Gears Tactics im Xbox-Test: Gears kann auch Strategie

Gears Tactics verfrachtet die Deckungs-Shooter-Reihe ins Rundenstrategiegenre und macht im Test eine richtig gute Figur.

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Gears Tactics im Test für Xbox Series X/S. Gears Tactics im Test für Xbox Series X/S.

Knapp ein halbes Jahr nach der PC-Fassung und pünktlich zum Launch der neuen Konsolen erscheint Gears Tactics für Xbox Series X/S und Xbox One und katapultiert die Shooter-Reihe ins Rundenstrategie-Universum. Beim Test haben wir schnell herausgefunden, dass diese Mischung bis auf ein paar Ausnahmen ziemlich gut funktioniert.

Tactics spielt zeitlich vor dem ersten Gears of War: Wir schlüpfen in die Rolle von Gabe Diaz - dem Vater von Kait aus Gears 4 und 5 - und müssen zusammen mit einer ganzen Reihe anderer Gears-Soldaten Ukkon, den Genetiker der bösen Locust-Aliens, aufspüren und eliminieren. Während die eigentliche Geschichte im Vergleich zu den Shooter-Kampagnen eher mäßig ausfällt und mehr oder weniger vor sich hin plätschert, stimmt immerhin die Inszenierung. Tolle Zwischensequenzen auf dem Niveau der Hauptreihe und eine gelungene deutsche Sprachausgabe machen jeden neuen Story-Happen zu einem kleinen Highlight. Gears-Kenner muss man für die Story übrigens nicht sein.

Wie XCOM 2, nur ein bisschen anders

Seine Stärken hat Gears Tactics also wenig überraschend nicht bei der Story, dafür aber im spielerischen Bereich. Mit unseren bis zu vier Kämpfern oder Kämpferinnen bewegen wir uns über die unterschiedlichen Schlachtfelder und müssen auf dem Weg zum Missionsziel Locust erledigen und kleinere Aufgaben erfüllen. Die Mechanik erinnert dabei stark an XCOM 2: Jeder unserer Charaktere hat Aktionspunkte, die wir entweder auf Bewegungen oder Aktionen wie Angriff und Feuerschutz verteilen können. Ist das erledigt, ist der Gegner am Zug und die Locust-Einheiten bewegen sich bzw. attackieren uns.

Sich auf dem Schlachtfeld geschickt zu positionieren, ist in Gears Tactics essenziell. Sich auf dem Schlachtfeld geschickt zu positionieren, ist in Gears Tactics essenziell.

Ordentlich Tiefe kommt durch die unterschiedlichen Klassen und Vielfalt der Aktionen ins Spiel. Die Charaktere sind nämlich in fünf Kategorien eingeteilt (Sanitäter, Scharfschütze, Späher, Vorhut, Waffenexperte), von denen alle unterschiedliche Bewaffnungen und Fähigkeiten mitbringen. Und diese gilt es geschickt zu kombinieren, um die Missionen erfolgreich abschließen zu können. Da wollen etwa Granaten geschickt geworfen, Feuerschutzsichtlinien platziert oder hohe Positionen eingenommen werden, um die Reichweite für Angriffe zu verbessern.

Das würde ohne eine ordentliche Gegner-KI nur halb so viel Spaß machen, glücklicherweise macht uns Gears Tactics hier schon auf dem normalen der vier Schwierigkeitsgrade die Hölle heiß und wirft uns ein ganzes Sammelsurium von Gegnertypen entgegen, etwa aggressive Berserker-Drohnen oder die flinken Wretches.

Jede Menge Locust machen euch die Hölle heiß. Jede Menge Locust machen euch die Hölle heiß.

Wie in den Shootern ist es in Gears Tactics übrigens wenig ratsam, auf offenem Feld zu stehen, stattdessen sollte man von Deckung zu Deckung ziehen und die Feindbewegungen beobachten, um dann mithilfe der eigenen Team-Fertigkeiten die entsprechenden Maßnahmen zu treffen. Die zufälligen Spawns der Gegner machen allerdings hin und wieder selbst beste Planungen zunichte, was für etwas Frust sorgen kann.

