Ein Superheld, der sich plötzlich dem Verbrechen zuwendet? Das klingt nach einer interessanten Prämisse, die schon in vielen Comics behandelt wurde. Aber im wirklichen Leben ist das etwas tragischer. In Japan wurde ein ehemaliger Stuntman aus dem Umfeld der Power-Rangers-Vorlage wegen zahlreicher Einbrüche verurteilt – und seine Methoden erinnern stark an seine frühere Arbeit vor der Kamera.
Vom Stuntman zum "Spider-Man-Dieb"
Yasutomo Ihara arbeitete als Stuntdarsteller für den Grünen Ranger in der japanischen Super-Sentai-Reihe. Nach einer schweren Knieverletzung musste er seine Karriere jedoch beenden. Statt sich neu zu orientieren, nutzte er seine körperlichen Fähigkeiten später für kriminelle Zwecke.
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Laut Behörden brach er in insgesamt 43 Häuser ein. Dabei kletterte er Außenmauern und Telefonmasten hinauf und drang durch Fenster in oberen Stockwerden in die Gebäude ein. Wegen dieser Vorgehensweise erhielt er in japanischen Medien schnell den Spitznamen "Spider-Man-Dieb".
Über 66.000 Dollar Beute
Insgesamt soll der ehemalige Stuntman Waren und Bargeld im Wert von rund 8,2 Millionen Yen erbeutet haben, umgerechnet mehr als 66.000 US-Dollar. Die Polizei konnte ihm die Taten nachweisen, 2014 wurde er schließlich festgenommen.
Aufgrund der Vielzahl an Einbrüchen zogen sich die Ermittlungen über mehrere Jahre. Erst 2020 wurde er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. In Vernehmungen gab er an, nach dem Karriereende in finanzielle Schwierigkeiten geraten zu sein – sein Stunt-Training habe ihm bei den Einbrüchen gezielt geholfen.
Training mit falscher "Transferleistung"
Der Fall bekommt auch Jahre nach der Festnahme noch Aufmerksamkeit, weil er zeigt, wie heftig Fiktion und Realität manchmal auseinanderdriften. Fähigkeiten aus einer Superhelden-Serie halfen nicht beim Neustart, sondern bei realen Verbrechen – eine Transferleistung, die wohl niemand in dieser Form im Drehbuch vorgesehen hatte.
Er zeigt aber auch eine gewisse Tragik, die in manchen Branchen Realität ist: Eine einzelne Verletzung kann nicht nur das Karriereende bedeuten, sondern auch einen sozialen Abstieg nach sich ziehen. Auch wenn das natürlich niemals in der Kriminalität enden sollte.
Hättet ihr gedacht, dass Stunt-Training im echten Leben so konkret funktionieren kann?
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