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GRID im Test - Neustart mit Fahrfehlern

Codemasters belebt mit GRID eine der ikonischsten Rennspiel-Reihen wieder und wählt den Mittelweg zwischen Arcade und Simulation.

von Philipp Briel,
09.10.2019 15:00 Uhr

GRID im Test für PS4 und Xbox One. GRID im Test für PS4 und Xbox One.

Mit GRID rollt der Reboot einer legendären Rennspiel-Reihe an den Start, der den Spagat zwischen knallharter Rennsimulation und spaßigem Arcade-Racer wagt. Gelingt es den britischen Entwicklern von Codemasters knapp fünf Jahre nach dem spaßigen GRID: Autosport, der namhaften Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen? Oder erleidet das Hybrid-Rennspiel einen Motorschaden?

Rennen um Rennen

Kernstück des Spiels ist natürlich der Karrieremodus, in dem euch drei kurze Einführungsrennen mit den abwechslungsreichen Fahrzeugklassen des Rennspiels vertraut machen. Euer ultimatives Ziel besteht darin, die GRID World Series zu erreichen. Das gelingt euch, indem ihr die in verschiedene Rennserien unterteilten Events absolviert und den abschließenden Showdown gewinnt. Ob ihr euch zunächst an die Muscle Cars, Tourenwagen oder Formel-Boliden wagt, überlässt GRID dabei ganz allein euch. Mit insgesamt 104 Events fällt die Karriere erfreulich umfangreich aus.

Die Zieldurchfahrt wird mit einem Feuerwerk belohnt. GRID sieht hervorragend aus. Die Zieldurchfahrt wird mit einem Feuerwerk belohnt. GRID sieht hervorragend aus.

Allerdings präsentiert sich das Herzstück äußerst bieder und lässt jegliche Abwechslung vermissen. Uninspiriert reiht sich hier Rennen an Rennen, wie bei einer Perlenkette gleicht ein Event dem vorangegangenen. Die Meisterschaftsläufe unterscheiden sich lediglich in ihrer Rundenanzahl, abwechslungsreiche Aufgaben oder Spielmodi sucht ihr vergebens. Zumal die einzelnen Veranstaltungen mit meist nur zwei oder drei Runden enorm kurz ausfallen.

Das macht das Hotlap-Qualifying zur Pflichtaufgabe, da ihr sonst am Ende des Fahrerfeldes an den Start geht und aufgrund der kurzen Rennlänge keine Chance habt, das Podest als Sieger zu erklimmen. Alles in allem zu wenig, um euch langfristig an den Controller zu fesseln.

Wohin mit dem ganzen Geld?

Die dröge Präsentation hat GRID von seinem Vorgänger geerbt. Umso erstaunlicher ist es, dass die Entwickler das Gesamtkonstrukt um die Rennen herum zusätzlich abgespeckt haben. Konntet ihr in GRID: Autosport noch verschiedene Sponsoren oder Teams an Land ziehen, seid ihr diesmal auf euren eigenen Rennstall fixiert. Events belohnen euch mit Levelaufstiegen und Credits, die ihr wiederum in neue Boliden investiert.

Für Rennsiege winken Credits. Reparaturkosten werden vom Gewinn direkt abgezogen. Für Rennsiege winken Credits. Reparaturkosten werden vom Gewinn direkt abgezogen.

Der Fuhrpark bietet zwar eine Menge Abwechslung, fällt mit gerade einmal 65 lizenzierten Fahrzeugen aber äußerst überschaubar aus. Besondere Aufgaben wurden ersatzlos gestrichen, stattdessen winken lediglich Erfahrungspunkte, mit denen ihr neue Lackierungen, Designs für eure Profilkarte oder Teamkollegen freischaltet. Nichts davon hat einen spielerischen Nutzen. Das motiviert zu wenig, um langfristig Gas zu geben.

Arcade-Anspruch mit Simulationstouch

Erfreulicherweise macht GRID auf der Strecke eine Menge richtig und präsentiert sich als gelungener Mittelweg zwischen Rennsimulation und Arcade-Rennspiel. Grundsätzlich folgt der Racer einem realistischen Ansatz, bei dem aber klar die Renn-Action im Fokus steht. Die Simulationsaspekte fallen äußerst überschaubar aus. Setups lassen sich in fünf Kategorien mithilfe eines Schiebereglers anpassen, Tuning-Optionen glänzen gar durch Abwesenheit.

