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Hades im Test - Ein höllisch gutes Action-Highlight

In Hades, dem neuen Actionspiel für die Nintendo Switch, haben wir uns durch die griechische Mythologie gekämpft und einen Anwärter auf den Titel “Spiel des Jahres” entdeckt.

von Dennis Michel,
20.10.2020 18:15 Uhr

Hades im GamePro-Test Hades im GamePro-Test

"Ein Meisterwerk", "ein Kandidat auf den Titel Spiel des Jahres". Das Actionspiel Hades von Entwickler Supergiant Games für die Nintendo Switch ist aktuell in aller Munde. Dabei stammt der Abstecher der Bastion- und Transistor-Macher in die griechische Mythologie aus dem Roguelite-Genre, das dank Permadeath-Funktion und prozedural generierter Level für viele Spieler*innen oft eher abschreckend wirkt.

Woran liegt es also, dass Hades nach einer längeren Early Access-Phase auf dem PC derzeit wie Phönix aus der Asche steigt und zum Hit mutiert? Wir haben das Spiel getestet und geben euch die Antwort: Der höllische Ausreißversuch des jungen Zagreus aus dem Totenreich seines launischen Vaters Hades schafft es durch seine Motivationsspirale und eine für das Genre ungewohnt spaßige Geschichte, zu begeistern. Nie zuvor sind wir in einem Roguelite lieber gestorben, ein wahrlich großes Kompliment.

Diablo lässt grüßen

Ein Indie-Studio, das ein Nischen-Genre bedient und als Ergebnis einen Action-Hit für die breite Masse produziert? Damit das gelingt, braucht es zunächst einmal eine bekannte Gameplay-Formel, die sich vom Gefühl und dem Blick aufs Kampfgeschehen am besten mit Blizzards Diablo-Reihe vergleichen lässt. In abwechslungsreicher Hack&Slash-Manier kämpfen wir uns actionreich durch vier größere Bereiche der Unterwelt, die jeweils in mehrere kleine Kampfarenen unterteilt sind.

Dabei bekommt Nachwuchs-Hades Zagreus insgesamt sechs unterschiedliche Waffen an die Hand, die wir nach und nach freischalten. Bei jedem Ausbruchsversuch entscheiden wir uns vorab, ob wir lieber das Großschwert für den Nahkampf mitnehmen, den Bogen für gezielte Schüsse aus der Ferne auf den Rücken schnallen oder uns der Speer am besten taugt. Mit ihm halten wir uns Feinde aus mittlerer Distanz vom Pelz.

Haben wir eine Kampfarena gemeistert, lässt uns das Spiel meist die Wahl, welchen Weg wir fortan einschlagen. Haben wir eine Kampfarena gemeistert, lässt uns das Spiel meist die Wahl, welchen Weg wir fortan einschlagen.

Gekämpft wird mit einem Hauptangriff, einer Fernkampfattacke, einer Spezialattacke und einem schnellen Dash, mit dem wir durch die kleinen Arenen sprinten. Haben wir den Raum von allen Feinden befreit, winkt eine Belohnung in Form von Geld, einem Angriffs-Upgrade oder einer neuen Götterfähigkeit (zu denen später mehr).

Zudem stellt uns das Roguelite oft in Form zweier mit Symbolen markierter Ausgänge vor die Wahl. Nehmen wir beispielsweise den rechten Fluchtweg aus der Kampfarena, gelangen wir zu Bootsmann Charon, der uns in seinem Shop Lebenspunkte und nützliche Items verkauft. Wählen wir den linken Weg, gehts flugs in die nächste Kampfarena, nach deren Abschluss die auf der Markierung angegebene Belohnung wartet.

Zu Beginn ist jedoch Rätselraten angesagt, was sich hinter den Symbolen verbirgt. Hier heißt es ausprobieren. Nach wenigen Runs hatten wir uns jedoch alles Wichtige eingeprägt und konnten weise wählen, welcher Weg uns den benötigten Vorteil bringt. Auf diese Weise kommt eine taktische Komponente ins Spiel, die wir ganz nach unserem Geschmack wählen. Für mehr Risiko wählen wir den Upgrade-Pfad, für mehr Defensive begeben wir uns in den Raum mit Lebenspunkten.

Wie stehts um die Technik? Während unseres Tests sind uns auf der Switch keine größeren Bugs begegnet. Bei sehr hohem Gegneraufkommen kann es zu kleinen Einbrüchen der Framerate kommen und auch beim Einsammeln der Kampfbelohnung stockt das Spiel kurz. Auf den Spielspaß wirken sich diese beiden kleinen Schnitzer nicht aus.

