades nie außerhalb von Fantasy-Spielen durchgesetzt haben. Denn so cool Squalls Gunblade aussieht: Niemand möchte vermutlich wirklich versuchen, damit gleichzeitig zu fechten und zu schießen.
Wusstet ihr schon vom echten Gunblade?
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