FIFA 18 - EA: Mikrotransaktionen nur noch kosmetisch, außer in FUT

EA will in Zukunft nur noch auf kosmetische Mikrotransaktionen setzen und auf Pay2Win verzichten - allerdings nicht bei FIFA Ultimate Team.

von Elena Schulz,
25.06.2018 09:25 Uhr

Electronic Arts ändert seinen Umgang mit Lootboxen und Pay2Win.Electronic Arts ändert seinen Umgang mit Lootboxen und Pay2Win.

Patrick Söderlund, der frisch gebackene Chief Design Officer von Electronic Arts, hat mit Gamesindustry.biz über die Zukunftspläne des Publishers gesprochen. Dabei ging es auch um Mikrotransaktionen: EA will in Zukunft nur noch auf kosmetische Ingame-Käufe statt Pay2Win setzen. Eine Ausnahme bilden allerdings die Ultimate-Team-Modi wie bei FIFA.

Star Wars: Battlefront 2 hat letztes Jahr mit seinen Mikrotransaktionen eine große Kontroverse ausgelöst. Spieler konnten echtes Geld für Lootboxen ausgeben und darüber spielerische Vorteile ergattern, die man sich sonst mühsam erspielen musste. Nach dem EA deshalb für seine Pay2Win-Mechaniken und Glücksspiel-Anleihen in einem Vollpreisspiel heftig in der Kritik stand, ändert das Unternehmen die Strategie nun. Battlefield 5 und Anthem setzen beide auf rein kosmetische Mikrotransaktionen und enthalten keine Lootboxen.

Laut Söderlund habe man sich nach dem Battlefront-Debakel zusammengesetzt und überlegt, wie ein umfassender Service funktionieren solle und wie man ihn auf alle Produkte innerhalb des Unternehmens anwenden könne.

"Man muss es aus der Perspektive betrachten, was fair ist. Fairness ist das Wichtigste. Wenn man ein Produkt von uns erwirbt, sollte man den vollen Wert für das Geld bekommen, das man ausgibt. Es sollte eine faire Wirtschaft im Spiel existieren, damit man nicht für den Sieg zahlen kann. Wir wollen nicht, dass man Geld ausgeben kann, um besser als andere zu sein. Das ist uns wichtig. Wir betrachten aber den Markt und sehen, dass es für die Leute okay ist, für andere Dinge zu zahlen, beispielsweise wie sie in Spielen aussehen. Das scheint völlig in Ordnung zu sein."

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EAs Säulen für die Mikrotransaktionen

Söderlund beschreibt die neuen Säulen von EAs Ingame-Monetarisierung so, dass Spieler in jedem Fall den richtigen Gegenwert für ihr Geld erhalten sollen, dass es kein Pay2Win geben darf und dass sie die Freiheit haben sollen, zu entscheiden, ob sie zusätzliches Geld ausgeben möchten.

Das klingt erst einmal gut, lässt sich allerdings nicht vollständig auf alle EA-Titel anwenden. Schließlich wären da ja noch Ultimate Team-Modi wie bei FIFA, die im Prinzip auf Pay2Win basieren. Man muss unweigerlich Geld ausgeben, um an immer bessere Spieler für den Online-Team-Modus zu kommen. Söderlund verweist hier allerdings auf die erste Säule: Man solle das Ultimate Team einfach als einen Modus in einem bereits tiefgehenden Spielerlebnis betrachten.

Gibt man 60 Euro für FIFA aus, erhalte man bereits ein gewaltiges Spiel mit einer Singleplayer-Kampagne, Online-Matches, Turnieren und kostenlosen Updates. Ob man überhaupt am Ultimate Team Mode teilnehme, sei dem Spieler selbst überlassen. Diese Entscheidungsmöglichkeit sei sehr wichtig. Die Spieler würden es als separaten Modus betrachten, den sie spielen können oder nicht. Das sei in Ordnung, weil sie ihr Geld für ein Spiel gezahlt hätten, das genug Gegenwert biete, selbst wenn sie nicht am Ultimate Team teilnähmen. Als Beweis für den Erfolg des Systems nennt er, wie viele Stunden die Spieler in FIFA verbringen - mit oder ohne Team-Modus.

Während Battlefront 2 für einen Aufschrei sorgte, nahmen Spieler die Pay2Win-Mechaniken in Spielen wie FIFA bislang tatsächlich hin. Da EA damit deutlich mehr Geld verdient als den regulären Spieleverkäufen, ist es kein Wunder, dass der Publisher hier nicht darauf verzichten möchte - neue Richtung bei Service Games hin oder her.

Bei Anthem und Battlefield 5 wird sich zeigen, wie gut EAs neues Monetarisierungs-System funktioniert. Wir konnten beide Titel bereits anspielen. Die ersten Eindrücke zum neuen Battlefield lest ihr in GameStar-Preview, alles zu Anthem gibt es in unserer GamePro-Preview.

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