In welche Richtung soll es gehen?

Nach den Einsätzen können wir unseren Trupp mit erhaltenen oder in Truhen aufgeklaubten Waffenverbesserungen ausstatten, die dann Statuswerte wie die Chance auf kritische Treffer erhöhen.

Außerdem steigen die Gears nach und nach im Rang auf und erhalten Fähigkeitspunkte, mit denen sich die Klassen dann wiederum über neue aktive und passive Fähigkeiten in bestimmte Richtungen spezialisieren lassen, etwa Heilung oder Schadens-Booster für andere Teammitglieder. Das vertieft die taktischen Herangehensweisen noch einmal enorm.

Das Upgrade-System bringt noch einmal merkbar Tiefe ins Spiel. Das Upgrade-System bringt noch einmal merkbar Tiefe ins Spiel.

Das Ausloten der verschiedenen Möglichkeiten und Wechselwirkungen in Gears Tactics macht ziemlich viel Spaß, auch weil die Steuerung mit dem Controller überraschend problemlos funktioniert. Natürlich lässt sich der Cursor mit den Analogsticks nicht ganz so schnell über den Bildschirm bewegen wie mit einer Maus, und hier und da mussten wir auch etwas rätseln, wie etwa Ziele für Aktionen durchgeschaltet werden (Antwort: Mit den Bumpern). Dafür gibt es aber unter anderem praktische Button-Anzeigen für die wichtigsten Aktionen, sodass wir unsere Gears schon nach kurzer Zeit ohne Komplikationen über die Schlachtfelder navigiert haben.

Den Ton getroffen

Auch atmosphärisch gibt es wenig zu meckern, denn Gears Tactics trifft den düster-dreckigen Ton der Serie hervorragend und Serienveteranen werden viele Elemente wiedererkennen, die zum großen Teil auch spielerische Relevanz haben. Gegner können zum Beispiel in einen Down-State versetzt und dann exekutiert werden, was den Teammitgliedern eine Bonusaktion verleiht.

Schade dagegen: Während die Schauplätze in der knapp 30-stündigen Kampagne recht abwechslungsreich sind, fehlt es den eigentlichen Missionstypen an Varianz. Viel zu oft haben wir etwa Gefangene befreit oder mussten an einer Stelle einen Gegneransturm überleben, das nutzt sich mit der Zeit doch spürbar ab. Außerdem hätten wir uns eine interaktivere und vor allem zerstörbarere Umgebung gewünscht, denn bis auf ein paar Kisten geht in Gears Tactics leider nur wenig kaputt.

Über den Feuerschutz-Befehl können die Gears bestimmte Bereiche abdecken. Über den Feuerschutz-Befehl können die Gears bestimmte Bereiche abdecken.

Die von uns getestete Xbox Series X-Version läuft in voller 4K-Auflösung mit 60 fps. Die hohe Auflösung kommt den teils sehr detailliert gestalteten Umgebungen natürlich zugute, alles wirkt zu jeder Zeit knackscharf und sauber. Die Xbox One X-Fassung schafft ebenfalls die 4K, läuft aber nur mit 30 Frames. Neben der angepassten Steuerung hat die Konsolenversion von Gears Tactics neben der klassischen auch noch eine erweiterte "Jacked"-Kampagne zu bieten, in der Roboter Jack als fünfter Charakter im Team dazu kommt.

Unseren Testeindrücken nach sorgt der fliegende Metallknirps für zusätzliche Varianz, indem er Charaktere beispielsweise für die nächsten Züge buffen kann. Dazu kommen insgesamt vier Schwierigkeitsgrade und der schon in der PC-Fassung enthaltene und gnadenlose Ironman-Modus, der nach einer fehlgeschlagenen Mission den kompletten Kampagnen-Slot löscht. Für Langzeitmotivation ist also auch nach dem Durchspielen der normalen Kampagne gesorgt.

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