Auf der anderen Seite wirken sich verschiedene Fahrbahnbeläge und Regen aber realistisch auf die Steuerung aus. Auf ein dynamisches Wettersystem verzichtet das Spiel allerdings konsequent. Umfangreiche Fahrhilfen ermöglichen auch Anfängern einen gelungenen Einstieg. Mit deaktivierten Assistenten verlangt euch GRID tatsächlich einiges ab, zur waschechten Sim wird das Rennspiel aber zu keinem Zeitpunkt.

In Regenrennen geht die Post ab. Wetter wirkt sich realistisch auf das Fahrverhalten aus. In Regenrennen geht die Post ab. Wetter wirkt sich realistisch auf das Fahrverhalten aus.

Einen klassischen Arcade-Racer solltet ihr aber ebenfalls nicht erwarten. Ein Spagat, der dem Spiel ausgesprochen gut gelingt. GRID spielt sich driftlastig, wie ihr es normalerweise nur von US-Muscle Cars gewohnt seid. Selbst Formel-Rennwagen, die normalerweise auf der Straße kleben, steuern sich äußerst rutschig, dabei aber stets präzise. Nach kurzer Eingewöhnung habt ihr selbst die leistungsstärksten Rennwagen gut im Griff.

Auf der Piste geht die Post ab

Diese Kombination aus Arcade und Simulation macht GRID aber auch einzigartig, was vor allem Genreneulingen gut gefallen dürfte. Denn statt hier lediglich eine möglichst authentische Abbildung des Motorsports abzuliefern, steht klar der Fahrspaß im Mittelpunkt. Zumindest auf der Piste gleicht kein Rennen dem vorangegangenen, da die KI-Fahrer nicht einfach unmotiviert hintereinander herfahren. Eure Konkurrenten agieren oft unvorhersehbar und kämpfen knallhart um Positionen.

Besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden sorgt das für Spannung. So kann es vorkommen, dass sich vor euch zwei Fahrer duellieren, umherfliegende Stoßstangen inklusive. Glücklicherweise fahren die 400 unterschiedlichen KI-Typen dabei nur selten unfair. Blechschäden stehen jedoch an der Tagesordnung: Hier wird knallhart um jeden Millimeter auf dem Asphalt gekämpft.

Positionskampf in Brands Hatch. Die kluge KI agiert unvorhersehbar, das sorgt für Spannung. Positionskampf in Brands Hatch. Die kluge KI agiert unvorhersehbar, das sorgt für Spannung.

Besonders intensive Zweikämpfe rufen sogar eine Rivalität auf den Plan, in der euer Konkurrent alles daran setzt, euch eins auszuwischen. Derart intensive Rennen zaubert kaum ein anderes Rennspiel auf den Bildschirm. Alternativ steht euch neben schnellen Einzelspielerveranstaltungen ausschließlich ein Online-Multiplayermodus zur Wahl, in dem ihr wahlweise in privaten Lobbies oder schnellen Rennen an den Start geht.

Auch hier gibt sich das Rennspiel wenig innovativ, dennoch überzeugen die Online-Rennen mit guter Verbindungsqualität und schneller Spielersuche. Zumindest, wenn ihr nicht in eine Lobby voller Rüpel geworfen werdet, die dank ständig aktiver Kollisionen nur darauf aus sind, möglichst viel Schaden zu verursachen.

Malerische Sonnenuntergänge

Grafisch macht GRID eine Menge her. Vor allem die detaillierten Fahrzeugmodelle sind hübsch anzusehen, während besonders die Stadtkurse auch abseits der Piste mit schicken Details aufwarten.

 Mit dem Tourenwagen durch die Innenstadt. Die beeindruckenden Stadtkurse haben es in sich. Mit dem Tourenwagen durch die Innenstadt. Die beeindruckenden Stadtkurse haben es in sich.

Die beeindruckenden Lichteffekte und Reflexionen sowie konstante 60 Bilder pro Sekunde stehen dem Rennspiel hervorragend zu Gesicht. Lediglich ein paar grob aufgelöste, flackernde Schatten und matschige Umgebungstexturen stoßen sauer auf. Sahnestück des Spiels ist aber eindeutig das Schadensmodell, das es problemlos mit der Speerspitze des Genres aufnehmen kann.

Entscheidet ihr euch für die realistische Variante, könnt ihr mit etwas Anstrengung eure Boliden bis in ihre Einzelteile zerlegen. Das sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern hat auch enorme Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Potenzial verschenkt der Racer aber in Sachen Vertonung, die zwar mit wuchtigen Motorensounds und starken Effekten punktet, mit einem lahmen Soundtrack und unpassenden deutschen Sprechern jedoch hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

Im Reveal-Trailer von GRID fliegen Blech und Reifen 1:03 Im Reveal-Trailer von GRID fliegen Blech und Reifen

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