Fortnite verliert nach 5 Jahren sein wichtigstes Feature und gewinnt damit mein Herz

Epic hat mit Fortnite das Battle Royale-Genre mit definiert und ist nach wie vor sehr erfolgreich. Annika wollte das Spiel aber all die Jahre nicht einmal mit der Kneifzange anfassen – bis jetzt.

von Annika Bavendiek,
02.04.2022 10:00 Uhr

Fortnite, das spielen doch nur kleine Kiddies, die im Voice Chat auf dicke Hose machen, während sie wild irgendwelche Wände und Treppen in die Landschaft werfen. Oder?

Dieses Vorurteil wuselte mir seit dem Release des kunterbunten Battle Royale-Spiels im Kopf herum, weshalb ich bisher nicht nur einen großen, sondern einen riesigen Bogen drumherum gemacht habe. Mir war zwar klar, dass ich dem Spiel damit wohl Unrecht tat, ich hatte aber auch nie die Motivation, mich vom Gegenteil zu überzeugen.

Nachdem Epic aber DAS Feature in Fortnite nicht nur testweise, sondern (optional) komplett gestrichen hat, änderte sich das aber grundlegend. Mit dem permanenten Null Bauen-Modus (was ein einfacher, aber bekloppter Name) habe ich mich nun endlich hineingewagt und wurde positiv überrascht.

Annika Bavendiek
@annika908

In Multiplayer-Shootern, insbesondere Battle Royale-Spielen, tummelt sich Annika eher weniger. Die eine oder andere Partie CoD Warzone macht ihr zwar auch Spaß, aber da muss sie auch nicht nebenbei ganze Buden hochziehen wie bei Fortnite. Das war bislang auh der wichtigste Grund, warum Annika dem Battle Royale-Shooter nichts abgewinnen konnte.

Fortnite musste erst den Bau-Zwang verlieren, um mich zu gewinnen

Es ist schon etwas absurd, denn eigentlich liegt mir das Bauen im Blut. Und damit meine ich nicht nur meine Vorliebe für Aufbauspiele wie Die Sims 4, Cities: Skylines und Rimworld, sondern auch im echten Leben. Ich bin nämlich quasi auf Baustellen groß geworden und war handwerklich immer gut dabei. Aber in Fortnite Wände und Treppen hochziehen? Ohne mich!

Vielleicht ist es auch die düstere Zeit durch Pandemie und Krieg, die mich jetzt für den bunten und frohen Stil von Fortnite zusätzlich anfällig macht. Vielleicht ist es auch die düstere Zeit durch Pandemie und Krieg, die mich jetzt für den bunten und frohen Stil von Fortnite zusätzlich anfällig macht.

Ob Fortnite nun von kleinen Kindern überrannt wird oder nicht, sei mal dahingestellt. Alleine die Tatsache, dass ich Rohstoffe sammeln und damit flink Wände und mehr hochziehen muss, um überhaupt eine Chance zu haben, schreckte mich nämlich ab. Hinzu kommt, dass ich in solchen Spielen einem gewissen Grad an Realismus schätze.

Dabei meine ich nicht die Grafik, sondern die teils kurios anmutenden Bauwerke, die einige Spieler*innen in Sekunden auf den Bildschirm zaubern. Ich mag es dagegen lieber etwas gesetzter. Selbst wenn ich spielerische Nachteile davon habe, baue ich lieber realitätsnah.

Gut fünf Jahre später hat Fortnite uns nun aber vom Bauzwang befreit. Damit war für mich der Weg frei, mich alleine mit meinem Können an der Waffe zu beweisen. Den richtigen Loot finden, in Deckung gehen, ein bisschen taktieren – mehr will ich gar nicht. Und auch darüber hinaus wurde ich positiv überrascht: Das Spiel läuft angenehm flüssig, die Welt ist trotz kräftiger Farben wirklich gut lesbar und von nervigen Kidds fehlte in meinen gespielten Partien jede Spur.

Fortnite ohne Bauen mag im ersten Moment komisch wirken, aber der Trailer zeigt, dass es auch anders geht:

Fortnite ohne Bauen: Trailer zeigt, wie der neue Modus aussieht 1:05 Fortnite ohne Bauen: Trailer zeigt, wie der neue Modus aussieht

Den letzten Zentimeter schubste mich dann noch ein anderer Aspekt in die Fortnite-Welt: Die Spendenaktion von Fortnite und Microsoft, bei der alle Einnahmen zwischen dem 20. März und 3. April an die Ukraine gespendet werden. So habe ich nicht einmal Bauchschmerzen, ausnahmsweise etwas Geld in Ingame-Käufe zu stecken. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Solltet ihr euch hier wiedererkennen, dann lasst euch gesagt sein: Gebt Fortnite mit dem Null Bauen-Modus eine Chance. Ich habe es zumindest nicht bereut, sondern stattdessen eine tolle neue Möglichkeit gefunden, mich virtuell mit Freunden ins Gefecht zu stürzen - ganz ohne lästiges Bauen und bislang sogar ungeschlagen.

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