Insgesamt ist das grundlegende Gameplay des Roguelite eine flotte, durchaus fordernde und nahezu perfekt durchdachte Sache. Einzig die Übersicht kann in den Kämpfen schnell mal verloren gehen, da einfach zu schnell zu viel auf dem großen TV- oder dem kleinen Handheld-Bildschirm der Switch passiert. Apropos Handheld-Modus: Die Schrift ist wie in so vielen Spielen auf der Hybridkonsole mal wieder unglaublich klein. Eine absolute Unart auf Nintendos Konsole, die hier zu Abzügen in der B-Note führt.

Eine grandiose Motivationsspirale

Das Kampfsystem ist abwechslungsreich und spaßig, doch das allein reicht natürlich nicht aus, um ein Roguelite massenkompatibel zu machen. Was viele Spieler*innen beispielsweise in einem Spelunky 2 stört, ist die schnell schwindende Motivation durch Permadeath und den damit verbundenen Verlust des kompletten Fortschritts.

Doch Hades bietet hier eine Motivationsspirale, die im Genre ihresgleichen sucht. Nicht nur spielen sich die einzelnen Runs dank Wahl der Waffe und Gaben der Götter stets unterschiedlich - so bekommen wir von Zeus beispielsweise Blitzangriffe oder von Athene Giftpfeile - auch können wir nach dem Ableben unseren Helden stets ein wenig verbessern.

Hades Diablo-eskes Kampfsystem ist dank verschiedener Waffen und unzähliger Skill-Kombos wunderbar abwechslungsreich. Hades Diablo-eskes Kampfsystem ist dank verschiedener Waffen und unzähliger Skill-Kombos wunderbar abwechslungsreich.

So wartet in Zagreus' unordentlichem Schlafgemach der Spiegel der Nacht auf uns. Hier können wir verschiedene Fähigkeiten mit eingesammelten Kristallen verbessern, kehren so nach dem Ableben mit 50 Prozent Gesundheit zurück oder teilen Bonusschaden durch Angriffe von hinten aus. Doch der Spiegel ist nur der Anfang. Fehlen uns die nötigen Kristalle, haben wir vielleicht zwischenzeitlich eine der Aufgaben auf der Schicksalsliste gemeistert und erhalten so neue Upgrade-Materialien. Die können wir dann wieder beim Raumgestalter einsetzen um uns beispielsweise wertvolle goldene Truhen in die Kampfarenen zu bauen, dem Labyrinth einen Heilbrunnen hinzuzufügen und, und, und.

Auch können wir hier Hades' Palast - eine Art Hub sowie Dreh- und Angelpunkt nach dem Ableben - optisch aufwerten. Und das war noch lange nicht alles. Hades motiviert nach jedem gescheiterten (oder erfolgreichen) Versuch und gibt uns das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Diese Spirale ist so perfekt durchdacht, dass wir immer und immer wieder von vorne starten wollen, ohne auch nur den Hauch von Ermüdung zu verspüren.

Die Geschichte - die Kirsche auf der Torte

Abschließend kommen wir zu einem Punkt, bei dem sich viele Roguelikes und Roguelites sehr, sehr schwer tun: eine interessante Geschichte samt cooler Charaktere zu erzählen - Children of Morta sei hier als positives Beispiel mal ausgenommen.

Das Indiespiel Hades treibt seine interessante und überaus humorvolle Ausbruchsgeschichte nach jedem Ableben ein Stück weiter voran. Mal gibt uns Vater und Gott des Todes Hades höchstpersönlich ein paar zynische Worte mit auf den Weg, mal lauschen wir dem erneut fantastischen Erzähler - den Guten kennen wir bereits aus Bastion - oder wir sprechen im Palast mit weiteren Figuren aus der griechischen Mythologie. Selbst die Bosse, die sich uns auf der Flucht in den Weg stellen, erinnern sich an frühere Begegnungen und treiben die Geschichte weiter voran.

Zwar wird die Geschichte in starren Dialog-Sequenzen präsentiert, dafür ist sie überaus humorvoll und interessant. Übrigens: Höllenhund Cerberus könnt ihr streicheln, ihm sogar Geschenke machen. Das soll hier im Test nicht unerwähnt bleiben. Zwar wird die Geschichte in starren Dialog-Sequenzen präsentiert, dafür ist sie überaus humorvoll und interessant. Übrigens: Höllenhund Cerberus könnt ihr streicheln, ihm sogar Geschenke machen. Das soll hier im Test nicht unerwähnt bleiben.

Selbst nach vielen, vielen Ableben erfuhren wir so Neues und mussten mehrfach über die Erzählung schmunzeln, haben uns aber auch gewundert, wie gut all das ins Konzept eines Roguelite passt. Hades ist daher nicht nur ein sehr guter Vertreter seines Genres, Supergiant Games schafft es so gut wie kein zweiter Entwickler, sein Spiel selbst für all jene zugänglich und spaßig zu gestalten, die mit Permadeath und zufallsgenerierten Elementen normalerweise eher wenig anfangen können. Und ja, wir reihen uns gerne in die "Hades ist eines der besten Spiele des Jahres"-Lobgesänge ein.

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